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August Höglinger »
Blog Einsichten

In diesem Blog findest du Geschichten aus und vom Leben. Aus einer sichtbaren und unsichtbaren Welt. Ich möchte dich teilhaben lassen an meinen Erkenntnissen, Denkanstößen, Inspirationen, Erfahrungen, Ideen und neuen Plänen.
Dieser Blog ist vor allem für Absolventinnen und Absolventen meiner Seminare und Lehrgänge eingerichtet, denn mit Ihnen verbindet mich eine tiefe Herzensbeziehung und ein Stück gemeinsamen Weges.

Natürlich sind alle Besucherinnen und Besucher herzlich willkommen.
In diesem Sinne freue ich mich und wünsche allen tiefe Einsichten.

Herzlichst
August

Archiveinträge




27.05.2020

Mit Gott sprechen, auf Gott hören

„Gott redete mit Mose von Angesicht zu Angesicht, wie jemand mit seinem Freunde spricht.“ (Exodus 33,11) Diese Stelle trifft gleichermaßen auf mich zu. Ich rede mit Gott seit Jahren genauso, wie es Mose getan hat.
Ich weiß von Menschen, mit denen spricht Gott über die Gefühle. Wenn sie ein gutes Gefühl haben, dann handeln sie im Einklang mit Gott. Bei einem neutralen oder negativen Gefühl ist eine Adaption des Vorhabens oder ein Verzicht auf das Vorhaben notwendig. 
Mit vielen Menschen spricht Gott durch ihre Ängste. Die Angst ist eine Form der Botschaft Gottes. Sie weist darauf hin, wo noch nicht im Sinne Gottes gelebt wird. Es kann auch ein Gefühl der Überforderung auftreten, wenn man etwas macht, was man aus Gottes Sicht nicht machen sollte.
Zum einen ist es wichtig, zu erkennen, wie Gott mit mir spricht, zum anderen gilt es, auf ihn zu hören. Wenn ich auf Gott hören will, braucht es Selbstvertrauen, damit ich sicher weiß, dass ich Gott höre und nicht mich selber. Eine Klientin gab vor, alles zu tun, was Gott von ihr wolle. Ich sah die Oropax in ihren Ohren. Schwierig ist es auch auf Gott zu hören, bzw. ihn zu fragen, wenn man sich vor seiner Antwort fürchtet. 
Es ist auch nicht möglich vorbeugend auf Gott zu hören, man muss es jetzt (in dem Augenblick, in dem es erforderlich ist) tun. 
Wenn wir auf Gott hören, werden wir auch seiner Erhörung würdig.

Herzlichst
August

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20.05.2020

Das Göttliche in uns

In welcher Weise meldet sich das Göttliche in uns?
Zum Einen, als Drang – es drängt etwas in uns. Aber auch als Sehnsucht – die Sehnsucht nach dem Geheimen in uns. Es gilt das Tor zu finden zu diesem Geheimnis. Es zeigt sich auch als Verheißung, dies ist das Gefühl, uns ist etwas versprochen. Zuletzt auch als Auftrag und zwar als Auftrag ich selbst zu werden.
Manipulierbar bin ich dort, wo ich einseitig eingestellt bin. Und solange ich einen eigenen Willen habe, besteht auch die Gefahr zu manipulieren, d.h. einzugreifen in das Werk Gottes.
In der Begleitung kam ich an eine Stelle, wo die Entscheidung zu treffen war, ob jemand weiter geht. Geht man weiter, dann kann man nichts mehr aus sich selbst heraus machen. Man ist zur Gänze von anderen bzw. von Gott abhängig. Zur Gänze!
Eine ältere Klientin beschwert sich, dass immer wieder Männer Macht auf sie ausüben. Ich entdecke, dass sie keinen eigenen Willen hat. Sie lebt immer schon nach dem „dein Wille geschehe“. Das beschert ihr ein hohes spirituelles Alter.
Bei einer anderen Klientin sehe ich etwas Ähnliches. Sie besitzt die perfekte Dienstleistungsgesinnung. Diese Menschen haben ein ungeheures Talent, die Bedürfnisse anderer Menschen zu erspüren. Die eigenen Bedürfnisse sind ihnen jedoch kaum zugänglich. Es ist im Sinne Gottes, auch dafür ein Gespür zu entwickeln.

Herzlichst
August

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17.05.2020

Liebe taut auf

Die Liebe eines Babys taut im Herzen der Mutter alte, eingefrorene, unangenehme Emotionen auf. Ich entdeckte diesen Zusammenhang bei einer jungen Mutter, die schon viel an sich selbst gearbeitet hatte. Während der Schwangerschaft tauchten bei der Mutter eine Unzahl an Erinnerungen an alte unaufgelöste Geschichten auf. Angestoßen wurde dieser Prozess durch die intensive Liebe des Babys, das eine ganz starke und warme Liebesenergie hatte. Dasselbe kann in einer Partnerschaft oder Freundschaft geschehen. Die starke Liebe kann in intensiven Momenten der Beziehung bei einer oder beiden Personen alte eingefrorene oder verdrängte Emotionen (Verletzungen, Kränkungen, uä.) aufwecken. Das kann dazu führen, dass während eines warmen und offenen Gesprächs plötzlich etwas Altes auftaucht. Früher dachte ich, dass ich unfähig für ein gutes Gespräch bin, wenn so eine unerwartete Situation auftrat. Heute bin ich dankbar dafür, dass das Alte auftaucht und endgültig entsorgt werden kann.

