Führungs-
coaching
BegleitungLehrgängeSeminareVorträgeAutorBücher/CDs

August Höglinger »
Blog Einsichten

In diesem Blog findest du Geschichten aus und vom Leben. Aus einer sichtbaren und unsichtbaren Welt. Ich möchte dich teilhaben lassen an meinen Erkenntnissen, Denkanstößen, Inspirationen, Erfahrungen, Ideen und neuen Plänen.
Dieser Blog ist vor allem für Absolventinnen und Absolventen meiner Seminare und Lehrgänge eingerichtet, denn mit Ihnen verbindet mich eine tiefe Herzensbeziehung und ein Stück gemeinsamen Weges.

Natürlich sind alle Besucherinnen und Besucher herzlich willkommen.
In diesem Sinne freue ich mich und wünsche allen tiefe Einsichten.

Herzlichst
August

Archiveinträge




28.07.2015

Von der Seele

Was ist die Seele, bzw. wie drückt sie sich aus?
Laut Lexikon auch Psyche genannt, ist sie das Lebensprinzip des Menschen, Trägerin der geistigen Erscheinung (Denken, Fühlen u. Wollen). Sie wird als selbständige geistige oder als stoffliche Substanz aufgefasst, als Inbegriff der „geistigen“ Tätigkeiten.
Soweit so gut, eine rationale Erklärung, die mich nicht wirklich zufriedenstellte. Auch meine literarischen Recherchen brachten für mich kein befriedigendes Ergebnis, für meinen Intellekt vielleicht, nicht aber für mein Herz oder gar meine Seele.
Fündig wurde ich durch Meditation, der Beschäftigung mit mir selbst und in meiner Arbeit, angespornt durch meinen sehr ausgeprägten Forschergeist.
Ich kann jetzt leider keine genaue Definition der Seele präsentieren, jedoch habe ich einige Gesetzmäßigkeiten erkannt, die ich weitergeben möchte.
Meine Forschertätigkeit auf diesem Gebiet ist noch lange nicht abgeschlossen, viel zu komplex sind die Erscheinungsformen und viel zu faszinierend das Wirken der Seele in ihrer Vielfalt.
Um Zugang zu dem Begriff Seele zu bekommen, musste ich meine diesbezüglichen Denkmuster auf den Kopf stellen. Die Seele „tickt“ nicht so, wie unser Verstand sich das vorstellt und schon gar nicht unterliegt sie den Mustern, welche wir im Laufe unseres Lebens erlernt haben.
Tatsächlich ist es so, dass die Seele zu komplizierten Denkmustern keinen Zugang hat. Sie möchte ganz einfach nur wahrgenommen werden, ihr Ausdruck sind die Gefühle. Diese wollen verstanden werden, ohne sie sofort zu analysieren oder gar Lösungsvorschläge für eine Änderung angeboten zu bekommen. Das Verständnis ist bereits die Lösung.
Das bedeutet für mich als einfühlsamer Begleiter, dass ich in erster Linie zuhören kann, zuhören mit dem Herzen und verstehen. Ich nenne es aus dem Herzen sehen, mit dem Kopf verstehen!
Die Seele kennt auch keine Wertungen, dieses Wissen erscheint mir ganz wesentlich. Egal ob ich Freude oder Schmerz verspüre, meine Seele bewertet diese nicht als gut oder schlecht, sie nimmt die Gefühle wahr, so wie sie sind.
Die Seele kann auch alles ertragen, alles, was zu ihr gehört. Zu viel kann es ihr dann werden, wenn sie Fremdes mittragen soll. Dies passiert uns häufig, weil wir dazu neigen, uns nicht nur um unsere eigenen Lebensumstände und den damit verbundenen Gefühlen und Anforderungen zu kümmern, sondern auch um die Nöte uns nahestehender Menschen. Dann ist es möglich, dass es der Seele zu viel wird und Gefühle der Überforderung, Hilflosigkeit, Angst, usw. auftreten.  
Die Seele möchte auch nicht therapiert werden, sie will wahrgenommen werden. Durch das Wahrnehmen eröffnet sich für sie die Möglichkeit, dass ohne Zutun von außen oder durch andere Menschen eine Erkenntnis oder Wandlung passiert.
Sehr herausfordernd war für mich auch die Erkenntnis, dass die Seele keine vorgegebene energetische Größe hat. Sie funktioniert vergleichbar wie unsere Muskulatur. Diese wird trainiert und benötigt danach eine Ruhephase, damit die Muskeln wachsen können. Genauso ist es mit der Seele, sie wächst in der Ruhe. Ständiges Tun und Beschäftigtsein gibt ihr kaum Möglichkeit sich zu entfalten und zu reifen.
Es gibt drei Begriffe, um die sich mein Denken, Tun, Streben und Forschen drehen: Gott, die Seele und das Leben. Diese drei zutiefst emotionalen Erfahrungen sind untrennbar miteinander verwoben und können dennoch getrennt betrachtet werden. Passiert jedoch eine Auseinanderlösung so hat dies Konsequenzen für das seelische Befinden oder das eigene Leben. Die Gefahr nicht sein eigenes Leben zu leben bzw. nicht seinen ureigensten Weg zu gehen ist groß.
Die Seele dient mir! Mit all ihren Gefühlen, Gedanken, Bildern hilft sie mir beim Leben. Damit ist auch klar: Gott dient mir! Nicht nur ich diene ihm, ER dient auch mir.

