13.05.2026
Was macht mich lebendiger?
Aufgabe des Menschen ist es, in der 1. Lebenshälfte das äußere Leben zu leben und sich in der 2. Lebenshälfte dem inneren Leben zu widmen. Wie gelingt das? Dazu einige Gedanken, die bei mir aufgetaucht sind.
Es gelingt, indem ich bei Gott als Quelle des Lebens andocke und dadurch lebendiger werde. Dazu ist notwendig, dass ich abgestorbene Teile meiner Persönlichkeit durch Trauerarbeit (=verschmerzen) wieder aus dem Grab hole. Wenn ich also Totes zum Leben erwecke oder auch Mist zu Dünger mache. Ebenso gilt es Traumata aufzuarbeiten und Verdrängtes aufzudecken.
Lebendigkeit bringt mir auch, wenn ich mich meinen Ängsten stelle, ihnen in die Augen sehe. Ich werde auch lebendiger, wenn ich Lebloses, das nicht notwendig ist, weglasse und loslasse.
Letztendlich ist es wichtig, dass ich mich für ein wahrhaftiges Leben entscheide. Und ich werde lebendiger, wenn ich den Weg der Liebe gehe.
Herzlichst
August

06.05.2026
Leben
Immer wieder begegne ich dem Thema Leben in meiner täglichen Arbeit und im Kontakt mit Mitmenschen.
Voraussetzung um Menschen zum Leben zu begleiten ist, dass ich selber lebendig bin. Ohne Leben trocknen die Menschen aus, daher ist es wichtig, alles was der Lebendigkeit im Wege steht zu erkennen und daran zu arbeiten.
Es gibt ein äußeres Leben, welches oft als wahres Leben gehalten wird und in das sehr viel Energie investiert wird. Das Wesentliche ist aber das innere Leben, welches oft erst geweckt werden muss. Daher stellt sich die Frage: Was leitet mich? Es gibt Kräfte, die das Leben fördern und mich zum Leben hinführen. Ebenso gibt es Kräfte wider das Leben, die führen mich vom Leben weg.
Es gibt ein öffentliches/gesellschaftliches Leben, für jeden sichtbar, ebenso das körperliche Leben. Das seelische und geistliche Leben, sowie das spirituelle Leben ist meist eine persönliche Angelegenheit und wird häufig nachrangig behandelt.
Das wahre Leben definiere ich als Otium, was soviel bedeutet wie Muße-Beschaulichkeit. In meiner Arbeit achte ich darauf, wo in den Menschen leblose Stellen sind und versuche das Leben in ihnen zu wecken.
Die Wahrheit ist das, was dem Lebendigen dient und es weiterführt. Auch das Ablegen des Schutzmantels macht lebendiger, aber auch verletzlicher. Es gibt Menschen, die schneiden ihre Lebendigkeit ab, damit sie keinen Schmerz spüren. Jedes Symptom ist sowohl ein Ausdruck der Lebendigkeit, als auch eine Abwehr gegen Lieblosigkeit.
Herzlichst
August

29.04.2026
Geist Gottes
Ohne den kraftvollen Geist Gottes ist es uns nicht möglich, die je eigene Lebensaufgabe zu erfüllen. Daher ist es nicht nur notwendig, diese Aufgabe zu kennen, sondern sich auch zu öffnen für den Geist Gottes. Das heißt, ich räume alles weg, was dem Geist Gottes im Wege steht.
Sich für den Geist offen zu halten, ist nicht selbstverständlich. Aber ohne den Geist erreichen wir unser Ziel nicht. Wer ohne Beziehung zu Gott nur im Geist dieser Welt lebt, wird als „geistig Toter“ gezählt.
Jesus sagt: “Ich hole euch aus euren Gräbern. Ich gebe meinen Geist in euch, dann werdet ihr lebendig.“ Wir sind aufgefordert, uns auf eine belebende Beziehung zu Gott und den Mitmenschen einzulassen.
Der von Gott gegebene Geist der Wahrheit ist unser Beistand.
Herzlichst
August

22.04.2026
Persönliche Anlagen
Ich kann sehen, was im Menschen angelegt ist und was nicht angelegt ist. Das heißt, was trägt er in sich und ist daher jederzeit abrufbar.
Das bedeutet, ich kann einen zuverlässigen Hinweis geben, was einem Menschen mit Erfolg kurzfristig zugemutet werden kann und was nicht. Das ist bei Entscheidungen eine wichtige Information.
Angelegte Fähigkeiten sind manchmal schon ganz ausgereift und brauchen nicht mehr weiter geübt werden. Wenn etwas nicht angelegt ist, sind Lernschritte notwendig, um weiter zu kommen.
Herzlichst
August

