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August Höglinger »
Blog Einsichten

In diesem Blog findest du Geschichten aus und vom Leben. Aus einer sichtbaren und unsichtbaren Welt. Ich möchte dich teilhaben lassen an meinen Erkenntnissen, Denkanstößen, Inspirationen, Erfahrungen, Ideen und neuen Plänen.
Dieser Blog ist vor allem für Absolventinnen und Absolventen meiner Seminare und Lehrgänge eingerichtet, denn mit Ihnen verbindet mich eine tiefe Herzensbeziehung und ein Stück gemeinsamen Weges.

Natürlich sind alle Besucherinnen und Besucher herzlich willkommen.
In diesem Sinne freue ich mich und wünsche allen tiefe Einsichten.

Herzlichst
August

Archiveinträge




29.04.2020

Dein Wille geschehe

Die wichtigste spirituelle Erfahrung ist: „Dein Wille geschehe“. Gott braucht von uns keine Vereinbarung, sondern diese Willenszusage. Da beginnt die wahre Gottesliebe (wie Jesus sagt: die den Willen des Vaters tun, sind meine Brüder und Schwestern).
Dorthin zu kommen ist ein Prozess, in dem sukzessive eine Menge Ängste abgebaut werden müssen und dabei das Vertrauen zu Gott, zum Leben und zu mir selbst wächst. Dass mein Wille ausgelöscht ist erkenne ich daran, wenn mein Herz rein ist. Ich habe ein inneres Bild dazu: wenn ich EINS mit dem Willen Gottes bin, dann sitze ich zur Rechten Gottes.
Gott sagt auch zu mir: „Tue, was du willst! Was du wirklich aus ganzem Herzen willst!“ Gott zeigt mir seien Willen auch durch die Liebe, die ich in meinem Herzen fühle.
Eine weitere Aufforderung lautet: „Sei du selbst und genieße das Leben!“ Das erinnert mich an die Geschichte von Rabbi Sussja, die ich in den „Erzählungen der Chassidim“ von Martin Buber las. Am Sterbebett wurde der Rabbi von seinen Schülern gefragt: „Hast du eine abschließende Botschaft für uns, geliebter Rabbi?“ Er sagte: „Am Ende eures Lebens werdet ihr nicht gefragt, ob ihr erfolgreich oder berühmt seid. Ihr werdet gefragt, ob ihr ihr selbst seid“.
Gott sagt mir also auch, ich solle das Leben genießen. Alle Lebewesen wissen, dass ein Sinn des Lebens ist, zu genießen. (Dabei geht es aber nicht in erster Linie um den äußeren Genuss). Dazu ein Bild von falscher Spiritualität: ein prächtiger Baum, der keine Früchte trägt. Im Gegensatz dazu ein Bild für richtige Spiritualität: ein ausgedörrter, schwarzer Baum mit vielen Früchten.

Herzlichst
August

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26.04.2020

Entwarnung

Durch die Krebserkrankung ihres Mannes wurde eine Frau in einen traumatischen Zustand versetzt. Sie fühlte sich zuständig für das Wohl ihres Mannes, für das Wohl ihrer Tochter und für ihr eigenes Wohl. Obwohl der Krebs des Mannes schon Jahre ausgeheilt war, befand sie sich immer noch im Alarmmodus und glaubte, besonders stark sein zu müssen. Es benötigte einen Impuls des Mannes, dass die Gefahr zu Ende ist. Er stellte sich vor seine Frau und sagte: „Die Gefahr ist vorbei!“ Die Frau brach vor ihrem Mann zusammen, weinte und die Last von Jahren fiel von ihr ab. Die Tochter nahm ihre traumatisierte Mutter als Vorbild und lebte das Lebensmodell der starken Frau. Beim Zusammenbruch der Mutter erkannte die Tochter, dass sie jahrelang einem falschen Lebensmodell gefolgt war. Sie sah, dass das Schwachsein auch zum Frausein gehört.
Der Corona-Virus hat bei vielen Menschen ebenfalls eine Traumatisierung ausgelöst. Für einen Großteil der Menschen brach innerhalb kürzester Zeit das bisher Gewohnte – in Alltag, Familie, Arbeit Freizeit, Schule, usf. völlig weg. Aufgrund der notwendigen Maßnahmen und der subjektiv erlebten Bedrohung durch das Virus befinden wir uns seit Wochen in diesem Alarmmodus. Es braucht daher einen Zeitpunkt, bei dem kundgetan wird: „Gefahr vorbei!“ In einer inneren Schau sah ich, dass derzeit im Inneren alles still steht. Es bewegt sich erst dann wieder etwas, wenn jemand Entwarnung gibt. Es ist gleichzusetzen mit einem „Feuer aus“ bei einem Brand. Und nach einem Brand wird meistens etwas Neues aufgebaut und nicht der alte Zustand wieder hergestellt.
Ein weiteres Beispiel: Eine Frau, die in Kindheitstagen auf die kleineren Geschwister aufpassen musste, bleibt jahre- und jahrzehntelang im Aufpassermodus, wenn sie nicht direkt aus dieser Aufgabe entlassen wird. So kann es geschehen, dass sie manchmal unbewusst diese Aufpasserfunktion auch im Betrieb ausübt, in dem sie arbeitet.

