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August Höglinger »
Blog Einsichten

In diesem Blog findest du Geschichten aus und vom Leben. Aus einer sichtbaren und unsichtbaren Welt. Ich möchte dich teilhaben lassen an meinen Erkenntnissen, Denkanstößen, Inspirationen, Erfahrungen, Ideen und neuen Plänen.
Dieser Blog ist vor allem für Absolventinnen und Absolventen meiner Seminare und Lehrgänge eingerichtet, denn mit Ihnen verbindet mich eine tiefe Herzensbeziehung und ein Stück gemeinsamen Weges.

Natürlich sind alle Besucherinnen und Besucher herzlich willkommen.
In diesem Sinne freue ich mich und wünsche allen tiefe Einsichten.

Herzlichst
August

Archiveinträge




25.01.2017

Feindesliebe

Warum soll ich mich mit der Feindesliebe beschäftigen? Genügt es nicht Feinde zu ignorieren oder meine negativen Gefühle in der Form auszuleben, dass ich Feindliches bekämpfe? Ohne äußere und innere Feinde wären wir kaum herausgefordert uns zu entwickeln, stark zu werden, unterscheiden zu lernen, was dem Leben dient oder es schädigt, gewappnet zu sein für die Härten des Lebens. 
Feindesliebe bedeutet, all das zu lieben, was mich vernichten, beschädigen oder einschränken möchte. Sie ist das höchste Exerzitium (Übung) der Liebe!
Ich bin mir selber mein größter Feind. Dieser Feind stellt das Verdrängte, nicht Geliebte in mir dar; alles was ich an mir abwerte, wo ich mich unzulänglich fühle, nicht liebevoll zu mir bin, mich selbst beschimpfe, unter Druck setze, gering schätze, usw. Bei Gewalt gegen mich selbst gibt es keine Gesetze. Wenn ich gegen mich selbst bin, gibt es keinen Schutz. 
Als ich eines Tages in einer Meditation Kontakt mit meinem inneren Feind aufnahm, sah ich, dass er traurig ist, weil ich ihn nicht liebe, obwohl er das Beste für mich will. Weil ich ihn immer gefürchtet hatte, habe ich das nicht verstanden. 
Es geht also darum, den inneren Feind anzunehmen und ihn zu akzeptieren. Das ist ein Schritt zur Versöhnung mit mir. Wenn keine Feindschaft gegen mich mehr da ist, kann ich in der Liebe sein. Dann ist das Herz offen und die Feinde sind chancenlos, weil sie nirgends andocken können. 
Vieles was ich für einen Feind halte, wird durch meine Einstellung zum Feind. Wenn ich es als göttliches Geschenk/Gabe nehme, dann kann ich mit einem dankbaren Herzen reagieren. Nichts ist feindlich, man muss nur wissen, wie man es nutzen kann, bzw. was man daraus lernen kann. 
Feinde machen mir meine Unzulänglichkeiten sichtbar. Sie decken diese Seiten an mir schonungslos auf und machen mir dadurch Entwicklungsfelder deutlich. 
Der Feind, das Übel, das Böse ist zum Gedeihen notwendig. Ohne Übel, ohne Feind verkommt jede Kreatur, verkommt jede Gemeinschaft, verkommt jedes Individuum, verkommen ganze Völker. Ein Beispiel aus der Natur: das Geweih ist die Waffe der Hirsche gegen die Wölfe, ohne Wölfe nimmt die Geweihbildung ab. Ohne Widerspruch kann das Gute nicht wachsen!
Dazu zählt auch die Fähigkeit sich selbst zu immunisieren, immun zu sein. Die beste Vorsorge der Gesundheit ist die Stärkung des Immunsystems – diese Immunisierung gilt auch für den seelischen, geistlichen und emotionalen Bereich. Erst die Auseinandersetzung mit dem Feind, dem Übel beginnt unser „Immunsystem“ zu aktivieren. Denn in der Gefahr wächst das Rettende (Hölderlin: „Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch“). Das durfte ich in meiner Arbeit immer wieder feststellen. So z. B. war der Weinskandal ein Tiefschlag für die österreichische Weinwirtschaft, schlussendlich war es aber der Startschuss für den österreichischen Qualitätswein. Die drohende Gefahr will uns ein Ziel entdecken lassen, sozusagen den Goldklumpen im Acker. Aus dem Mist der Feindseligkeit soll Dünger werden.
Die Feindesliebe gibt daher eine große innere Stärke. Sie schafft eine Gleichwertigkeit, eine Ebenbürtigkeit. Ich liebe meine Gegner. Ich danke daher allen, die mir das Herz gebrochen haben. Wäre das nicht geschehen, wäre es nicht so offen und einfühlsam, wie es jetzt ist. 
Mir wurde auch bewusst, dass ich den Nazis dankbar bin, weil sie mir die vielen Gesichter des Bösen, die Macht der Massen, die Manipulation und das Abhängig machen gezeigt haben. Ebenso, wie sie sich die niedrigen Instinkte zunutze gemacht haben. Wie sie den Menschen ihre Widerstandsschwäche vor Augen geführt haben. Nur wenn ich all das kenne und darum weiß, kann ich meine „Immunität“, meine Widerstandskraft stärken. Es hilft aber auch zu verstehen, wenn es heißt: „Hasse die Sünde und nicht den Sünder!“  Wir sollten daher auf den Ball schlagen, nicht aber auf den Spieler. 
Der Feind, das Übel, das Böse ist also zum Gedeihen notwendig. Diese Erkenntnis ist einer der höchsten Werte, ist ein geistiges Geheimnis.