15.04.2026
Verdrängung
Verdrängung ist eine natürliche Einrichtung der Seele, um sich in belastenden und überfordernden Situationen zu entlasten. Dies können unter anderem traumatische Erlebnisse sein, sowie schambesetzte Ereignisse, ein Zuviel an emotionalen Anforderungen oder Erfahrungen, welche mit tiefen seelischem Schmerz verbunden sind.
Leider wird häufig vergessen, die Dinge dann aufzuarbeiten, wenn dazu wieder seelische Kapazität vorhanden ist. Auch weil manchmal die Idee dahinter steht, das die „Angelegenheit“ schon erledigt oder verschmerzt ist.
Stattdessen wird Energie investiert in das „Gutgehen“. Einige Ärzte haben mir Patienten geschickt, die körperlich total gesund waren, aber unter undefinierbaren Schmerzen litten. Bei den ersten Fällen – sie waren sehr individuell – konnte ich keine Gesetzmäßigkeit erkennen. Erst nach den ersten 10 Personen wurde mir klar, dass sie alle etwas verdrängt hatten.
Sie hatten das Verdrängte vor die Tür gestellt und das hat sich dann irgendwann durch Kratzen an der Tür (=Schmerzen) bemerkbar gemacht. Es ist manchmal schwierig, das dazugehörige Verdrängte zu finden. Mit der Gabe der inneren Schau ist es möglich.
Herzlichst
August

08.04.2026
Voraussetzung für die innere Schau
Was ist Voraussetzung für die innere Schau?
Sie ist eine Gabe Gottes. Man kann selbst viel dafür tun, letztendlich ist es aber ein Geschenk Gottes. Aus sich selbst heraus kann man nichts bewirken. Es gelingt nur, wenn man sich mit sich selber schonungslos und wahrhaftig auseinandersetzt und immer mit Gottes Führung.
Um mehr und klar zu sehen, muss man die Wahrnehmungsschwelle sukzessive senken. Mir haben dazu die Meditation und Aufstellungen sehr geholfen. Damit wurde mir der Blick auf seelische Zusammenhänge gegeben. Weiters ist ein liebendes und offenes Herz eine Vorbedingung.
Ein Aspekt der inneren Schau ist mir heute deutlicher geworden. Ich sehe viele Dinge sehr klar. Ich sehe sie aber in den meisten Fällen nur mit meinen Augen, aus meinem Blickwinkel. Es ist noch einmal bereichernder, wenn ich zusätzlich den Blickwinkel des anderen sehe, dies ist aber nur möglich, wenn beim anderen die Offenheit dafür da ist.
Herzlichst
August

01.04.2026
Innere Schau und Empathie
Die innere Schau sucht die Erkenntnis um der Wahrheit willen. Wenn ich die innere Schau aktiviere, dann kann ich nicht gleichzeitig empathisch sein. Wenn ich empathisch bin, dann trete ich in die emotionale Welt des Klienten ein. Als innerer Schauer bin ich distanziert und es steht mir ein größerer Lösungsraum zur Verfügung.
Wenn ich empathisch bin, steht mir nur das zur Verfügung, was auch dem Klienten zur Verfügung steht. Nichts darüber hinaus, was einer Lösung und Heilung dienlich wäre. Wesentlich ist auch, dass ich völlig wertfrei agiere, also nichts bewerte was ich höre oder sehe, auch nicht die Aussagen meines Klienten.
Nach der inneren Schau frage ich den Klienten, wo er ist. Dann kann ich bei ihm wieder emotional einsteigen.
Herzlichst
August

25.03.2026
Innere Schau
Warum ist die innere Schau nicht weiter verbreitet, obwohl 80% der Teilnehmer in meinen Seminaren einen Zugang dazu haben? Es braucht verdammt viel Mut. Denn man weiß nicht, was man zu sehen bekommt. Man muss das in der Seele verkraften können.
So wächst diese Gabe, die auf dem absoluten Gottvertrauen beruht, im Laufe der Zeit, in der man stärker wird. Man muss stärker werden um das Gesehene zu verkraften und zuordnen zu können. Es braucht wahrhaft viel Mut, die Wahrheit sehen zu können, die sich einem zeigt.
Bei mir war eine wesentliche Voraussetzung die Entscheidung, ein wahrhaftes Leben zu führen, wahrhaftig zu sein. In der Wahrheit zu sein die Wahrheit zu sein, die ich in Zürich Anfang der 90er Jahre getroffen habe. Das war der Startschuss und Beginn eines langen Prozesses, der auch viele meiner Beziehungen betroffen hat. Und es ist immer wieder eine neue Entscheidung, weil mit der eigenen Entwicklung das Sehen und Erkennen tiefer wird. Es bringt auch sehr oft etwas zu Tage, was so nicht vorstellbar und denkbar ist.
Herzlichst
August

