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August Höglinger »
Blog Einsichten

In diesem Blog findest du Geschichten aus und vom Leben. Aus einer sichtbaren und unsichtbaren Welt. Ich möchte dich teilhaben lassen an meinen Erkenntnissen, Denkanstößen, Inspirationen, Erfahrungen, Ideen und neuen Plänen.
Dieser Blog ist vor allem für Absolventinnen und Absolventen meiner Seminare und Lehrgänge eingerichtet, denn mit Ihnen verbindet mich eine tiefe Herzensbeziehung und ein Stück gemeinsamen Weges.

Natürlich sind alle Besucherinnen und Besucher herzlich willkommen.
In diesem Sinne freue ich mich und wünsche allen tiefe Einsichten.

Herzlichst
August

Archiveinträge


23.08.2017

Prophet

Es gibt eine Form der Prophetie, die in jedem Menschen steckt, das heißt, jeder von uns ist ein innerer Prophet. Oft ist sie verschüttet und den meisten von uns ist diese Eigenschaft auch nicht bewusst. Dieser innere Prophet drückt das aus, was Gott nur durch diesen bestimmten Menschen und sein Leben ausdrücken kann. Durch jeden Menschen wird ein Aspekt Gottes sichtbar, der nur durch ihn in dieser Art und Weise sichtbar werden kann. 
Die andere Form ist ein von Gott erwählter Prophet, dieser ist einer, der im Namen Gottes spricht.
Um ein Prophet zu sein braucht es:
Die Berufung durch Gott.
Eine Grundhaltung des Hörens auf Gott (nicht mein Wille, sondern sein Wille geschehe).
Eine Wachsamkeit für das Leben, für die Vorgänge in der Gesellschaft und für die Nöte der Zeit und der Menschen.
Die Möglichkeit und das Erfordernis, sich immer wieder in die Stille zurück zu ziehen.
Die Fähigkeit sich immer wieder neu zu orientieren, sich immer wieder auf Gott auszurichten.
Ein Prophet kann die Dinge so sehen, wie Gott sie sieht. Er steht auf und benennt Ungerechtigkeiten. Er widerspricht gegen die Falschheit. Er nennt die Dinge beim Namen, ohne Angst zu haben, anzuecken. 
Ein Prophet darf nicht blind werden für seine eigene Wahrheit. Er tritt gegen alle lebensfeindlichen Tendenzen in der Gesellschaft auf. Die Gabe des Sehens und der Prophetie ist dazu da, um die Wahrheit auf die Erde zu bringen. 
Der Prophet überbringt die Botschaft Gottes an die Menschen und trägt deren Bitten weiter an Gott.
Zu allen Zeiten gab es selbsternannte Propheten, die Herausforderung ist daher, mit dem Herz zu prüfen, welcher Geist dahinter steckt (echter oder falscher Prophet). 

Herzlichst
August

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16.08.2017

Frohbotschaft

Was ist nun genau eine Frohbotschaft? Wohl etwas, das die Kraft in sich trägt, mich und hoffentlich auch andere Menschen froh zu machen. Für mich sind es Geschichten, die das Potenzial der Verwandlung oder neuer Sichtweisen in sich tragen, die ich aus meinem Leben und meiner Arbeit mit Menschen kenne.
Dies sind Bilder, Sätze, Ereignisse, Begebenheiten, die die Kraft hatten und haben, sich in besonderer Form auf mein Leben, bzw. das Leben anderer Menschen auszuwirken. Die Veränderung, neue Erkenntnisse, bzw. Einsichten, seelisches Wohlbefinden, ja sogar Heilung auf seelischer Ebene herbeiführen können.
Ich stellte mir vor, wie Jesus heute wirken würde. Seine Geschichten wären auf die Jetztzeit bezogen. Dinge, die die Menschen in ihrem alltäglichen Leben beschäftigen, alle Sorgen, Nöte, Unsicherheiten, Ängste, Kümmernisse, Freuden, usf. Seine Gleichnisse würden von der aktuellen Lebenssituation und den konkreten Bedürfnissen der Menschen handeln.
Durch meine Gabe der inneren Schau versuche ich genau dieses. Bilder, Gedanken oder auch ganz spezifische Hinweise, die mir unter anderem auch in meinen Gesprächen mit Gott geschenkt werden, verwandeln sich zu Gleichnissen, die immer in Bezug zu einem auftauchenden Thema stehen.
Warum ich erst jetzt eine Frohbotschaft schreiben kann, hat wiederum mit einer Gottesbegegnung zu tun. In einer Meditation wurde mir bewusst, dass Gott in einer neuen, sehr klaren, direkten Form zu mir spricht. Dies wurde möglich, weil ich aufhörte, mich selbst zu manipulieren (es gibt vielfältigste, sehr subtile Formen sich selbst zu manipulieren), seine Botschaften nicht mehr adaptiere, bzw. an meine Vorstellungen anpasste.
Damit hat sich auch die Erkenntnis über meine Berufung gewandelt: nicht ich tue mein Werk für Gott, sondern Gott kann sein Werk an mir, in mir und durch mich tun.

Herzlichst
August

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09.08.2017

ÜBER…

In der momentanen Gesellschaft und Zeit müssen wir lernen, mit dem Über- zu leben und nicht nur zu Überleben.
Im Folgenden führe ich beispielhaft an, was damit gemeint ist. 
Überfluss an vielen Dingen: Lebensmittel, Genussmittel, Informationen, Eindrücken, … Überfluss in allen Lebensbereichen für fast alle. Der heutige Mensch wird bereits ab der Geburt damit konfrontiert (und oft überfordert).
Überforderung, auch die gilt für alle Lebensbereiche, in der Schule, am Arbeitsplatz, in der Freizeit. Hohe Ansprüche an den Lebensstandard, hohe Erwartungen an sich selbst, den Partner und die Kinder, ausgefallene Wünsche und Sehnsüchte führen oftmals zur Überforderung.
Überlastung, viele Erwachsene und Kinder sind überlastet, durch die Vielzahl an Verpflichtungen in Familie, Beruf, Freunde, Freizeit, Hobbys, usf.
Übermaß, viele Menschen tun sich schwer, das richtige Maß zu finden. Angebote in allen Richtungen sind im Übermaß vorhanden.
Übergewicht, ist ein sichtbarer Ausdruck dafür, dass wir mit dem Zuviel herausgefordert sind.
Überdruss, das Gegenteil von materiellem Mangel bewirkt bei uns Menschen einen Überdruss. Da passiert es, dass nichts mehr gut genug, schön genug, usw. ist. Auch werden wir der Dinge (vielleicht auch Menschen) bald überdrüssig. Neues muss her.
Überschwang ist ein emotionaler Zustand, der sich bei großer Freude einstellt. Es gibt aber auch den vermeintlichen Überschwang, der mit der Vorstellung einhergeht, immer glücklich sein zu müssen. 

Herzlichst
August

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02.08.2017

Mystiker

Ich habe die Mystiker vieler Religionen studiert, um zu erforschen, ob und welche Gemeinsamkeiten es gibt. Sowohl den jüdischen Chassidim, Meister Eckhard, Teresa von Avila, Johannes von Gott und anderen christlichen Mystikern, als auch den muslimischen Sufis bzw. Derwischen, den orthodoxen Starzen, hinduistischen Yogis, buddhistischen Tantrikern, Zen-Meistern, usf. galt mein Interesse.
Alle kommen im Wesentlichen zu den gleichen Aussagen und Erkenntnissen. Mir zeigte sich das Bild, als würden verschiedene Menschen an mehreren Stellen einer Wiese ein Loch in die Erde bohren. Irgendwann kommen sie alle auf das gleiche Grundwasser. 
Das Wesen des Mystikers ist, dass er gleichermaßen in der diesseitigen, sichtbaren Welt und in der jenseitigen, unsichtbaren Welt zu Hause ist. Er stellt eine Beziehung zwischen der sichtbaren und der unsichtbaren Welt her. 
Der Mystiker ist ein Mensch, der in seinem Herzen eine Dauerverbindung mit Gott hat. Er macht sich kein Bild von Gott, das ermöglicht ihm, Gott in all seinen Erscheinungsformen zu erkennen. Ein Mystiker legt Gottes Wirken keine Beschränkung auf, somit wird Gott für ihn JETZT und in ALLEM sichtbar. In der Sprache der EDV-Menschen ausgedrückt, hat der Mystiker eine Standleitung (WLAN-Verbindung) zu Gott. 
Die Beziehung beruht auf Dankbarkeit und einer freiwilligen Verpflichtung Gott gegenüber. Das Streben des Mystikers ist das Sterben des „ich will“. 

Herzlichst
August

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26.07.2017

Mitleid und Mitgefühl

Mitleid ist für mich die Emotion, bei der aufgrund eines Leides bei einem anderen Menschen, mein eigenes Leid aktiviert wird. Dh. jemandem widerfährt etwas Tragisches, das für ihn mit Schmerz verbunden ist. Aufgrund seines Leides stellt sich bei mir vermeintlich Mitleid ein. Dieses Gefühl des Mitleides entsteht aber nur dadurch, dass bei mir ein eigener Schmerz aktiviert wird. In mir gibt es zu diesem Thema eine offene Wunde, die wieder zu schmerzen beginnt – empfunden wird dies aber als Mitleid. In Wahrheit leide ich an mir selbst, an der noch nicht verheilten Wunde. 
Mitgefühl ist ein Begriff, der für mich Ungleichheit enthält. Wenn ich für jemand Mitgefühl empfinde, so sehe ich ihn in einer schwächeren oder geschwächten Position. Mich empfinde ich dann als den Stärkeren, dies ist ein Ungleichgewicht, welches nicht im Sinne Gottes sein kann. 
MIT FÜHLEN heißt, ich nehme das Gefühl beim anderen wahr, spüre es in mir und bringe so Verständnis für seine Situation auf. Ich respektiere seine Lage, ohne ihn als „arm“ oder schwach zu erleben. Ich stelle mich auch zur Verfügung, sollte meine Unterstützung erwünscht sein. 
Mitleid, Mitgefühl sind genauso wie Sorge Gefühle, die den anderen schwächen können. Hingegen können Mitfühlen oder Einfühlsam-Sein von betroffenen Menschen als stärkend erlebt werden.

Herzlichst
August

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19.07.2017

Augustinus

Viele Sprüche meines Namenspatrons waren mir schon hilfreich. Unter anderem folgende Aussage, die ich zeitgemäß abgeändert habe:
Im Wesentlichen Einheit!
Im Rest Vielfalt!
In Allem die Liebe!
Mich darauf einzulassen half mir auch, die Einheit hinter der Vielfalt zu erkennen.
Augustinus sagte für mich etwas sehr wesentliches, es ist so etwas wie ein Leitfaden für das Leben: LIEBE und tue was zu willst! 
Dies bedeutet, dass es mein Ziel ist, mich selbst und andere vorbehaltlos zu lieben. Dazu kommt noch die schwierige Frage: Was will ich wirklich wirklich aus ganzem Herzen, aus meinem tiefsten Herzen? Dieses Wollen ist im Einklang mit dem Willen Gottes.

Herzlichst
August

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12.07.2017

Trauernde Hinterbliebene

Welche Möglichkeiten haben Hinterbliebene mit ihrer Trauer umzugehen?
Als Kind bekam ich beim Tod meines Vaters ein innerliches Bild geschenkt. Ich sah, dass die Trauer wie ein schwarzer Guglhupf ist. Die Nachbarn und Verwandten haben nach ihrem Trauerbesuch jeweils ein Stück des Kuchens mitgenommen. Nach jedem Besuch wurde der Trauerkuchen ein Stück kleiner. Dies funktioniert auch bei einem Begräbnis, wenn viele Menschen, die sogenannte Trauergemeinde, ihre Anteilnahme ausdrücken. 
Sehr hilfreich ist es, immer wieder über den Verlust reden zu können, vor allem, wenn jemand mit offenem Herzen zuhört. Ein Trauernder braucht das Gefühl, dass jemand DA ist. Er wurde gerade verlassen oder hat verlassen. Das Gefühl „jetzt bin ich allein“ ist sehr dominant. 
Entlastend ist auch, einen Abschiedsbrief zu schreiben, in dem alle Eindrücke, Gefühle und Gedanken ausgedrückt werden. Abschließen kann man dieses Ritual, indem man den Brief einem der vier Elementen übergibt. 
Alles was schriftlich festgehalten wird, kann ich gedanklich und innerlich loslassen. Da hilft das Schreiben eines Trauertagebuches und oder das Anlegen eines Albums. Es geht immer darum, die emotionalen Eindrücke auszudrücken, damit der Druck nicht zu groß wird.
Der Schmerz darf sein. Manche Trauernde gehen um einen Berg von Schmerz herum und lassen nur kleine Portionen des Schmerzes zu, andere schreien den Schmerz heraus. 
Wir müssen auch begreifen, dass jemand gegangen ist, bzw. nicht mehr da ist. Da ist es ein Geschenk, sich vom Verstorbenen noch Verabschieden zu können, ihn zu berühren oder verbal seinen Gefühlen Ausdruck zu geben. 
Eine ganz wichtige Funktion hat das Trauerjahr. Alle Gedenktage müssen ohne dem Gegangenen durchlebt werden – Geburtstage, Weihnachten, Hochzeitstag, Sterbetag, usf. Alle Familienfeste werden ab nun ohne ihn gefeiert. Die Hinterbliebenen rücken in der Regel näher zusammen. Die Lücke die die gegangene Person hinterlässt wird geschlossen, damit wird der Familienkreis enger. 
Nicht zuletzt hilft es, sich dankbar zu erinnern, was innerlich und äußerlich geblieben ist. Beim Ausräumen der Wohnung oder des Hauses wird entschieden, welche persönlichen Dinge ich behalten möchte, um die Erinnerung aufrecht zu halten. Ist der größte Teil der Trauer bearbeitet, tut es gut, immer wieder einmal in Erinnerungen zu schwelgen. Mit Dankbarkeit zurück zu blicken, erfüllt das Herz.

Herzlichst
August

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05.07.2017

Trauerbewältigung

Durch den Tod und Verlust mir wichtiger Menschen war und bin ich immer wieder herausgefordert, mich mit der Bewältigung der Trauer zu beschäftigen. Ebenso häufig darf ich andere Menschen bei der Trauerarbeit begleiten.
Warum ist das Thema Trauerbewältigung so wichtig?
Weil wir sonst nicht in ein neues Leben ohne den Gegangenen finden. Wir negieren die Tatsache, dass wir damit in eine neue Wirklichkeit eintreten. Wir finden auch keine Lebensfreude mehr. 
Durch Trauerbewältigung können wir uns von Altem, Unerledigtem befreien und abgetrennte Seelenteile zurückholen. Wir sind angehalten, innerlich zu „entrümpeln“, loszulassen und zu vergeben. Der Verlust eines Menschen durch Tod oder Weggang bringt uns um die Möglichkeit, nicht geklärte Themen immer wieder zu verschieben. Es sollte geschlossen werden (im Sinne von offene Kreise schließen), was noch offen ist. Alles was noch nicht ausgedrückt wurde, was ich nachtrage oder auch die Liebe will ausgesprochen werden.  
Per Definition ist Trauer der Prozess der schmerzhaften Anpassung an eine neue Wirklichkeit. Natürlich können wir uns dieser Anpassung verweigern, nicht aber der Wirklichkeit. Die Weigerung kann die Konsequenz haben, dass wir uns dem Leben verweigern und so Schmerz, Trauer und Ängste unseren Alltag prägen. 
Die gesamte seit Jahrzehnten von uns Menschen nicht bewältigte Trauer bewirkt, dass wir einer kollektiven Depression entgegen gehen. Zum Teil sind wir bereits dort. Trotz guter Lebensumstände gab es noch nie so viele Menschen mit psychischen Erkrankungen. Auch die allgemeine Unzufriedenheit ist ein Indikator dafür.

Herzlichst
August

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28.06.2017

Paradies

Der Wunsch und die Sehnsucht vor allem gläubiger Menschen nach dem Paradies tauchen immer wieder einmal auf. Gerade in schwierigen Lebensphasen/Lebenssituationen oder Veränderungsprozessen gibt es Vorstellungen und Fantasien, wie das Paradies aussehen könnte. 
Wir alle haben schon paradiesische Zustände erlebt, ohne uns dessen bewusst zu sein, bzw. ohne darauf zu achten. Säuglinge und Kleinkinder leben solange im Paradies, bis sie die geschützte Atmosphäre des Elternhauses verlassen müssen. 
Es ist ein paradiesischer Zustand, im Einklang mit sich, den Mitmenschen, der Natur und Gott zu leben. Und zwar leben wir dann im Einklang, wenn wir dem Willen Gottes folgen. Adam und Eva sind aus dem Paradies vertrieben worden, weil sie nicht mehr dem Willen Gottes gefolgt sind. 
Wenn wir wieder beginnen, dem Willen Gottes zu folgen, dann kehren wir schon im weltlichen Leben ins Paradies zurück. Dem Willen Gottes zu folgen kann für unsere menschliche Wahrnehmung auch schmerzhaft sein und damit ist auch eine neue Vorstellung bzw. Idee von Paradies erforderlich.

Herzlichst
August

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21.06.2017

Teamseminar

Ich war engagiert worden, für einen Betrieb ein Teamseminar abzuhalten. Zu diesem Zeitpunkt war gerade ein neues Firmengebäude entstanden. 
Am Beginn des Seminars legte der Chef zwei Gitarren in die Mitte des Sesselkreises. Eine neue und eine alte. Er forderte nun die Führungskräfte seines Unternehmens auf, sich zu einer der beiden Gitarren zu stellen. Der größere Teil stellte sich zur neuen Gitarre und drei Personen zur alten. 
Es wurde nun abgefragt, warum sich wer zu welcher Gitarre stellte. Die einen waren mehr am neuen interessiert, die anderen hielten eher am alten fest. Dann nahm er die alte Gitarre und spielte einige Akkorde eines bekannten Liedes. Danach wechselte er zur neuen Gitarre, die symbolisch für das neue Gebäude stand, diese war noch nicht gestimmt.
Nun gab er seinen Mitarbeitern den Hinweis, dass in den nächsten Seminartagen daran gearbeitet werden sollte, die neue Gitarre zu stimmen. Hintergrund war der, dass die Kunden hören, ob es in einer Firma stimmt oder nicht. 
Ob etwas stimmig ist, sieht man nicht am Gebäude, sondern erst, wenn man darauf spielt, das heißt einen Geschäftsfall abwickelt. Am Abend des ersten Seminartages stimmte er die Gitarre ein wenig. Bis zum Ende des Seminars war die Gitarre gestimmt und das Team sang zusammen ein Lied. Das war ein sehr stimmiger Abschluss.

Herzlichst
August

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14.06.2017

Team

In den frühen Jahren meiner Berufstätigkeit als Trainer war ich ein großer Verfechter von Teamarbeit. Für mich war das Team alles, bis ich bei einer Führungsübung mitmachte, die mich schwer in meinen Ansichten verunsicherte. 
Zwei Gruppen mit je vier Personen mussten jeweils ein Fahrrad zusammenbauen. Die Teile dieses Fahrrades waren in einer Schachtel für jede Gruppe vorbereitet. Eine Gruppe durfte einen Chef wählen, der die Koordination durchführte, die andere Gruppe hatte keinen Chef. 
Das für mich verblüffende Ergebnis war, dass die Gruppe ohne Chef zwei Stunden brauchte, die Gruppe mit Chef (obwohl 25% der körperlichen Arbeitskraft brach lagen) brauchte nur eine Stunde. Ich muss noch ergänzen, dass es ein ausgezeichneter Chef war, der die Gruppe gut führen konnte und den Überblick hatte. Jedenfalls relativierte dieses Ergebnis meine Faszination für Teams doch sehr. Ein Team mit einer Führungskraft, die Verantwortung übernimmt, brachte also bei weitem den besseren Erfolg. 
Bei Beratungen von Familienbetrieben beobachtete ich, dass es Ehepaare gibt, die bis zum 2,5-fachen mehr schaffen, als andere Unternehmerehepaare. Wenn die beiden wie ein Team agieren, dann heben sie Aufgaben, die eine Einzelperson niemals heben kann. Es braucht dazu aber ein partnerschaftliches Verhältnis, getragen von gegenseitiger Wertschätzung. Sobald Konkurrenzdenken einfließt, entsteht diese Dynamik nicht. 
Neben dem Begriff Team gibt es, wie schon oben erwähnt, auch die Gruppe. Was ist nun der Unterschied zwischen Gruppe und Team? Eine Gruppe hat ein gemeinsames Kriterium, welches bestimmt, ob jemand dazu gehört: z. B. die Gruppe der Männer, die Gruppe der Frauen, die Gruppe der Raucher, usw. Eine Gruppe kann dann zum Team werden, wenn es ein gemeinsames Ziel gibt. 