Herzlichst
August

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18.01.2017

Wann verschließe ich mein Herz?

Es gibt unterschiedlichste Gründe warum sich ein Herz verschließt, oder verschlossen bleibt. So wie es Einflüsse gibt, die mein Herz öffnen können, so gibt es auch Emotionen, bei denen die Herzenstür zugeht.
Was also verschließt mein Herz?
Wenn ich Angst bekomme verschließt sich mein Herz. Wer Angst hat, dessen Herz ist ganz sicher verschlossen. Angst ist auch die häufigste Ursache, warum ein Herz zu ist.
Bei Lebensgefahr, ungerechtfertigtem Angriff und Schrecken macht das Herz sofort zu, nicht Fühlen sondern Agieren, bzw. Reagieren stehen im Vordergrund. 
Selbstverurteilung, Selbstkritik und Minderwert verschließen das Herz. Wer mit sich selbst lieblos umgeht, hat kein offenes Herz. Auch mit Verbissenheit verfolgter Perfektionismus kann dazu führen, dass das Herz zugeht.
Abwertung und Verletzung führen ebenso zu einem verschlossenen Herzen. Das gilt sowohl, wenn ich abgewertet und verletzt werde, aber auch wenn ich abwerte und verletze. 
Instabilität und Unsicherheit sind Faktoren, die dazu führen, dass ich mein Herz verschließe. Ich fühle mich nicht stabil genug, das auszuhalten, was mir entgegen kommt. Es kann aber auch Angst vor Überforderung sein, dass es mir zu viel ist oder wird. Möglicherweise ist es auch eine Reaktion auf frühere Erfahrungen, wo es notwendig war, mein Herz zu verschließen, um mich zu schützen. 
Mein Herz geht zu, wenn jemand mich verletzt oder verletzen will, das kann auch sein, weil es sich vielleicht von mir verletzt fühlt oder ich unbewusst an eine alte Verletzung gerührt habe. Wenn ich das Herz offen hätte, bräuchte mich niemand zu verletzen und auch ich würde nicht verletzen. 
Bei unterschiedlichen negativen Emotionen verkleinert sich die Herzöffnung, verschließt sich aber nicht, z. B. Ärger, Unlust, Freudlosigkeit, uä. 
Bei Rachegedanken und Vergeltungsgedanken geht das Herz ganz zu, denn die Vergebung ist ausgeschlossen. 
Eine Form des Stolzes, die nicht der Freude sondern der Überheblichkeit entspringt, verschließt mein Herz, denn es fehlt die Dankbarkeit und die Demut.
Unehrlichkeit kommt aus einem ängstlichen Herzen, da hilft es, den Weg der Wahrhaftigkeit zu beschreiten. 
Vertrauensbruch verletzt ein Herz zutiefst, davor schützt, nicht blind zu vertrauen. 
Die Liebe kann auch nicht fließen, wenn die natürliche und göttliche Ordnung nicht stimmt.
Wenn das Herz zu ist, kann weder die Liebe noch die Lebensenergie wirklich fließen, das Leben wird dann mühsam und belastend. Das Ziel wäre daher, das Herz möglichst immer offen zu haben.

