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August Höglinger »
Blog Einsichten

In diesem Blog findest du Geschichten aus und vom Leben. Aus einer sichtbaren und unsichtbaren Welt. Ich möchte dich teilhaben lassen an meinen Erkenntnissen, Denkanstößen, Inspirationen, Erfahrungen, Ideen und neuen Plänen.
Dieser Blog ist vor allem für Absolventinnen und Absolventen meiner Seminare und Lehrgänge eingerichtet, denn mit Ihnen verbindet mich eine tiefe Herzensbeziehung und ein Stück gemeinsamen Weges.

NatĂĽrlich sind alle Besucherinnen und Besucher herzlich willkommen.
In diesem Sinne freue ich mich und wĂĽnsche allen tiefe Einsichten.

Herzlichst
August

Archiveinträge




15.09.2021

Verdauungsprozess

Im Laufe eines Tages arbeitet man seine Tagespläne ab. Sensible Menschen benötigen nach der getanen Arbeit Zeit, um die Arbeit emotional zu verdauen. Dazu ist ein Zeitraum von 20 min (wenig zu verdauen) bis zu 2 Stunden (viel zu verdauen) notwendig. 
Genauso wie beim Verdauen des Essens läuft es auch beim Verdauen von emotionalen Prozessen ab. Verdauen bedeutet beim Essen, das Brauchbare aus der Nahrung herausfiltern und dem Körper als Nährstoffe und Energie zur Verfügung zu stellen. Es bedeutet aber auch, das Schädliche und Unbrauchbare auszuscheiden.
So ist es bei den emotionalen Prozessen auch. Beim Spaziergang, beim Laufen, beim Schwimmen, bei Schitouren, beim Pilgern, beim Meditieren, beim Chillen (Nichtstun), bei monotonen handwerklichen Tätigkeiten usf, kann das Unverdaute verdaut werden. Damit reinigt man sein Inneres und lädt seine Batterien und Reserven neu auf. Egal welche Form des „Verdauungsprozesses“ ich wähle, sie soll Freude bereiten, Entspannung bringen und soll keinesfalls in Arbeit ausarten, indem ich mir ein bestimmtes Pensum auferlege.
Hilfreich beim Verdauen ist auch, auf die Ereignisse des Tages zurück zu blicken, um alles Gelungene, Nährende, Befriedigende wahrzunehmen, um daraus Zufriedenheit und Dankbarkeit zu ziehen.

Herzlichst
August

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08.09.2021

Sorgende Liebe

Die sorgende und aufopfernde Liebe ist in unserer Gesellschaft sehr weit anerkannt. Die freie, innere und unendliche Liebe werden weniger geschätzt. Gerade bei hartherzigen Menschen ist es besonders wichtig, in der Liebe zu bleiben. Böse Menschen möchten am meisten geliebt werden.
Bei einem sehr innigen und liebevollen Gespräch kann es geschehen, dass die Herzenswärme so ansteigt, dass im Herzen etwas Altes und Eingefrorenes auftaut (Eisblock schmilzt). Die Stimmung ist zwar in diesem Moment etwas belastet, aber die Liebe heilt alte Wunden und Verletzungen.
Die Liebe braucht es vor allem während des Getrenntseins. Ist die Verbindung hergestellt, hat die Liebe ihren Zweck erfüllt. Meine Lebensaufgabe ist es, auf den Schrei nach Liebe zu antworten, wo immer ich ihn vernehme. Die Lieblosen sind die Armen unserer Zeit.
Dazu sagt Hermann Hesse: Den Sinn erhält das Leben einzig durch die Liebe. Das heißt: Je mehr wir zu lieben und uns hinzugeben fähig sind, desto sinnvoller wird unser Leben.

