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August Höglinger »
Blog Einsichten

In diesem Blog findest du Geschichten aus und vom Leben. Aus einer sichtbaren und unsichtbaren Welt. Ich möchte dich teilhaben lassen an meinen Erkenntnissen, Denkanstößen, Inspirationen, Erfahrungen, Ideen und neuen Plänen.
Dieser Blog ist vor allem für Absolventinnen und Absolventen meiner Seminare und Lehrgänge eingerichtet, denn mit Ihnen verbindet mich eine tiefe Herzensbeziehung und ein Stück gemeinsamen Weges.

Natürlich sind alle Besucherinnen und Besucher herzlich willkommen.
In diesem Sinne freue ich mich und wünsche allen tiefe Einsichten.

Herzlichst
August

Archiveinträge




26.12.2018

Die Angst lieben

Geschützt sein ist ein Grundbedürfnis. Wenn ich Schutz suche, dann steckt im Hintergrund eine Angst. Angst und Furcht schützen uns jedoch nicht. Wir brauchen einen Ort der Zuflucht und kein Versteck. Schutz müssen wir in uns finden. Erst wenn ich eine Oase in mir finde, einen Ort der Zuflucht, ist es gut. Erst wenn ich Sicherheit fühle, kann ich mich entspannen.
Gottes Botschaft zu Ängsten lautet: Hab keine Angst, alles was dir begegnet, bin ich. Angst unterbricht nicht die Gottesbeziehung, sondern das Gottvertrauen. Es kann sogar sein, dass sich eine Gottesbeziehung durch Angst entwickelt, z. B. bei lebensbedrohlichen Erkrankungen.
Angst fungiert auch als Helfer, etwa, dass man etwas nicht tut, was nicht zum derzeitigen Entwicklungsstand passt. Sie sollte aber ein Ansporn sein, weitere Entwicklungsschritte zu machen. Angst ist ein Wegweiser, dieser ist aber im Dunklen und daher nicht so leicht zu erkennen. 
Eine hohe Kunst auf dem eigenen spirituellen Weg ist es, die Angst zu lieben. Wie geht das? Es beginnt damit, dass ich das Ungeliebte liebe. Zuerst kann ich das in der Regel nicht. Erste Ängste tauchen auf und müssen transformiert werden. Dann kann ich das Ungeliebte akzeptieren, aber noch nicht lieben. Schaue ich weiter auf das Ungeliebte, dann tauchen neue, noch tiefere Ängste auf. Wenn sich diese – mit Gottes Hilfe – wandeln, dann komme ich schön langsam in die Gegend, in der ich die Angst lieben kann.

Herzlichst
August

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19.12.2018

Angstbewältigung

Eine wesentliche Erkenntnis ist, dass die Angst zwei Seiten hat. Die eine ist der Schutzengel, das ist der Teil, der vor Schäden und Verletzungen schützt. Die andere ist der Prüfengel. Er prüft mein Vertrauen, meine Liebe, wie weit ich in meiner Gottesbeziehung fortgeschritten bin, usf. Manchmal ist es nicht ganz einfach, die Angst dem richtigen Engel zuzuordnen.
Auf dem Weg zur Angstbewältigung gibt es einige Punkte, die mich dabei unterstützen. Etliche davon will ich hier beispielhaft anführen:
Wenn ich alles sagen kann (den Mut dazu habe), dann verlieren meine Ängste ihre Mächtigkeit.
Mit wacher Vorsorge in den Tag hinein leben.
Aus der Angst wird eine Kraft. Wenn ich mir der Angst bewusst werde, kann sie unterstützend sein. Ruhe kehrt ein – in der Ruhe liegt die Kraft.
Auf der spirituellen Ebene gibt es die Möglichkeit, dreimal dem Bösen zu widersagen.
Die Verbindung mit der Natur macht angstfrei (mich selbst als einen Teil der Natur wahrzunehmen).
Die Beschäftigung mit dem Tod befreit von Ängsten. Wenn man gut leben will, muss man sich sogar damit beschäftigen. 
Ängste sind ein wichtiges Instrument des Lebens, setze ich mich damit auseinander, dienen letztlich alle dem Leben.
Zu einer Arbeit, vor der ich Angst habe, hole ich Gott dazu, dadurch geht die Angst weg, dies gilt auch für andere schwierige Lebenssituationen. 
Ganz stark gegen Angst hilft, die Lieblosigkeit zu lieben. Lieblosigkeit verschließt genauso wie Angst das Herz, die Verletzungsgefahr wird dadurch sehr groß.

