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August Höglinger »
Blog Einsichten

In diesem Blog findest du Geschichten aus und vom Leben. Aus einer sichtbaren und unsichtbaren Welt. Ich möchte dich teilhaben lassen an meinen Erkenntnissen, DenkanstĂ¶ĂŸen, Inspirationen, Erfahrungen, Ideen und neuen PlĂ€nen.
Dieser Blog ist vor allem fĂŒr Absolventinnen und Absolventen meiner Seminare und LehrgĂ€nge eingerichtet, denn mit Ihnen verbindet mich eine tiefe Herzensbeziehung und ein StĂŒck gemeinsamen Weges.

NatĂŒrlich sind alle Besucherinnen und Besucher herzlich willkommen.
In diesem Sinne freue ich mich und wĂŒnsche allen tiefe Einsichten.

Herzlichst
August

Archiveinträge




12.05.2021

Leben

Ich fragte Gott: „Was ist das Leben?“ Eine Energie die von ihm (Gott) ausgeht, sagte er. „Was bewirkt sie?“ Die Antwort war, sie kann schaffen und gestalten. 
Daher möchte ich offen sein für das Leben, das sich ja nie wiederholt. Denn Leben ist Zeichnen ohne Radiergummi. Auch das Bekannteste sollte und wird bei entsprechender Sensibilität, erscheinen wie erstmalig.
Durch mein JA zum Leben strahle ich Kraft aus. Es ist ein JA zu allem, was gerade ist, denn es ist in diesem Moment unveränderbar.
Wir alle müssen das Leben meistern. Aber die einzige Art, es zu meistern, besteht darin, es zu lieben. (Georges Bernanos)
Der Hl. Bonaventura empfiehlt uns, in drei Büchern (Bücher des Lebens) zu lesen.
Im Buch der Schöpfung: Auf allen Seiten dieses Bilderbuches sehen wir die Wunderwerke Gottes. 
In den heiligen Büchern, der Bibel, dem Koran, der Thora, usf.
Im Buch des Lebens: Im Tagebuch des eigenen Lebens können wir Spuren Gottes entdecken.

Herzlichst
August

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05.05.2021

Die FĂŒlle des Lebens

Ich trug die Botschaft in mir: Das Leben ist schwer! Ich lernte mühsam, dass das Leben leicht ist. Und dass ich mir überall helfen lassen kann, damit es leicht wird. Allerdings hat man dann mit dem Neid der Menschen zu rechnen. 
Jetzt weiß ich: Das Leben liefert mir Fülle. Ich darf aus der Fülle wählen, wählerisch sein. Die Fülle birgt in sich, dass ich wählerisch sein darf. Es ist immer mehr als genug da. Das Leben ist wie ein Restaurantbesuch und die Bestellung des Essens. Manche müssen das nehmen, was ihnen vorgesetzt wird, falls ihnen überhaupt etwas vorgesetzt wird. Andere haben eine kleine Karte und andere sitzen in einem Spitzenrestaurant. Manche dürfen sich sogar etwas wünschen, was gar nicht auf der Karte steht. 
Am Ende meines Lebens möchte ich so gelebt haben, dass ich es mit Dankbarkeit demjenigen zurückgebe, der es mir geschenkt hat. Ich möchte nicht nur auf die Länge meines Lebens achten, sondern auf seine Tiefe.

Herzlichst
August

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28.04.2021

Über das Leben

Nach Franz von Sales gibt es drei Leben:
Das geistliche Leben, das in der Gnade Gottes besteht. Das Getrenntsein von Gott nimmt uns dieses Leben.
Das körperliche Leben, das seinen Sitz in der Seele hat. Der Tod nimmt uns dieses Leben.
Das gesellschaftliche Leben, das im guten Ruf besteht. Die üble Nachrede nimmt uns dieses Leben.
In der ersten Lebenshälfte lernen wir die Anpassung, die Sozialisierung, den Aufbau des ICHs, die Position in der Gesellschaft und mit der Welt zurande zu kommen.
In der zweiten Lebenshälfte sind die Bewusstheit des Menschen, Ausreifung und Ganzwerdung der Persönlichkeit, bewusste Selbstfindung und spirituelle Fragen dran.
Den Sinn erhält das Leben einzig durch die Liebe. Das heißt: Je mehr wir zu lieben und uns hinzugeben fähig sind, desto sinnvoller wird unser Leben. (Hermann Hesse)