Herzlichst
August

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22.04.2020

Dein Wille geschehe

Gelegentlich sagen wir ganz unbedacht und ohne nachzudenken: “Um Gottes Willen“. Das zeigt, dass ein leerer Kopf wichtig ist, um kein Hirnwollen mehr zu haben. Und dann kann man Gott folgen in seinem Willen. 
Die Kraft des willkürlichen Wollens hat ohnehin keine Chance gegen unwillkürliche Prozesse. Das Willkürliche wertet meist das Unwillkürliche ab. Unwillkürliche Prozesse laufen schneller und wirksamer ab. 
Gottes Wirklichkeit kann also nur dort wirksam werden, wo der Mensch mit seinem Wollen, seinem Wissen und seiner eigenen Wirkkraft zurücktritt oder beiseite geht.
Wenn der eigene Wille zu 100% in Gottes Willen aufgeht, entsteht Gewaltlosigkeit. Da gibt es keinen Widerstand mehr. Und echte Gewaltlosigkeit entwaffnet jeden Gegner.
Zuletzt einige Bibelsprüche zu diesem Thema:
Psalm 143: Lehre mich so zu leben, wie du es willst. Führe mich durch deinen Geist, dann kann ich ungehindert meinen Weg gehen.
Philippus 2:13: Gott schenkt euch den Willen und auch die Kraft, ihn so auszuführen, wie es ihm gefällt.
Sprüche 16:9: Der Mensch plant seinen Weg, aber der Herr lenkt seine Schritte.
Jakobus 5,16: Das Gebet eines Menschen, der nach Gottes Willen lebt, hat große Kraft.

Herzlichst
August

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15.04.2020

Widerwille

Der Widerwille ist auch eine Form des Willens. Ich stelle keinen Widerwillen mehr in mir fest. Auch Unwillen ist keiner mehr vorhanden. Wenn ich mich an „dein Wille geschehe“ halte, verschwinden Widerwillen und Unwillen. Bei mir hat es mit der fünfmonatigen Erfahrung der Kraftlosigkeit nach dem Tod meiner Mutter begonnen. Damals konnte ich mit dem Zustand der Willenlosigkeit nicht umgehen. Es war schrecklich, so kraftlos zu sein. Heute habe ich mich an diesen Zustand gewöhnt. Es fällt mir gar nichts Besonderes daran auf, so normal ist es geworden. Wenn ich bewusst hinspüre, dann merke ich schon, wie eigenartig es sich anfühlt. Es ist als würde ich in dem Willen und der Gnade Gottes baden. Ich fühle mich zur Gänze umhüllt von dieser feinen Schwingung. Es kann sogar vorkommen, dass eine intensive Begegnung mit mir auch bei der anderen Person zu einer vorübergehenden Willenlosigkeit führt. Das erkennt man an der kurzzeitigen völligen Kraftlosigkeit. 
Das Gefühl, dem Willen Gottes und damit der Vorsehung zu folgen, ist ganz eigenartig und gewöhnungsbedürftig. Es ist keine eigene Kraft mehr zu spüren, es gibt nur mehr ein Handeln aus der unendlichen Kraft Gottes. Auch das ist gewöhnungsbedürftig. Und man wird meist von den Mitmenschen nicht einmal im Ansatz verstanden.
Eine Klientin sagt, dass sie solange im Sessel sitzen bleibt, bis sie den inneren Impuls spürt, aufzustehen. Das ist ein erster kleiner Ansatz, mit dem man sich dieser Erfahrung annähern kann.
Dem Willen Gottes zu folgen, bedeutet seine eigene Orientierung aufzugeben und sich der Orientierungslosigkeit zu überlassen. Gott und die Liebe sind die Orientierung und zudem meist unberechenbar.