Herzlichst
August

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01.09.2021

Zwei Aufgaben in der Liebe

Die zwei wichtigsten Aufgaben in der Liebe sind für mich:
Mich von Gott lieben lassen, damit seine Liebe durch mich fließen kann. Dazu ist es notwendig, das Herz zu öffnen, dh Unsicherheiten, Sorgen und Ängste abzubauen.
Meine Lieblosigkeiten mit Gottes Hilfe auflösen. Denn dort, wo ich noch nicht lieben kann, behindere ich den Fluss seiner Liebe. Und das Ungeliebte bedarf der Liebe am meisten. 
Liebevolle Menschen machen es mir leichter, sie zu lieben. Will ich in der Liebe voran schreiten, so lerne ich am meisten bei Menschen, die es mir nicht leicht machen, sie zu lieben.
Der einzige Fortschritt in der Liebe ist, wenn ich das Nochnichtgeliebte am anderen und an mir selbst beginne zu lieben. Das schafft absolute Harmonie. Meist wird versucht den anderen zu ändern, damit man ihn lieben kann. Besser ist es, ihn in seinem Anderssein wertzuschätzen. Einen Menschen lieben heißt, ihn so sehen, wie Gott ihn gemeint hat (Fjodor Michailowitsch Dostojewski).

Herzlichst
August

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25.08.2021

Spiritueller Lehrer

Erst wenn man die Herzensqualität ausgebildet hat, sollte man in die spirituelle Arbeit einsteigen. Wichtig für das spirituelle Leben ist: in den kleinen, alltäglichen, leicht zu übersehenden Dingen und Augenblicken des Alltags die Gegenwart Gottes und sein Handeln erkennen. Emotionale Ehrlichkeit ist Voraussetzung für spirituelles Wachstum. 
Wer ein spiritueller Lehrer sein will, der kann das nur, indem er Menschen ermutigt, ihren ureigenen Weg zu gehen. Und er muss mutig sein, denn er kann gedemütigt werden oder für nicht ganz zurechnungsfähig erklärt werden. Er kann sehr einsam werden, lächerlich gemacht werden, angefeindet werden oder ausgeschlossen werden. Die Anerkennung kommt erst sehr spät, nach einem langen Weg. Wenn ich nicht bereit bin, den eigenen Weg zu gehen, kann mir kein spiritueller Lehrer etwas bieten. 
Spirituelle Lehre bedeutet für mich zum einen, Menschen auszubilden, die wissen, dass sie auf der Erde sind, um dort zu arbeiten. Und zum zweiten, dass sie zugleich ihr göttliches Ideal geweiht leben. Es gibt vier wichtige Aufgaben des geistlichen Lebens: offensichtliche Not zu wenden, erkennbares Leiden zu lindern, anderen Freude zu bereiten und auf den richtigen Weg zu weisen. 

Herzlichst
August

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18.08.2021

Lehrer des Lebens

Ein Lehrer ist ein Mensch, der gelernt hat, auf das Leben zu hören. Es geht nicht um Wissensvermittlung, sondern darum, in Beziehung zu gehen. Lehrer wird man, wenn einem ein Schüler im Herzen annimmt. 
Was brauche ich noch, um ein guter Lehrer zu sein? Gott sagt: Lass dich auf das Leben ein, es lehrt dich ALLES. (Hl. Benedikt: Er lehrte nur, was er lebte).
Lernen im Sinne Gottes bedeutet, lernen mehr Mensch zu sein. Wenn man immer besser sein will, beschädigt man sich. Man muss der sein, der man ist. 
Ich bin ein Lehrer des Lebens. Ich lehre, wie man alles aus dem Weg räumt, was dem Leben im Weg steht. Ich lehre, wie man den eigenen Lebensweg geht. Das Leben trägt mich auf der einen Seite, verlangt aber auch, dass ich auf meinen eigenen Beinen stehe. Ohne Leben kann man nicht für die Liebe arbeiten. Autismus verhindert die Teilnahme am Leben, weil und wenn die Angst nicht bearbeitet wird. Depressive drücken das Leben nieder. Wenn ich auf die Realität schaue, auf das was ist, schwindet jeder Zweifel, denn ich schaue auf Gott. 
Für mich sind folgende Lehrmeister wichtig:
Das Leben, die innere Stimme, die Gruppe, also andere Menschen, der Leiter (einer Gruppe), der Tod und manche würden noch die Hl. Schriften dazu geben.