Herzlichst
August

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11.01.2017

Was öffnet mein Herz?

Wenn ich merke, dass mein Herz verschlossen ist, gibt es einige Möglichkeiten, die mir helfen, das Herz wieder zu öffnen.
Ich führe diese beispielhaft an, die Liste ist jedoch nicht vollständig. Jeder Mensch macht für sich selber die Erfahrung, was bei ihm besser oder weniger wirkt. Es braucht aber den grundsätzlichen Wunsch ein offenes Herz zu haben und die entsprechende Bitte an Gott, damit die vorgeschlagenen Möglichkeiten Wirkung zeigen.
Herzensöffner:
Wenn es gelingt ehrlich, im Sinne von wahrhaftig zu sein.
Schmerz, nur ein gebrochenes Herz ist ein offenes Herz. (Ich bin daher allen Menschen dankbar, die mir das Herz gebrochen haben.) Wer Schmerz nicht zulässt, verhärtet.
Weinen, wenn ich die Trauer und den Schmerz zulasse, bekomme ich wieder Zugang zur Weichheit meines Herzens.
Liebe, ist die sanfteste und unauffälligste Form, dazu gehören auch die Selbstliebe und ganz besonders auch das Annehmen der Liebe Gottes. Natürlich kann auch die Liebe der Kinder, der Enkelkinder, des Partners, aber auch anderer Menschen und eines Tieres das Herz öffnen. 
Interesse an einem Menschen oder einer Sache, diese Zugewandtheit macht das Herz frei.
Absichtslosigkeit, dh. wenn jemand den Willen Gottes folgt, sein eigenes Wollen loslässt und geschehen lassen kann.
Schönheit in jeder Form, wie natürliche Proportionen, Stil, Natur, usw. Dies zu erkennen, ist nur mit einem offenen Herzen möglich. 
Geschützt fühlen, Geborgenheit und Sicherheit sind gegeben und damit kann sich das Herz öffnen. 
Freude, jede Art von ehrlicher spontaner Freude, kommt nur aus einem offenen Herzen.
Dankbarkeit, wenn ich von Herzen für etwas oder jemand dankbar bin.
Ein unerwartetes Geschenk kann die Qualität haben, das Herz zu öffnen.
Bei älteren Menschen erlebt man, wie sich ihr Herz öffnet, wenn sie sich an schöne Momente ihres Lebens erinnern (dies gilt natürlich auch für Menschen jeden Alters).
Tanzen, im Hier und Jetzt zu sein, sich dem Fluss der Bewegung und der Musik hinzugeben macht das Herz frei. Singen hat eine ebenso starke Wirkung.
Vergebung, nicht mehr Nachzutragen, zugefügten Schmerz zu vergeben, nimmt die Herzensblockade.
Abgeben: Es öffnet auch das Herz, wenn ich Dinge - Ängste, Sorgen, Nöte - die ich nicht ändern kann, an Gott abgebe.
Alkohol und Drogen öffnen in kleineren Dosen konsumiert das Herz, weil sie helfen Hemmungen, Ängste, Schüchternheit u. ä. zu überwinden.
Wenn es Menschen schlecht geht, kann es sein, dass sie ihr Herz für Gott und für andere öffnen.
Ich habe auch die Erfahrung an mir gemacht, dass, wenn ich explodiere oder mich maßlos ärgere und den Ärger raus lasse, mein Herz wieder auf geht. 
Ebenso hilft es, wenn etwas Unausgesprochenes angesprochen wird, bzw. etwas Belastendes ausgesprochen.
Jeder hat schon einmal die Erfahrung gemacht, dass ein emotional berührender Film oder Musik das Herz erwärmen.
Ein lustiger Abend oder wenn die Stimmung passt, werden Herzen frei.
Es öffnet auch das Herz, wenn ich von jemand erkannt werde, mich also erkannt fühle in meinem So-Sein und verstanden werde, vom Herzen her.
Wenn man in Kontakt kommt mit jemand, der ein schlimmes Schicksal erlebt/erlebte, die Betroffenheit öffnet das Herz.
Es geht auch das Herz auf, wenn man bei Hilflosigkeit helfen kann, bzw. wenn es gelingt die Hilflosigkeit mit auszuhalten. 
Auch Erfolgserlebnisse haben die Qualität das Herz zu öffnen und zwar wenn mein überzeugtes und engagiertes Tun Erfolg bringt. 