18.03.2026
Innere Schau als Gabe
Die innere Schau ist eine Gabe. Die innere Schau ist nicht nur ein Teil der Intuition, sie ist vielmehr eine Ausdrucksform der Liebe Gottes. Sowie jede Gabe eine Ausdrucksform der Liebe Gottes ist.
Bei der inneren Schau braucht man den Mut, Dinge nicht zu verstehen und sie auch nicht einordnen zu können. Und auch auf den Versuch zu verzichten, sie einordnen oder verstehen zu wollen, sondern sie als Wahrheit anzuerkennen. Vieles was man sieht, kann man auch emotional und intellektuell nicht fassen. Und das kann durchaus sehr herausfordernd sein.
Durch die innere Schau besitze ich die Gabe, voraus und hinter die Dinge zu sehen. Das heißt, das Unsichtbare hinter dem Sichtbaren zu sehen.
Die innere Schau ist deswegen so kostbar, weil die meisten Menschen, die zu mir kommen, ein verschlossenes Herz haben. Und ich kann dennoch in ihr Herz schauen, obwohl es zu ist. Genau das ist ein wichtiger Teil der Gabe.
Herzlichst
August

11.03.2026
Wünsche
Gute und schlechte Wünsche sind Behinderungen und Beschränkungen. Wünsche stehen der Demut entgegen. Demut bedeutet, alles so zu nehmen, wie es ist. Dass schlechte Wünsche Wirkung haben können, ist den meisten Menschen bekannt, dass aber gute Wünsche eine Einschränkung und Belastung sein können, ist kaum jemand bewusst.
Ich spüre die großen Ängste die hinter den Wünschen liegen sehr stark. Bisher hatte ich keinen Zugang zu diesen Ängsten. Ich entschuldige mich, dass ich diese Ängste mit ausgelöst habe, es war mir bisher nicht bewusst.
Herzlichst
August

04.03.2026
Teil und Gegenteil
Ich möchte die Komplexität von Teil und Gegenteil erkennen. Teil und Gegenteil bedingen einander: Wenn ich über das Leben spreche, dann muss ich auch über den Tod sprechen. Wenn ich über die Liebe spreche, muss ich auch über Angst und Schmerz sprechen. Wenn ich über Gott spreche, muss ich über das Seiende und das Nichtseiende sprechen. Wenn ich über das Gute rede oder tue, sollte ich darauf achten, ob es vielleicht einem anderen schadet oder etwas verhindert.
Herzlichst
August
25.02.2026
Schule des Lebens
Viele Menschen lernen nur, wenn es ihnen schlecht geht. Deshalb liefert ihnen das Leben immer wieder Lehr-Situationen, in denen es ihnen schlecht geht. Würden sie lernen, während es ihnen gut geht, könnte das Leben ihnen gute Lern-Situationen liefern.
Herzlichst
August
18.02.2026
Mehr geben
Ich erkenne, dass ich mehr gebe, als der andere braucht. Damit meine ich ein Mehr an Zeit, an Aufmerksamkeit, an Wissen, an Verständnis, an Umgang mit Ängsten, auch an materieller Zuwendung, usf. Und damit verletze ich mich selber.
Für das Mehr ist der Andere nicht dankbar, im Gegenteil, er wehrt sich dagegen. Und das verletzt mich! Würde es wertschätzend erkannt oder liebevoll zurück gewiesen, dann würde es nur schmerzen.
Ich muss mir andere Menschen suchen, die das „mehr“ brauchen können. Dieses Prinzip gilt gleichermaßen auf der emotionalen Ebene, vor allem in der Liebe, ist dort aber noch komplexer.
Herzlichst
August

11.02.2026
Gott und Wunder
Jesus wirkte viele Wunder und wollte dadurch erreichen, dass die Menschen mehr an Gott glauben. Er war sehr traurig darüber, dass die Menschen an seine Wunder geglaubt haben, aber nicht an Gott. Bitter!
Dieses Prinzip hat sich bis heute fortgesetzt. Menschen denken, dass sie alles bewirken können, aus eigener Kraft, mit eigenem Wollen, ob in der Wissenschaft, Medizin, Heiler, usf. Der Mensch glaubt an den Menschen und erkennt nicht, dass hinter all dem Gott wirkt.
Herzlichst
August

04.02.2026
Gottes Werkzeug
Wie schleift Gott uns als sein Werkzeug?
Am Beispiel einer Sense: Die Sense wird gedengelt und gewetzt. Umgesetzt auf den Menschen bedeutet das, es braucht eine harte Behandlung von außen, vom Schicksal.
Gott kann uns auch schärfen, wenn wir pausieren, uns in einem Ruhezustand oder in Meditation befinden. Oder er schult uns in Träumen.
Eine weitere Möglichkeit ist, indem er den Körper reinigt und stärkt und sensibilisiert und das Nervensystem auf höhere Belastungen vorbereitet.
Es kann aber auch sein, dass er uns schwierigen Situationen aussetzt, die wir meistern sollen – mit seiner Hilfe.
Herzlichst
August