Herzlichst
August

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11.08.2021

Lehrer sein

Der beste Lehrer ist der, der von seinen Schülern lernt. Durch die Frage der Schüler stellt sich im Lehrer die Antwort ein.
Es gibt drei Bilder von Lehrern:
Der Wissensvermittler: Schüler sind wie leere Krüge, die mit Fähigkeiten und Fertigkeiten gefüllt werden müssen.
Der Töpfer: Schüler sind ein zu formender Klumpen Lehm.
Der Gärtner: er fördert die Schüler und bringt in ihnen das zur Ausformung, was angelegt ist.
Meine Lehrmethoden sind Meditation und Aufstellungen. Dabei kommt mir auch die Tatsache zugute, dass es mir unmöglich ist, jemanden nicht so zu nehmen, wie er/sie ist. Ich kann gar nicht anders. Das bedeutet auch, ich kann ALLES nur so nehmen, wie es ist.

Herzlichst
August

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04.08.2021

Minderwertigkeit

Positiv formuliert sagt man zum Minderwert „fehlender Selbstwert“. Wenn jemand sehr aktiv ist, dann kann es sein, dass er den fehlenden Selbstwert hinter der Aktivität versteckt. 
Demut (es ist wie es ist) und Wahrhaftigkeit (zu dem Stehen, wie ich bin, nichts beschönigen) sind die einzigen Wundermittel gegen die Minderwertigkeit. 
Um ein gutes Selbstbewusstsein aufzubauen, hilft es nicht nur den Selbstwert zu stärken, man muss auch etwas gegen den Totalabsturz in die Minderwertigkeit tun. In guten Zeiten wird 90-95% des Selbstwertes erreicht, an schlechten Tagen kann der Selbstwert auf 40% oder sogar nur auf 0% absinken. Schafft man es, dass der Selbstwert nur mehr auf 40% absinkt, hat man erreicht, dass der Selbstwert stabiler ist.
Das Minderwertigkeitsgefühl ist die meist verbreitetste seelische Störung der Gegenwart: „O Herr, ich bin nicht würdig!“ sich wertlos fühlen, wertlos zu sein, etwas Wertloses zu tun. Wenn ich Gott in mein Leben integriere, verschwindet meine Minderwertigkeit. Ich bin dann würdig. Das wurde in einer Aufstellung sichtbar. Wenn ich Gott nur absichtslos bitte, dann ist es IHM möglich, seine unendliche Liebe über jemanden oder mich zu gießen. Gott ist dann allmächtig und die Liebe ist unendlich vielfältig. Das heilt die Minderwertigkeit. 
Viele Männer fühlen sich Frauen gegenüber minderwertig, weil sie emotional abhängig sind. Daher ist es wichtig und gut, wenn auf dieser Ebene Gleichwertigkeit hergestellt wird. Zentrale Punkte sind dabei die wechselseitige Wertschätzung für die jeweils unterschiedlichen Fähigkeiten, das Interesse am anderen und der gegenseitige Respekt. 

Herzlichst
August

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28.07.2021

Innerer Schweinehund und Klimawandel

Ärzte haben erforscht, dass der menschliche Organismus sechs Tage bis zu 17 Stunden aktiv sein kann. Aber am siebten Tag soll er ruhen. 
Ruhe ich am siebten Tag nicht, dann holt sich dieser Teil seine Ruhe in den darauffolgenden Tagen, indem er mich müde macht, Unlust und Antriebslosigkeit verbreitet usf. Auf diese Weise versucht er sein Bedürfnis nach einem Tag Ruhe pro Woche durchzusetzen. Besser ist es einen Tag pro Woche als Faulenzertag zu deklarieren und zu leben. Dann ist dieser Teil, der nur ein Siebtel ausmacht, befriedigt. Ich gebe damit meinem inneren Schweinehund Raum und fülle diesen Tag auch nicht mit Freizeitaktivitäten. 
Gleichzeitig tue ich etwas Gutes für den Klimawandel, weil ich an diesem Tag ganz wenig Energie und Ressourcen verbrauche, wenn ich mir wirklich ausschließlich Ruhe gönne.