Herzlichst
August

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07.06.2017

Körperlicher Schmerz - Leid

In einer Meditation bekam ich Bilder dazu, wie der körperliche Schmerz agiert. Ich sah den körperlichen Schmerz wie den Bewohner eines Hauses, das mein Körper ist. Der Schmerz sucht sich die dünnste Stelle der Außenmauer, um sich bemerkbar zu machen (die schwächste Stelle eines Körpers, ist individuell unterschiedlich, die meisten Menschen kennen ihre Schwachstellen). 
Wenn ich mit Schmerzmittel (Medikamenten) reagiere und auf den Schmerz schieße, sucht sich dieser eine andere dünne Außenmauer (Schwachstelle). Das heißt also, der Schmerz lässt sich nicht so einfach vertreiben. Er bleibt so lange, bis ich seine Botschaft verstanden habe, bzw. ihn ernst nehme und die entsprechenden Maßnahmen setze.
Leid
Leid entspringt einer Selbsttäuschung und der damit verbundenen Enttäuschung. Dem nicht loslassen können des eigenen Willens, dem Stemmen gegen die Wirklichkeit. Wenn der eigene Wille höher gestellt wird, als: dein Wille geschehe. 
Menschen mit schwerer Krankheit oder sonstigen leidvollen Erfahrungen, lösen sich von diesem Leiden, wenn sie die Tatsache ihrer Krankheit oder ihres Verlustes akzeptieren.
Was bleibt ist oft körperlicher und /oder emotionaler Schmerz, Traurigkeit, Unsicherheit, vielleicht auch Ängste, aber das Leiden am eigenen Schicksal fällt weg.
Das Verharren im Leid führt zu Selbstmitleid, depressiver Verstimmung, Resignation, Ohnmacht, zu einem Abwenden vom Leben, weil der Kampf gegen Unabwendbares nicht gewonnen werden kann.
Wende ich mich der Wahrheit meines Lebens zu und nehme diese als solche an, darf der Schmerz sein, aber auch die Liebe wird wieder fließen. Ich nehme mir das Leben mit allem darin Enthaltenen.

Herzlichst
August

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31.05.2017

Schmerz

Meine Erfahrung ist, wenn ich lebendiger werden möchte, dann geht das unter anderem über das ver-schmerzen. Dort wo der Schmerz ist, fließt das Leben nicht voll. 
Wie gehe und ging ich mit meinem Schmerz um? Bei vielen Menschen konnte ich sehen, dass sie um ihren Schmerz kreisen, dies verursacht eher Leid, löst aber nicht den Schmerz. Ich nehme ein Stück des Schmerzes und spüre ihn. Ich lasse den Schmerz zu, nur so kann wieder ein Stück in mir heil werden. 
Auch in meiner Arbeit spüre ich den Schmerz des Klienten und bringe ihn mit dem gerade anstehenden Schmerz in Kontakt. Wenn die Person den Schmerz zulässt, kann er damit einen verdrängten Seelenanteil integrieren und wird dadurch lebendiger.
Auch beim Vergeben und Versöhnen spielt der Umgang mit Schmerz eine entscheidende Rolle. Lasse ich den Schmerz zu, werde ich gestärkt und ich kann mich wieder versöhnen, weil Vergebung gelingt. Verharre ich jedoch im Selbstmitleid, so schwächt das. 
Es ist auch hilfreich zu wissen, dass Trauer und Schmerz in konzentrischen Ringen ablaufen. Der erste und äußere Ring dauert am längsten, die inneren Ringe dauern kürzer, der Schmerz wird aber intensiver.
Schmerz entsteht auch durch das Nichtverbundensein mit Gott. Dies beinhaltet unter anderem, dass ich den Willen Gottes nicht befolge. Damit ist der Schmerz ein wichtiger Wegweiser. Er ist immer auch ein Gradmesser, wie es mit meiner Gottesbeziehung im Moment aussieht und ob ich auf meinem eigenen Weg unterwegs bin. 
Wichtig ist auch zu wissen, dass dem Schmerz oft unterschiedliche Empfindungen vorgelagert sind: z. B. Müdigkeit, Energielosigkeit, Unlust, Freudlosigkeit, etc. Dies können Zeichen sein, dass man einen lebensbehindernden Schmerz zu verdrängen sucht. 

Herzlichst
August

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24.05.2017

Wert - Wertschätzung

Wenn ich mich mit dem Thema Werte in meinem Leben beschäftige, beinhaltet dies auch die Beschäftigung mit dem Sinn des Daseins.
Wenn es mir tatsächlich gelingt, meinen Wert zu erkennen, weiß ich, dass ich reich bin. Gebe ich mir einen Wert und gebe meinem Leben einen Wert, so hat sich die Sinnfrage geklärt – damit gebe ich meinem Leben einen Sinn. 
Wie kann das gelingen? Es ist sehr hilfreich, sich folgende Fragen zu stellen und sie ehrlichen Herzens zu beantworten:
„Was bin ich wert?“
„Was sind meine Werte?“
„Welchen Dingen gebe ich einen Wert (reale und geistige) und wie verwerte ich sie?“
„Was ist für mich wertvoll und was ist für andere wertvoll?“
Wenn ich jemand oder etwas schätze, so bestimmt dies für mich den Wert, dh. meine Wertschätzung bestimmt für mich den Wert. 
Aus spiritueller Sicht ist es so, dass jeder Mensch durch die Liebe Gottes seinen Wert bekommt. Diese Liebe macht alles möglich. Durch die Liebe Gottes kann man absichtslos und bedingungslos lieben. Dies ist ein Geschenk für einen selbst und für die anderen Menschen. Es setzt aber voraus, dass ich dies erkenne und auch zulasse. 
Der Wert, den uns Gott schenkt und den wir uns geben und für andere Menschen haben, ist nicht immer deckungsgleich. Es gibt auch einen Unterschied, was ein Wert vor Gott ist und was für Menschen einen Wäert darstellt.
Häufig bestimmt der Nutzen einer Sache den Wert. Für jeden ist das von Wert, was er benötigt, was er nicht braucht, ist ihm gleichgültig. 
Wie soll ich einen Wert schätzen, der mir nicht wichtig ist, meinem Partner jedoch schon? Wie erkenne ich einen Wert, damit ich ihn auch schätzen kann? Wertschätzung ist dort besonders schwierig, wo jemand ganz andere Werte hat als ich. 
Erkenntnisse und Ideen wollen verwertet werden. Verwerten heißt, verwandeln im Hinblick auf den Wert, den sie für Menschen oder für mich haben. 
Ein Beispiel für gelebte Wertschätzung:
Bei einer großen Holzbaufirma stieg der Geschäftsführer bei einer Rede vor seinen Mitarbeitern auf einen Stapel Platten, um besser gehört und gesehen zu werden. Davor zog er seine feinen Schuhe aus und stieg in Socken auf die Platten. Diese Geste gelebter und ehrlicher Wertschätzung der Arbeit der Mitarbeiter und der Produkte, war tausendmal mehr wert, als viele Worte.

Herzlichst
August

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17.05.2017

Minderwert

Beim Minderwert ist das Problem nicht die Minderwertigkeit, sondern dass man die eigenen Mängel nicht annehmen kann und sie stattdessen ins Unbewusste abdrängt. 
Minderwertigkeit entsteht also durch das Verdrängen meiner negativen Eigenschaften ins Unbewusste. Dabei geht auch das Positive verloren und kann daher nicht gesehen und gewürdigt werden. 
Die Minderwertigkeit hat eines der größten Schädigungspotentiale für den Menschen und für die Menschheit. Sie tritt in maskierter Form als Überheblichkeit und Hybris auf. Überheblichkeit drückt sich am stärksten in Kritik aus. Menschen, die sich minderwertig fühlen, kippen in den Größenwahn oder sie machen die Umgebung so klein, wie sie selbst sind. Größenwahn hat eine höchst destruktive Seite, daraus können sich Despotismus und Tyrannei entwickeln (dazu gibt es etliche Beispiele in der Geschichte).
Aus der Minderwertigkeit können, wenn sie kompensiert wird, auch große Dinge entstehen, beispielsweise herausragende sportliche, intellektuelle und menschliche Leistungen.
In seiner positiven Form hilft mir der Minderwert dabei, mich zu entwickeln, aktiv zu werden, zu reflektieren und zu wachsen. Es ist möglich, dass ich später den Minderwert nur schwer loslassen kann, weil er mir so lange geholfen hat. 
Das Minderwertigkeitsgefühl ist die meist verbreitetste seelische Störung der Gegenwart. Es drückt sich aus in: sich wertlos fühlen, wertlos zu sein, etwas wertloses zu tun! Dieses „Nichtgenügen“ führt bei manchen Menschen zu hoher Aktivität, die sich dann bis zur totalen Erschöpfung auf allen Ebenen treiben lassen.  
Der Minderwertigkeitskomplex ist wie ein schwarzer Schlund, der alles schluckt, auch die positive Wertschätzung. In seiner extremsten Ausformung zieht der Mensch mit einem Minderwertigkeitskomplex den Selbstmord der Selbsterkenntnis vor.
Wenn man zu seiner Minderwertigkeit steht, dann wird man stark. Der Minderwertigkeitskomplex wird durch das Vertrauen Gottes aufgelöst. Dem voran geht allerdings die Erkenntnis der echten Kleinheit: ich bin der schlimmste Mensch der Welt, oder ich bin nichts und ich kann nichts (ohne Gott). Die Erkenntnis, dass Gott uns vertraut lässt unser Selbstvertrauen wachsen.
Demut und Wahrhaftigkeit sind die einzigen Mittel gegen die Minderwertigkeit, z. B. wenn etwas misslingt und ich ohne Hemmungen die Ursache des Misserfolges bei mir selber suchen kann, im Sinne von zuerst vor der eigenen Haustür zu kehren.
Ich stelle mir immer wieder einmal die Frage: wo fühle ich mich noch minderwertig, um damit ein eventuell daraus resultierendes Verhalten zu reflektieren.

Herzlichst
August

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10.05.2017

Selbstwert

Es gibt fünf Punkte, in denen sich Selbstwert ausdrückt:
Übereinstimmung mit dem Gewissen
Positive Umweltreaktion auf das Selbstbild
Wertschätzung der Person
Anerkennung der Leistung 
Eros/Sex
Es ist interessant einmal nachzuprüfen, bei welchen Punkten das Selbstwertgefühl schon ganz gut genährt ist. Möchte ich an meinem Selbstwert arbeiten, kann ich mir aus den Punkten den wichtigsten aussuchen, bei dem ich mir verspreche, am ehesten eine Steigerungsmöglichkeit meines Selbstwertes zu erreichen. 
Davor steht die Frage: Wozu ist es gut, das Selbstwertgefühl zu steigern? Dabei achte ich darauf, ob es vielleicht eine Vermeidungshaltung gibt, um meinen Selbstwert nicht zu steigern. Es gibt eine Taktik, um im Selbstwert nicht verletzt zu werden, nämlich sich selbst so niedrig zu werten, sodass niemand mehr wesentlich abwerten kann. 
Die erfolgreiche Beschäftigung mit dem eigenen Schatten steigert den Selbstwert gewaltig und führt zu echter Souveränität. Das beinhaltet echt und authentisch zu sein – dies ist eine gute Therapiemethode bei geringem Selbstwert, aber auch bei Ängsten. 
Das Gefühl eines eigenen Wertes erlangt man nur, indem man sich einer gegenwärtigen Aufgabe (egal in welchem Bereich) gewachsen sieht, oder sich nach einer erledigten Aufgabe entspannt. 
Es ist auch wichtig zu erkennen, dass uns echte Bewunderung wachsen lässt, das Beneiden aber lässt uns schrumpfen. Die Fragen nach den Stärken und Begabungen stärken uns, die Frage nach dem „nicht gelungenen“ schwächt uns. Die beste Kritik an uns selbst ist die Praxis des Besseren, dh. dass wir es beim nächsten Mal besser schaffen.
Es gibt eine gute Übung zum Thema Selbstwert und zwar: ich erstelle eine Liste, was ich an mir schätze und ergänze dies mit dem Gegenteil. Im 2. Teil liste ich das Negative auf und suche auch das Gegenteil dazu. 
Eine ganz schwierige Sache zum Thema Selbstwert ist die Wertehaltung von vielen Menschen (besonders Frauen), die besagt, ich muss für andere da sein, nicht für mich. Das heißt, dass die Bedürfnisse der anderen Menschen wichtiger sind, als meine Bedürfnisse. Ohne Persönlichkeitsentwicklung wird man mit dieser Einstellung kaum zu einem „gesunden“ Selbstwert gelangen.

Herzlichst
August

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03.05.2017

Wunden

Jeder Mensch weiß, dass fast alle Wunden von selbst heilen. Manche Wunden heilen rückstandslos, andere hinterlassen Narben. Es gibt aber auch offene, blutende Wunden, die immer wieder einmal schmerzen. Dies gilt sowohl für körperliche, als auch für seelische Wunden. 
Durch offene Wunden ist auf spiritueller Ebene sichergestellt, dass das Herz nicht zumachen kann. Schmerz ist eine der größten Liebesgaben Gottes an uns Menschen. Schmerz ist somit eine besondere Ausdrucksform der Liebe und wenn Schmerz keine Angst mehr auslöst, gibt es eine gewaltige Steigerung der Lebendigkeit. Wenn ich Schmerz unterdrücke, unterdrücke ich auch einen Teil des Lebens.
Der Schmerz im Herzen ist also eine spirituelle Kraftquelle für uns. Es ist nicht Gott, der uns den Schmerz zufügt, sondern falsches Denken über ihn. Nicht Gott hat mir meinen Vater genommen, sondern seine Lebenszeit war abgelaufen. Damit musste ich mir eingestehen, dass ich mir viel Schmerz selber zufüge. 
Heilt ein großer Schmerz im Herzen zur Gänze, so wird dieser Schmerz zu einem Charisma. Dh es geht kein Schmerz mehr von dieser Wunde aus, sondern Energie, die heilsam für die Seele anderer Menschen ist.

Herzlichst
August

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26.04.2017

Verletzung

Bei Verletzungen wurde mir bewusst, dass wenn ich verletze oder verletzend bin, dem meistens eine mir zugefügte Verletzung voraus ging. Ich sehe dann nach, wo ich selber verletzt wurde, bzw. ob ich mich nicht selbst verletzt habe.
Man kann nur verletzungsfrei agieren, wenn man sein Herz offen hat. Ist dies der Fall, kann ich Schmerz spüren, ohne verletzt zu sein. Aufgrund dieser Erfahrung kann mein Herz offen bleiben, auch wenn Schmerz droht. 
Wenn ich jemandem böse bin, stellt sich die Frage: Welcher Schmerz steckt dahinter? Denn Verletzungen geschehen nur, wenn ich mit einem Teil der Wirklichkeit nicht in Verbindung bin. Dh. ich habe etwas falsch verstanden, etwas nicht wahrgenommen oder falsch interpretiert, also nicht die ganze Wirklichkeit erkannt. Entweder die eigene Wirklichkeit oder die des anderen. Ich bin dann nur bei mir und nicht beim anderen oder umgekehrt. Dieses Getrenntsein verursacht Schmerz. 
Häufig ist die Angst vor Verletzung so groß, dass versucht wird, die ganze Welt mit „Teppichen“ auszulegen, um nicht verletzt zu werden. Da ist es aber einfacher, sich Sandalen aus „Teppich“ anzuziehen. Dann brauche ich die Welt nicht zu ändern, sondern kann sie belassen wie sie ist, weil ich mit Verletzungen umgehen gelernt habe.
Wenn das Herz ganz offen ist, bin ich unverletzbar. Dahinter steht die Erkenntnis, dass das was uns verletzt, zugleich die Chance birgt, uns zu heilen.

Herzlichst
August

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19.04.2017

Schwermut

Schwermut ist ein Teil unseres Wesens, der gelebt werden will. Es sind dies Zeiten in unserem Leben, in denen es uns „schwer“ fällt „Mut“ zu fassen. In der derzeitigen Gesellschaft werden eher Spaß und sogenanntes positives Denken favorisiert, da ist Schwermut wenig willkommen, wenn nicht gar verpönt. 
Sowohl Schwermut, als auch Wehmut kommen im täglichen Sprachgebrauch kaum vor, es sind Wörter und Zustände mit spiritueller Konnotation. Das heißt, es sind Zustände unserer Seele die immer wieder einmal ihren Ausdruck suchen. Es gibt kaum eine Bewusstheit dafür und die Gefahr, dass solche Zustände pathologisiert werden, ist groß. 
Schwermut als Teil unseres Wesens braucht aber seine Zeit und fordert sie auch ein, sie kommt unaufgefordert und auch die Dauer unterliegt nicht unserem Wollen. Wird versucht Schwermut mit allen Mitteln zu unterdrücken, kann eine Depression daraus entstehen. 
In der Seele jedes Menschen ist ein Teil Schwermut angelegt, die gelebt werden möchte. Natürlich gibt es Unterschiede, bei einem ist die Neigung dazu mehr, beim anderen weniger. Es darf daher sein, dass es Tage im Jahr gibt, die schwermütig sind. Es ist kein Zeichen von seelischer Gesundheit, dass es einem unbedingt immer gut gehen muss. 
Schwermut hat auch kleinere „Geschwister“ und zwar die Wehmut und das Bedauern. Wehmut ist weniger intensiv als Schwermut, es beinhaltet einen kleinen Schmerz und ein Gefühl von Traurigkeit. Bedauern ist oftmals ein Zustand von vorübergehendem Traurigsein über eine verpasste Chance oder Gelegenheit oder auch, dass einem etwas leid tut. 
Die Begriffe Schwermut und Wehmut sind immer mehr aus unserem Sprachgebrauch verschwunden und damit auch aus unserem Bewusstsein. Da passiert es, dass diese seelischen Zustände als bedrohlich und beängstigend, eventuell sogar als behandlungsbedürftig erlebt werden. Gebe ich meiner Seele Zeit und Raum für diese Gefühle und Empfindungen, so werden sie in der Regel wieder von selbst verschwinden.