Herzlichst
August

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21.04.2021

Ausculta

Höre und du wirst leben. (Hl. Benedikt)
Das Wort ausculta bedeutet im weitesten Sinne: mit allen Sinnen wahrnehmen. Das heißt wir müssen lernen, auf unseren Körper zu hören, auf unsere Seele, auf wohlmeinende Menschen, auf das Leben und Gott. 
Zum Hören gehört auch das Aufhören, das Beenden von Etwas (z.B. Seminar, Hobby, Schule, Job, Freundschaft, Beziehung). Beim Aufhören hören wir noch einmal in uns hinein und wir bitten, dass es gut weiter geht. 
Das Hören beinhaltet auch das Wort „gehört“, damit ist jeder immaterielle und materielle Besitz gemeint. Dh alles, was mir gehört und zu mir gehört. Auch der Aspekt des „jemanden gehören“ ist ein dazugehörender. Dazugehören, damit einem zugehört wird. Jemand anzugehören kann ein ganz starkes Gefühl sein und hat nichts damit zu tun, ob man wirklich Angehöriger ist.

Herzlichst
August

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14.04.2021

Paradies oder das Reich Gottes

Meine Schuhstrecker machen mir heute etwas über mich selbst bewusst. Sie sind aus dem besten Holz, das man zur Trocknung und Pflege von Schuhen verwenden kann und eine geniale Konstruktion. Es gab eine Zeit, da trug ich Anzüge aus den feinsten Stoffen, maßgeschneiderte Hemden und Schuhe und seidene Unterwäsche. Ich lebte in Klöstern und Schlössern, verbrachte meinen Urlaub in schönen Vier- und Fünfsterne-Häusern und an den schönsten Stränden, aß in den besten Restaurants. 
Ich dachte, das ist das Paradies. Und irrte mich. Das Paradies fand ich in meinem Inneren, als ich begann dem Willen Gottes zu folgen. 
Jetzt brauche ich nur mehr ganz wenig und bin innerlich ein ganz ganz glücklicher Mensch, der ein unendlich erfülltes Leben leben darf, weil es von Gott erfüllt ist und damit voller Leben. Und ich weiß, dass ich hier auf Erden auf der Durchreise bin.
Ich habe im ersten Teil meines Lebens das äußere Leben, das Leben in der Welt perfekt gelernt. Da konnte ich fast alles und traute mir auch fast alles zu.
Heute weiß ich, dass das innere Leben genauso wichtig ist, wie das äußere. Und dass das innere Leben zum Glücklichsein entscheidend beiträgt. Wenn das äußere Leben nervt, weil ich es nicht kann, habe ich auch im Inneren keinen Frieden. Deshalb bin ich so froh, dass mir Gott beide Leben schenkte und zwar in vollendeter Form. 

Herzlichst
August

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07.04.2021

Kalibrierung

Kalibrierung, damit meine ich, wie und wonach ich mich im Leben ausrichte. Manche Menschen brauchen dazu Andere als Vorbild, alleine sind sie verwirrt. Sie hören und sehen zu, wie andere Menschen leben und schauen sich davon etwas ab. Das bedeutet für sie vor allem: Wer so lebt wie ich, bestätigt mich.
Andere Menschen wiederum brauchen niemand von außen, sondern kalibrieren sich (richten sich nach ihrem eigenen Maß aus), wenn sie allein sind zB durch Reflektion. Für sie trifft das Gegenteil zu. Wenn sie unter anderen Menschen sind, verwirren die Lebensmodelle der anderen nur, weil sie für sie völlig unbrauchbar sind.
Viele junge Menschen lernen mit Hilfe der Kalibrierung, in diesem Fall durch Abschauen und Nachahmen, wie das Leben vielleicht gehen könnte. 
Die eine Form der Kalibrierung bedeutet, dass ich mich vergleiche, die zweite Form ist die, bei der ich mich nicht vergleiche, sondern auf mich höre. Beide haben Vorteile, jeder sollte die für ihn geeignete Art finden.