Herzlichst
August

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21.07.2021

Neuer Mann

Ein neuer Mann wird man nur gemeinsam mit einer Frau. Der neue Mann hat neben einer reifen Männlichkeit auch Zugang zur Weiblichkeit und zu seiner weiblichen Seite. Er kann mit seinen Gefühlen, mit Liebe und Angst gut umgehen. 
Männer können die Liebe ihrer Frau nicht ins Herz lassen, wenn sie nicht rein ist. Meist ist sie mit Ängsten, Wut, Enttäuschung usf kontaminiert. Liebe ist wie klares Wasser, das durch diese dunklen Gefühle verunreinigt wird. Damit ich als Mann die Liebe einer Frau annehmen kann, reinige ich zuerst die Liebe. Dies geschieht, indem ich die dunklen Gefühle zuerst bearbeite, kommuniziere und spürbar mache. Wenn ich diese dunklen Gefühle spüre, erst dann kann ich die reine Liebe der Frau fühlen und ganz in mein Herz lassen. Dies erlöst etwas sehr Tiefes und erfüllt.
Die Liebe der Frau wandelt mich als Mann. Meine Liebe wandelt die Frau. Wir sind nachher nicht mehr die gleichen. Am Mannsein zu arbeiten hat nur dann Sinn, wenn es eine Frau/eine Partnerin gibt. Sonst würde mir als Mann das Mensch sein genügen.

Herzlichst
August

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14.07.2021

Ausbildung der Herzensqualität

Durch den 1. und 2. Weltkrieg wurde die persönliche Weitergabe und Ausbildung der Herzensqualität sehr stark unterbrochen. Es fehlen fast 50 Jahre, in denen die Stafette der persönlichen Weisheitsvermittlung stark unterbrochen wurde. Da dieses Wissen nur von Mensch zu Mensch weiter gegeben werden kann, haben wir heute sehr viel zu tun, um das wieder aufzuholen.
Ich ermuntere sie daher, ihr Herzenswissen, ihre Herzensqualität weiter zu geben, indem sie ihr Herz vielen Menschen öffnen und dafür sorgen, dass die Menschen ihnen gegenüber das Herz öffnen können. Die Qualität des Herzens kann nur von einem offenen Herzen zu einem anderen offenen Herzen übertragen werden.

Herzlichst
August

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07.07.2021

Loslassen und abgeben

In der Meditation sah ich, was mit den Belastungen, Ängsten, Sorgen und Nöten geschieht, wenn ich sie der geistigen Welt übergebe. Die geistige Welt nährt sich davon. Seither mache ich es so, dass ich am Abend beim Zubettgehen ganz bewusst alles, was mir tagsüber an Schwierigkeiten begegnete, der geistigen Welt übergebe. Auch untertags übereiche ich – wenn es mir zu viel wird – in der Meditation alles, was mich gerade belastet, der geistigen Welt. In der Regel stellt sich danach eine spürbare Entlastung ein. Meist schlafe ich dann auch besser. 
Dass sich die geistige Welt von diesen Dingen nährt, wusste ich lange Zeit nicht und ich glaube auch, dass das viele Menschen nicht wissen. Ich glaubte vielmehr, dass ich die geistige Welt damit belaste. So wie ein Baum das CO2 aufnimmt und Sauerstoff abgibt, so nimmt die geistige Welt alles auf, was wir ihr übergeben und sendet uns stattdessen einen Segen. Manchmal sage ich scherzhaft, dass die geistige Welt verhungert, wenn wir ihr unsere Sorgen nicht übergeben.