Herzlichst
August

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12.04.2017

Schwerpunkte von Trauer

Es gibt drei Schwerpunkte von Trauer:
Die Trauer über den Weggang eines Menschen
Ich verliere den Halt, weil ich die Hand des anderen loslassen muss. Beide müssen die Hand des anderen loslassen. Damit wird erforderlich, dass ich den Halt in mir finde und damit in Gott. 
Der Mensch, welcher geht, hinterlässt ein Vakuum. Die Herausforderung ist, dass ich dieses Vakuum mit mir selbst fülle. Da dies eine sehr schwierige Aufgabe ist, wird gelegentlich und vielleicht auch vorübergehend, eine Ersatzhandlung gefunden, z. B. viel Arbeiten, eine Sammelleidenschaft wird entwickelt, ein Haustier angeschafft.
Gelingt es aber, evtl. auch mit Hilfe eines Therapeuten, loszulassen, sich mit dem Verlust auszusöhnen und das Vakuum, welches hinterlassen wurde, zu füllen, so bekomme ich neuen Halt im Leben und neuen Lebensmut. 
In der Regel ist es auch so, dass der Gegangene etwas emotional für mich mitgetragen hat. Jetzt muss ich meinen Rucksack wieder zur Gänze selber tragen. Es kann allerdings auch das Gegenteil eintreten, ich werde etwas los, was ich bisher getragen habe. Damit kann der Weggang eines Menschen auch etwas Befreiendes haben.
Das Beziehungskonto sollte ausgeglichen sein. Da stellt sich die Frage, trage ich dem Gegangenen noch etwas nach oder bin ich noch böse? Es kann aber auch sein, dass meinerseits noch Schuldgefühle oder ein schlechtes Gewissen vorhanden sind. Um das Beziehungskonto klarzustellen ist Aussöhnung notwendig. Dabei muss die zugefügte Verletzung noch einmal wahrgenommen werden. Um sie zu verschmerzen, müssen die Beteiligten den Schmerz zulassen und ausdrücken können. Dabei ist sehr hilfreich, die gemeinsame Zeit mit Dankbarkeit zu betrachten. Dankerfüllte Liebe baut Schuldgefühle ab. 
Trauer über das Versäumte, das nicht mehr nachzuholen ist. Dinge, die aus Nachlässigkeit oder Unbedachtheit verschoben wurden, Wichtiges, das nicht ausgesprochen wurde, bekommen nun neues Gewicht. Gelöst kann dies nur werden, wenn ich dem anderen und mir vergebe.
Trauer über das, was in Zukunft nicht mehr möglich ist. Das „Buch des Lebens“ wurde bereits bis zum Lebensende geschrieben. Nun wird die 2. Hälfte des Lebensbuches weggerissen, alle Pläne, Wünsche, Vorstellungen, Hoffnungen sind weg. Ich muss den 2. Teil des Buches allein neu schreiben. 

Herzlichst
August

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05.04.2017

Urwunde

Der hilfreichste Weg der Wandlung des Schmerzes führt zum Urschmerz und damit zur Urwunde. Es besagt, dass es einen Urschmerz gibt, einen Schmerz, bei dem die Schmerzentwicklung ihren Ausgang nahm. Wenn ich diesen Schmerz finde, dann lösen sich viele Folgeschmerzen von selbst auf. Diese Verwundungen entstehen oft in frühester Kindheit durch Lieblosigkeit, Nichtbeachtung, Geringschätzung, usw. Sie sind die Basis für alle weiteren zugefügten Schmerzen. 
Vor dem Schmerz stehen in der Regel unterschiedliche Ängste, die es gilt anzuschauen. Der Schmerz verbirgt sich demnach hinter den Ängsten. Nehme ich mit dem dahinterliegenden Schmerz Kontakt auf, Stück für Stück, kann die Angst wegbleiben. Wenn ich jedoch den Schmerz nicht wahr- und ernstnehme, dann bleibt/kommt die Angst. 
Realität ist, dass jedes Herz nur eine gewisse Kapazität hat, um Schmerz zu verarbeiten. Es empfiehlt sich daher, nur eine Angst nach der anderen anzusehen und einen Schmerz nach dem anderen wahrzunehmen und zuzulassen. Bei starken, traumatischen Schmerzerlebnissen wird ein Teil davon abgespalten und verdrängt, bis es die Möglichkeit der Aufarbeitung gibt. 
Die Angst verhindert, einen Schmerz zu spüren. Gelingt es die Angst aufzulösen, folgt der Schmerz. Nehme ich den Schmerz wahr und gelingt es ihn zu „verschmerzen“, folgt dahinter das Leben, bzw. die Fülle des Lebens!
Der tiefste Schmerz des Menschen ist etwas vom Bestgehüteten, das es gibt. Es ist eine Gnade, wenn man im Leben an diesen herankommt. 

Herzlichst
August

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29.03.2017

Wie Beziehungen gelingen

Es gibt drei wesentliche Punkte, die zu einem gelingenden Beziehungsleben beitragen.
Zum Ersten, um eine gute/glückliche Partnerschaft leben zu können, ist es erforderlich sich von sich selbst und von den Eltern „scheiden“ zu lassen. 
Das bedeutet, dass ich das Familiensystem, in welchem ich das Kind bin, verlasse. Ich übernehme Verantwortung für mich und mein Leben, ich gehe meinen eigenen Weg, der nicht mehr parallel zu meiner Ursprungsfamilie verläuft. 
Die Scheidung von den Eltern beinhaltet, dass sie mich ziehen lassen  und sich nicht mehr in mein Leben einmischen. Im Idealfall trauen sie mir zu, dass ich im Leben, mit all seinen Höhen und Tiefen, bestehen kann. Das neue Verhältnis bewegt sich auf partnerschaftlicher Ebene, getragen von Liebe und Wertschätzung, aber auch von Respekt vor dem Leben des jeweils anderen. 
Zum Zweiten sollte ich mir selber ein Eheversprechen geben. Ich verspreche mir selber, dass ich mich liebe, ehre und achte. Des weiteren, dass ich mit mir gut umgehe und meinem Menschsein und meinen Herzensqualitäten treu bleibe und dass ich für persönliche Entwicklung offen bin. 
Erst wenn ich mir selbst dieses Versprechen gegeben habe, weiß ich, welches Versprechen ich meinem Partner/meiner Partnerin gebe. 
Vorrangig ist also meine Selbstliebe, weil ich einen anderen nur soweit lieben kann, wie ich mich selbst liebe. 
Der dritte Punkt ist die größte Herausforderung, dabei geht es darum, das Nichtgeliebte beim Partner zu lieben. Auch das beginnt wiederum bei mir. Es geht über den Weg, dass ich mich zuerst mit meinen Schattenseiten auseinandersetze. Dies sind abgespaltene Verhaltensweisen und Teile an mir, die ich nicht mag. Lasse ich diese einmal zu, ist der nächste Schritt, dass ich diese Seiten an mir akzeptiere. Die Meisterleistung besteht dann darin, dass ich dieses Ungeliebte in mein Herz nehme. Ist dies gelungen, kann ich mich darauf einlassen, auch das Ungeliebte in meinem Partner, in meiner Partnerschaft zu lieben. 
Was ich hier beschreibe ist ein Idealzustand von Beziehung der nicht leicht zu erreichen ist. Es lohnt sich aber, diesen anzustreben, da sich damit Freiraum für die Partner und für ihre jeweils ganz persönliche Entwicklung eröffnet. 

Herzlichst
August

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22.03.2017

Schmerz - Verletzung

"Die Wahrheit schmerzt manchmal, die Lüge verletzt!". Diese Erkenntnis half mir, zwischen Schmerz und Verletzung zu unterscheiden. Nicht jede Verletzung stammt von einer Lüge, aber viele Lügen verletzen. Dabei geht es nicht um eine Wertung, sondern um die Differenzierung. Bei der Verletzung durch Lüge ist es egal, ob sie mir durch eine andere Person zugefügt wird, oder ob ich mich selbst belüge. Die Verletzung durch Lüge kann man unter Umständen vermeiden. 
Schmerz, den die Wahrheit, das Leben, die Veränderung einer Realität, zufügt, ist nicht zu umgehen. Diese Form von Schmerz löst sich erst, wenn ein schicksalhaftes Ereignis als neue Wirklichkeit anerkannt wird. 
Die Lüge verletzt und kann auch schmerzhaft sein. Die Wahrheit kann unter Umständen große Schmerzen verursachen, verletzt aber nicht. Im Gegenteil, es besteht die Möglichkeit, dass sich etwas löst und ein Gefühl der Befreiung damit einhergeht. 
Weisheit erwächst daher aus dem, was ein Mensch aus seinem Schmerz macht!

Herzlichst
August

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15.03.2017

Wandlung - persönliche Erkenntnisse

Mir wurde bewusst, dass meine Liebe eine Wandlungskraft hat. Sie wandelt das Ungeliebte (Böse). Das Ungeliebte möchte aber nicht gewandelt werden, sondern so belassen, wie es ist. Es gibt Menschen, die suchen diese Wandlungsliebe bei mir, aber es gibt auch Menschen, die wehren sich gegen meine Wandlungsliebe. Die Aufgabe ist dann, dass ich bei mir bleibe und mich (d.h. das Ungeliebte in mir) wandle und nicht den anderen. Diese Energie/Liebe bleibt dann bei mir und für mich und wandelt mich (Gott ist in mir und ich bin in ihm!). Das bedeutet, ich komme jetzt mit dem Ungeliebten, das mir im anderen begegnet zurecht. Alles was in mir gewandelt wird macht mich frei und stört mich beim anderen nicht mehr. Es gibt dann keine Erwartung, dass sich jemand oder etwas ändern soll. 
Das heißt also, die Wandlungsliebe muss MICH wandeln, dann ist es auch für alle anderen gewandelt. Die Menschen wollen geliebt werden, wie sie sind. Gelingt es, sie so zu lieben, wie sie sind, werden sie gewandelt. 
Später erkannte ich, dass sich die Wandlungsliebe in eine bewahrende, stabilisierende, schützende und behütende Liebe gewandelt hat, in die sogenannte Schutzliebe. Diese Liebe schafft Raum für ein gelöstes Wirken. Wenn ich mich in den anderen einfühle, dann werden seine Themen zu meinen. Dann geschieht mit Gottes Hilfe eine Wandlung in mir. Der andere muss nichts machen. 
Meine Wahrnehmung ist, dass sich mein Leben in dem Maße wandelt, wie ich im Lebensgespräch mit Gott bleibe, dh. Gott in all meinen Lebensvollzügen an erster Stelle steht.

Herzlichst
August

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08.03.2017

Symbole für Wandlung

Ich beginne mit ganz profanen Beispielen, die Wandlung plastisch verdeutlichen sollen: so wandelt sich Rahm zu Schlagobers oder der Mist wird zum Düngemittel. 
All jene Vorgänge in der Natur (deutlich ersichtlich auch an den Jahreszeiten) die vom Menschen nicht willentlich beeinflusst werden können, zeigen uns, dass permanent Wandlung geschieht: die Befruchtung eines Eies, Entpuppung eines Schmetterlings, die Erde, in ihr wandelt sich anorganische Materie zu organischer Materie, Laubblätter werden zu Kompost. Auch in unserem Körper finden viele Wandlungsprozesse statt z. B. Nahrung wird zu Energie.
Auch auf emotionaler-seelischer Ebene gibt es diese Wandlungen, so wird aus Unverständnis Verständnis, aus Ärger wird Freude, Angst wandelt sich in Mut, Kampf in Frieden, häufig geschieht Wandlung eben durch oder nach Erkenntnissen, aber auch durch Reifung.
In der Beichte geschieht Wandlung durch Vergebung. Alles was ich auf den Gabentisch lege, kann in der Hostie gewandelt zu mir zurückkommen. Eine besonders hohe Form der Wandlung ist, wenn es durch Gottes Gnade gelingt, vom Kreuz tragen, hin, zum Leben aus dem Herzen zu gelangen. Die für den Menschen wesentlichste Wandlung findet im Sterbeprozess statt. 
Wie erkenne ich, dass es einen Wandlungsstau gibt? 
Ich entwickle mich nicht mehr weiter. Der Grund dafür ist, dass sich das Herz aufgrund von äußeren oder inneren Einwirkungen verschlossen hat. Gelingt es, das Herz wieder zu öffnen, bekommt man Zugang zur eigenen Wandlung, aber auch zu der der Menschen im Umfeld. Z. B. ein Mann erzählt mir, dass sich bei ihm seit einem Jahr nichts mehr bewegt. Es stellte sich heraus, dass er aufgrund beruflicher Erfordernisse sein Herz verschlossen hat. Damit war bei ihm kein Wandel möglich, er hatte auch keinen Zugang zur Wandlung seiner Frau zum Muttersein und auch keine Herzensbeziehung zu seinem Kind.
Es gibt eine schlagartige Wandlung, oft bestimmt von Krankheit oder schicksalhaftem Geschehen. Aber es gibt auch eine kontinuierliche Wandlung, ein einfaches Beispiel dafür ist der Alterungsprozess.
Wandlung findet unwillkürlich statt, ohne mein Zutun. Wandlung kann man nicht erzwingen, man sollte aber offen dafür sein. In großer Not kann ich Gott um Wandlung bitten, es liegt aber in seinem Ermessen, ob diese dann auch geschieht.

Herzlichst
August

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01.03.2017

Stufenweise Wandlung des Menschen (nach Hl. Benedikt)

Verwandlung des Leibes
Der Leib (Körper) des Menschen wandelt sich in der Form, wie sein Alterungsprozess voran schreitet, bis er letztendlich wieder zu Staub wird. Diese Wandlung ist uns allen bewusst (auch wenn man sie nicht wahrhaben möchte), darüber hinaus gibt es aber auch eine spirituelle Wandlung des Leibes. Je mehr es einem Menschen gelingt so zu leben und zu sein, wie er von Gott gedacht ist, wird sich dies auf seinen Leib auswirken. Er wird zu einem vollkommenen Leib mit all seinen Unvollkommenheiten. 
Verwandlung der Gedanken und Gefühle
Dabei geht es darum, alte Gedankengebäude, die einzementiert sind und den Platz für Neues behindern, zu erkennen und sein Herz zu öffnen (dies ist oft mit sehr vielen Ängsten verbunden) für die Wandlung. Dasselbe gilt für eingegrabene, behindernde Gefühlsstrukturen, die aufgrund von Lebenserfahrung und Familienregeln aufgebaut wurden. Wird es mit Gottes Hilfe möglich diese zu wandeln, so wird der Kern des eigentlichen ICH immer mehr und mehr freigelegt. Spirituelle Entwicklung in alle Richtungen steht dann offen. 
Verwandlung des Willens
Die Verwandlung des Willens erscheint mir als die wesentlichste! Das bedeutet, dass ich meinen Willen loslasse und mich Gottes Willen – dein Wille geschehe – unterordne. Das beinhaltet die totale Hingabe und absolutes Vertrauen in die Güte und Liebe Gottes. Dies ist eine hohe spirituelle Kunst und bedeutet unabhängig zu sein von irdischen Vorgängen und ist verbunden mit völligem Freisein von unwesentlichen Dingen.  

Herzlichst
August

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22.02.2017

Beispiele von Wandlung


Wenn ich Schmerz und Krankheit annehme, kann sich dies zu Leben wandeln, manchmal sind schwere Krankheiten erst ein Auslöser, dass sich jemand dem Leben zuwendet, sich also wandeln lässt. So kann es sein, dass sich Krankheit zur Gesundheit (auf körperlicher oder seelischer Ebene) wandelt, wenn man sie annimmt.
Den wirksamen Mangel wandeln in eine persönliche Stärke durch Überkompensation, so kenne ich jemand, der seine Rechtschreibschwäche hin zum Schreiben aus Berufung wandelte. Oder Demosthenes, der sich vom Stotterer zum größten Redner seiner Zeit wandelte. Das ist der effektivste und effizienteste Wandlungsschritt, den ich gehen kann.
Ich konnte mein altes Zeitmanagement, das dabei unterstützte, möglichst viel Arbeit in kürzester Zeit zu erledigen, in ein neues Zeitmanagement wandeln. Das bedeutet, so zu arbeiten, dass die Liebe in Fluss bleibt und das Gemüt nicht durch Herausforderungen des beruflichen, sowie des privaten Alltags, belastet wird. Das heißt auch, ich überfordere mich nicht mehr. 
Eine Wandlung, die ich bei mir noch wahrnehmen konnte, war meine Form der Aufstellungsarbeit. Diese wandelte sich vom Aufstellen nach Bert Hellinger hin zu den Bewegungen der Seele. Dies entwickelte sich dann noch weiter zur inneren Schau. 
Wir kennen den Ausspruch: sich das Leben nehmen. Dies ist hier nicht nur im Sinne von Selbstmord zu verstehen. Vielmehr gibt es viele Möglichkeiten der Lebensführung, bei der ich mir nicht gestatte, mein Leben zu leben: ich nehme mir also das Leben. Dies kann sich, wenn es gelingt, das Herz zu öffnen, wandeln in: ich nehme mir das Leben in vollen Zügen.
Jede seelische Wunde wandelt sich in ein Charisma, wenn ich sie Gott anvertraue.
Wenn ich mein Schicksal annehme, beginnt es, seine Wandlungskraft zu zeigen, nicht mehr das Leiden steht im Vordergrund, vielmehr anerkenne ich die neue Wirklichkeit.
Es gilt auch die Not des anderen zu erkennen, auch in diesem Fall kann ich um Wandlung bitten. 
In der Lebensmitte, gibt es eine Wandlung vom Tun und Haben zum SEIN. Das Leben wendet sich von außen nach innen, die spirituelle Komponente gewinnt an Bedeutung. 

Herzlichst
August

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15.02.2017

Wie und wodurch vollzieht sich Wandlung?

Wie schon beschrieben, kann ich Wandlung nicht willentlich herbeiführen.
Gott schickt uns Menschen und Situationen unterschiedlichster Art, die für uns Unterstützer bei der Wandlung sind. Diese kann so vor sich gehen, dass wir plötzlich erkennen, verstehen, Sorge oder Angst lösen sich, Bedeutsames wandelt sich in Unbedeutsames, Erstarrung weicht, usw. Das Leben wandelt uns mit all seinen Helfern, deren Gott sich bedient. Gelegentlich erkennen wir diese „Engel“ oder suchen sie sogar, viel häufiger ist es aber, dass es völlig unbewusst passiert. Diese Helfer haben nicht immer ein freundliches Entgegenkommen, so kann ein lästiger oder nörgelnder Nachbar, eine verbitterte Frau im Supermarkt, ein besonders unfreundlicher Mensch Anstoß für eine Wandlung sein. Aber natürlich können auch beseelte Menschen, Kinder in jedem Alter, also alle Menschen mit offenem Herzen Auslöser für eine Wandlung sein.
Manchmal ist uns relativ schnell bewusst, dass Wandlung erfolgt ist, weil das Herz wieder rein und frei ist. Häufig ist es aber so, dass man erst bei einer Rückschau auf sein Leben die vielen Wandlungen wahrnimmt, manche zeigen sich als Erfahrung und Einsicht, andere waren mit einem schmerzhaften Prozess verbunden. 
Was passiert, wenn ich mich der Wandlung verschließe?
In der Natur und damit auch beim Menschen auf körperlicher Ebene kann Wandlung nicht verhindert werden (auch Operationen verschiedenster Art haben keinen Einfluss darauf). 
Derzeit ist weltweit ein Wandel im Gange auf allen Ebenen, in der Gesellschaft, in Politik, in der Natur, in der Kultur, in den Weltanschauungen, usw. Dieser Wandel ängstigt viele Menschen, ist aber dennoch nicht wirklich beeinflussbar. Es wird auch darauf vergessen, dass Wandel immer stattgefunden hat und stattfindet, nur der in der Vergangenheit berührt uns nicht, dieser wird als Geschichte erlebt.  
Auf seelisch-geistiger Ebene bedeutet sich der Wandlung zu verschließen Stillstand. Der Mensch entwickelt sich nicht mehr weiter, er tut immer das Gleiche, reagiert immer nach demselben Schema, bewegt sich also nicht weiter, geht vielmehr im Kreis. 
Dies ist oft mit großer Verbitterung, Frustration, Lebensenttäuschung und evtl. mit Krankheit verbunden. Es kann auch das Gefühl von Lähmung oder Opfer zu sein, auftreten, ebenso wie depressive Verstimmung und Rückzug aus dem Leben. Schicksalhafte Ereignisse verstärken diese Gefühle dann noch, die dann mit Selbstmitleid und dem Eindruck, auf die Schattenseite des Lebens gefallen zu sein, einhergehen können. Andauernde und sich wiederholende Ängste sind ebenfalls ein Merkmal, dass Wandlung nicht zugelassen wird. 