Herzlichst
August

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08.04.2020

Der Wille Gottes

Was steht dem „dein Wille geschehe“ im Weg?
Zum einen das Festhalten am Gegenständlichen, zum anderen das eigenwillige Machen. Die größte Hürde ist jedoch die Angst in jeder Form. Auch wenn ich versuche, etwas zu vermeiden, stelle ich mich dem Willen Gottes in den Weg. Genauso wenn ich alles tue, damit ich gesund bleibe, schlank bleibe, leistungsfähig bleibe, fit bleibe, unversehrt bleibe, usf.
Gefährlich ist auch die Vorstellung, mir geht es dann gut, wenn es den anderen gut geht. Das löst oft Herrschsucht aus, die als Liebe verpackt wird. Wichtig ist nicht, dass es mir und den anderen gut geht, sondern ob es der Wille Gottes ist. 
Auch wenn jemand dem Willen Gottes folgt und darin immer ganz sicher sein will, dann ist es wieder ein Wollen: „sicher sein wollen“.
Adam und Eva wurden aus dem Paradies vertrieben, weil sie dem Willen Gottes nicht gefolgt sind. Folgt man seinem Willen, so hat man das Paradies wieder gewonnen.
Die Liebe zeigt mir, wenn ich in seinem Sinne handle. Wenn sich die Liebe mehrt, dann ist mein Wille Gottes Wille.
Folge ich einem inneren oder äußeren Impuls oder nicht? Ruf ich den Handwerker an oder lass ich mir noch Zeit? Was soll ich geschehen lassen und wo soll ich eingreifen? Meiner Erfahrung nach kann man das nur entscheiden, wenn man es in der Tiefe des Herzens prüft. Um in die Tiefe des Herzens zu kommen, muss ich als erstes an der Öffnung arbeiten. Dann geht es in die Tiefe. Das beinhaltet auch die dunkelsten Gefühle. Das letzte Stück in die Tiefe kann man nicht aus eigener Kraft schaffen. Da ist ein Tor, das von Innen geöffnet wird. Man muss anklopfen und Gott öffnet und lässt ein. Alles was aus diesem Innersten des Herzens kommt, entspricht automatisch dem Willen Gottes.

Herzlichst
August

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01.04.2020

Der freie Wille

Zu diesem Thema tauchten bei mir folgende Fragen auf: Ist alles was mir begegnet der Wille Gottes? Was ist mit dem freien Willen? Aus tiefster Erfahrung weiß ich, dass alles der Wille Gottes ist. 
Gott will, dass wir uns aus freiem Willen seinem Willen unterwerfen. Das ist der Hauptgrund für den freien Willen. Wenn wir uns dem Willen Gottes unterwerfen, können wir nichts mehr falsch machen. Dann ist alles richtig und sinnvoll, weil alles im Sinne Gottes ist. Wir sind frei geworden, damit wir für Gott da sein können.
Ich muss nicht mehr danach trachten, Gottes Willen mehr und mehr zu folgen. Sondern wichtig ist, zu betrachten, wo mein eigenes Wollen noch im Wege steht und das eigene Wollen loszulassen. 
Wenn ich nach dem Willen Gottes handle, dann antwortet Gott nach meinem Willen. Handle ich nicht nach Gottes Willen, dann antwortet Gott nach seinem Willen. Im Originaltext nach Tauler: Wer Gott dient nach Gottes Willen, dem wird Gott antworten nach des Menschen Willen. Wer aber Gott dient nach dem eigenen Willen, dem wird nach Gottes Willen geantwortet. 
Das bedeutet: Mache SEINEN Willen zu deinem Willen, sodass ER deinen Willen zu seinem Willen machen kann!

Herzlichst
August