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August Höglinger »
Blog Einsichten

In diesem Blog findest du Geschichten aus und vom Leben. Aus einer sichtbaren und unsichtbaren Welt. Ich möchte dich teilhaben lassen an meinen Erkenntnissen, Denkanstößen, Inspirationen, Erfahrungen, Ideen und neuen Plänen.
Dieser Blog ist vor allem für Absolventinnen und Absolventen meiner Seminare und Lehrgänge eingerichtet, denn mit Ihnen verbindet mich eine tiefe Herzensbeziehung und ein Stück gemeinsamen Weges.

Natürlich sind alle Besucherinnen und Besucher herzlich willkommen.
In diesem Sinne freue ich mich und wünsche allen tiefe Einsichten.

Herzlichst
August

Archiveinträge




25.03.2015

Schaffen und beschäftigt sein

Immer wieder erlebe ich tiefe Freude in meiner Arbeit mit Menschen, da ich mit den verschiedensten Themen des Lebens konfrontiert werde. Dank meiner Gabe der inneren Schau entstehen in mir Antworten, die so vorher nicht vorhanden waren und die mir tiefe Erkenntnisse bringen.
Eine Seminarteilnehmerin wollte von mir wissen, was sie falsch mache, sie sei den ganzen Tag beschäftigt, habe jedoch am Ende des Tages keine Form der Zufriedenheit über das Geleistete. Sie fühle sich auch immer sehr müde und habe auch das Empfinden von Antriebslosigkeit. In mir entstand sofort der Gedanke, dass es eine Differenzierung zwischen Schaffen und Beschäftigt sein gibt. Jemand kann den ganzen Tag beschäftigt sein, ohne wirklich etwas zu schaffen.
Dabei geht es aber nicht nur um körperliche Tätigkeiten, sondern auch um geistiges, emotionales beschäftigt sein. Z. B. ich nehme mir vor etwas zu tun und ein innerer Prozess beginnt: ich überlege, was soll das Ergebnis sein, wie mache ich es, was brauche ich dazu, wieviel Zeit wende ich auf, usf. ich lege los und bin auf dem Weg, etwas zu schaffen. Plötzlich machen sich Zweifel breit, kann ich das überhaupt, macht es Sinn, nützt es jemand, usw. – schon bin ich beschäftigt! Oft für eine geraume Zeit, letztendlich ohne Ergebnis, weil ich die Arbeit einfach sein lasse. Ich habe viel Energie investiert, ohne dass etwas entstanden ist – viel beschäftigt, nichts geschafft.
Es gibt viele oft kleinere Tätigkeiten, die im Laufe des Tages erledigt werden(wo nicht hinterfragt wird, ob gerade ich das tun muss), die dann keine Zeit und Energie übriglassen für die Dinge die ich gerne schaffen würde. Wenn ich bei meiner Arbeit Freude habe, ja sogar noch Energie bekomme und am Ende zufrieden bin, dann habe ich etwas geschafft, es war ein sinnvolles Tun. Und das kann jede Tätigkeit sein!
Bewusst wurde mir in diesem Zusammenhang auch, dass das Schaffen und beschäftigt sein, ein gewisses Konfliktpotential zwischen Partnern in sich birgt, was vermutlich geschlechtsspezifische Ursachen hat.
Männer bewerten ihre Arbeit meistens nach dem Schaffensaspekt, ist dieser bei einer Tätigkeit nicht vorhanden, ziehen sie es vor, lieber eine Ruhephase einzulegen, als z. B. den Geschirrspüler auszuräumen.  
Frauen unterliegen, möglicherweise aufgrund ihrer Geschlechterrolle, nicht so sehr dem Schaffensprinzip, sie sind daher mehr beschäftigt, z. B. mit Kindern, Haushalt, usw. Wobei aber auch gerade in diesen Bereichen sehr viel von Frauen geschafft wird. 

Herzlichst
August

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18.03.2015

Nichtstun - die Seele erwacht

In unserer Seele gibt es zwei gegenläufige Bedürfnisse:
Das eine ist das Bedürfnis nach Lebendigkeit, Aktivität, nach Tun, nach Bewegung.
Das zweite Bedürfnis ist jenes nach Ruhe, Rückzug, Erholung, Passivität, nach Muße.
Beide sind lebenswichtig, sie brauchen jedoch getrennte Zeiten. Möchte ich beides gleichzeitig, kommt es zur Stagnation, weil es gegenläufige Bedürfnisse sind – keines der beiden wird dann befriedigt. 
Wobei es in der heutigen Lebensrealität so ist, dass der aktive Teil bei weitem überwiegt. In früheren Zeiten und in frühen Zeiten des Menschen (Kindheit) war Muße der Grundzustand des Lebens, der gelegentlich durch Arbeit unterbrochen wurde. Diese Verschiebung Richtung ständigem Tun, sowohl in der Arbeit, als auch in der Freizeit, hat ihren Preis. Durch den gesellschaftlich wertgeschätzten Überhang an Aktivität und intellektuellen Ansprüchen, kommt es zu einem Verkümmern der seelischen Bedürfnisse. Werden die Bedürfnisse der Seele nicht mehr wahrgenommen, kommt es bestenfalls zu einer Sinnkrise, schlimmstenfalls zu seelischen oder/und körperlichen Erkrankungen. 
Aufgrund dieser Erkenntnisse wurde mir bewusst, dass es auch zu meinen Aufgaben gehört, den Menschen wieder das Nichtstun zu lernen, da dieses für das Seelenleben essentiell ist. Durch das Pause machen, Ruhen, Nichtstun, durch die Muße erwacht die Seele zum Leben. Sowie der Muskel nicht bei Aktivität wächst, sondern in der Ruhe, genauso wächst die Seele in der Ruhe. Es braucht daher immer wieder wechselnd Zeiten der Lebendigkeit und Zeiten der Ruhe. Erst in den Zeiten des Nichtstuns kann sich das Leben in seiner Vielfalt zeigen. 
Das Nichtstun lernen heißt daher: einen wichtigen Teil des Lebens lernen. 