Herzlichst
August

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08.02.2017

Wandlung

Wandlung geschieht in dem Augenblick, in dem es mir mit Gottes Hilfe gelingt, das Nichtgeliebte zu lieben. Wandlung ereignet sich im Herzen und ist von mir selbst nicht willentlich beeinflussbar. Sie wird von Gott bewirkt und ist somit eine Gnade. 
Wandlung ist mehr als Veränderung. Sie ist sozusagen die nächste Stufe der Entwicklung, die Reifung zu einem tieferen Menschsein. Veränderung liegt in der Hand des Menschen, sie ist ein Machwerk des menschlichen Willens. 
Das Leben ist eine ständige Wandlung. Ich kann mich dieser Wandlung aber auch verschließen. Dies geschieht durch ein verschlossenes Herz. Es empfiehlt sich daher darauf zu achten, dass das Herz offen ist, bzw. zu erkennen, was das Herz verschließt. 
Wandlung kann also geschehen, wenn ich mein Herz dem Leben gegenüber öffne, dh. alles darf sein, was mir entgegenkommt. Denn alles was mir entgegenkommt ist Gott. 
Umkehr ist eine besonders tiefe Form der Wandlung. Z. B. die Umkehr vom „ich will“ zum „dein Wille geschehe“. Dies ist einer der wesentlichsten Anfänge. Der Mensch beginnt neu. Diese Umkehr ist in jeder Lebensphase und in jedem Lebensalter möglich, wenn ein Mensch die Entscheidung trifft, ein von Gott geführtes Leben zu leben. 
Erlösung ist eine weitere Form der Wandlung. Z. B. die Erlösung aus einer schuldhaften Verstrickung durch Vergebung, die Erlösung bei schwerer Krankheit durch den Tod, aber auch die Erlösung bei schicksalhaften Geschehen durch Erkenntnis und Annahme des Schicksals. 
Wandlung ist den Christen aus der Eucharistiefeier bekannt und vertraut. Dort wird sie in ritualisierter Form, indem Brot und Wein in Leib und Blut Christi gewandelt wird, durchgeführt. Die dahinter liegende Symbolik der weiteren oder vielleicht wirklichen Wandlung ist nur wenigen bewusst. Es geht darum, die Schwere des Lebens, innere Nöte, das eigene Elend, Kümmernisse, Sorgen – also alles Ungeliebte wandeln zu lassen. Wandlung heißt dabei aber nicht, das alles wie von Zauberhand weg ist, sondern, dass ich auch diese Teile meines Lebens, die mich am meisten herausfordern, lieben lerne. Erst wenn ich sie liebe und anerkenne als Teil meines Lebens kann daraus etwas Neues, bzw. persönliches Wachstum entstehen.
Die seelischen Vorgänge brauchen also als erstes Verständnis und als zweites Einverständnis. Zuerst sollte ich die Gefühle mit dem Herzen verstehen und dann auch mit diesen Gefühlen einverstanden sein, egal wie unangenehm sie vielleicht sind. Erst dann kann Wandlung geschehen. Es wird nur das gewandelt werden, was man mit offenem Herzen annimmt.

Herzlichst
August

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01.02.2017

Berufung

Es gibt ein Thema, für welches ich eine besondere Liebe in meinem Herzen verspüre und zwar ist dies die innere Berufung eines Menschen.
Das Wort Berufung hat keinen besonders interessanten Klang in unserer modernen Gesellschaft, meist wird dies im kirchlichen Bereich angesiedelt. Dennoch erkannte ich in vielen Gesprächen und in der Begleitung von Menschen, dass es ganz aktuell ist und ein tiefes Bedürfnis in den Menschen steckt, ihre Berufung zu leben. 
Es wird nur anders benannt z. B. seinem Leben einen Sinn geben, etwas tun, was ganz meines ist, einen Wert in seiner Arbeit finden, etwas tun oder arbeiten, was mir Freude bereitet oder mich glücklich macht. Dahinter steckt die Sehnsucht, seinen Platz im Leben zu finden, seine Berufung zu erkennen und auch zu leben! Gleichzeitig gibt es eine große Angst, das Leben, das eigene Leben und den Sinn seines Lebens zu versäumen und in die falsche Richtung zu gehen. Damit ist der Wunsch verbunden, seine Einzigartigkeit und Besonderheit zu erkennen. Passiert dies nicht, existiert eine tiefe spirituelle Wunde.
Die Vorstellung, dass Berufung etwas Außergewöhnliches, ja vielleicht sogar etwas Einzigartiges ist beruht darauf, dass ein kleiner Teil von Menschen offensichtliche Begabungen haben (z. B. bekannte Sänger, Maler, Dichter, uä.). Talent für etwas ist eine Gabe, die erst angenommen und entfaltet werden muss, um etwas daraus zu machen – dies ist oft lebenslange schwere Arbeit, die Ausdauer und den Glauben an die Berufung benötigen. 
Jetzt ist es aber so, dass es keine elitären Auswahlprinzipien für Berufung gibt. Der Ruf ereilt jeden Menschen, dieser wird aber häufig nicht wahrgenommen, bzw. erkannt. Dennoch kann es sein, das wir diesem Ruf unbewusst folgen, weil es ein zwingendes inneres Bedürfnis gibt. Es sind oftmals die vielen nicht beachteten „Kleinigkeiten“, wo wir ganz selbstverständlich und spontan handeln. Z. B. jemandem zuhören, der vielleicht gerade in seelischer Not ist, eine Freundin begleiten, die einen Verlust erlebt hat, oder auch eine ältere Nachbarin mit Essen zu versorgen und dies aus einem frohen Herzen, ohne Zwang. Sie sehen also, jeder kennt und folgt vielleicht schon einer seiner Berufungen, ohne sich dessen bewusst zu sein.
Unsere Berufung können wir an unseren Gaben erkennen, diese sind unsere Begabungen und daraus erwachsen die uns gestellten Aufgaben. Gehindert diesen Ruf zu folgen werden wir meist von uns selbst. Vor allem durch unsere Ängste, die sich in verschiedenste Formen verkleiden z. B. in Zweifel, in Limitierungen, in überhöhte Erwartungen, in die Sorge Vorstellungen nicht entsprechen zu können, in Mutlosigkeit, aber auch Bequemlichkeit, um die eigene Komfortzone nicht verlassen zu müssen; hindern wir uns daran, unserer Berufung zu folgen. 
Der Berufung folgen heißt, Verantwortung zu übernehmen, sich den Herausforderungen des Lebens zu stellen und dies bedeutet immer wieder Schwerstarbeit auf allen Ebenen. 
Um den Ruf zu hören und ihm zu folgen bedarf es aber auch und vor allem sich des „Ich will“ bewusst zu werden und es loszulassen, sonst bleibe ich in der Befriedigung meines Egos stecken. Ich erkenne die Bedürfnisse und Nöte der anderen nicht, höre also nicht den Ruf, sondern bleibe mit meinen Bedürfnissen und Defiziten beschäftigt. 
Überwinde ich jedoch dieses „Ich will“, werde ich den Ruf meiner gerade anstehenden Berufung, bzw. meiner Grundberufung hören können und ihm auch folgen. Bin ich entschieden, diesen Weg zu gehen, so wird mir auch der Mut erwachsen, den es immer wieder dazu braucht. 
Zur Vertiefung dieses Themas empfehle ich meine Vortragsmitschrift in Form des Buches: „Berufung“ - Den Sinn im Leben finden. 

Herzlichst
August

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25.01.2017

Feindesliebe

Warum soll ich mich mit der Feindesliebe beschäftigen? Genügt es nicht Feinde zu ignorieren oder meine negativen Gefühle in der Form auszuleben, dass ich Feindliches bekämpfe? Ohne äußere und innere Feinde wären wir kaum herausgefordert uns zu entwickeln, stark zu werden, unterscheiden zu lernen, was dem Leben dient oder es schädigt, gewappnet zu sein für die Härten des Lebens. 
Feindesliebe bedeutet, all das zu lieben, was mich vernichten, beschädigen oder einschränken möchte. Sie ist das höchste Exerzitium (Übung) der Liebe!
Ich bin mir selber mein größter Feind. Dieser Feind stellt das Verdrängte, nicht Geliebte in mir dar; alles was ich an mir abwerte, wo ich mich unzulänglich fühle, nicht liebevoll zu mir bin, mich selbst beschimpfe, unter Druck setze, gering schätze, usw. Bei Gewalt gegen mich selbst gibt es keine Gesetze. Wenn ich gegen mich selbst bin, gibt es keinen Schutz. 
Als ich eines Tages in einer Meditation Kontakt mit meinem inneren Feind aufnahm, sah ich, dass er traurig ist, weil ich ihn nicht liebe, obwohl er das Beste für mich will. Weil ich ihn immer gefürchtet hatte, habe ich das nicht verstanden. 
Es geht also darum, den inneren Feind anzunehmen und ihn zu akzeptieren. Das ist ein Schritt zur Versöhnung mit mir. Wenn keine Feindschaft gegen mich mehr da ist, kann ich in der Liebe sein. Dann ist das Herz offen und die Feinde sind chancenlos, weil sie nirgends andocken können. 
Vieles was ich für einen Feind halte, wird durch meine Einstellung zum Feind. Wenn ich es als göttliches Geschenk/Gabe nehme, dann kann ich mit einem dankbaren Herzen reagieren. Nichts ist feindlich, man muss nur wissen, wie man es nutzen kann, bzw. was man daraus lernen kann. 
Feinde machen mir meine Unzulänglichkeiten sichtbar. Sie decken diese Seiten an mir schonungslos auf und machen mir dadurch Entwicklungsfelder deutlich. 
Der Feind, das Übel, das Böse ist zum Gedeihen notwendig. Ohne Übel, ohne Feind verkommt jede Kreatur, verkommt jede Gemeinschaft, verkommt jedes Individuum, verkommen ganze Völker. Ein Beispiel aus der Natur: das Geweih ist die Waffe der Hirsche gegen die Wölfe, ohne Wölfe nimmt die Geweihbildung ab. Ohne Widerspruch kann das Gute nicht wachsen!
Dazu zählt auch die Fähigkeit sich selbst zu immunisieren, immun zu sein. Die beste Vorsorge der Gesundheit ist die Stärkung des Immunsystems – diese Immunisierung gilt auch für den seelischen, geistlichen und emotionalen Bereich. Erst die Auseinandersetzung mit dem Feind, dem Übel beginnt unser „Immunsystem“ zu aktivieren. Denn in der Gefahr wächst das Rettende (Hölderlin: „Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch“). Das durfte ich in meiner Arbeit immer wieder feststellen. So z. B. war der Weinskandal ein Tiefschlag für die österreichische Weinwirtschaft, schlussendlich war es aber der Startschuss für den österreichischen Qualitätswein. Die drohende Gefahr will uns ein Ziel entdecken lassen, sozusagen den Goldklumpen im Acker. Aus dem Mist der Feindseligkeit soll Dünger werden.
Die Feindesliebe gibt daher eine große innere Stärke. Sie schafft eine Gleichwertigkeit, eine Ebenbürtigkeit. Ich liebe meine Gegner. Ich danke daher allen, die mir das Herz gebrochen haben. Wäre das nicht geschehen, wäre es nicht so offen und einfühlsam, wie es jetzt ist. 
Mir wurde auch bewusst, dass ich den Nazis dankbar bin, weil sie mir die vielen Gesichter des Bösen, die Macht der Massen, die Manipulation und das Abhängig machen gezeigt haben. Ebenso, wie sie sich die niedrigen Instinkte zunutze gemacht haben. Wie sie den Menschen ihre Widerstandsschwäche vor Augen geführt haben. Nur wenn ich all das kenne und darum weiß, kann ich meine „Immunität“, meine Widerstandskraft stärken. Es hilft aber auch zu verstehen, wenn es heißt: „Hasse die Sünde und nicht den Sünder!“  Wir sollten daher auf den Ball schlagen, nicht aber auf den Spieler. 
Der Feind, das Übel, das Böse ist also zum Gedeihen notwendig. Diese Erkenntnis ist einer der höchsten Werte, ist ein geistiges Geheimnis.

Herzlichst
August

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18.01.2017

Wann verschließe ich mein Herz?

Es gibt unterschiedlichste Gründe warum sich ein Herz verschließt, oder verschlossen bleibt. So wie es Einflüsse gibt, die mein Herz öffnen können, so gibt es auch Emotionen, bei denen die Herzenstür zugeht.
Was also verschließt mein Herz?
Wenn ich Angst bekomme verschließt sich mein Herz. Wer Angst hat, dessen Herz ist ganz sicher verschlossen. Angst ist auch die häufigste Ursache, warum ein Herz zu ist.
Bei Lebensgefahr, ungerechtfertigtem Angriff und Schrecken macht das Herz sofort zu, nicht Fühlen sondern Agieren, bzw. Reagieren stehen im Vordergrund. 
Selbstverurteilung, Selbstkritik und Minderwert verschließen das Herz. Wer mit sich selbst lieblos umgeht, hat kein offenes Herz. Auch mit Verbissenheit verfolgter Perfektionismus kann dazu führen, dass das Herz zugeht.
Abwertung und Verletzung führen ebenso zu einem verschlossenen Herzen. Das gilt sowohl, wenn ich abgewertet und verletzt werde, aber auch wenn ich abwerte und verletze. 
Instabilität und Unsicherheit sind Faktoren, die dazu führen, dass ich mein Herz verschließe. Ich fühle mich nicht stabil genug, das auszuhalten, was mir entgegen kommt. Es kann aber auch Angst vor Überforderung sein, dass es mir zu viel ist oder wird. Möglicherweise ist es auch eine Reaktion auf frühere Erfahrungen, wo es notwendig war, mein Herz zu verschließen, um mich zu schützen. 
Mein Herz geht zu, wenn jemand mich verletzt oder verletzen will, das kann auch sein, weil es sich vielleicht von mir verletzt fühlt oder ich unbewusst an eine alte Verletzung gerührt habe. Wenn ich das Herz offen hätte, bräuchte mich niemand zu verletzen und auch ich würde nicht verletzen. 
Bei unterschiedlichen negativen Emotionen verkleinert sich die Herzöffnung, verschließt sich aber nicht, z. B. Ärger, Unlust, Freudlosigkeit, uä. 
Bei Rachegedanken und Vergeltungsgedanken geht das Herz ganz zu, denn die Vergebung ist ausgeschlossen. 
Eine Form des Stolzes, die nicht der Freude sondern der Überheblichkeit entspringt, verschließt mein Herz, denn es fehlt die Dankbarkeit und die Demut.
Unehrlichkeit kommt aus einem ängstlichen Herzen, da hilft es, den Weg der Wahrhaftigkeit zu beschreiten. 
Vertrauensbruch verletzt ein Herz zutiefst, davor schützt, nicht blind zu vertrauen. 
Die Liebe kann auch nicht fließen, wenn die natürliche und göttliche Ordnung nicht stimmt.
Wenn das Herz zu ist, kann weder die Liebe noch die Lebensenergie wirklich fließen, das Leben wird dann mühsam und belastend. Das Ziel wäre daher, das Herz möglichst immer offen zu haben.

Herzlichst
August

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11.01.2017

Was öffnet mein Herz?

Wenn ich merke, dass mein Herz verschlossen ist, gibt es einige Möglichkeiten, die mir helfen, das Herz wieder zu öffnen.
Ich führe diese beispielhaft an, die Liste ist jedoch nicht vollständig. Jeder Mensch macht für sich selber die Erfahrung, was bei ihm besser oder weniger wirkt. Es braucht aber den grundsätzlichen Wunsch ein offenes Herz zu haben und die entsprechende Bitte an Gott, damit die vorgeschlagenen Möglichkeiten Wirkung zeigen.
Herzensöffner:
Wenn es gelingt ehrlich, im Sinne von wahrhaftig zu sein.
Schmerz, nur ein gebrochenes Herz ist ein offenes Herz. (Ich bin daher allen Menschen dankbar, die mir das Herz gebrochen haben.) Wer Schmerz nicht zulässt, verhärtet.
Weinen, wenn ich die Trauer und den Schmerz zulasse, bekomme ich wieder Zugang zur Weichheit meines Herzens.
Liebe, ist die sanfteste und unauffälligste Form, dazu gehören auch die Selbstliebe und ganz besonders auch das Annehmen der Liebe Gottes. Natürlich kann auch die Liebe der Kinder, der Enkelkinder, des Partners, aber auch anderer Menschen und eines Tieres das Herz öffnen. 
Interesse an einem Menschen oder einer Sache, diese Zugewandtheit macht das Herz frei.
Absichtslosigkeit, dh. wenn jemand den Willen Gottes folgt, sein eigenes Wollen loslässt und geschehen lassen kann.
Schönheit in jeder Form, wie natürliche Proportionen, Stil, Natur, usw. Dies zu erkennen, ist nur mit einem offenen Herzen möglich. 
Geschützt fühlen, Geborgenheit und Sicherheit sind gegeben und damit kann sich das Herz öffnen. 
Freude, jede Art von ehrlicher spontaner Freude, kommt nur aus einem offenen Herzen.
Dankbarkeit, wenn ich von Herzen für etwas oder jemand dankbar bin.
Ein unerwartetes Geschenk kann die Qualität haben, das Herz zu öffnen.
Bei älteren Menschen erlebt man, wie sich ihr Herz öffnet, wenn sie sich an schöne Momente ihres Lebens erinnern (dies gilt natürlich auch für Menschen jeden Alters).
Tanzen, im Hier und Jetzt zu sein, sich dem Fluss der Bewegung und der Musik hinzugeben macht das Herz frei. Singen hat eine ebenso starke Wirkung.
Vergebung, nicht mehr Nachzutragen, zugefügten Schmerz zu vergeben, nimmt die Herzensblockade.
Abgeben: Es öffnet auch das Herz, wenn ich Dinge - Ängste, Sorgen, Nöte - die ich nicht ändern kann, an Gott abgebe.
Alkohol und Drogen öffnen in kleineren Dosen konsumiert das Herz, weil sie helfen Hemmungen, Ängste, Schüchternheit u. ä. zu überwinden.
Wenn es Menschen schlecht geht, kann es sein, dass sie ihr Herz für Gott und für andere öffnen.
Ich habe auch die Erfahrung an mir gemacht, dass, wenn ich explodiere oder mich maßlos ärgere und den Ärger raus lasse, mein Herz wieder auf geht. 
Ebenso hilft es, wenn etwas Unausgesprochenes angesprochen wird, bzw. etwas Belastendes ausgesprochen.
Jeder hat schon einmal die Erfahrung gemacht, dass ein emotional berührender Film oder Musik das Herz erwärmen.
Ein lustiger Abend oder wenn die Stimmung passt, werden Herzen frei.
Es öffnet auch das Herz, wenn ich von jemand erkannt werde, mich also erkannt fühle in meinem So-Sein und verstanden werde, vom Herzen her.
Wenn man in Kontakt kommt mit jemand, der ein schlimmes Schicksal erlebt/erlebte, die Betroffenheit öffnet das Herz.
Es geht auch das Herz auf, wenn man bei Hilflosigkeit helfen kann, bzw. wenn es gelingt die Hilflosigkeit mit auszuhalten. 
Auch Erfolgserlebnisse haben die Qualität das Herz zu öffnen und zwar wenn mein überzeugtes und engagiertes Tun Erfolg bringt. 