Herzlichst
August

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31.03.2021

Äußeres und inneres Leben

Die meisten Menschen sind im Äußeren zuhause, aber sie sind nicht bei sich selbst im Inneren. Wenn Menschen bei der Gestaltung des äußeren Lebens an eine Grenze stoßen, wo es nicht mehr sinnvoll verbesserbar ist, stellt sich eine Leere ein. Und dann beginnt der Mensch im besten Fall zu suchen. Im schlechtesten Fall vermehrt er seinen äußeren Reichtum. 
Es kann aber auch sein, dass er dann das innere Leben sucht: Er sucht Gott, er sucht die Liebe, die Zufriedenheit, er sucht das Glück. Und er vergisst oder verdrängt, dass es eine Schattenseite gibt: Das Unglück, die Unzufriedenheit, dem man sich ebenfalls stellen muss. 
Wenn man das innere Leben sucht, muss man das äußere Leben reduzieren, daher ist Verzicht eine wichtige Komponente. Es sind Wüstentage, Klostertage, Rückzug, Einkehr, Exerzitien, Fasten, Schweigen, Meditation, Gebet, Pilgern, usf. angesagt. Das äußere Leben verliert an Bedeutung.
Gelegentlich erscheinen diese Voraussetzungen für ein gelingendes inneres Leben als zu anstrengend und doch nicht so erstrebenswert und ein Verbleiben im äußeren Leben ist die Folge.

Herzlichst
August

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24.03.2021

Gottsucher

In vielen Menschen, die nach Gott suchen, herrscht der Gedanke vor: Ich muss mir die Liebe Gottes durch Wohlverhalten verdienen. Ich muss zuerst viel beten und Gutes tun, damit Gott mich danach liebt. Das steht oft in Zusammenhang mit einer veralteten, kindlichen Prägung, da dieses Gottesbild häufig als Erziehungsmethode verwendet wurde. 
Stattdessen ist es so, dass wir uns in die liebenden Arme Gottes werfen können. Und gemeinsam mit ihm, können wir alles tun, was zu tun ist. Der Traum einer Klientin bildet diese Tatsache exakt ab. Sie sieht Gott auf der anderen Seite der Straße und möchte zu ihm gelangen. Sie glaubt, sie muss nun alle Laubblätter, die auf der Straße liegen, wegräumen, damit sie auf die Seite Gottes wechseln kann. Besser wäre es, zu Gott auf die andere Straßenseite zu laufen und erst später alles aufzuräumen, wenn es überhaupt noch notwendig sein sollte. Meist genügt ein Windstoß Gottes, um alle Blätter hinwegzufegen. Durch das Wegräumenwollen baut sich eine Mauer zwischen Gott und dem Menschen auf. Und das Gegenteil wird erreicht. Durch dieses Beschäftigtsein verliere ich Gott aus den Augen.

Herzlichst
August

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17.03.2021

Liebevoll - Lieblos

Ich entdecke ein Gesetz: Im Liebevollen liegt etwas Liebloses und im Lieblosen etwas Liebevolles. Dazu ein Beispiel: Lieblos ist, wenn ich zu viel esse und trinke und dadurch meinen Organismus belaste. Gleichzeitig finde ich es aber liebevoll zu mir, wenn ich gelegentlich das Essen und auch das Trinken von Alkohol in größerer Menge genieße. 
Lieblos ist es, wenn ich die Bedürfnisse der anderen über meine eigenen stelle oder umgekehrt meine Bedürfnisse über die der anderen. Ich versuche sie gleichwertig zu sehen. Ich finde es aber auch liebevoll, wenn ich das eine oder andere Mal meine Bedürfnisse zugunsten eines anderen zurück stelle oder wenn ich mich selber manchmal in die erste Reihe stelle und es genieße, bevorzugt behandelt zu werden.
Lieblos ist es, wenn ich meine Körperpflege nur mechanistisch mache. Manchmal wäre es liebevoll zu mir, wenn ich auf meine Körperpflege verzichten würde, statt sie mechanistisch abzuwickeln.