28.01.2026
Blick auf Vergangenheit und Zukunft
Man kann an der Vergangenheit nichts verändern und auch die Zukunft lässt sich nicht wirklich planen. Was man aber ändern kann, ist der Blick auf die Vergangenheit und die Zukunft.
Die Aufgabe des Begleiters ist es, den Klienten zu einem anderen – positiven und wahrhaftigen – Blick auf das Vergangene zu verhelfen und auch auf das Zukünftige, welches eine Herausforderung für die persönliche Entwicklung darstellen kann.
Ein wichtiger Schritt in der Entwicklung ist auch, sich vor dem zu verneigen, was war. Dann kann man es hinter sich lassen. Es ist aber dann auch fast weg und hat nicht mehr permanent Einfluss auf die aktuelle Lebenssituation.
Das Neue, das kommen wird, ist meist ohne Struktur und muss befüllt werden. Das schafft Unsicherheit und Orientierungslosigkeit, weil es mit dem eigenen Willen nur rudimentär gestaltbar ist.
Herzlichst
August

21.01.2026
Sinn von Berührung
Ich unterscheide zwischen wahrnehmender Berührung, das bedeutet: ich spüre etwas oder ich nehme etwas auf. Und der wahrgebenden Berührung, das bedeutet, die Energie geht von den Händen aus. Erstere ist notwendig, um jemanden zu erspüren oder zu reinigen, zweitere, um Energie zu übertragen.
Wenn ich berührt werde, spüre ich mich selbst und nehme damit auch die Grenze meines Körpers wahr. Ich spüre mich selbst und nicht den anderen, wenn ich ihm vertraue. Wenn ich vertraue, kann ich loslassen. Wenn ich nicht vertraue, dann spüre ich den anderen und nicht mich.
Jede Berührung löst auch etwas im Inneren aus. Wenn ich vertraue, so wird die Berührung z. B. ein Wohlgefühl auslösen. Vertraue ich nicht und ich kann mich der Berührung nicht entziehen, so kann diese als unangenehm erlebt werden.
Herzlichst
August

14.01.2026
Begrüßungskultur
Es ist wichtig sich gut zu begrüßen und zu verabschieden, darin zeigt sich der Ablauf des Lebens. Das Leben geschieht in drei Schritten: Ankommen – Verweilen – Abschied nehmen.
Wichtige Fragen: Wie möchte ich begrüßt werden und wie begrüße ich? Wie werde ich verabschiedet und wie verabschiede ich mich? Es gilt Achtsamkeit auf diese Vorgänge zu legen, denn es ist ein wichtiger Teil, um mich wohl zu fühlen. Und es zeigt mir auch, mit welcher Bewusstheit ich im Hier und Jetzt bin.
Herzlichst
August

07.01.2026
Schuld
Wenn es heißt „vergib uns unsere Schuld“, dann ist die größte Schuld gemeint, die wir uns aufladen können: Eine aus dem tiefen Inneren kommende Liebe in einer reinen Gesinnung – nicht zu geben.
Häufige und normale Reaktionen auf Schuld sind:
Ich beschuldige mich selbst durch Selbstvorwürfe oder ich beschuldige andere.
Ich entschuldige mich bei einem anderen oder bei mir selbst.
Hilfreich ist die Erkenntnis: Ich habe Schuld auf mich geladen – dann hat die Schuld ein Ende.
Ich kann mir die Schuld anschauen, sie erkennen und benennen. Dann erst kann ich sie loslassen.
Herzlichst
August

31.12.2025
Reifestufe der Gottesbeziehung
Ab einer gewissen Reifestufe der Gottesbeziehung kann man nur mehr in Metaphern von Gott reden.
Manche glauben, sie haben ihn schon gefunden und plötzlich ist er nicht mehr erkennbar. Denn Gott übersiedelt immer wieder, ohne seine neue Anschrift zu hinterlassen. Man sucht ihn noch in der 1. Klasse und er ist in die 2. Klasse übersiedelt. Man sucht ihn dort, wo er nicht mehr ist. Man schaut dort hin, wo er früher war, aber jetzt nicht mehr ist.
Dann fühlt man sich gottverlassen. Alles bisher erkannte und praktizierte verliert an Bedeutung, Gott ist so nicht mehr erfahrbar. Auch ein Bedeutungsverlust des Verstandes ist hinzunehmen. Man versteht Gott nicht mehr, weil er nur mehr über Gleichnisse und Metaphern beschreibbar und verstehbar ist. Ein völlig neuer Zugang zu Gott muss gefunden werden.
Herzlichst
August