Herzlichst
August

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04.01.2017

Das Herz öffnen

Das Leben kann mich nur etwas lehren, wenn das Herz offen ist. Habe ich ein verschlossenes Herz, ist keine Weiterentwicklung im Inneren möglich.
Das Herz öffnen ist ein Akt, der durch Absicht eingeleitet wird, durch die Bewusstheit, dass ich nur so mein Leben gestalten kann. Dieser Akt kommt aber nur durch die Gnade Gottes zustande. Wenn ich möchte, dass sich mein Herz-Chakra öffnet, dann geht das nicht willentlich (nicht durch meinen Willen). Wenn ich sagen kann: „Dein Wille geschehe“, dann öffnet sich das Herz.
Wie gelingt es, das Herz zu öffnen und es offen zu lassen? Das ist nur durch die Anwesenheit Gottes/die Anwesenheit der Liebe möglich.
Das Herz ist nur dann wirklich offen, wenn es durch und für Gott offen ist. Wenn ich mich öffne, bin ich allerdings gleichzeitig nach oben (Himmel) und nach unten (Erde) offen. Dh. nicht nur angenehme Gefühle werden intensiv wahrgenommen und wirken, sondern auch alles Schmerzhafte und Leidvolle. 
Ich entdeckte, dass auch Angst das Herz öffnen kann. Ich erlebte dies bei meiner Mutter, als sie reale Todesangst hatte und sie mir aus tiefster Emotion ihren Segen geben konnte. Ähnliches merkte ich bei einem Klienten, dessen Herz erst dann aufgeht, wenn er Verlustangst spürt.
Ich machte die Erfahrung, dass sich mein Herz nicht öffnet, wenn mir die Selbstliebe fehlt. Ich gehe kritisch mit mir um, schaue mit dem Reparaturblick auf mich, der nur teilweise liebevoll ist. 
Ich brauche nichts tun, ich akzeptiere, dass es so ist. Dann öffnet sich das Herz und die Liebe kehrt wieder zurück.
Wie öffne ich also mein Herz und schütze es gleichzeitig? Als erstes bitte ich Gott um Öffnung. Dann achte ich darauf, ob mir jemand in einem Panzer entgegen kommt. Davor schütze ich mich, indem ich sage: „Stopp!“. So kann mein Herz offen bleiben. 
Wenn ich selber offen bin, öffnet diese Liebe auch die Herzen der anderen Menschen. Hat aber jemand Angst vor der Liebe, dann funktioniert das nicht, dann kann ich Gott darum bitten. 
Für mich persönlich habe ich auch erkannt, dass ich mein Herz nur schwer öffnen kann, wenn jemand dem Willen Gottes nicht folgt.
Es gibt mehrere Schritte beim Öffnen des Herzens, wobei Voraussetzung ist, dass das Herz nicht so voll ist, dass nichts mehr hinein kann. 
Zuerst öffnet sich das Herz, dann weitet es sich. Sind diese Schritte gelungen, gibt es das Erleben eines brennenden Herzens (ich brenne für etwas oder jemand). Zuletzt gibt es noch die Erfahrung der Tiefe des Herzens und damit die Tiefe der Liebe. Auch hier gibt es letztendlich eine Schwelle, die nur von innen geöffnet werden kann.

Herzlichst
August

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28.12.2016

Grenzen setzen

Grenzen setzen ist enorm wichtig, weil es ein Grundbaustein jeder menschlichen Beziehung ist. Es ist ein Prinzip des Lebens und zeigt, wie Leben funktioniert. Ein Beispiel dafür ist die menschliche Zelle, die eine halbdurchlässige Hülle hat. Was schädlich für sie ist, weist sie an dieser Außenhaut ab, es gelangt nicht in die Zelle. Was gut für sie sein könnte, lässt sie ein und prüft, ob es nährend ist. Was nicht nährt, scheidet sie wieder aus.
Grenzsteine setzen verhindert im Äußeren Streitigkeiten und Auseinandersetzungen, im Inneren macht es kontakt- und beziehungsfähig. Grenzen setzen ermöglicht also ein Leben in Frieden, sowohl mit mir als auch mit den anderen. 
Grenzen setzen ist die erste Stufe auf dem spirituellen Weg eines Menschen. Erst die Fähigkeit meine Grenzen zu zeigen und zu schützen macht möglich, mich weiteren Lebensthemen zu widmen. Erst dann kann die Arbeit an der Angstfreiheit, das Einlassen auf Intimität und die Selbstaufgabe in der Verschmelzung mit einem Menschen und letztendlich mit Gott erfolgen.
Grenzen setzen gilt es aber nicht nur anderen Menschen gegenüber, sondern vor allem auch sich selbst. Wenn ich mir selber keine Grenzen setze, neige ich dazu mein eigener Feind zu sein. Mir selber Grenzen zu setzen ist eine notwendige Übung, weil es mir nur dann gelingt, ein Gefühl für das richtige Maß zu entwickeln. Und Maß halten ist ein Grundprinzip des spirituellen Lebens. Ich möchte dies am Beispiel Alkohol verdeutlichen. Nicht der Alkohol ist das Problem, sondern die dahinter liegende Maßlosigkeit.
Grenzen und Territorien sind Grundpfeiler des Lebens. Werden diese nicht gesetzt und respektiert gibt es Krieg, im Großen also in der Welt, wie auch im Kleinen (Kleinkrieg) in der Familie oder unmittelbaren Umgebung. 
Meine Grenzen zu kennen und klar zu kommunizieren schützt mich vor vielen Übergriffen, Manipulationen und Machtmissbrauch. Mir meiner Grenzen bewusst zu sein und auch die der anderen zu achten, ist zwingend notwendig um mir mein Leben/meinen Lebensraum zu nehmen. Und es unterstützt das Leben, meines, das der anderen und aller Lebewesen, sowie die Natur zu achten. 
Grenzen setzen trägt zur absoluten Wahrhaftigkeit bei. Man kann sich anderen gegenüber öffnen, weil man sich gleichzeitig schützen kann. Und das verhindert Verletzungen, die vermeidbar sind. 
Je besser ich im Umgang mit Grenzen setzen werde, umso mehr respektiere ich das eigene Leben und das der anderen. 
Ich muss Grenzen haben und um sie wissen, um sie auch einmal bewusst aufgeben zu können. Das heißt aber nicht, dass ich meine Existenz/mein Leben aufgebe. Die spirituelle Komponente dabei ist, ich muss „ich will“ sagen können, um dieses danach bewusst aufzugeben und in „dein Wille geschehe“ wandeln zu lassen. 
Grenzen setzen stimuliert auch die Abwehrkraft, die körperliche aber besonders die geistig/emotionale (ich widersage). So wird es möglich, die Geister zu unterscheiden und zwar in dem Sinne, ob sie dem Leben (meinem und dem der anderen) dienen, oder ob sie dem Leben (meinem und dem der anderen) schaden. 
Das Motto vieler Grenzüberschreiter lautet: Es ist leichter nachher Entschuldigung zu sagen, als vorher Bitte. 
Die Herausforderung ist letztendlich auch, wie kann ich liebevoll und dennoch klare Grenzen setzen? Unser tägliches Übungsfeld ist daher uns unserer Grenzen bewusst zu sein und bei Grenzüberschreitungen zu reagieren, aber auch die Grenzen der anderen zu respektieren. 
Die eigene Familie, besonders auch die Kinder fordern uns dabei permanent heraus. Und vergessen wir nicht, besonders bei Kinder ist Grenzen setzen sehr wichtig und sie lernen das Grenzen setzen durch das Vorbild ihrer Eltern. 

Herzlichst
August

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21.12.2016

Nixtun

Ängste und Nixtun sind zwei starke Prinzipien auf dem eigenen geistlichen Weg. Mit den Ängsten habe ich mich sehr ausführlich beschäftigt und dies in meinem Buch „Erfahrungen mit Angst" beschrieben. Um Zugang zur Spiritualität zu finden, sollte es keine Blockaden durch Ängste geben, das allein genügt aber nicht.
Erst Nixtun ermöglicht mir die Zeit mit Gott! Erst der Wegfall von Beschäftigung und das Loslassen von Tun-Müssen ermöglicht die Leere, die für das Nixtun Voraussetzung ist. Das Nixtun ist deshalb so wichtig, weil es das Wollen unmöglich macht – beim Nixtun bin ich frei vom Wollen!
Die erste Übung dahin ist das Anstreben des äußeren Nixtuns und mit einiger Übung gelingt uns Menschen dies doch immer wieder einmal. Das innere Nixtun ist hingegen eine weitaus größere Herausforderung, aber erst durch dieses innere Nixtun kann Gott in uns wirksam werden.
Der Gedanke und das Gefühl „Es ist nichts zu tun!“ sind ganz tiefe spirituelle Erfahrungen, die das Vertrauen in Gott und das Göttliche im Mensch-Sein auf besondere Art und Weise spürbar machen. Nixtun gibt Gott Raum in mir für sein Wirken.
Der Weg vom Nixtun führt aber noch weiter, hin zum „Geschehen ohne mein Zutun“. Dies ist die hohe Schule des bewussten Gottesdienstes, die nur wenigen Menschen geschenkt ist und viele Jahre der Meditation oder sonstiger Vorarbeit benötigt. Auf unbewusster Ebene hingegen macht vermutlich jeder Mensch diese Erfahrung des „Geschehens ohne mein Zutun“, die meist erst rückblickend als solche erkannt wird.

Herzlichst
August

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14.12.2016

Der Weg des Menschen

Der Mensch geht in seinem Leben zwei Wege. Der äußere, das ist der Weg in dieser Welt. Er geht aber auch einen inneren Weg, den Weg des Herzens und der Spiritualität. Es ist nicht immer leicht, mit der Spannung, die sich dabei ergeben kann, zurecht zu kommen. 
Häufig ist der äußere Weg so dominant, dass der innere Weg zu kurz kommt (umgekehrt passiert dies äußerst selten). 
Der äußere Weg verlangt, dass ich etwas tue. Um im Äußeren etwas zu erreichen, braucht es Anstrengung. Beim äußeren Weg achte ich auf eine gesicherte Stellung und auf ein reibungsloses Funktionieren in der Welt. Ich lerne so, im Leben zu bestehen.
Wende ich mich dem inneren Weg zu, so steht das Machen-Wollen dem, was mich aus dem Inneren anruft, im Weg. Es bedarf der Hinwendung vom Machen zum Zulassen. Beim inneren Weg lasse ich das Anstehende einfach zu. Ich lasse also vertrauensvoll geschehen und gestalte gleichzeitig selbstverantwortlich mit. Ich vertraue auf das Reifen aus dem Inneren heraus, dazu braucht es keine Anstrengung (die ist sogar hinderlich), vielmehr hilft mir dabei die Entspannung.
Letztlich braucht es den Entschluss, das äußere Leben in der Welt im Zeichen meiner inneren Bestimmung zu führen. 
Ziel ist es daher, eine Lebensform zu entwickeln, die mir hilft den äußeren Weg zu gehen und dabei gleichzeitig durchlässig zu bleiben für den inneren Auftrag!

Herzlichst
August

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07.12.2016

Kirche

Vor geraumer Zeit tauchte in einer Meditation nachstehendes Bild über den Zustand der katholischen Kirche auf.
Die Institution Kirche hat vor zwei Jahrtausenden als kleines Fuhrwerk begonnen, auf dem vor allem das Evangelium lag. Im Laufe der Jahrhunderte wurden immer mehr Rituale, Gebete, Feiern und Zeremonien zusätzlich auf das Fuhrwerk geladen. 
In der Zwischenzeit lasten all diese Rituale so schwer auf diesem Fuhrwerk, dass dieses kaum mehr bewegt werden kann. 
Es wäre eine große Chance für die Kirche, sich von einem Großteil des jahrhundertelang angesammelten Ballast zu befreien und sich voll auf das immer zeitgemäße Evangelium zu besinnen. 

Herzlichst
August

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30.11.2016

Ordnung

Wahre Ordnung beruht auf Weisheit und Liebe. Die ganze Natur lebt danach. Nur der Mensch, obwohl er ein Teil der Natur ist, hält sich nicht immer an diese natürliche Ordnung. Dabei würde die einfache Regel gelten: wenn Ordnung ist, ist Frieden.
Ordnung ist aber nie statisch, sie lässt immer neue Muster entstehen:
So entsteht eine neue Ordnung bei Lebensübergängen wie Eheschließung, bei der Geburt eines Kindes, bei Trennung, bei Tod, bei einem Berufswechsel, usf. 
Was kann ich als einzelner Mensch tun, dass alles wieder in Ordnung kommt? Ich muss selbst in Ordnung sein, dann kann sich Ordnung um mich ausbreiten. 
Es gibt das Prinzip der dreifachen Ordnung:
Die Ordnung in sich selbst.
Die Ordnung mit anderen und der Natur.
Die Erfahrung der göttlichen Ordnung. 
Sinn jeder Ordnung ist es, dem Leben und dem nachwachsenden Leben zu dienen.
Eine gute Voraussetzung um Ordnung in sich selbst zu machen ist, die Ordnung zu lieben. Ordnung in sich selbst beginnt mit dem regelmäßigen Entrümpeln äußerlich, aber ganz besonders auch innerlich. Ebenso schaffen Vereinbarungen und Verträge Ordnung. Dazu frage ich mich, welche inneren Verträge habe ich mit mir abgeschlossen, welche mit anderen Menschen und welche mit Gott?
Es sorgt auch für Ordnung, wenn ich mir meiner Grenzen und meines Revieres bewusst bin. Dabei geht es auch um die Rangordnung (in Firma, Familie, Politik, usf.). Es gilt zu klären, wo bin ich über- und wo bin ich untergeordnet. Dh. wofür bin ich verantwortlich und wo muss ich die Position eines anderen anerkennen. 
Ordensregel, Regeln (gesetzliche, natürliche, göttliche) und Normen helfen uns, Ordnungen zu erkennen, anzuerkennen und einzuhalten. 
Gerät etwas oder man in Verwirrung oder sieht man sich einem Chaos gegenüber, so ist dies häufig das Zeichen und die Voraussetzung für eine neue Ordnung – etwas soll umgestaltet, gewandelt werden.
Habe ich mich selbst in Ordnung gebracht, bin also fertig mit dem Aufräumen und Ordnung machen, muss ich dafür sorgen, dass ich in Ordnung bleibe. 
Als zweites geht es um die Ordnung meines direkten Umfeldes, also Familie, Freunde und Beruf. 
Bei Paarbeziehungen kommen die Menschen aus verschiedenen Ordnungen, nur die Liebe lässt diese Unterschiedlichkeit meistern. Ist keine Liebe dabei, ist es eine kalte Ordnung.
Die göttliche Ordnung ist die Ordnung der Liebe. Wahrhaftigkeit ist dabei die wichtigste Grundlage. Dh. ich stehe zu mir so wie ich bin, bin somit authentisch und wahrhaftig und in der Selbstliebe. 
Die Liebe fließt also in zwischenmenschlichen Beziehungen, wenn Ordnung ist, wenn die Angst weg ist, wenn die Macht geklärt ist, wenn Ebenbürtigkeit hergestellt ist. 
Der wesentliche Punkt ist, in die göttliche Ordnung zu kommen. Lassen wir zu, dass er uns in seine Ordnung bringt, stellt sich physische und psychische Gesundheit ein. Wenn Gott in uns ist, dann herrscht göttliche Ordnung. Ist jedoch unser Wille in uns, dann sind wir außerhalb dieser Ordnung. 
Wobei diese göttliche Ordnung nicht ident ist mit der gesellschaftlichen Ordnung.
Wenn sich die Ordnung ausbreiten kann, gibt es Klarheit und die Liebe kann fließen.

Herzlichst
August

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23.11.2016

Grenzverletzungen

Grenzen erkennen, meine und die der anderen, sowie Grenzen setzen, mir selbst und anderen sind für ein liebevolles Miteinander unabdingbar. 
In diesem Text geht es um die Verletzung dieser Grenzen.
Wie erkenne ich, dass bei mir eine Grenzverletzung passiert ist? 
Meistens daran, dass ich in einer Situation, in einem Gespräch, durch das Verhalten eines Menschen, usw. irritiert bin. Ich wusste bisher nicht, dass ich da eine Grenze habe und konnte mich daher nicht schützen, indem ich eine Grenze setze. Wird eine Grenze öfter überschritten oder verletzt, dann beginnt mich diese Tatsache langsam zu stören. Beispiele: der Partner/die Partnerin isst ungefragt von meinem Teller, der Bürokollege macht es sich auf meinem Stuhl bequem, usf. Geht dieser Prozess weiter, weil ich diese Grenzüberschreitungen nicht anspreche, so stellen sich Ärger und Zorn ein. 
Es ist daher empfehlenswert zu reagieren, wenn mich etwas irritiert oder stört. Dann kann ich noch ohne große Emotion über die Sache reden. 
Lasse ich jedoch die Angelegenheit anstehen, sodass sich Ärger und Zorn einstellen, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass ich laut werde und manchmal geht es nicht mehr ohne Schreien. 
Steigert sich der Spannungszustand noch über den Zorn hinaus zu Wut und Hass, kann dies zu tätlichen Angriffen oder auch Selbstmord führen. Diese – bereits somatisierten (körperlichen) – Spannungen lassen sich nur mehr körperlich abbauen durch: treten, schlagen, stoßen, beißen und würgen.
Es gibt gesellschaftlich anerkannte und in der Regel nicht gesundheitsschädliche Formen, diese Spannungen auszuagieren. Beispielsweise den Ball treten, in die Pedale treten, Tennis-, Golf- oder Squashspielen, um zu schlagen. Stoßen in Form von Kegeln, Eisschießen oder Kugelstoßen. Beißen zeigt sich im Frustessen, im Beißen der Fingernägel, im Knirschen mit den Zähnen und auch das Beißen von Kindern zählt dazu. Würgen ist schwieriger zu kompensieren, z. B. durch Auswringen, eine Flasche öffnen, uä. 
Was tue ich nun, wenn ich schon lange Grenzverletzungen zugelassen habe?
Sobald sich ein Bewusstsein für Grenzen und Grenzverletzungen entwickelt hat, kann ich mich bei anderen dafür entschuldigen, dass ich solange Grenzverletzungen zugelassen habe.
Ganz wichtig ist vor allem auch, dass ich mir selbst vergebe, dass ich mich so lange habe verletzen lassen. 
Sich mit dem Thema Grenzen und Grenzverletzungen auseinanderzusetzen ist sehr wesentlich, da dies erst ein friedvolles Zusammenleben mit seinen Mitmenschen ermöglicht. 
Wenn Sie sich mehr in dieses Thema vertiefen wollen, lesen sie mein Buch "Grenzen setzen".

Herzlichst
August

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16.11.2016

Wie funktioniert Einfühlsam Begleiten?

Mein ursprünglicher Antrieb für die Auseinandersetzung mit mir und den Gegebenheiten meines Lebens war das Streben nach einem sorgenfreien Leben und dahinter die Suche nach der Liebe. Das Ergebnis dieser jahrelangen Selbstreflexion war der Wunsch, meine Erfahrungen an interessierte Menschen weiter zu geben. Nach vielen Jahren der Vorarbeit und Vorbereitung entstand also der Lehrgang „Einfühlsam Begleiten“.
Der Weg zur sinnbringenden Form der Begleitung war nicht einfach. Anfangs gelang es mir in Begleitgesprächen gut beim Begleiteten zu sein, da war ich aber nicht bei mir. Nach dem Gespräch gelang es mir gut, wieder bei mir zu sein, aber da war ich nicht mehr beim anderen. Es war ein großes Stück Arbeit, gleichzeitig beim Anderen und bei mir zu sein. Wenn auch noch Gott dabei sein darf, dann ist es komplett.
Begleitung braucht als Grundhaltungen die Absichtslosigkeit, Spontanität, Furchtlosigkeit und Wohlwollen dem anderen gegenüber. 
Meine Anfänge beim Begleiten begannen damit, dass ich die Menschen bei der Hand genommen und zu Gott begleitet habe. Dann erkannte ich in einer Meditation, dass genauso viele Menschen, wie ich zu Gott begleitet hatte, sich von Gott wieder entfernten. So entstand das Zielbild, dass nicht ich, sondern Gott die Menschen begleitet. Jetzt entfernt sich niemand mehr von Gott. Dann nämlich begleitet und führt Gott die Menschen und die Menschen lassen sich von Gott führen und begleiten.
Eine weitere Erkenntnis war, dass eine Begleitung, bei der ich selbst nichts lerne, für beide wirkungslos ist. Ein wichtiges Signal ist, dass bei mir etwas geschieht. Das Problem des anderen ist auch immer mein Problem. Wenn ich mich in den anderen einfühle, dann wird es mein Thema. Und dadurch kann es sich in mir wandeln. Es wirkt dabei die Wandlungsliebe Gottes.