Herzlichst
August

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10.03.2021

Somatisierte Beschwerden

In den letzten Jahren kommt es immer öfter vor, dass mir Ärzte Patienten vermitteln, die physisch völlig gesund sind, aber dennoch von Schmerzen bzw. Unwohlsein geplagt sind. In der Arbeit mit diesen Menschen wurde mir bewusst, dass wir diese Symptome und Signale als wertvolle Kompetenzen sehen sollten. 
Diese Symptome treten auf, wenn sich auf unwillkürlicher Ebene Bedürfnisse melden, bei denen man einen Mangel erlebt. Dabei handelt es sich häufig um emotionale Bedürfnisse, wie Sehnsucht nach Liebe, Wertschätzung, Anerkennung uä, es können aber auch Erfahrungen von Lieblosigkeit, Demütigung, Geringschätzung uä sein. Die Symptome übersetzen als „Botschafter“ die unbefriedigten Bedürfnisse.
Die hypnotherapeutische Erklärung von Symptomen und Problemen ist: Sie sind Ausdruck feindseliger Prozesse zwischen Bewusstsein und Unwillkürlichem. Das bedeutet, das Bewusstsein wehrt sich gegen die Bewusstwerdung des Mangels, weil dieses in der Regel mit einem tiefen Schmerz verbunden ist. 
Werden die Symptome trotz früherer Interventionen aufrechterhalten, haben sie mit der Gegenwart, evtl. mit der aktuellen Situation zu tun.

Herzlichst
August

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03.03.2021

Der Weg

Wenn der Zugang zu Gott blockiert ist, dann ist auch der Weg blockiert. Ist der Zugang zum eigenen Herzen blockiert, dann ist auch der eigene Weg blockiert. Insoweit stimmt es völlig, dass man sich selbst im Wege steht. 
Wann ist der Zugang zu Gott blockiert?
Wenn sich im Leben etwas ereignet, was nicht unseren Vorstellungen entspricht, egal ob im Großen oder Kleinen. Dann konzentrieren wir uns darauf, diese unliebsame Situation oder Lage zu verändern. Oft bitten wir darum, dass es anders wird, nämlich so, wie wir es uns wünschen.
Dabei würde es unendlich viel weniger Energie kosten, die Lage so anzunehmen, wie sie ist. Es ist im Sinne Gottes und dient dem Leben, wenn ich erkenne, dass es darum geht. ALLES anzunehmen was ist. Daraus erwächst sogar Kraft und Energie, die ich für mein Leben benötige.

Herzlichst
August

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24.02.2021

Frage und Antwort

Im Zuge meiner Arbeit als Coach wurde mir eines Tages bewusst, dass ich zu sehr darauf konzentriert bin, Antworten zu finden. Wenn mich jemand etwas fragt, dann denke ich unbewusst daran, wie ich die Frage beantworten kann. Manchmal konzentriere ich mich darauf, welche Antwort die Frage in mir entstehen lässt.
Es geht aber sehr häufig darum, auf die Frage zu hören. In der Frage ist meist die wirkliche Not zu erkennen. Und die sollte ich hören. Ich höre darauf, was wirklich hinter der Frage steckt, welche Angst, Sorge, Not oder Unsicherheit. Habe ich erkannt, worum es wirklich geht, zeigt sich die Antwort.