Herzlichst
August

Trennlinie

21.07.2015

Suizid

Vor einiger Zeit zeichnete sich in meiner Begleitung von Menschen ganz deutlich das Thema Suizid, also Selbstmord ab. Der Sohn eines Freundes beging Suizid vor dem Fenster der Freundin, die ihn verlassen hatte. Eine Kindergärtnerin strangulierte sich im Vorraum des Hauses des Exfreundes. Eine Klientin rief an und teilte mit, dass sie sich jetzt auf die Autobahnbrücke begibt, um sich dann vor die vorbeifahrenden Autos zu werfen. Da ich wusste, dass Ästhetik für sie sehr wichtig ist, griff ich zu einer paradoxen Intervention. Ich sagte spontan: „Das gibt aber eine hässliche Leiche!“ – Das Thema war erledigt.
Hinter jedem verübten und jedem angekündigten Selbstmord steht ein Mensch, der einen Appell sendet. Natürlich gibt es Gesetzmäßigkeiten (also bestimmte für alle zutreffende Voraussetzungen) bei Suiziden, jedoch sollte dies nicht dazu führen, dass der individuelle Mensch in seiner ganz persönlichen Not übersehen wird. Eine Gemeinsamkeit vieler Suizidanden ist der Hilferuf, die Seele ist in Not und sendet Signale. Dies kann soweit führen, dass Menschen immer wieder mit Selbstmord drohen, um die Zuwendung ihrer Nächsten zu bekommen.
Häufig ist es auch eine Aggression, die einem anderen Menschen gilt (siehe Beispiel Kindergärtnerin), die ich jedoch gegen mich selbst richte. Es kann auch ein Moment der puren Verzweiflung sein, der Ausweglosigkeit und das Gefühl völliger Sinnlosigkeit, die zu einer Spontanhandlung führen – die später (im Falle des Überlebens) nicht mehr erklärt werden können. Auch kann eine unheilbare Krankheit oder Behinderung dazu führen, dass das Leben nicht mehr lebenswert erscheint. Wie bei dem Mann, der angesichts von Rollstuhlfahrern sagt: „So möchte ich nicht leben, da bringe ich mich lieber um.“ In der Suche nach gefährlichen Situationen und auch in Süchten (z.B. Drogen) ist ein versteckter Hang zu Suizid erkennbar.
Eine Teilnehmerin eines Vortrages fragte mich, was passiert, wenn sie sich selbst tötet, also ihr Leben nicht „fertig“ lebt. Mit Hilfe meiner inneren Schau sah ich, was auf geistiger Ebene passiert. Sie bleibt als arme Seele zurück, also unerlöst und dem irdischen Leben verhaftet, oder ein Mitglied ihrer Sippe (häufig die Kinder) übernimmt ihren Teil, oder der nicht erlöste Teil ihres Lebens wiederholt sich in einer zukünftigen Generation. – Sie blieb und stellte sich dem Leben!
Die Eltern eines suizidgefährdeten jungen Mannes kamen zum Gespräch. Sie wollten wissen, ob sie einen Beitrag zur Verbesserung der Situation ihres Sohnes leisten könnten. Nach langen Recherchen stellte sich folgendes Bild bei mir ein: Das Leben des Sohnes saß auf dem Schoß der Eltern. Vater und Mutter hatten ihrem Sohn das Leben noch nicht gegeben, weil sie ihm das Leben nicht zutrauten und Sorge hatten, dass er sich das Leben nimmt. Eine fatale Situation, wenn der Sohn sein Leben nicht hat, welchen Sinn sollte es für ihn haben zu leben – damit war er permanent gefährdet! Ich bat die Eltern, ihrem Sohn langsam das Leben und die damit verbundene Verantwortung zu geben, damit könnten sie auch ihre Sorge langsam loslassen und Vertrauen entwickeln. 
Sich das Leben zu nehmen hat also zwei Seiten, in Form der Selbsttötung, weil es nicht möglich ist zu leben, die dunkle unerlöste Seite. Die helle erlöste Form ist, ich nehme mir das Leben und alles was mir das Leben bietet und genieße es in vollen Zügen! Wenn es gelingt, das Eine in das Andere zu wandeln – indem ich mich dem Leben stelle – geschieht Auferstehung!