Herzlichst
August

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09.11.2016

Was ist Einfühlsam Begleiten?

Um Einfühlsam Begleiten (EB) zu verdeutlichen, möchte ich es dem Coaching bzw. dem neurolinguistischen Programmieren (NLP) gegenüberstellen.
Im Coaching/NLP wird versucht, ein schlechtes Gefühl durch ein gutes Gefühl zu ersetzen oder Gedanken zu refraimen. Das bedeutet, das Bild in einen anderen Rahmen stecken, es in einem anderen Licht sehen, eine andere Botschaft zu erkennen. 
Beim EB ist es hingegen so, dass ich Gefühle wahrnehme, sie aber nicht mit gut oder schlecht bewerte. Ich weiß vielmehr, dass Gefühle eine Botschaft oder eine Wegweisung beinhalten. Gefühle möchten in erster Linie wahrgenommen werden, sie sind nicht unbedingt ein Appell aktiv zu werden, weil durch das Annehmen bereits die Veränderung beginnt.
Was passiert beim EB?
Ich schaue auf mich selber, ich richte den Fokus auf mich und orte meine Befindlichkeit.
Ich schaue auf den Anderen und achte auf seine geistige und emotionale Verfassung.
Ich schaue auf das Ganze, um ein Gesamtbild zu bekommen, um die ganzheitliche Aufgabenstellung und aktuellen Erfordernisse zu erkennen.
Begleiten bedeutet nicht den anderen tragen! Die Hauptaufgabe des Begleiters ist es, dem Begleiteten die Augen des Herzens auf Gott und die Ohren des Herzens auf seinen Anruf hin zu öffnen: Was möchte Gott von mir? Der Begleiter muss zurück treten hinter den Dialog des suchenden Menschen mit Gott. Er darf diesen Dialog nicht verstellen und nicht im Weg stehen.
Wie sieht also EB bildlich dargestellt aus?
Ich nehme den Menschen, der meine Begleitung sucht, an der Hand, um mit ihm den Weg gemeinsam zu gehen.
Ich gehe den Weg mit diesem Menschen ein zweites Mal, indem ich ihn begleite, ohne ihn an der Hand zu halten.
Der Mensch geht seinen eigenen Weg. Ich bleibe in seiner Nähe.
Ich treffe den Menschen regelmäßig/unregelmäßig zur Reflexion. Zuletzt geht es darum, ihn ganz loszulassen.

Herzlichst
August

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02.11.2016

Mann Gottes

Um ein Mann Gottes zu sein, muss ich zuerst ein Mann sein und nicht die Nachahmung (Abziehbild) eines Mannes. Durch meine Arbeit mit Männern in diversen Seminaren wusste ich, dass sehr viele männliche Attribute, z.B. cool sein, emotional beherrscht, ehrgeizig, leistungsorientiert, nur männliches Gehabe sind. Männer definieren sich über diese vermeintlichen männlichen Eigenschaften und wiegen sich damit oft in falscher Sicherheit.
Was einen wirklichen Mann auszeichnet, ist seine Schaffenskraft, sein Aktiv-Sein, die Fähigkeit etwas zu bewerkstelligen. Ganz besonders wichtig ist der Schaffensaspekt. Ein Mann ist jemand, der sich seiner Fähigkeiten und seiner Position bewusst ist und sich und anderen nichts mehr beweisen muss. Dann kann sich Gott seiner bedienen. Ein Mann Gottes ist jemand, der seine ganze Schaffenskraft Gott zur Verfügung stellt und bereit ist, dem Willen Gottes zu folgen. Natürlich gibt es auch Frauen Gottes, da steht der Liebesaspekt im Vordergrund. Eine Frau Gottes stellt ihre ganze Liebeskraft Gott zur Verfügung.
Dieser spirituelle Weg bedeutet für mich, dass nicht ich durch mein Tun wirke, vielmehr kann eine höhere Macht (Gott) durch mich wirken, wenn ich bereit bin mein ICH (Ichbezogenheit) loszulassen, was nicht immer gelingt.
Es gibt auch einen Zusammenhang zwischen Auserwählt-Sein und ein Mann Gottes zu sein. In der Meditation zeigte sich mir, dass Auserwählte ganz gewöhnliche Menschen sind. Gott bedient sich ihrer, um durch sie zu wirken. Es sind Menschen, die sich von Gott führen lassen, die trotz Hindernissen, Irritationen und Angefeindet-Werden ihren eigenen Weg gehen. Damit wirken sie beispielhaft für Andere und erzeugen so den Mut und den Wunsch, ebenfalls die eigene Auserwählung oder Berufung zu leben.
Johannes von Kreuz fasste dies in einem Satz zusammen:
„Gott führt jeden Menschen einen anderen Weg, so dass man kaum zwei Menschen finden wird, die auch nur auf der Hälfte ihrer Reise zu Gott der gleichen Straße folgen werden.“

Herzlichst
August

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26.10.2016

Meinen Weg gehen

Ich habe zwei Möglichkeiten meinen Weg zu gehen:
Ich gehe den Weg des Willens, das ist der menschliche Weg, den wir zumeist in der ersten Lebenshälfte beschreiten. (Viele Menschen gehen ihn auch ihr ganzes Leben lang).
Ich gehe den Weg der Hingabe, dies ist der göttliche Weg. Hingabe ist allerdings das Allerschwerste auf der Welt. Bei diesem Weg kann ich gar nichts tun, etwas geschieht mit mir, das ich zulasse. (Dieser Weg beginnt häufig erst in einer späteren Lebensphase, wo es um Sinnsuche und Spiritualität geht).
Wenn ich meinen Weg gehe, muss ich nicht jedes Hindernis überwinden, ich kann auch darum herum gehen. Die Gefahr, einen Irrweg oder Umwege zu gehen, ist permanent vorhanden. Und manche Hindernisse holen mich auch wieder ein. 
Der einzige Weg für mich ist daher der uneingeschränkte Weg zu sich selbst und damit zu Gott. Alles was dazu dient und hilft ist wertvoll. Es gilt daher auch immer wieder zu prüfen, wie die Menschen, die mir nahe sind, zu meinem Weg stehen.
Meiner Erkenntnis nach gibt es drei Wege zu Gott, die der Mensch wählen kann:
Der Weg der Erkenntnis. Dieser Weg wird von vielen Geistlichen und Mystikern beschritten.
Der Weg der Liebe. Dieser Weg beinhaltet, dass ich aus der Angst herausgehe und mich der Liebe und dem Vertrauen zuwende.
Der Weg des Lebens. Dabei kommen die Lebendigkeit, die Lebenskraft, die Vitalität zum Tragen.
Der Antritt des Weges beginnt mit dem Einfließen des Göttlichen. Der Weg dient dem Einswerden mit dem göttlichen Leben. Das bedeutet:
Der Abbau dessen, was der Einswerdung im Wege steht.
Die Förderung dessen, was die Einswerdung ermöglicht. 
Nikolaus von Flüe drückt dies in einem Gebet so aus:
Mein Herr und mein Gott, nimm alles von mir, was mich hindert zu dir.
Mein Herr und mein Gott, gib alles mir, was mich fördert zu dir.
Mein Herr und mein Gott, nimm mich mir und gib mich ganz zu eigen dir.
Für den eigenen Weg, erscheint es mir als sehr wesentlich, unbeirrt voranzuschreiten und sich nicht auf Lorbeeren auszuruhen – mit großer Zuversicht voranzuschreiten! Die Basis ist die Dankbarkeit für den bisherigen Weg, jedoch halte ich nicht an diesem fest. 
Dieses Voranschreiten kann aber auch ein Innehalten und eine Ruhebank (Ruhephase) beinhalten. Auch das Zurückgehen ist manchmal eine Vorwärtsbewegung oder ein Anlaufnehmen. Bleibe ich in dieser Unbeirrbarkeit, haben die widergöttlichen Kräfte keine Chance.
Zuerst geht man den Weg, dann wird man zum Weg.  Der Weg hat kein Ziel, bei dem man ankommt. Er ist in sich selber das Ziel. Im Sinne von: Mach eins aus Weg und Ziel.

Herzlichst
August

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19.10.2016

Kinder liebevoll führen

Als erfolgreicher Führungskräftecoach war es für mich eine willkommene Herausforderung, genauer hinzusehen, wie es sich mit dem Führen von Kindern verhält.
Der Unterschied zwischen Führen von Kindern und Erwachsenen ist nicht groß, allerdings braucht man bei Kindern weitaus mehr Durchhaltevermögen und Konsequenz. Kinder fordern uns mehr heraus, dafür ist es einfacher, in der Liebe zu bleiben. Und es lohnt sich allemal Kinder liebevoll zu führen, da dies zu gegenseitiger Wertschätzung und Respekt beiträgt. Außerdem bleibt das Familienklima so, dass sich jeder wohlfühlt und Wachstum für alle möglich ist. 
Ich hoffe, mit diesen Zeilen Ihr Interesse geweckt zu haben und verweise auf mein soeben fertiggestelltes Skriptum, das sie unter folgendem Link kostenlos herunterladen können: http://www.hoeglinger.net/kinder_liebevoll_fuehren.html

Herzlichst
August

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12.10.2016

Mein persönlicher Weg

Wie viele Menschen habe auch ich in meiner Jugend meine Arbeit mit Körper und Geist begonnen. Körperbewusstsein, Körpersprache und Sport wurden ergänzt durch den Intellekt, rationales und systemisches Denken. 
Dann musste ich die Erfahrung machen, dass eine Emotion, nämlich große Angst, das Hirn leerfegen konnte. Alle bis dahin funktionierenden Lebensstrategien fielen in sich zusammen. Ich nenne dies den Resignationspunkt – es ist ein Ereignis, das uns daran hindert weiter zu gehen – oder er wird zum Wendepunkt. 
Für mich hieß das damals, dass ich mich mit meiner Seele zu beschäftigen begann. Mir wurde bewusst, dass alle je erfahrenen und erlebten Emotionen, sowie die sich aktuell zeigenden Gefühle meine Seele ausmachen. Aufgrund der Beschäftigung mit der Seele und den daraus resultierenden Erfahrungen und Erkenntnissen, wurde ich vom Berater zum Seelsorger und geistlichen Begleiter. Ich wollte nicht nur mehr geistig, sondern auch geistlich begleiten.
Mein Werdegang hatte viele Etappen:
Ich ging zuerst den Weg der Anpassung, es folgten die Rebellion, der Weg der Selbständigkeit, der Macht, der Wahrhaftigkeit, der Liebe und dann der eigene Weg, der von Gott geführt ist. 
Der erste Teil dieses Weges war, Gott immer mehr Raum in meinem Leben zu geben und mein Wollen sukzessive zurückzunehmen. Dies ist ein langer Wandlungsprozess. Der konsequente letzte Schritt war es, auch mich und mein Herz zu ergeben. Diese Ergebenheit ist bildhaft wie eine Eroberung. Gott hat mich erobert und ich habe dieser Eroberung zugestimmt. Gott hat mein Herz erobert und ich habe mich freiwillig, Stück für Stück ergeben. Das bedeutet ich habe meinen Willen und meine Macht in seine Obhut/Hände gelegt.
Jetzt gehe ich den Weg der EINHEIT mit Gott.

Herzlichst
August

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05.10.2016

Aussendung

Im einem Gespräch ergab sich das Thema, wie Jesus, bzw. seine Jünger wohl heute wirken würden. Ich zitierte die Stelle Matthäus 10, den Beginn der Aussendungsrede in der es heißt: „Er rief die zwölf Jünger zu sich und gab ihnen Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben, alle Krankheiten und Leiden zu heilen. ... Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus!
Nun stellte sich die Frage, was bedeutet dies in der Jetztzeit. Ich versuchte dies mit Hilfe meiner inneren Schau, meinen persönlichen Erfahrungen und meiner langjährigen Tätigkeit als geistlicher Begleiter in für die heutige Zeit verständliche Aussagen umzuwandeln.
Heilt Kranke:
Für körperlich erkrankte Menschen gibt es eine Vielzahl an gut ausgebildeten Medizinern in den diversen Spezialgebieten und eine hochtechnische Apparatemedizin, die diesen Bereich relativ gut abdecken. Jesus ginge es um das weite Feld an seelisch und geistlich kranken, bzw. belasteten Menschen. Menschen, die am nicht gelebten Leben kranken! Natürlich gibt es auch für sie medikamentöse Unterstützung um Angstzustände, innere Nöte, leidvolle Erfahrungen, seelischen Schmerz, usf. auszuhalten.
Die Aufgabe der heutigen Jünger ist es aber, in erster Linie für einen betroffenen Menschen da zu sein, sich auf seine Not einzulassen, ohne in Klischees oder Vertröstungen zu flüchten. Den Menschen zu erkennen, dies bedingt, dass ich das Bild, welches ich mir gemacht habe, beiseite lasse, ihn nicht auf sein Symptom oder eine Krankheit reduziere (Depression, Burn-out). Vielmehr braucht es ein offenes Herz um den Menschen und seine Bedürfnisse, seine Not wahrzunehmen. Nicht mein Wollen ist entscheidend, sondern was durch das absichtslose Dasein beim Anderen zum Klingen kommt, bzw. auftaucht, oder Bilder die ich bekomme und weiter gebe. Ich stelle mich Gott zur Verfügung, damit er durch mich wirken kann.
Letztendlich bleibt es dem einzelnen Menschen überlassen, welchen Weg er wählt, ob er sich für oder gegen das Leben entscheidet. Dies bezeichne ich als den freien Willen, Gott drängt sich nicht auf, er respektiert den Willen des Menschen. Es reicht uns die Hand, ob wir zugreifen liegt in unserem Ermessen.
Weckt Tote auf:
Damit ist gemeint, dass es viele Menschen gibt, die innerlich tot, sozusagen emotional tot sind. Sie haben irgendwann in ihrem Leben, meist aufgrund von leidvollen und schmerzhaften Erfahrungen, unbewusst beschlossen in den Überlebensmodus zu wechseln. Dh. ich komme gut im Alltag zurecht, lasse aber niemand und nichts so nahe an mich heran, dass es mir emotional zu nahe kommen könnte. Ich lasse nichts zu, was mich vielleicht verletzen oder mir weh tun könnte. Dazu gibt es eine Vielfalt an Strategien, wenn es darum geht sich vor Verletzungen zu schützen. Verbleibe ich dann in diesem Schutzbunker, habe ich mich vom Leben abgewandt.
Wieder zu leben beginnen heißt, das Herz wieder zu öffnen. Um das Herz öffnen zu können braucht es Vertrauen ins Leben, zu mir selber und zu Gott – diese drei Dinge bedingen sich gegenseitig. Das Leben besteht aus den unterschiedlichsten Erfahrungen in der Bandbreite vom größten Glück bis zum tiefsten Leid ist alles möglich. Wenn ich die unangenehmen Gefühle wegsperren möchte, bin ich auch nicht mehr fähig alle schönen Gefühle wirklich tief zu empfinden. Um als einfühlsamer Begleiter die Menschen wieder zum Leben zu führen, muss ich über diese Gesetzmäßigkeiten bescheid wissen.
Macht Aussätzige rein:
Zu Zeiten Jesu waren dies Menschen, die an einer ansteckenden Krankheit litten, heute sind dies alle Menschen, die nicht unserer gesellschaftlichen Norm entsprechen. Behinderte Menschen, Homosexuelle, Arbeitslose, usf. bis hin zu Zuwanderern, die unser Land als ihre neue Heimat gewählt haben.
Früher fürchtete man sich vor den Aussätzigen, weil sie ansteckend waren und somit eine Bedrohung darstellten. Heute fürchten wir uns vor den oben genannten Menschen, weil sie „anders“ sind und anscheinend die Intaktheit unseres Lebens bedrohen (in welcher Form auch immer) und somit angstauslösend wirken.
Realität ist aber, dass wir alle äußere und innere Defizite haben, ob uns dieses bewusst ist oder nicht. Es gibt ein Lied von W. Ambros (Titel: Minderheit), in dem er dieses in einfacher Form sehr treffend ausdrückt: „Jeder gehört zu einer Minderheit, an jeden geht was ab, a jeder hat a handicap, an jeden gehts a so.“
Zu wissen, dass auch ich, trotz meiner scheinbaren Intaktheit Defizite habe ist ein sehr beruhigender Gedanke. Damit überhebe ich mich nicht, stehe nicht über den anderen, vielmehr befinde ich mich auf der gleichen menschlichen Ebene, wie alle Menschen. Es ist dann auch nicht notwendig, meine Ängste und Unzulänglichkeiten auf andere Personen oder Personengruppen zu projizieren. Sobald mir dies bewusst ist, ist es mir möglich meinen eigenen Weg zu gehen und immer wieder auch auf meine „Reinheit“ zu achten, da „Verschmutzungen“ der Gedanken und der Emotionen sehr schnell entstehen können. Die Gefahr, von sich selber abgelenkt zu sein ist groß. Das Wissen, ebenfalls ein „Aussätziger“ zu sein, öffnet mein Herz für die Menschen, die auf der Suche nach ihrem ganz persönlichen Weg sind.
Treibt Dämonen aus:
Das Wort Dämon allein ist schon dazu geeignet Ängste zu wecken und um diese geht es auch unter anderem. Aber nicht nur Ängste sind dämonisch, auch alte Denkmuster (z.B. ich bin nichts wert) und zwanghafte Verhaltensweisen (z.B. Süchte), alles was das Leben schädigen oder vernichten möchte.
Nun haben die Dämonen die Besonderheit sich sehr gut zu tarnen. Wenn ich denke, eines meiner schädigenden Verhaltensmuster verwandelt zu haben, kann es sein, dass es in anderer unerkannter Form wieder auftaucht, meist solange bis es wirklich erlöst ist, dh. es mir gelungen ist, etwas Gutes für mein Leben daraus zu entwickeln.
Alte Denkmuster übernehmen wir meist aus unserer Ursprungsfamilie und werden sie nicht erkannt und reflektiert, so wirken sie ein Leben lang. Es gibt auch Verhaltensweisen, die wir uns als Kleinkinder angeeignet haben, um zu überleben oder mit Ängsten fertig zu werden. Diese waren durchaus einmal sinnvoll, werden aber meist im Erwachsenenleben nicht mehr benötigt. Sie wirken aber solange, bis wir sie erkennen und uns in guter Form von ihnen verabschieden, bzw. sie loslassen. Dies klingt einfacher, als es manchmal ist.
Alle Dämonen haben die Qualität in sich, unser Leben zu behindern, ja sogar zu zerstören! Und gleichzeitig aber auch, wenn wir uns der Herausforderung stellen, daran zu wachsen und stark zu werden!
Das besondere Mittel der Wahl von Dämonen sind Ängste. Ängste sind ungeheuer mächtig und können das Leben eines Menschen derart beeinflussen, dass keine Entfaltung seiner Persönlichkeit, keine Zuwendung zum Leben möglich ist. Sich dem Leben zu verweigern ist widergöttlich! Jede bearbeitete und losgelassene Angst stärkt mich und ist ein Schritt Richtung Leben. Gelingt dies, so dienen Dämonen letztlich dem Leben!
In meiner beruflichen Tätigkeit als einfühlsamer Begleiter sind die oben angeführten Punkte meine Betätigungsfelder. Wobei es immer um Heil-Werden geht. Eine ganz wesentliche Erkenntnis war für mich, dass es in erster Linie die Wirklichkeit ist, die uns heilt. Unsere Wirklichkeit ist sehr oft geschmückt mit Wunschdenken, Vorstellungen, Erwartungen, beeinflusst durch unser Wollen, usf. Die Wirklichkeit zu erkennen und anzuerkennen, so wie sie tatsächlich im Moment ist, wirkt heilsam. Dann wird Platz für Neues oder Veränderung oder was auch immer sich in meinem Leben zeigen möchte.
Heil-Sein bedeutet für mich, alles integriert zu haben, all meine Licht- und Schattenseiten und damit umgehen zu können – also Herr im eigenen Haus zu sein und meinen ureigenen Weg zu gehen.