Herzlichst
August

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11.03.2015

Wünsche

Wünsche sind ein sehr breitgefächertes Thema. Mit guten Wünschen, aber auch eigenen Wünschen (Erwartungen) wird eher inflationär umgegangen. Besonders wenn man jemand gerne mag, wünscht man ihm/ihr nur das Beste (Gesundheit, keine Sorgen, Zufriedenheit,…) Diese Wünsche kommen oft aus tiefstem Herzen und werden voll Liebe und Inbrunst weitergegeben mit der Vorstellung, dass man nur Gutes bewirken möchte. 
Für mich war es eine tiefe Erfahrung, als ich in einer Meditation sehen durfte, dass Wünsche energetische Übergriffe sein können, ganz besonders, wenn die andere Person von diesen Wünschen vielleicht gar nichts weiß und sich damit auch nicht dagegen abgrenzen kann. Ich greife damit in das Leben eines anderen Menschen ein, ohne sein Einverständnis einzuholen.
Ich möchte dies am Beispiel meiner Mutter veranschaulichen:
Meine Mutter bat Gott in ihren Gebeten immer wieder um Gesundheit für mich. Als ich dies erfuhr verbat ich mir ihre Wunsch-Gebete. Sie protestierte, da sie ja etwas Gutes für mich tun wollte. Ich ersuchte sie, in Zukunft darum zu bitten, dass das für mich Beste geschehen möge. Das kann natürlich auch eine Krankheit sein. 
Ich gehe mit meinen Wünschen sehr achtsam, ja sogar vorsichtig um, weil ich meist bekomme, was ich mir wünsche. Es gab Zeiten, da hatte ich Angst davor mir etwas zu wünschen, da die Erfüllung unüberschaubare Konsequenzen haben konnte. 
Ein sehr eindringliches Beispiel dafür erlebte ich bei einer Klientin. Die etwa 30-jährige Frau wünschte sich im Alter von 16 Jahren, wie sie mit 30 Jahren sein möchte. Genau diese Vorstellung, die sie als 16-jährige hatte wurde mit 30 Jahren zur Wirklichkeit. Es stellte sich aber heraus, dass dies nicht so toll war, weil es eben dem Bild eines Teenagers entsprach. 
Es gibt auch eine Art von Wünschen, die meist unbewussten Ängsten entspringen. Diese Form erlebe ich immer wieder bei Müttern,  bzw. Eltern, die es besonders gut mit ihren Kindern meinen. Sie wünschen ihren Kindern nur das Beste (damit wird die Sorge der Eltern in Schach gehalten), dies kann aber eigene notwendige Erfahrungen der jungen Menschen behindern oder blockieren. 
Zu bedenken geben möchte ich auch, dass alles was ich wünsche, gleichzeitig das Gegenteil erzeugt! Es ist daher völlig in Ordnung, wenn jemand "Hals- und Beinbruch" wünscht.

Herzlichst
August

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04.03.2015

Beziehungsmuster

In meiner Arbeit mit Menschen habe ich entdeckt, dass die prägendsten Beziehungsmuster aus ihrer Elternbeziehung stammen. Ich habe erkannt, dass jedes Kind auf seine eigene besondere Art und Weise versucht, die Liebe seiner Eltern zu bekommen. 
Manchmal durch brav sein, durch gute Leistungen in der Schule, durch Übernahme von Verantwortung für Geschwister, durch Widerstände, notfalls durch Verhaltensauffälligkeiten, usf.
Mein erstes Muster war brav sein, als ich merkte, dass das nichts einbrachte, versuchte ich es mit Widerstand. Als das auch nicht zum Erhalt von Liebe führte, machte ich was ich wollte. Dies erzeugte zwar wenig Freude bei meinen Betreuungspersonen, trug aber sehr zu meiner Selbständigkeit bei. 
Die oben genannten verschiedensten Muster beherrschen Kinder sehr gut. Sie wenden sie später in ihren Beziehungen und auch im Berufsleben an. Dies ist völlig klar, das können sie am besten. 
Sehr oft funktionieren diese Muster/Verhaltensweisen aber in den Beziehungen und in der Arbeitswelt nicht wirklich, oder nicht auf Dauer.
Da sie aber nie andere Muster gelernt haben, tritt irgendwann eine Form von Hilflosigkeit und Ohnmacht ein (man fühlt sich nicht verstanden, nicht erkannt, nicht wertgeschätzt, usf.).
Da gibt es entweder die Möglichkeit, dass man sich einen Partner oder eine Firma sucht, die nach demselben Beziehungsmuster funktionieren – dann bekommt man die Liebe und Zuwendung, die man ersehnt. 
Oder aber man lernt diverse andere Methoden, um die Liebe von Menschen zu bekommen. Dies ist der weitaus schwierigere Weg, da dies nur durch Persönlichkeitsbildung und Herzensbildung möglich wird.

Herzlichst
August