Herzlichst
August

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12.12.2018

Tod

Der Tod ist eine Energie, die jeden Menschen schon von der Zeugung des Lebens weg begleitet. Unter anderem in Form der vielen Krebszellen, die in uns sind und auch im fortschreitenden langsamen Verfall, der früh beginnt, aber lange Zeit unbemerkt bleibt. In jedem Wachsen ist der Tod bereits beinhaltet, jeden Moment des Tages komme ich dem Endzeitpunkt näher. Der Tod kommt mit dem Leben und er geht mit ihm. Viele Menschen interessiert, wie man gut stirbt, denn das ist ein großer Teil der Kunst des Lebens. So betrachtet ist das Leben ein Kunstwerk.
Meine eigene Erfahrung mit dem Tod hat mich bereits sehr früh geprägt. Mein Vater verstarb bei einem Unfall, als ich dreieinhalb Jahre alt war. Der Leichnam des Vaters war zu Hause aufgebahrt. Wir Kinder erlebten, dass der Tod ein elementarer Teil des Lebens ist, wie ein Leichnam gewaschen wird, wie die Hinterbliebenen ihre Trauer und ihren Schmerz leben und wie die Nachbarn mitwirken.
Diese frühe Erfahrung bewirkte, dass ich mich im Erwachsenenalter, eine gewisse Zeit lang sehr intensiv mit dem Sterben und dem Tod beschäftigte. Aus diesem Erleben weiß ich, dass es wichtig ist, sich einmal damit zu befassen, sich dann aber wieder dem restlichen Leben zu widmen. 
Die Auseinandersetzung mit dem Tod bewirkte bei mir einen besonderen Zugang zum Leben. Dies führte zu der inneren Haltung, jeden Tag als Geschenk des Lebens zu erkennen, die eine zutiefst demütige ist. Ich nehme das Leben am Morgen bewusst aus SEINER Hand entgegen und lege es am Abend bewusst wieder in SEINE Hände zurück. Dieses Ritual schafft ein Bewusstsein der Endlichkeit und wie kostbar Leben ist.

Herzlichst
August

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05.12.2018

Am Ende des Lebens

Vor einiger Zeit, wurde mir eine elementare Frage gestellt: „Was sollte man am Ende seines Lebens erledigt haben?“
Im nachstehenden der Versuch von Antworten, die aber nicht den Anspruch auf Vollständigkeit haben. 
Ich beginne mit einem Hinweis aus den chassidischen Geschichten: Der jüdische Rabbi Sussja wurde von seinen Schülern am Ende seines Lebens gefragt: „Was ist das wichtigste im Leben?“. Er antwortete: „Am Ende deines Lebens wirst du nicht gefragt, ob du eine berühmte Persönlichkeit bist, sondern du wirst gefragt, ob du du selbst bist!“ Das bedeutet, habe ich wirklich das mir zugedachte Leben geführt oder bin ich den Fußstapfen eines Anderen gefolgt. 
Auch in der Bibel finde ich zu diesem Thema Unterstützung. Unter anderem steht dort sinngemäß: „Am Ende deines Lebens wirst du nach der Liebe gerichtet!“. Das heißt für mich, ob ich dem höchsten Gesetz gefolgt bin, das lautet – liebe Gott und liebe den Nächsten, wie dich selbst! Wie weit bin ich in meiner Gottesliebe, Nächstenliebe und Selbstliebe gelangt? Diese Frage stelle ich mir regelmäßig, da immer die Gefahr besteht, dass sie aufgrund der Anforderungen des Alltags in Vergessenheit gerät.
Weitere Erfahrungen zu diesem Thema brachte mir die Begleitung von sterbenden Menschen. In den Gesprächen mit ihnen wurde mir bewusst, dass viele von ihnen am Ende ihres Lebens versöhnt sein wollen. Versöhnt mit sich selbst, ihrer Vergangenheit, ihrem Leben und Schicksal und versöhnt mit den wichtigsten Menschen in ihrem Leben. 
Vor einigen Jahren wurden mehrere 95-jährige Menschen befragt, was sie anders machen würden, wenn sie noch einmal leben könnten. Die Antworten lassen sich auf drei Themen reduzieren:
- Sie würden in ihrem Leben mehr reflektieren, d.h. innehalten und über das eigene Leben nachdenken.
- Sie würden mehr investieren in Dinge, die das Leben überdauern (Buch schreiben, Haus bauen, Baum pflanzen).
- Sie würden mehr riskieren und sich weniger von Ängsten beschränken, bzw. treiben lassen. 
Für mich persönlich kommt noch eine weitere Sache dazu, mich beschäftigt die Frage: Habe ich am Ende meines Lebens meine Berufung, bzw. meine Sendung erfüllt?
All diese Hinweise sagen uns, dass es darum geht, das Leben in Liebe zu leben, sich das Leben in vollen Zügen zu nehmen und darauf zu achten, sein eigenes Leben zu leben und nicht gelebt zu werden.

Herzlichst
August