Herzlichst
August

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28.09.2016

Prioritäten setzen

Bei der Auseinandersetzung mit dem sinnvollen Umgang mit Zeit, stieß ich auf das Thema Prioritäten. 
Dabei sind folgende Prüffragen bei mir aufgetaucht:
Bringt die Sache, die Zeit und Raum einnimmt uns/mich den vorgenommenen Zielen näher?
Es liegt in der Natur des Menschen, dass er sich Ziele setzt. Sei es nun in der Ausbildung, im Beruf, Familiengründung, Familienleben, Persönlichkeitsentwicklung, usf. Die meisten von uns haben eine bestimmte Vorstellung, wo sie hinkommen möchten. Die Anforderungen des Alltags sind aber häufig so vielfältig, dass wir das Ziel aus den Augen verlieren. Da hilft gelegentliches Innehalten um zu überprüfen, ob die Prioritäten noch stimmen, oder ob ich mich schon weit von meinen Vorstellungen/Zielen entfernt habe.
Hätte es negative Konsequenzen, wenn ich eine Sache nicht tue? 
Manchmal kann eine Aufgabe so herausfordernd sein, dass man sie gerne umschiffen würde, um sich das Leben ein wenig leichter zu machen. Dann gilt es nachzuschauen, ob es nicht auf längere Sicht gesehen, einen größeren Energie- und Zeitaufwand bedarf, um das gleiche Ziel zu erreichen. 
Ist eine Sache/Angelegenheit wirkliche wichtig, oder nur dringend?
Dringende Arbeiten/Entscheidungen vermitteln uns oft den Eindruck, dass sie auch wichtig und unaufschiebbar wären. Dabei spielen Wünsche und Erwartungen von Chef/Arbeitskollegen/Partner eine Rolle. Da erweist es sich von Vorteil genau zu prüfen, ob die Angelegenheit für mich wirklich wichtig ist. 
Würde ich es erledigen, wenn ich nur mehr die Hälfte an Zeit zur Verfügung hätte?
Vor dem Hintergrund einer begrenzten Lebenszeit, fällt es viel leichter zu entscheiden, was wirklich wichtig ist. Die Achtsamkeit darauf ist eine intensive und wesentliche und hilft bei der Gewichtung. Die Vorstellung der Endlichkeit immer wieder einfließen zu lassen, relativiert Vieles und wir merken, wie wenig wir wirklich müssen. 
Macht mich dieses Tun glücklicher, kreativer, zufriedener, liebevoller?
Dies ist eine sehr wesentliche Frage. Kann ich sie mit einem beherzten „Ja“ beantworten, so steht der Aufwand in einem guten Verhältnis zum Ergebnis und das seelische Wohlbefinden wird damit gefördert!

Herzlichst
August

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21.09.2016

Gott erkennen

In meiner Arbeit als einfühlsamer/geistlicher Begleiter treffe ich immer wieder auf Menschen, die an eine höhere Instanz/Macht, ich nenne sie Gott glauben. Sie fühlen sich aber oftmals unsicher und hilflos das Wirken in ihrem alltäglichen Leben zu erkennen. 
Die Sehnsucht und das Bedürfnis Gott in ihr Leben zu integrieren ist oft sehr groß, aber häufig von Kindheitsbildern oder kirchlichen Bildern geprägt, die inneren Widerstand erzeugen. 
Große Erleichterung verschafft dann der Hinweis, dass Gott zu uns kommt in der Verkleidung unseres Lebens. Wenn ich Gott suchen möchte, gelingt dies am besten, wenn man sein eigenes Leben und seine Zusammenhänge reflektiert. Gott drückt sich am direktesten im Leben aus!
Gott kann nicht in kultischen Handlungen erfahren und geliebt werden, vielmehr gelingt dies in der Nächstenliebe und der Liebe zur Natur. Denn Gott zu lieben heißt auch alles zu lieben, was er geschaffen hat. Das heißt auch, wenn wir die Welt, oder vielleicht auch unseren Nächsten verändern wollen, brauchen wir sie nur zu lieben, wie sie sind. 
Es würde eine Lästerung Gottes bedeuten, wenn ich an das Böse (gut und bös sind menschliche Wertungen) glaube – denn ALLES ist in IHM. Ich halte mich da an das Wort Gottes, das sagt: “Betrachte ALLES was ich geschaffen habe mit großer Liebe!“

Herzlichst
August

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14.09.2016

Die nächsten Generationen

Eines Tages versetzte ich mich in die Lage eines 20-jährigen und versuchte mit seinen Augen auf die Welt zu schauen. Da entdeckte ich, dass ich als 50+ vieles von den Jungen nicht gesehen und verstanden habe. Viele von ihnen sind viel reifer und weiter entwickelt, als ich das bin. Vor allem im Umgang mit den Herausforderungen der aktuellen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Gegebenheiten und ganz besonders mit den neuen Technologien. 
Ich werde da auch kaum nachkommen. Das änderte mein Verständnis für junge Menschen grundlegend. Es erinnerte mich an Khalil Gibran, der in seinem Buch „Der Prophet“ schreibt, dass die Eltern die Bögen und die Kinder die Pfeile sind. Und Pfeile fliegen immer weiter als der Bogen. Das bedeutet für mich, dass man jungen Menschen keine Ratschläge geben darf und kann. Es hieße, sie zurück zu holen auf einen Status, den sie längst überschritten haben und in eine Welt, die es so nicht mehr gibt. 
Ein Beispiel: Junge Ehepaare sind viel partnerschaftlicher in ihren Beziehungen. Die emotionale Last ist etwa 60:40 zwischen Frauen und Männern verteilt. Das ist ein großer Fortschritt gegenüber meiner Generation, da war es 80:20. Die jungen Leute wissen dies auch und mit dem Ruf nach Emanzipation wie vor 40 Jahren können viele junge Frauen, aber auch junge Männer nichts mehr anfangen. 
Junge Menschen erwarten viel mehr Einbeziehung in Entscheidungen, die ihren Lebensbereich und ihre Zukunft betreffen. Das sind Herausforderungen für Führungskräfte, die auf eine neue Generation von Mitarbeitern treffen, für die frühere Werte belanglos geworden sind. Aber auch die Politik ist gefordert und gelegentlich entsteht der Eindruck, dass sie mit ihren Vorstellungen der realen Lebenswelt den jungen Menschen nicht mehr gerecht wird. Ebenso muss die ganze Gesellschaft darauf reagieren, dass die Lebensentwürfe heute völlig anders sind als noch vor 20 Jahren.

Herzlichst
August

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07.09.2016

Reaktion auf Situationen

Unser Leben ist sehr wesentlich davon bestimmt, wie wir auf Situationen – alltägliche, spezielle, schwierige, uä. – reagieren. Dabei gibt es drei Verhaltensmuster, die variieren können, je nachdem, wie ich mich einer Situation gewachsen fühle.
Die häufigste Reaktion, vor allem auf herausfordernde Situationen, ist das Nichtstun, zum Stillstand kommen („aussitzen“, „Kopf in den Sand“, „abtauchen“, usf.) Dies ist ein Zustand, der dennoch Druck erzeugt, wobei dieser bewusst oft nicht wahrgenommen wird. Die Seele und der Körper befinden sich im Dauerstress, eine Selbstbestrafung in Form von Beschädigungen (körperlicher oder seelischer Art) kann geschehen. 
Die zweite Reaktionsmöglichkeit, die mir zur Verfügung steht ist, die Lage zu verändern, indem ich handle. Dh. ich reagiere auf die Herausforderung nach meinem besten Wissen, mit meinen Fähigkeiten und mit meinen Erfahrungswerten. 
Die dritte Verhaltensweise ist, dass ich die Lage akzeptiere wie sie ist. Diese Entscheidung entspringt der Erkenntnis, dass eine neue Wirklichkeit eingetreten ist. Vertraue ich in diesem Fall der Weisheit meiner Seele, so ist mir klar, dass diese Tatsache durch mich nicht veränderbar ist.

Herzlichst
August

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31.08.2016

Meditation als meine Lehrmethode

Früher geschah es manchmal, dass ich von Menschen, die ein Seminar oder einen Lehrgang bei mir absolvierten, als Lehrer oder Meister bezeichnet wurde. Lange Zeit konnte ich mit diesen Begriffen wenig anfangen und bezog sie nicht wirklich auf mich. 
Vor kurzem ist mir aber bewusst geworden, dass ich tatsächlich eine ganz eigene Lehrmethode entwickelt habe. Diese ist meine Form der Meditation, die ich vermittle. 
Es ist eine Lern- und Lehrmethode, die in unsere Zeit passt. In meinen Meditationsseminaren lehre ich den Teilnehmer/innen den Zugang zum inneren Wissen. Wir legen in den Seminaren dieses Wissen frei und lernen so voneinander über das Leben.
Meiner Beobachtung nach hat jeder Mensch zumindest vier Lehrmeister:
Da ist zum ersten der innere Lehrmeister. So bezeichne ich die innere Stimme, das innere Wissen. 
Der zweite ist der ewige Lehrmeister, damit meine ich das Leben. Das Leben lehrt und schult uns täglich ohne Unterlass und es liegt an uns, dies zu erkennen und für uns zu nutzen.
Die dritte Möglichkeit ist das Lernen von den anderen. Jeder Mitmensch ist auf seine Art ein Lehrmeister auf seinem Spezialgebiet. Jeder kann irgendetwas besonders gut, das ich mir abschauen und wovon ich lernen kann. 
Die vierte Chance ist das Lernen vom lebendigen Lehrmeister. Dies ist ein Mensch, welchen ich als Lehrmeister erkenne und anerkenne, zu dem ich Vertrauen fasse und der mich begleitet, falls nötig korrigiert oder auch ergänzt. 
Wird ein Mensch von einer Gotteserfahrung angerührt, dann entsteht die Frage nach dem Lehrmeister. Als Lehrmeister kann jemand wirken, der seinem inneren ureigenen Weg folgt und bei dem sein innerer Lehrmeister am Werk ist. Dieser innere und ewige Lehrmeister ist für mich Gott, der sich im konkreten, alltäglichen Leben spiegelt und sich in dafür bereiten Menschen zeigt.

Herzlichst
August

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24.08.2016

Gedankengebäude

In einer Meditation sehe ich, wie in mir eine Unzahl von Gedanken-Gebäuden existieren.
Was sind nun Gedanken-Gebäude? Dies sind alle meine Gedankenmuster, Vorstellungen und Erkenntnisse, die ich im Laufe meines Lebens angesammelt habe. Bei mir waren viele dieser Gedanken-Gebäude auf Grundlage von Angst erbaut. Aber nicht nur auf meiner Angst, sondern auch auf der Angst meiner Eltern, meiner Vorfahren, der Menschen, die mich umgeben haben. 
In einer Reflexion wird mir klar, dass ein Großteil meiner Erziehung auf Angst – man kann es auch Sorge nennen – aufgebaut ist. So werden viele Muster, Lehr- und Leitsätze, Familienregeln unreflektiert, ungefiltert und gänzlich unbewusst übernommen und von Generation zu Generation weitergegeben. 
Stellen sie sich vor, für Sie existieren 10 ha Grund und in jedem Lebensjahrzehnt werden 2 ha mit Gedanken-Gebäuden verbaut. Nach 50 Lebensjahren ist nichts mehr frei und sie können keinen wirklich grundlegend neuen Gedanken mehr entwickeln. 
Alle „neuen“ Gedanken können nur mehr auf alten Gedanken-Gebäuden aufbauen. Scheinbare Kreativität, Visionen, Ideen, Entwicklungsschritte entstehen innerhalb dieses vorgegebenen Rahmens der alten Gedanken-Gebäude. Ihre Grundlange ist also meist etwas Altes.
Bei näherem Hinsehen wurde mir bewusst, dass ich einen Teil dieser alten Gedanken-Gebäude weder benutze, noch benötige. Was macht man nun mit alten Gedankengebäuden? Abreißen und neue errichten?
Gedanken-Gebäude die auf Angst aufgebaut sind, haben kein wirklich brauchbares Fundament. Als ich beschließe diese loszulassen (dieses setzt voraus, dass man sich vorher intensiv mit seinen Ängsten beschäftigt), lösen sie sich in Luft auf und darunter wird fruchtbare, dunkle Erde sichtbar. Sie ist für mich das Symbol der umfassenden Liebe und der Liebe Gottes. Aus diesem Boden wächst, was ganz natürlich aus der Liebe Gottes kommt. 
Ich merkte auch, dass alte Gedanken und Erfahrungen mich müde und kraftlos werden lassen. Entlarve ich diese Gedanken, ist die Kraft sofort wieder da. Dieses geht über das Erkennen und die Wandlung der alten Gedanken. 
Die Wandlung geschieht durch die Hilfe Gottes. Bitte ich darum, bekomme ich sie auch, weil es in seinem Sinne ist, viele neue Gedanken und Sichtweisen in die Welt zu bringen, die aus der Liebe gespeist sind.

Herzlichst
August

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17.08.2016

Einsam oder allein

Einsam kann sich ein Mensch unter hunderten von anderen Menschen fühlen, aber auch innerhalb der Familie oder unter Arbeitskollegen. Einsamkeit hat grundsätzlich nichts mit Alleinsein zu tun. Einsamkeit ist ein Gefühlszustand und dieser tritt ein, wenn mein Herz verschlossen ist. Mit einem verschlossenen Herzen ist es nicht möglich, in emotional nährende Beziehungen mit anderen Menschen zu treten. 
Wenn mein Herz offen ist, kann es sein, dass ich allein bin und mich auch allein fühle, jedoch nicht einsam. Das Alleinsein und das Alleinsein-Können hat eine wichtige spirituelle Komponente: das allein sein ist die Voraussetzung für das All-eins-sein mit Gott, mit dem Universum, mit dem Leben.

Herzlichst
August

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10.08.2016

Effizienzstreben

Eines Tages wurde mir bewusst, dass ich seit wirklich langer Zeit versuche, die mir gestellten (auch selbst gestellten) Aufgaben mit größter Effizienz zu erledigen. Dies war für mich der Anlass, einmal nachzusehen, was hinter meinem Effizienzstreben steckt. Dabei wurden mir drei Gründe klar:
Ein Anliegen von mir ist, möglichst wenig sinnlose Energie zu vergeuden. Das heißt um mir Umwege, Wiederholungen, uä. zu ersparen, plane und bereite ich eine Unternehmung oder Anschaffung ganz genau vor, kläre auch die Sinnfrage, um Zeit und Energie zu sparen.
Meine Motivation liegt darin begründet, nach dem Besten zu suchen. Dabei achte ich darauf, was derzeit das Bestmögliche ist. Hinter diesem Bemühen, das Beste zu finden steht letztendlich die Suche nach Gott, ihn in Allem zu erkennen. 
In mir ist der Wunsch, möglichst viel bewirken zu können, in der doch relativ kurzen Lebenszeit. Ich erahne darin den Willen Gottes, meine Ressourcen, Fähigkeiten und Gaben so einzusetzen, dass sie optimal und bestens genutzt werden. 
Im Laufe der Zeit wurde mir allerdings bewusst, dass Effizienz, die aus Angst betrieben wird, sich äußerst negativ auf das seelische und körperliche Wohlbefinden auswirken kann. Positiv hingegen ist die Art von Effizienz, deren Hintergrund es ist, den leichten Weg zu suchen, damit die zur Verfügung stehende Kraft geschont und sorgsam mit ihr umgegangen wird.
Als ich einmal mein Effizienzstreben von der spirituellen Seite betrachtete, erkannte ich, dass es eine Form gibt, die meine Seele verletzt. Und zwar geht es dabei um Dinge, die das Herz erfreuen, die sind meist keine Spur effizient. Vielmehr ist es so, dass diese Dinge (Gefühle, Beziehungen, Selbstreflektion, Meditation,…) erst dann ihre Kraft entfalten können, wenn genügend Zeit und sogar ein gewisses Maß an Ineffizienz da sein darf.

Herzlichst
August

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03.08.2016

Ruhe-Stille-tiefste Ebene

Den Weg zu sich selbst findet der Mensch nur, wenn er die spirituelle Dimension des Lebens mit einbezieht. Je nach Religionsbekenntnis oder auch ohne Bekenntnis wird diese Ebene unterschiedlich benannt, für mich heißt sie Gott.
Die erste Übung auf dem Weg zu Gott und damit auch zu mir selbst, ist das Ruhig-Werden. Damit ist äußere und innere Ruhe gemeint. Im Außen ist es das körperliche Nichtstun – im ZEN sitzt man beispielsweise stundenlang fast völlig regungslos. Innere Ruhe zeigt sich im Aushalten dieses Nichtstuns, dem Drang wieder aktiv zu werden, mit Gelassenheit zu begegnen. 
Die zweite Übung ist das Stillwerden. Damit ist gemeint, den Kopf leer zu bekommen von all den Gedanken, die in der Ruhe ohne Unterlass auftauchen. Dies ist mit großen Anforderungen verbunden und bedarf längerer Zeit des Übens. Ausdauer, Disziplin und permanentes Wiederholen sind dabei wichtig. Für mich war und ist Meditation die hilfreichste Methode, um diesen Zustand zu erreichen.
Gelingt es in der Ruhe und im Stillwerden eine Meisterschaft zu erlangen, eröffnet sich eine noch tiefere Ebene. Diese ist das Eins-Sein mit Gott, dem Universum, der Natur. Wird diese Ebene erreicht, zeigt sich der Zugang zu unerschöpflicher Kraft. Ist man mit dieser Kraft verbunden, kann die Welt „bewegt“ werden. Das heißt, es geschehen Dinge auf dieser Erde, die für die seelische Entwicklung aller Menschen notwendig sind. Diese „Weltbewegungen“ sind aber für den Großteil der Menschen nicht wahrnehmbar.

Herzlichst
August

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27.07.2016

Verantwortung

Verantwortung ist ein Begriff, der häufig und in unterschiedlichsten Zusammenhängen gebraucht wird. 
Wofür bin ich verantwortlich – in der Familie, in der Firma, in der Partnerschaft, bei  Freunden, in der Gesellschaft, usf.?
Ein Großteil der Menschen tragen Verantwortung für viele Bereiche oder übernehmen Verantwortung für alle möglichen Personen, gelegentlich entwickelt sich dies zu einer immer größer werdenden Mühsal und Scheitern ist oft vorprogrammiert. 
Die einzige Verantwortung die ich habe, ist die für mich und mein Leben und die trägt Gott mit mir. Was so einfach klingt, ist für viele Menschen das Schwierigste. 
Völlig unbewusst neigen wir dazu, uns für alles Mögliche und für alle möglichen Menschen verantwortlich zu fühlen, nur nicht für uns selbst. 
Übernehme ich Verantwortung für mich selbst, ist eine Konsequenz daraus, dass ich sonst keine Verantwortung tragen muss. Ich brauche diese nur auf den Boden der Realität zu stellen (also die augenblickliche, tatsächliche Wirklichkeit wahrnehmen und erkennen), dort steht sie gut.
Verantwortung für mich selbst übernehmen bedeutet, zu allen Folgen meines Tuns, meines Denkens, meines Handelns, meiner Äußerungen, zu Allem was von mir kommt, zu stehen. 
Dieses bedarf der ständigen Klärung, ist das jetzt meine Sache oder nicht. Dazu ist eine regelmäßige Reflexion der eigenen Person und der eigenen Beweggründe notwendig. Gelingt der Schritt der Rückbesinnung auf die Selbstverantwortlichkeit und das Respektieren der Verantwortlichkeit jedes Menschen für sich selbst, so kann sich das alltägliche Leben deutlich vereinfachen. Damit eröffnet sich Raum für Wesentliches, nämlich für die spirituelle Dimension des Lebens. 