Herzlichst
August

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04.01.2017

Das Herz öffnen

Das Leben kann mich nur etwas lehren, wenn das Herz offen ist. Habe ich ein verschlossenes Herz, ist keine Weiterentwicklung im Inneren möglich.
Das Herz öffnen ist ein Akt, der durch Absicht eingeleitet wird, durch die Bewusstheit, dass ich nur so mein Leben gestalten kann. Dieser Akt kommt aber nur durch die Gnade Gottes zustande. Wenn ich möchte, dass sich mein Herz-Chakra öffnet, dann geht das nicht willentlich (nicht durch meinen Willen). Wenn ich sagen kann: „Dein Wille geschehe“, dann öffnet sich das Herz.
Wie gelingt es, das Herz zu öffnen und es offen zu lassen? Das ist nur durch die Anwesenheit Gottes/die Anwesenheit der Liebe möglich.
Das Herz ist nur dann wirklich offen, wenn es durch und für Gott offen ist. Wenn ich mich öffne, bin ich allerdings gleichzeitig nach oben (Himmel) und nach unten (Erde) offen. Dh. nicht nur angenehme Gefühle werden intensiv wahrgenommen und wirken, sondern auch alles Schmerzhafte und Leidvolle. 
Ich entdeckte, dass auch Angst das Herz öffnen kann. Ich erlebte dies bei meiner Mutter, als sie reale Todesangst hatte und sie mir aus tiefster Emotion ihren Segen geben konnte. Ähnliches merkte ich bei einem Klienten, dessen Herz erst dann aufgeht, wenn er Verlustangst spürt.
Ich machte die Erfahrung, dass sich mein Herz nicht öffnet, wenn mir die Selbstliebe fehlt. Ich gehe kritisch mit mir um, schaue mit dem Reparaturblick auf mich, der nur teilweise liebevoll ist. 
Ich brauche nichts tun, ich akzeptiere, dass es so ist. Dann öffnet sich das Herz und die Liebe kehrt wieder zurück.
Wie öffne ich also mein Herz und schütze es gleichzeitig? Als erstes bitte ich Gott um Öffnung. Dann achte ich darauf, ob mir jemand in einem Panzer entgegen kommt. Davor schütze ich mich, indem ich sage: „Stopp!“. So kann mein Herz offen bleiben. 
Wenn ich selber offen bin, öffnet diese Liebe auch die Herzen der anderen Menschen. Hat aber jemand Angst vor der Liebe, dann funktioniert das nicht, dann kann ich Gott darum bitten. 
Für mich persönlich habe ich auch erkannt, dass ich mein Herz nur schwer öffnen kann, wenn jemand dem Willen Gottes nicht folgt.
Es gibt mehrere Schritte beim Öffnen des Herzens, wobei Voraussetzung ist, dass das Herz nicht so voll ist, dass nichts mehr hinein kann. 
Zuerst öffnet sich das Herz, dann weitet es sich. Sind diese Schritte gelungen, gibt es das Erleben eines brennenden Herzens (ich brenne für etwas oder jemand). Zuletzt gibt es noch die Erfahrung der Tiefe des Herzens und damit die Tiefe der Liebe. Auch hier gibt es letztendlich eine Schwelle, die nur von innen geöffnet werden kann.

Herzlichst
August