Herzlichst
August

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17.02.2021

Aufstellungen

Ich mache seit Jahrzehnten Aufstellungen und habe diese im Laufe der Jahre aufgrund meiner Erkenntnisse weiter entwickelt. Nunmehr gibt es eine neue Entwicklungsstufe meiner Aufstellungen. Ich befasse mich mit der Geschichte des Menschen, der aufstellt. Im Wort Geschichte steckt das Wort Schichten. Ich gehe daher gemäß der Schichten vor, die es in der Seele und im Unbewussten gibt. Die jeweils nächste Schicht wird erst dann sichtbar, wenn die vorhergehende abgetragen ist. Dabei geht es in immer tiefere Bewusstseinsschichten, die sonst nur in der Hypnotherapie mit Hilfe von Tranceinduktionen erreichbar sind. 
Ein Freund hat den Begriff „rekursive Aufstellungen“ dafür kreiert, weil es immer weiter und weiter in die Lebensgeschichte eingeht. Ich mache dieselbe Aufstellung mehrere Male, um dabei in tiefere Schichten des Bewusstseins vorzudringen. In manchen Fällen bis zum tiefsten Punkt einer aktuellen Not.

Herzlichst
August

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10.02.2021

Suche nach Gott

Die Suche nach Gott ist die Suche nach Leben.
Die Suche nach Leben ist die Suche nach Liebe.
Die Suche nach Liebe ist die Suche nach Gott. 
Hier schließt sich der Kreis. Eines ohne das andere ist im spirituellen Sinn nicht denkbar.
Daher sind diese drei Themen meine Forschungsaufgaben: Gott, Leben, Liebe. Hier sehe ich meine Arbeit. Meine Aufgabe ist es, Menschen zu sich und damit zu Gott zu begleiten, dadurch öffnen sie sich dem Leben und der Liebe. 
Ich umkreise und suche in jedem Menschen Stellen, wo in ihm Leblosigkeit und Lieblosigkeit ist. Ich strebe danach, diese Stellen lebendig zu machen. Sehr oft sind damit die Lösung einer Lähmung und die Aufdeckung und das Zulassen eines Schmerzes notwendig, damit an dieser Stelle wieder neues Leben einziehen kann. Leben und Liebe ohne Schmerz sind nicht möglich.

Herzlichst
August

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03.02.2021

Verzeihen

Verzeihen kommt aus dem Wortstamm „Verzichten“. Ich verzichte auf die mir zustehende Rache und Wiedergutmachung. Die Herausforderung ist, dass wir unseren tiefsten Verletzungen Sinn geben. Aus dem Mist Dünger machen, also daraus etwas für unser Leben lernen. 
Stufen des Verzeihens
Anhören: Welche Verletzungen sind vorgekommen? Welche Erlebnisse haben mich zu diesen Verletzungen geführt? Das Ziel ist die innere Erlebnisermittlung. Angst vor der Fremdbestimmung ansprechen.
Verständnis: Verständnis gewinnen, verstehen heißt sich einfühlen und mitfühlen können.
Verzeihen und versöhnen: Nachtragend sein belastet mich. Viel Versöhnungsarbeit mit mir selbst ist nötig, wenn Vater und Mutter sehr unterschiedlich waren. Die Frage ist: Wo waren die Eltern am unterschiedlichsten? Denn dort haben wir in uns einen Konflikt.
Wiedergutmachung: Wiedergutmachung ist ein Gemeinschaftsprojekt, es braucht alle Betroffenen. Verzeihen hilft, den Verlust der Seele zu stoppen. Es geht darum, um Verzeihung zu bitten für die eigenen Fehler (es fehlt mir etwas). 75% der Konflikte in Paarbeziehungen sind eigene Unzufriedenheiten.

Herzlichst
August

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27.01.2021

Vergeben

Vergeben ist ein Element des Schuldausgleichs. Um Vergangenes vergeben zu können, muss ich mir aller Schmerzen und Wunden bewusst werden. Ich muss sie anerkennen – erst dann kann ich sie vergeben.
Vergeben hat man und kann man, wenn man dankbar ist und sein kann für das, was geschehen ist. Wer nicht vergeben kann, der kann auch nicht lieben. (Martin Luther King jr.) Für mich heißt das auch, wenn ich jemanden nicht vergebe, dann vergibt auch Gott mir nicht.
Ich sehe innerlich jemand mit einem Schild gehen. Vorne steht „Schuld“ drauf und hinten das Wort „Vergebung“. Normalerweise ist das Schild umgedreht und man sieht seine eigene Schuld. Erst nach Anerkenntnis der eigenen Schuld/des eigenen Anteils ist es möglich, zu erkennen, dass ALLES so gewollt war.

