Führungs-
coaching
BegleitungLehrgängeSeminareVorträgeAutorBücher/CDsBLOGGratis DownloadKontakt

August Höglinger »
Blog Einsichten

In diesem Blog findest du Geschichten aus und vom Leben. Aus einer sichtbaren und unsichtbaren Welt. Ich möchte dich teilhaben lassen an meinen Erkenntnissen, Denkanstößen, Inspirationen, Erfahrungen, Ideen und neuen Plänen.
Dieser Blog ist vor allem für Absolventinnen und Absolventen meiner Seminare und Lehrgänge eingerichtet, denn mit Ihnen verbindet mich eine tiefe Herzensbeziehung und ein Stück gemeinsamen Weges.

Natürlich sind alle Besucherinnen und Besucher herzlich willkommen.
In diesem Sinne freue ich mich und wünsche allen tiefe Einsichten.

Herzlichst
August

Archiveinträge




24.04.2019

Was wird am meisten verdrängt?

Scham (sie wird verdeckt), Schuld (die getilgt werden möchte) und Schmerz. Werden Scham, Schuld und Schmerz in der Familienseele verdrängt, können sie über Generationen wirken und zwar solange bis sich jemand damit auseinander setzt.
In meiner Praxis erlebe ich, dass Menschen zu mir kommen, die körperlich gesund sind, aber starke psychosomatische Beschwerden haben. Ich stelle bei der Arbeit mit diesen KlIenten fest, dass diese Probleme aus dem Verdrängen von unangenehmen Lebensinhalten stammen. Das nicht Gewollte wird hinaus gestellt (verdrängt) und beginnt später an der Tür zu kratzen. Das sind dann die Symptome, über die sich das Verdrängte ins Bewusstsein bringt. Beim Umgang mit Verdrängtem geht es um Schattenarbeit und Schattenliebe.
Ich weise auch darauf hin, dass das Verdrängen eine Schutzfunktion der Seele ist für jene Fälle, wo es zu viel ist. Zur Bequemlichkeit wurde das Verdrängen nicht geschaffen.
Gelingt es, die Tür zwischen Bewusstem und Unbewusstem offen zu lassen, kann der Verdrängungsmechanismus nicht wirken. Dies braucht jedoch eine hohe Form der Selbsterkenntnis und Selbstreflexion.

Herzlichst
August

Trennlinie

17.04.2019

Verdrängung

Verdrängung ist ein gerichtetes Vergessen, wir wollen vergessen!
Was wird verdrängt? Unangenehmes, Verbotenes, Negatives, verbotene und peinliche Triebwünsche.
Aus dem Verdrängten, d.h. dem gerichteten Vergessen können Neurosen entstehen. Die Neurose ist ein innerseelischer Konflikt zwischen bewussten und unbewussten Tendenzen im Menschen. Neurosen können bewirken, dass wir z. B. zwanghaftes Verhalten an den Tag legen. 
Folgendes Beispiel ist eine Metapher für Verdrängung:
Der eine Lehrer setzt sich mit dem schwierigen Schüler in der Klasse auseinander und schafft es dabei irgendwie, mit ihm zusammen zu kommen. Der andere Lehrer, der neurotisierend agiert, schickt den Schüler, mit dem er nicht zurecht kommt, vor die Klasse, d.h. er verdrängt. Er denkt nicht mehr an den Schüler, der an der Tür kratzt oder anders zu zeigen versucht, dass er wieder integriert werden will. Der Lehrer hat den Schüler vergessen und deutet die Geräusche und Signale anders oder unrichtig.
Verdrängen bedeutet auch, dass innere Persönlichkeitsanteile verbannt werden:
Situativ: Jetzt kann ich dich nicht brauchen, später kannst du dich wieder melden.
Selbstrestriktiv: „So will ich nicht sein!“
Völlige Verleugnung: „So bin ich nicht! Nie und nimmer!“
Alle verdrängten Inhalte sind tickende Zeitbomben und Tellerminen, sie haben die permanente Tendenz an die Oberfläche zu kommen und es kostet viel Kraft und Energie, dieses nicht zuzulassen.