Herzlichst
August

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30.06.2021

Anfängergeist

Als Anfängergeist bezeichne ich den Zustand, in dem ich alle Dinge so betrachte, als würde ich sie das allererste Mal sehen. Ein Klient gab mir dazu einen wertvollen Hinweis, er sagte einmal zu mir: Mein Schneider ist ein kluger Mann. Er nimmt jedes Mal neu Maß. 
Wenn es mir gelingt, jedem Menschen so zu begegnen, wie er gerade ist, dann lebe ich den Anfängergeist. Dabei entsteht auch ein wertvoller Nebeneffekt. Wenn man als Mensch jemanden oder etwas das erste Mal sieht, dann gibt dies Energie. Sieht man kurz darauf etwas das zweite Mal, dann gibt das nur mehr 40% Energie. Ab dem dritten Mal gibt es keine Energie mehr. Das ist auch einer der Gründe, warum Menschen so gerne reisen.
Es ist für mich eine Entscheidung immer wieder einmal bewusst diesen Anfängergeist zu leben und jemand oder etwas so zu betrachten, als würde ich es/jemand zum ersten Mal sehen.

Herzlichst
August

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23.06.2021

Unerhört

Zwei Jahre lang kam jeden Mittwoch um 8 Uhr ein Mann zu einem Priester und beichtete diesem immer das gleiche. Der Priester konnte es schon nicht mehr hören, da es immer die gleiche Leier war. 
Er ging zu einem Coach und dieser sagte zu dem Priester: Das ist doch unerhört, was dieser Mann dir zumutet! Nach einer kurzen Pause sprach er weiter: Weißt du, da ist etwas unerhört geblieben. Er sagte es schon 100mal und du hast es nicht gehört. 
Der Priester erkannte, dass er das Unausgesprochene, nämlich die Schuldgefühle des Beichtenden nicht gehört hatte. Er beichtete immer wieder, weil der Priester das Unerhörte nicht gehört hat.
Wenn mir jemand etwas dreimal erzählte, dann reagierte ich früher ungehalten darüber, dass ich mir die Sache so oft anhören musste. Heute frage ich innerlich nach, was ich nicht höre.

Herzlichst
August

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16.06.2021

Positiv – negativ

Positiv kommt von positum, das bedeutet „Tatsächliches“.
Für einen Negativdenker liegt das Positive im Schatten (er kann es nicht wahrnehmen) und damit kennt er seine Stärken nicht. 
Für den Positivdenker liegt das Negative im Schatten. Das Negative ist dann das, was ich ablehne, was ich nicht akzeptieren will. Es ist die Angst, die Negativität erzeugt.
Wenn ich negativ bin, wird alles negativ sein. Wenn ich nur positiv bin, gibt es nichts Negatives. Wer immer positiv sein will, wertet ständig. Er schließt einen Teil von sich, vom Leben und damit auch einen Teil von Gott aus.
Menschen die ausschließlich Positivdenker sein wollen, verdrängen ihre dunklen Seiten. Es geht darum, sowohl dem Einen, als auch dem Anderen, seinen Platz zu geben.
Negative Emotionen lösen sich auf, wenn ich mir ihrer bewusst werde, positive Emotionen dehnen sich bei Bewusstwerdung aus. Man kann sich nicht zum positiv Denken zwingen, das geht am Tatsächlichen vorbei. Man sollte vielmehr seine Positivität und auch seine Negativität annehmen, wenn sie da sind.