Herzlichst
August

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20.01.2021

Vergebung - Versöhnung

Vergebung kann in mehreren Schichten erfolgen, dazu die Geschichte mit der räudigen Katze. Das Wort Geschichte deutet darauf hin, dass es um mehrere Schichten geht.
In meiner Kindheit hatten wir eine räudige Katze. Sie hatte keine Haare mehr und sah auch leidend aus. Daher sagte mein Stiefvater, wir sollten sie fangen, damit er sie gnadenhalber erschlagen kann. Die Katze spürte das und ließ sich von niemandem fangen. Nur zu mir hatte sie Vertrauen. Ich durfte sie einfangen. Als ich sie meinem Stiefvater übergab, blickte sie mich mit dunklen, traurigen und enttäuschten Augen an. Diesen Blick brachte ich fast 40 Jahre lang nicht weg. Ich hatte ihr Vertrauen missbraucht und sie an den Henker ausgeliefert. Meine Schwester und ich machten ihr im Wald ein schönes Grab mit Kreuz und schönstem Grabschmuck.
Der dunkle Blick aus den Augen der Katze tauchte als Bild in einer Meditation auf. Als ich mir Jahrzehnte später zu vergeben begann, geschah dies in mehreren Schritten. Der erste Schritt war, dass ich mir vergab, ihr Vertrauen missbraucht zu haben. Ich schwor mir aktiv zu vergeben, dh nie mehr das Vertrauen eines Menschen/Lebewesen zu missbrauchen. Das kommt mir heute in der Beratung sehr zugute. 
Als zweites habe ich mir vergeben, dass ich auf die Stimme einer Autorität gehört habe, die das Leben der Katze als nicht mehr lebenswert betrachtete. Das erinnerte mich an die Geisteshaltung der Nazis, die diese Einstellung gegenüber „nicht lebenswertem Leben“ pflegten. Ich fühlte mich nicht anders als die Nazis.
Als drittes habe ich mir vergeben, dass ich das Leben einer Katze dafür opferte, damit ich gut dastand. Ich war als Kind eher schwächlich und konnte auf diese Art beweisen, dass ich etwas kann, was in der Familie sonst niemand konnte. Nämlich das Vertrauen eines Lebewesens zu erlangen.

Herzlichst
August

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13.01.2021

Stufen der Traumabearbeitung

Da ist zum einen das Gespräch, die soziale Interaktion mit einer anderen Person, also der Ausdruck in Sprache und Körpersprache. Zum zweiten kommen die Instinkte des Menschen zum Tragen, dabei geht es um Flucht oder Angriff, die sich in Form von Schütteln und Zittern zeigen. Zum dritten können bei einem echten Trauma die Körperreaktionen gedrosselt sein. Diese Erstarrung hilft für den Moment die Situation emotional zu überstehen.
Es gibt auch Trauma-Bewusstsein, das heißt, dass man Schreckliches sehen und hören kann, ohne es sofort lösen zu wollen und zeitgleich daran arbeitet, dass sich die Zerstörung nicht wiederholt. Eigentlich heißt es, dass man darauf achtet, dass sich keine weitere Retraumatisierung einstellt und keine sekundäre Traumatisierung. 
Sekundäre Traumatisierung nennt man die Traumen, die bei der Arbeit mit Traumatisierten für den Helfer entstehen können. 
Dies können sein Mitgefühlserschöpfung und Mitgefühlsstress. Diese Traumatisierung entsteht durch das Anhören der Berichte über traumatische Ereignisse. Dadurch können die gleichen Symptome wie bei einer Traumatisierung auftreten und diese sind:
Übererregung und Angstzustände, Vermeidung (von Situationen, Zusammentreffen, uä.) und Entfremdung durch soziale und emotionale Distanz. Intrusion, also Erstarrung und damit verbunden eine Handlungsunfähigkeit, bzw. das Wiedererleben einer traumatischen Situation. Eine sekundäre Traumatisierung kann auch ausgelöst werden bei der Dissoziation (Abspaltung) von Traumamaterial. Weiters können emotionale Taubheit und eine veränderte Zeitwahrnehmung auftreten.
Ein Beispiel: Bei der Anleitung einer Seminargruppe durch eine Person, reagierten die Teilnehmer auf die Überforderung in der Pause damit, dass sie doppelte Schnäpse tranken. Die anleitende Person war (trockener) Alkoholiker.