Herzlichst
August

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13.05.2020

Deine Liebe geschehe

Statt „dein Wille geschehe“ sage ich für mich „deine Liebe geschehe“, denn die Liebe zeigt mir, wenn ich im Sinne Gottes handle.
Sein größter Wille ist es, das ich/wir an ihn denke(n) und auf ihn höre(n). Bereits Ersteres ist für viele Menschen kaum realisierbar, Zweiteres  nahezu unvorstellbar.
Dazu bedarf es der Entwicklung der Herzensqualität und der Spiritualität. Dazu ein Beispiel: Damit ein transparentes Kunstwerk entsteht, muss sich der Schaffende so weit zurück nehmen, dass ES dem Schöpferischen in ihm freie Bahn gibt. Dies ist auf alle Lebensvollzüge umlegbar.
Woran kann man erkennen, dass etwas von Gott kommt?
Es kommt aus tiefstem Herzen. Es ist mit Schmerz verbunden (der Hl. Martin erkannte den Widersacher daran, dass dieser den Schmerz vermied). Beim Vermeiden stelle ich mich auch dem Willen Gottes entgegen.
Das eigene Wollen ist es, das im Weg steht. Ich spürte in mir, dass ich noch mehr wirken wollte. Da wirkte noch mein Wille mit, neu ist die Formulierung: Ich bin bereit, wenn es für mich vorgesehen ist. Das Wissen um die Vorsehung macht in dem Maße frei, indem es ein inneres Wissen wird. Das ist ein Prozess, bei dem es mehr und mehr innerlich wird.
Erst wenn mein Herz ganz rein ist, ist mein Wille ausgelöscht. Gottes Willen zu tun ist Treue.

Herzlichst
August

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06.05.2020

Vacare deo

Vacare deo bedeutet – frei sein für Gott – für den Willen Gottes. Das heißt für Gott Raum lassen, damit er wirken kann. Das ist das Grundmotto jeder spirituellen Ausbildung und Aktivität. Dazu muss ich viel ablegen, um leer zu werden für Gott. So leer, dass ich Gott sprechen höre, sei es im Wort Gottes, in einem Ereignis oder in der Stimme oder Tat eines anderen Menschen.
Gott erhält in dem Maße Raum, in dem ich mein Ego zurück nehmen kann. Das beinhaltet aber auch, dass Gott sich für seine Zwecke meines Egos bedient.
Auf Gott zu hören, heißt die innere Stimme, die innere Schau zu kultivieren und zu schulen. Aber auch, die externen Wegweiser zu sehen, zu erkennen und zu verstehen, sie lesen zu können.
Gott kann im Herzen nur dann anstecken, wenn ich ihm auf gleicher Herzenshöhe begegne. Dann verändert sich die Realität. Sie ist völlig neu und nichts kann mich mehr erschüttern.
„Mein Wille“ geht nach unten und „dein Wille geschehe“ nach oben. Bekenne ich mich zu deine Wille geschehe, bedeutet dies den absoluten Kontrollverlust und ich bin in einem hohen Maß mit der Unberechenbarkeit Gottes konfrontiert. Da wir Menschen mit unserem Intellekt Vieles nicht verstehen, ist Gott für uns unberechenbar.

Herzlichst
August

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03.05.2020

Echte und unechte Bescheidenheit

Bescheidenheit heißt, mit dem zurechtkommen, was und wer ich wirklich bin.
Echte Bescheidenheit liegt also in der Mitte zwischen dem Gefühl „nicht wichtig sein“ und dem Gefühl „mich zu wichtig zu nehmen“. Das bedeutet, ich erkenne mich als Schatz und mache kein Aufsehen daraus.
Bescheiden ist man, wenn man sich mit dem Besten zufrieden gibt. Und/oder indem man aus dem Vorhandenen das Beste macht.
Die höchste Form der Eitelkeit ist die Bescheidenheit. Wenn ich sage, dass ich bescheiden bin, dann gestehe ich automatisch, dass ich unmäßig bin. Das besagt, anstatt ich komme mit ganz wenig aus – ich schöpfe aus der Überfülle, die da ist. Ich gönne mir alles, was zu meinem Wohle ist.
Falsch verstandene Bescheidenheit birgt die Gefahr der Selbstlimitierung. Bescheidenheit und Selbstlimitierung liegen ganz nahe beieinander. Bescheiden sein, wenn alles in Fülle da ist, ist unnötige Selbstlimitierung. Ich bin grundbescheiden, aber wenn alles da ist, bescheide ich mich mit dem Allerbesten.
Echte Bescheidenheit ist nur aus der Fülle erlebbar. Es ist ein ganz tiefes Gefühl. Jeden Tag bin ich dankbar dafür, dass es so ist wie es ist.

Herzlichst
August