Herzlichst
August

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09.06.2021

Niemand ausschlieĂźen

Während meiner Meditationsleiterausbildung war ein Teilnehmer bei einem Meditationsseminar im Januar ziemlich erkältet und rotzelte, hustete und schneuzte sich fast ununterbrochen. Diese unangenehme Lärmbelästigung im Meditationsraum, der ein Raum der Stille ist, verhinderte das entspannte meditieren der anderen Teilnehmer. In der Pause gingen einige TeilnehmerInnen zum Leiter und verlangten, dass er den kränkelnden Teilnehmer aus dem Meditationsraum schicken sollte, damit sie in Ruhe weiter meditieren könnten. 
Der Leiter wies all diese reklamierenden TeilnehmerInnen aus dem Raum, nur der hustende Teilnehmer durfte bleiben. Dies war für mich eine herbe Lektion dafür, dass man niemand ausschließen sollte. 
Dann bot der Leiter eine Meditation an, in der wir der Frage nachgingen, was die Geräusche mit uns selber zu tun haben. Da kamen viele unangenehme Geschichten zu Tage. Danach störte der Husten niemanden mehr.
Die wichtigste Lektion für mich war, wenn ich jemand ausschließe, schließe ich mich selber aus. Wenn ich z.B. eine religiöse Gruppierung ausschließe, bin ich selber ausgeschlossen und kann meinerseits nichts mehr bewirken.

Herzlichst
August

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02.06.2021

Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott

Diese Weisheit wird häufig missverstanden und fehlinterpretiert. 
Manche deuten es so, dass man zuerst selber tun soll, was man kann. Wenn man dann ansteht, dann hilft einem Gott. Madame Curie stagnierte bei einem ihrer wichtigen Forschungsprojekte. Erst als sie nicht mehr weiter wusste, half ihr ein Traum (Botschaft der Anderwelt) die Lösung zu finden. Wenn man alle seine eigenen Möglichkeiten ausgeschöpft hat, dann kann man auf die Hilfe Gottes vertrauen.
Die wirkliche Deutung sagt, dass man Gott bei jedem Vorhaben dabei haben sollte. Dann gelingen ganz außergewöhnliche Dinge. Dh konkret, dass ich am Beginn jeder größeren oder kleineren Handlung Gott bitte, mit dabei zu sein. Ganz wesentlich ist die Bitte an Gott um Unterstützung und Hilfe.

Herzlichst
August

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26.05.2021

DNA

Vor kurzem habe ich entdeckt, dass ich Teile der DNA eines Menschen lesen kann. Das gesamte Erbgut, die DNA (desoxyribonucleic acid) eines Menschen, steckt in jeder menschlichen Zelle. Gebündelt ist dieses Erbgut innerhalb der Zelle (in den Chromosomen). Fast jede Zelle unseres Körpers trägt die Information für den Bau unseres gesamten Körpers in sich. Diese Erbinformation ist in der DNA im Zellkern gespeichert. Nur etwa 3 % unserer DNA sind auf das Körperliche bezogen. Der Rest hilft den Menschen zu überleben und zu leben. 
Waren die Vorfahren der Überzeugung, dass eine gewisse Verhaltensweise hilfreich für das Überleben ist, dann wurde diese Information in der DNA verankert, sodass die Nachkommen automatisch darüber verfügen können. Nicht immer sind diese gespeicherten Erfahrungen in der heutigen Zeit tatsächlich hilfreich. Die Umstände unter denen die Informationen gespeichert wurden, waren damals anders als heute. Jedenfalls geht es um das Bestreben, hilfreiche Erfahrungen an die Nachkommen weiterzugeben. Auch wir, unsere Generation speichert Erfahrungen ein, die unseren Nachkommen hilfreich sein sollten.  
Für mich ist es daher eine große Herausforderung, meine DNA der heutigen Zeit anzupassen, wenn sie nicht mehr lebensfördernd ist. Es ist mein derzeitiges Forschungsgebiet und Experimentierfeld. Ich möchte die Informationen, die von meinen Vorfahren gespeichert wurden, auf die Höhe der Zeit adaptieren. 