Herzlichst
August

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06.01.2021

Traumabearbeitung

Trauma ist eine lebensrettende Art und Weise, bedrohliche Störungen zu verarbeiten. Ein Trauma ist dann verarbeitet, wenn es in ein Werkzeug umgewandelt wurde, das zur Bewältigung des Lebens hilfreich ist. 
Schritte bei der Traumabearbeitung:
Der erste Schritt zur Traumabewältigung ist die Stabilisierung der Person. Dazu ist Hilfe von außen nötig, damit sich das Gefühl von Geschütztsein wieder einstellen kann. Als nächstes ist es wichtig, inneren Abstand zu dem traumatisierenden Ereignis zu finden. Erst dann kann man den nächsten Schritt gehen, nämlich sich den traumatisierenden Erinnerungen zu stellen. Danach gilt es, um das Verlorene zu trauern und die gesamte Erfahrung in seine Persönlichkeit zu integrieren. Bei all diesen Schritten benötigt man in den allermeisten Fällen therapeutische Unterstützung.
Werden eigene Traumata nicht bearbeitet, so werden sie in der sogenannten seelischen Gruft gespeichert. Wenn Eltern oder Großeltern ein bedeutendes Trauma (z.B. Krieg) erlebt haben, das nicht verarbeitet wurde, dann wissen die Kinder/Enkel tief in ihrem Inneren etwas über dieses Trauma. Wir kennen in biologischer Hinsicht die emotionale Geschichte der Großeltern. Diese nicht bewältigten Traumata der Vorfahren bezeichnet man als seelisches Phantom.

Herzlichst
August

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30.12.2020

Trauma

Trauma ist das griechische Wort für „Wunde“. Traumata sind Ereignisse, welche die seelischen Verarbeitungsmöglichkeiten eines Menschen überfordern. Also alles, was zu schnell, zu viel, zu heftig, völlig unvorbereitet und unangekündigt von einer Sekunde auf die andere über uns hereinbricht. Somit alles, was den Organismus und unsere emotionale Kapazität überfordert. Solche Erlebnisse werden abgespalten, um zu überleben.
Ein Trauma entsteht, wenn man sich schutzlos, hilflos und ausgeliefert fühlt. Wenn durch ein Ereignis (z. B. Terroranschlag) das Gefühl von Schutz und Sicherheit innerhalb eines Moments verloren geht, ohne zu wissen, wie lange die bedrohliche Situation dauert, bzw. woher die Gefahr genau kommt.
Beim Trauma handelt es sich also um eine - auch fortdauernde – Überforderungssituation, auf die mit existentiellen Ohnmachtserfahrungen reagiert wird. Es gibt Forschungen über Beginn und Verlauf von Traumata, jedoch kaum etwas darüber, wann diese Prozesse zu Ende sind. Ich erinnere mich an einen Klienten, der nach einem schweren Krebs „Gefahr vorbei“ zu seiner Frau sagte.
Menschen mit bewältigtem Trauma sind stärker als Menschen ohne diese Erfahrung. Sie müssen besondere Kompetenzen haben, bzw. entwickeln, damit sie es schaffen ein Trauma zu verarbeiten. Daraus resultiert eine Überlebenskompetenz – je größer das Trauma, umso größer die Überlebenskompetenz.

Herzlichst
August