Herzlichst
August

Trennlinie

15.07.2015

Alltagstauglich

Während eines Seminars erzählte mir eine Teilnehmerin folgende Geschichte:
Sie hatte während ihres Studiums verschiedene Selbsterfahrungs- bzw. gruppendynamische Seminare besucht. Jedoch anstatt etwas zu lernen oder aufzuarbeiten, waren die Ergebnisse unterm Strich gleich null. Diese Erfahrung brachte sie dazu sehr achtsam zu werden, bzw. genau auszuwählen, an welchen Veranstaltungen sie teilnehmen wollte oder auch nicht. Um ein gutes Seminar oder auch einen Vortrag von weniger guten zu unterscheiden hat sie sich eine Prüfinstanz zurechtgelegt. Diese lautet, kann ich von dem Gesagten, Gehörten, Erlebten, Erfahrenen, Erarbeiteten etwas für mein alltägliches Leben brauchen. Bewirkt es etwas bei mir und in meiner Lebensführung, in meiner Lebenseinstellung, macht es Sinn für mein Leben. Sie hatte also begonnen, Seminare auf Alltagstauglichkeit und Lebensrelevanz zu überprüfen, da sie weder Zeit noch Lebensenergie vergeuden wollte.
Dieses Gespräch regte mich an, bei mir selbst Nachschau zu halten und ich machte eine erstaunliche Entdeckung. Ich prüfe bei all meinen Vorhaben, Tätigkeiten, Plänen und Ideen was für mich bzw. für andere Menschen brauchbar dh. alltagstauglich ist. Dieser Prüfmodus zieht sich durch all mein Tun, besonders auch bei meiner Arbeit mit Menschen. Wenn sie von mir weggehen, egal ob nach einem Coaching, Seminar oder Vortrag sollen sie etwas mitnehmen, was für ihr alltägliches Leben brauchbar ist. 
Mir wurde bewusst, dass ich dieses Programm seit meiner Arbeit an der Universität installiert habe. Die Neigung, Probleme und Herausforderungen auf intellektueller Ebene abzuhandeln und ein tolles theoretisches Ergebnis zu erzielen war sehr groß, jedoch für das alltägliche Leben teilweise nicht relevant. Es passierte zwar eine enorme geistige Weiterentwicklung - auf die Ausbildung einer seelischen, emotionalen und spirituellen Kompetenz hatten diese geistigen Abhandlungen jedoch kaum Einfluss. 
Diese Prüfung auf Alltagstauglichkeit und Verständlichkeit zieht sich bei mir durch alle Lebensbereiche, ohne dass ich sie bewusst aktivieren muss, so sehr habe ich dieses Verhalten verinnerlicht.

Herzlichst
August

Trennlinie

08.07.2015

Neues Zeitmanagement

Vor einiger Zeit entdeckte ich, dass ich in meinem Inneren das „alte Zeitmanagement“, das ich viele Jahre lehrte, aber kaum noch praktiziere, nicht loslassen konnte.
Es war mir so wichtig, weil es am Beginn meiner unternehmerischen Zeit mein privates Beziehungsleben und meine berufliche Existenz gesichert hatte. Ich hätte sonst als Unternehmer nicht überlebt und auch ich, als Mensch und mein Privatleben wären schwer beeinträchtigt worden. Aus diesen Gründen hatte ich das Zeitmanagement perfektioniert und war ein Meister darin geworden. Ich durfte über Jahre hinweg auch entsprechende Seminare abhalten. Dies macht verständlich, dass es sehr wichtig für mich gewesen war.
Obwohl es mir nun gelegentlich zur Belastung wurde und ich es auch nicht mehr benötigte, konnte ich es nicht loslassen. Erst als ich das alte Zeitmanagement in eine neue, zeitgemäße Form transformieren konnte, passierte ein Wandel. Dabei half mir folgende Erkenntnis: Wenn ich meinen Lebensweg weiter gehen wollte, dann musste ich den bisher gegangenen Weg hinter mir lassen. Es würde nichts Neues in meinem Leben Platz bekommen, vielmehr würde ich die alten Erfahrungen ständig wiederholen. 
Das neue Zeitmanagement dient jetzt dazu, dass mein Herz möglichst lange offen bleiben kann. Ich beschäftige mich damit, wie ich meine Zeit und mein Leben managen muss, damit mein Gemüt nicht belastet ist, die Liebe im Fluss bleibt und mein Herz immer offen ist. Dazu ist es unter anderem notwendig, nicht überfordert zu sein, denn Überforderung verschließt das Herz. Hilfreich ist es zu wissen, dass nicht die Menge an Arbeit zur Überforderung führt, sondern das Gefühl, es nicht zu schaffen! Entspannung bringt auch, die sich täglich wiederholenden Arbeiten lustvoll zu gestalten.
Zwei Mängel einer effizienten Zeitplanung sind besonders zu beachten: Hektik und Störungen/Unterbrechungen.
Diese neuen Erkenntnisse machten einige Umstellungen in meinem Leben erforderlich. Beispielsweise wollte ich früher immer pünktlich sein. Die Uhr bestimmte meine Zeit von außen und ich geriet gelegentlich unter Druck. Nun habe ich den Begriff „pünktlich“ durch den Begriff „rechtzeitig“ ersetzt. Zur rechten Zeit kann manchmal vor dem Termin sein und manchmal ein wenig später.

Herzlichst
August