Herzlichst
August

Trennlinie

10.04.2019

Gebet

ALLES, was wir im Angesicht Gottes tun, ist Gebet. Dabei ist nicht die Form des Gebetes wichtig, wichtig ist, EINS zu sein mit Gott.
Beten heißt, Gott eine Sache übergeben und überlassen. Ich tue nichts mehr und warte zu, was er macht. Beten ist eine Form der Angstbewältigung und ein Mittel gegen die Hilflosigkeit. Vorsicht ist geboten, wenn man betet, um von Gott etwas zu erhalten. Da sucht man nicht Gott, sondern Gottes Gaben. Stattdessen sollte man Gott suchen und darauf vertrauen, dass er uns alles schenkt, was wir im Moment benötigen. 
Gebete ändern nicht die Welt. Aber die Gebete ändern die Menschen und die Menschen ändern die Welt (Albert Schweitzer). Nicht die Gebete heilen, sondern das Wissen, dass mir jemand etwas Gutes will, mir helfen und mich unterstützen will.
Zwei Dinge halten Gebete – laut den jüdischen Chassidim – auf dieser Erde fest. Sie dringen nicht bis zu Gott vor:
Wenn es ohne Intention gesprochen wird (gedankenlos geplappert).
Wenn frühere Taten des Betenden wie eine Wolke zwischen ihm und dem Himmel liegen. Dagegen kann man mit Inbrunst bitten und sich dadurch reinigen. Oder eine andere Seele, die in der Inbrunst ist, macht die gefesselten Worte frei.
Das Beten ist dann fruchtbar, wenn es meine Beziehung zu Gott pflegt und verbessert. 
Die höchste Gebetsform ist, Menschen auf dem Weg nach Innen begleiten zu können. Dies wird in Zukunft immer wichtiger. Denn es herrscht äußerer Reichtum und innere Armut.

Herzlichst
August

Trennlinie

03.04.2019

Körperlicher Schmerz

Als erstes versucht der Schmerz zu melden und anzuzeigen, dass eine Lieblosigkeit geschieht, die schmerzt. Wird er nicht gehört, dann sucht er sich eine Stelle im Körper, wo er sich gut und schnell ausdrücken kann. Es kann sein, dass der Schmerz nichts mit der Stelle zu tun hat, wo er auftritt. Es ist weiters möglich, dass der Schmerz von einer Lieblosigkeit im System kommt. Und er zeigt sich bei der Person, die die dünnsten Mauern hat (dünnhäutig/sensibel ist). Der Schmerz schickt Vorboten, bevor er die Krankheit schickt. 
Schmerzen haben zum Zeitpunkt der Warnung einen Sinn. Wenn sie erkannt sind, dann ist es besser, sie durch Schmerzmittel zu beseitigen, damit sie nicht chronisch werden und sich im Schmerzkörper abspeichern. Sobald der Schmerz gehört wurde, hat er seine Funktion erfüllt.
„Ich arbeite so viel, damit ich meinen Schmerz nicht spüre“. Dieser Satz, der für viele Menschen gilt, hat für mich an Bedeutung verloren seit ich den Schmerz liebe. Denn er stärkt mich. Selbstmitleid schwächt mich. Sich in das Unabänderliche fügen ist schmerzlich und gleichzeitig befreit es vom Schmerz. Füge ich mich, wie Hiob, ist der Schmerz weg. Dazu braucht es eine Portion Gottvertrauen. 
Bei jüngeren Menschen ist es nicht so wichtig, sie von Wunden fern zu halten. Wichtiger ist es, ihnen beizubringen, wie man Wunden versorgt, wie man Vergebung lernt. Werden die Wunden nicht versorgt, entsteht ein Minderwert. Der Schmerz, wenn er andauert, wird zur Wunde.
Liebe heilt den Schmerz. Gleichzeitig bedeutet sich der Liebe zu öffnen, sich auch dem Schmerz zu öffnen.

Herzlichst
August