Herzlichst
August

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19.05.2021

Innere Schau

Die Fähigkeit meiner inneren Schau spricht viele meiner Klienten an und einige wünschen sich auch diese Gabe. Das war für mich der Anlass genauer hinzusehen. Ich erkannte, dass 80% der Teilnehmer an meinen Seminaren einen Zugang dazu haben. Warum also ist die innere Schau nicht weiter verbreitet? 
Eine wichtige Voraussetzung dafür ist, dass man wirklich viel Mut dazu braucht. Denn man weiß nicht, was man zu sehen bekommt. Man muss das, was einem gezeigt wird, in der Seele verkraften können. Vor allem muss man in der Lage sein, die innere und äußere Realität sehen zu können. So wächst diese Gabe im Laufe der Zeit, in der man selber stärker wird. Und man muss stärker werden, um das Gesehene zu verkraften und einordnen zu können.
ZB: Ich sah 20.000 nackte, tote Kinderleiber in Hartheim (dort wurden während der NS-Zeit behinderte Kinder „betreut“). Ich sehe auch das tiefe Elend, in dem viele Menschen gerne verharren. Es braucht wahrhaft Mut, die Wahrheit sehen zu können, die sich einem zeigt. 
Für meine innere Schau war eine wesentliche Voraussetzung die Entscheidung, ein wahrhaftes Leben zu führen. Wahrhaftig zu sein, in der Wahrheit zu sein, die Wahrheit zu sein. Ich habe diese Entscheidung Anfang der 90er Jahre in Zürich getroffen und dies war der Startschuss und Beginn eines langen persönlichen Prozesses.

Herzlichst
August

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12.05.2021

Leben

Ich fragte Gott: „Was ist das Leben?“ Eine Energie die von ihm (Gott) ausgeht, sagte er. „Was bewirkt sie?“ Die Antwort war, sie kann schaffen und gestalten. 
Daher möchte ich offen sein für das Leben, das sich ja nie wiederholt. Denn Leben ist Zeichnen ohne Radiergummi. Auch das Bekannteste sollte und wird bei entsprechender Sensibilität, erscheinen wie erstmalig.
Durch mein JA zum Leben strahle ich Kraft aus. Es ist ein JA zu allem, was gerade ist, denn es ist in diesem Moment unveränderbar.
Wir alle müssen das Leben meistern. Aber die einzige Art, es zu meistern, besteht darin, es zu lieben. (Georges Bernanos)
Der Hl. Bonaventura empfiehlt uns, in drei Büchern (Bücher des Lebens) zu lesen.
Im Buch der Schöpfung: Auf allen Seiten dieses Bilderbuches sehen wir die Wunderwerke Gottes. 
In den heiligen Büchern, der Bibel, dem Koran, der Thora, usf.
Im Buch des Lebens: Im Tagebuch des eigenen Lebens können wir Spuren Gottes entdecken.

Herzlichst
August

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05.05.2021

Die FĂĽlle des Lebens

Ich trug die Botschaft in mir: Das Leben ist schwer! Ich lernte mühsam, dass das Leben leicht ist. Und dass ich mir überall helfen lassen kann, damit es leicht wird. Allerdings hat man dann mit dem Neid der Menschen zu rechnen. 
Jetzt weiß ich: Das Leben liefert mir Fülle. Ich darf aus der Fülle wählen, wählerisch sein. Die Fülle birgt in sich, dass ich wählerisch sein darf. Es ist immer mehr als genug da. Das Leben ist wie ein Restaurantbesuch und die Bestellung des Essens. Manche müssen das nehmen, was ihnen vorgesetzt wird, falls ihnen überhaupt etwas vorgesetzt wird. Andere haben eine kleine Karte und andere sitzen in einem Spitzenrestaurant. Manche dürfen sich sogar etwas wünschen, was gar nicht auf der Karte steht. 
Am Ende meines Lebens möchte ich so gelebt haben, dass ich es mit Dankbarkeit demjenigen zurückgebe, der es mir geschenkt hat. Ich möchte nicht nur auf die Länge meines Lebens achten, sondern auf seine Tiefe.

Herzlichst
August