Herzlichst
August

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20.07.2016

Überlastung-Überforderung-Burnout

Drei wesentliche Gründe gibt es, die zu Überlastung, in weiterer Folge zu Überforderung und letztlich auch zu einem Burnout führen können.
1. Die Unfähigkeit nein sagen zu können. Egal wer, egal was benötigt wird, ohne viel zu hinterfragen wird es erledigt.
2. Sich für alles verantwortlich fühlen, ohne dafür verantwortlich zu sein. Dies betrifft alle Lebensbereiche, also Arbeit, Familie, Freunde, Vereine, usw. Wird jemand gebraucht, fühlt man sich zuständig und verantwortlich. Dieses Gefühl korreliert stark mit dem Bedürfnis, es allen recht machen zu wollen. 
3. Man hat hohe Ansprüche an sich selbst und will alles schaffen und bewältigen. Verbunden damit ist das Gefühl, dass noch immer zu wenig geleistet wird, bzw. das Geleistete nicht gut genug ist. Häufig gesellt sich Perfektionismus hinzu.
Werden Warnzeichen der Seele und des Körpers, die auf diese Überlastung reagieren, nicht rechtzeitig erkannt und keine Änderung herbei geführt, kann die Überforderung in ein Burnout kippen.

Herzlichst
August

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13.07.2016

Vorsätze und Selbstdisziplin

Eines Tages interessierte mich, wie es bei mir mit meinen Vorsätzen und den Umgang damit aussieht. Dabei zeigten sich Gesetzmäßigkeiten die unbewusst wirken. 
Eine wichtige Erkenntnis: wenn ich mir einen Vorsatz mache, ohne ihn durchzuführen, mache ich mich zum Narren. ICH gebe mir eine Arbeitsanweisung, die ICH nicht ausführe (z. B. ich mache in Hinkunft mehr Sport, esse weniger, uä.). Ich gerate in einen Zwiespalt (ich nenne dies gelegentlich auch schizophren), ich möchte etwas tun, schaffe es aber nicht, da es an Selbstdisziplin fehlt. Irgendwann, nach einigen dieser Erlebnisse, nehme ich mich selbst nicht mehr ernst. 
Was ist nun das Geheimnis des Selbstgehorsams? Es gilt die Aufgaben zu finden, die mir liegen, die meinem Empfinden nach einen Sinn ergeben. Orientiere ich mich dabei an gesellschaftlichen Normen oder Vorstellungen, kann es leicht sein, dass ich völlig daneben liege. Wenn eine Aufgabe mir nicht „schmeckt“, will mich mein Gefühl, meine Antriebslosigkeit vor einer Beschädigung (indem ich etwas tue, was mir nicht gut tut) bewahren. Es empfiehlt sich, den Geschmack meines Willens zu erforschen und ihm das vorzusetzen, was er mag, damit kann ein unbewusster Widerstand vermieden werden. 
Mit einem Vorsatz geschieht eine unbewusste Programmierung. Das Unbewusste verliert sein Vertrauen in mich, wenn ich nicht mache, was ich mir vorgenommen habe. Wenn ich meinen Vorsätzen und damit mir selbst nicht gehorche, bin ich sehr gefährdet, das zu tun, was mir andere befehlen. Wobei viele Menschen dies vorziehen, weil es leichter ist anderen zu gehorchen (es nimmt mich aus der Verantwortung), als mir selbst zu befehlen. 
Die Königsdisziplin bei Vorsätzen ist allerdings jene, alles loszulassen und zu sagen: Ich nehme das, was kommt! Dies ist der spirituelle Weg, der Mut, Selbsterkenntnis und tiefes Vertrauen in Gott und das Leben erfordert. 

Herzlichst
August

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06.07.2016

Sinn der Angst

Ängste haben für uns eine sehr wichtige Bedeutung. Sie geben uns die unterschiedlichsten Hinweise, wo der Lebensweg gerade lang geht. Daher sollten wir auf sie achten und auf sie hören. 
Angst ist ein Zeichen, dass etwas Lebensfeindliches geschieht. Also etwas, was nicht dem Leben dient und damit auch nicht gut für mich ist.
Angst ist auch ein Zeichen, dass ich mein Leben noch nicht lebe. Möglicherweise orientiere ich mich zu sehr an anderen Menschen und Vorgaben, lasse mich von mir selber und meinen Bedürfnissen ablenken. 
Angst ist auch ein Hinweis auf das Fehlen von Liebe. In erster Linie mangelt es meist noch an der Selbstliebe. Damit bin ich dann auch nicht offen für die Liebe von anderen Menschen oder auch für die Gottesliebe. Diese können nur soweit zugelassen werden, wie auch meine Selbstliebe geht.
Angst gibt auch Hinweise darauf, dass ich noch nicht auf dem Pfad der Berufung bin. Dies bedeutet, dass ich möglicherweise noch völlig anders lebe oder etwas anderes arbeite, als wirklich für mich vorgesehen wäre. 
Angst zeigt mir auch, dass ich wider meine Natur lebe. Das heißt, ich achte nicht auf meinen inneren Rhythmus oder die Signale meines Körpers und meiner Seele. 
Angst entsteht auch, wenn die Wut ignoriert wird. Diese zeigt mir zB Grenzverletzungen an. Die Energie der Wut benötige ich zu meiner Verteidigung. Lasse ich die Wut nicht zu, kommt es zur Aggressionshemmung.  Dieses führt dazu, dass die Wut in mir stecken bleibt und mich selbst schädigt (Autoaggression). 
Jede Veränderung ist ebenfalls mit dem Thema Angst verbunden. Sie ist der Hinweis darauf, dass eine neue Realität entstanden ist und dass diese erkannt und angenommen werden muss. 
Ängste sind also ganz wichtige „Lebensberater“, wenn wir sie ernst nehmen und in unser Leben integrieren. Werden sie jedoch abgespalten, können sie als große Bedrohung erlebt werden und das Leben dominieren. 

Herzlichst
August

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29.06.2016

Zeit

Es gibt drei Formen von Zeit und jede hat ihre eigene Qualität.
Eigenzeit
Beziehungszeit
Berufszeit
In diesem Text möchte ich mich besonders mit der Eigenzeit beschäftigen. 
Unter Eigenzeit verstehe ich die Zeit, die ausschließlich mir selbst zur Verfügung steht. Grundvoraussetzung dafür ist, dass ich darauf achte, sie plane und gestalte, da sie sonst leicht durch die anderen Zeiten eingeschränkt wird. Diese Eigenzeit füllt sich mit täglichen Verrichtungen, Hobbys, Schlafenszeit, usw. Der größte Teil der Eigenzeit ist die Schlafzeit. 
Innerhalb dieser Eigenzeit ist es ganz wichtig, sich Leerzeiten zu schaffen. Wenn ich meinen eigenen Weg gehen möchte, dann muss ich immer wieder für Leerzeiten sorgen, weil das die Lehr- und Lernzeit ist. 
Die Gefahr in Betriebsamkeit aufzugehen ist sehr groß, es geht aber darum, statt außer mir, bei mir zu sein. Notwendig ist das Innehalten, das Loslassen von allem, was mich beschäftigt – das Ausleeren. 
Nur wenn wir Schweigen und zur Ruhe kommen, innerlich leer sind vom Alltäglichen, dann hat unsere Seele die Chance gehört zu werden. Diese Zeiten sind Voraussetzung für persönliches und spirituelles Wachstum. 
Es gibt dazu ein wunderbares Beispiel aus der Landwirtschaft, man nennt es die Brache. Das heißt, ein Drittel des Bodens sollte nicht bewirtschaftet werden, also brach liegen, damit der Boden sich erholen und regenerieren kann. Diese Weisheit versuche ich auch auf meine Jahres- und Lebenszeit anzuwenden. 

Herzlichst
August

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22.06.2016

Wie sich die Liebe entwickelt

In einer Meditation sah ich, wie sich die Liebe bildet und entwickelt.
Das läuft wie folgt ab: in der Begegnung mit jemand anderem entdecke ich mich selbst und die Liebe.
Ich treffe auf jemand, der mich anspricht. Durch diese Begegnung wird mein Interesse, meine Neugierde geweckt, ich will diesen Menschen erkunden. Durch das Einlassen auf den anderen, entdecke ich ihn und während ich ihn entdecke, erkenne ich auch mich!
Dieses mich selbst entdecken, bewirkte bei mir, dass ich Selbstliebe entwickle. Diese Selbstliebe bleibt für immer. Aus dieser Selbstliebe heraus kann ich erst Liebe verströmen. Dieses wird dann vom anderen als Liebe empfunden.
Entdecke ich im anderen Menschen auch die Selbstliebe, finde ich mich selbst in ihm. „Ich habe mich in dir gefunden!“ – Das ist einfühlsame Begleitung.
Echte Liebe kommt nur aus der Selbstliebe. Wenn ich mich selbst nicht liebe, kann ich andere nicht wirklich lieben oder liebevoll sein!

Herzlichst
August

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15.06.2016

Verständnis

Ich bin auf einem Bauernhof im Mühlviertel aufgewachsen. Dort gab es naturgemäß viel Arbeit. Eine hohe Anerkennung hatte daher die rohe Manneskraft, weil nur diese für die schwere Arbeit zählte. 
Als Junge hatte ich daher sehr damit zu kämpfen, dass niemand meine Feinheit erkannte. Es mangelte auch am Verständnis für mich, da keiner etwas mit meinen Ideen, Aussagen, Vorstellungen und Fragen anfangen konnte. In mir entstand das Gefühl, dass ich mich nicht verständlich machen kann. 
Aus dieser Wunde meiner Kindheit erwuchs das Bedürfnis, dass ich möglichst viel verstehe und ich wollte auch verständlich sein, um verstanden zu werden. Dieses habe ich ein Leben lang geübt!
Heute kommt es mir zugute, weil es mir gelingt, komplexe und schwierige Sachverhalte einfach und verständlich darzulegen. Des Weiteren habe ich eine Einfühlsamkeit entwickelt, die es mir möglich macht, mein Gegenüber zu verstehen und zu erkennen, was hinter den Worten steht bzw. was es mir wirklich mitteilen möchte. So hat sich aus einer schwierigen Situation in meiner Kindheit eine sehr kostbare Fähigkeit entwickelt.

Herzlichst
August

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08.06.2016

Liebevoll sein

In einer Meditation entdeckte ich die Einstellung in mir, dass alles was liebevoll ist, von Gott kommt. Meine daraus resultierende Schlussfolgerung war, dass alles Lieblose von mir stammt. 
Mein nächster Gedanke war, dass dies ein Trugschluss sein musste, das konnte nicht die volle Wahrheit sein. Denn wenn ALLES von Gott kommt, dann kommt auch die Lieblosigkeit von Gott.
Eine weitere Erkenntnis war auch, dass ich krank werde, wenn ich besonders oder immer liebevoll sein möchte. Damit müsste ich viele meiner Impulse und emotionalen Reaktionen unterdrücken, wenn sie meinem Empfinden nach nicht liebevoll sind. 
Es geht nicht darum, mich zu verbiegen oder anzupassen: Ich muss bleiben, wie ich bin! 
Die Herausforderung dabei ist, dass ich meine Lieblosigkeit und auch die Lieblosigkeit, die mir begegnet, liebe! Dies ist eines der ganz schwierigen Dinge und ein hoher Anspruch.

Herzlichst
August

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01.06.2016

Stärke und Schwäche

Früher legte ich großen Wert darauf, in allen Lebenslagen Stärke zu zeigen. 
Das kostete mich in manchen Situationen, in denen ich mich eigentlich schwach fühlte, sehr viel Kraft. 
Es verschlang viel Energie, meine Sensibilität, Unsicherheit, Hilflosigkeit u. ä. Gefühle zu verbergen.
Erst als ich zulassen konnte, schwach zu sein und dazu auch stand, entwickelte ich echte Stärke. 
Mir wurde bewusst, das Sensibilität und Stärke Sicherheit und Halt geben. Wenn innere Stärke vorhanden ist, die auch Schwäche beinhaltet, kostet dies keine Energie, im Gegenteil es wächst die Kraft!

Herzlichst
August

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25.05.2016

Zutrauen

Die Großfamilie Höglinger unternahm einen Ausflug in eine deutsche Kleinstadt. Alle anderen waren einkaufen und ich hielt mich mit meiner Enkeltochter Marlene auf dem Marktplatz auf. Dort gab es einen runden Brunnen mit einer Granitsteinumrandung. 
Marlene wollte auf dieser Einfassung balancieren, also hielt ich sie an der Hand und ging neben ihr einige Runden um den Brunnen. Dann sagte ich: die nächste Runde kannst du schon alleine schaffen. Sie trabte los und als sie am weitesten von mir entfernt war, fiel sie in den Brunnen. 
Was mir danach auffiel, war, dass sie an diesem Tag nicht mehr von meiner Seite wich. Ich konnte mir das nicht erklären, weil ich mich als Verursacher dieses Missgeschickes fühlte. 
Mir wurde bewusst, dass es ihr trotzdem gut getan hat, dass ich ihr etwas zutraute. Nicht nur, dass sie allein am Brunnenkranz spazieren kann, sondern auch, dass sie mit dem Absturz fertig werden kann. Sie spürte meine Angstfreiheit. Dies gab ihr das Gefühl von Sicherheit und Vertrauen, auch in der Hinsicht, dass etwas schief gehen darf.

Herzlichst
August

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18.05.2016

Abwehrmechanismen gegen die Angst

Angst ist ein so vielfältiges und vielschichtiges Thema, sodass ich mich schon seit Jahrzehnten damit beschäftige. Immer wieder greife ich - auch im gerade neu erschienenen Buch "Erfahrungen mit Angst" - dieses Thema auf, weil Neues dazu kommt, bzw. sich bereits Bekanntes und Beschriebenes verdichtet oder andere Aspekte zeigt.
So eröffnete sich für mich auch das Thema Abwehrmechanismen gegen die Angst. Dieses sind sehr subtile, meist unbewusste Verhaltensweisen, die uns dazu dienen, von der Angst und dem dahinter liegenden Schmerz abzulenken. 
Wenn ich mich meiner Angst stellen möchte, sollte ich diese Mechanismen kennen. Erst dann ist es möglich, zu meiner Angst zu stehen. 
Diese Abwehrmechanismen sind:
Verleugnung
Hinter der Verleugnung der Angst steht oft die Unfähigkeit, sich diese einzugestehen, weil nicht sein darf, was nicht sein soll. Bei Jugendlichen kann dies dazu führen, dass sie Dinge tun, die gefährlich werden können, um zu beweisen, dass sie keine Angst haben. Verleugnen der Angst kann so zu falschem Heldentum führen.
In der derzeitigen Gesellschaft werden sehr viele Ängste verleugnet, um nicht zum Außenseiter zu werden, jeder möchte genau so cool und tough sein, wie es gerade chic ist. Ängstliche Menschen werden bemitleidet, belächelt, ja sogar in das Eck von psychischen Auffälligkeiten, bzw. Krankheiten gedrängt. Diese können natürlich entstehen, wenn Angst auf Dauer verleugnet oder verdrängt wird.
Verdrängung
Bei Verdrängung sind die Angstsituationen bereits aus unserem Bewusstsein verschwunden, also verdrängt. Meist handelt es sich dabei um nicht bearbeitete Traumata. Diese können durch das Erleben eines ähnlichen Ereignisses wieder ins Bewusstsein gelangen und schwere Angstzustände auslösen. Bis dahin herrscht aber der Eindruck, dass diese Schockerfahrung nie passiert ist.
Abspaltung 
Bei der Abspaltung ist zwar bewusst, dass es ein bedrohliches Ereignis gegeben hat, die inhaltliche Erinnerung fehlt aber. Dies kann ein Schockzustand sein, wie beispielsweise bei einem schweren Unfall. Wird diese Angst nicht bearbeitet und aufgelöst, kann es zu einer unbewussten Vermeidungshaltung kommen. Es wird versucht ähnlichen Situationen auszuweichen, meist mit einer guten Begründung für sein Verhalten. 
Projektion
Projektion ist eine sehr häufige Form der Angstabwehr. Sie ist sehr verbreitet unter den Eltern, die ständig Angst um ihre Kinder haben, oder bei Frauen, die sich um ihre Partner ängstigen z. B. in gesundheitlicher Hinsicht. Dieses Programm läuft sehr subtil und unbewusst. Oft unter dem Deckmantel der Fürsorge: wenn ich mich um alle kümmere und darauf achte, dass niemand etwas passiert, dann muss ich keine Angst um die anderen  haben. Es geht also um die eigene Angst, das Grundvertrauen ins Leben fehlt. Diese Form der Angstvermeidung kann fatale Folgen haben, da sie irgendwann zur Überforderung führt, bzw. auf der Seite der Betreuten zu einer Einengung des persönlichen Freiraumes. Das Leben hat seine eigenen Gesetzmäßigkeiten und schicksalhafte Ereignisse sind nicht vermeidbar, auch nicht durch noch so viel „Kümmern“ oder Sorgen.
Konversion
Konversion ist eine Reaktion auf Angst, die mit der Angstursache nichts zu tun hat. Anstatt eine themenbezogene Handlung zu setzen, mache ich irgendetwas, z. B. beginne zu Essen oder habe Sex. In der Psychologie nennt man dies Übergangshandlung. Am Beispiel aus der Tierwelt (gilt auch für die Menschenwelt) funktioniert das so, dass ein Tier in eine Situation gerät, in der es Angst hat. Die Instinkte Flucht oder Angriff sind aus irgendeinem Grund nicht möglich. In dieser ausweglosen Situation beginnt das Tier, die Gefahr ignorierend, zu fressen. Die Angst wird zwar wahrgenommen, es ist aber kein geeignetes Verhalten auf diese Bedrohung gespeichert und damit ist auch keine adäquate Reaktion möglich. 
Verkleinerung
Sehr vertraut und bekannt ist uns die Verkleinerung der Angst. Um das volle Ausmaß einer Angst nicht ertragen zu müssen, beginnen wir sie zu verharmlosen, bzw. zu bagatellisieren. Letztendlich machen wir aus einer Angst, die uns vielleicht auf ein wichtiges Thema hinweist, welches sich genauer anzusehen gilt, eine Lappalie und erspare uns so die Konfrontation. Es heißt aber auch, dass ich ein Gefühl und damit auch mich nicht ernst genommen habe. Verkleinerung von Ängsten ist in einer gewissen Weise ein Selbstbetrug. Mögen die Gründe dafür auch noch so edel sein.

Herzlichst
August

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11.05.2016

Mit Gott reden

Ein naher Verwandter, der sehr bewusst und intensiv an seiner Spiritualität arbeitet, fragte mich, was er denn tun müsse, um genauso wie ich mit Gott reden zu können.
Ich hatte sein Interesse geweckt, da ich vorher erzählte, dass ich so wie Don Camillo mit Gott reden kann. In der Meditation frage ich etwas und erhalte meist eine verständliche Antwort.
Ich sagte meinem Verwandten, dass er sich eine geschützte Atmosphäre schaffen und dann eine Frage stellen sollte. 
Nach anfänglichem Zögern machte er einige Wochen später den Versuch. Er stellte in das Nichts hinein die Frage: Ist da jemand? Und er war völlig verblüfft, als laut und deutlich ein JA da war.
Seither stellt er regelmäßig Fragen und erhält meist spontan eine Antwort. Dies ist seine Form von Gebet, die er pflegt.
Diese Art des Kontaktes mit Gott ist aber nur möglich, wenn keine Angst das Herz und das Hören blockiert. 
Gott spricht mit jedem in einer anderen Form, z. B. als innere Stimme, Eingebung, Träume oder auch in Form von Hinweisen, die einem im Laufe des Tages begegnen. Es gibt da eine große Vielfalt. Die Herausforderung ist nun zu erkennen, wie er zu mir spricht, vorausgesetzt ich möchte das.

Herzlichst
August

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04.05.2016

Selbstanklage

Meditation ist für mich ein überreicher Fundus an neuen Einsichten und Erkenntnissen und eine Schulungsmethode, die exakt in unsere heutige Zeit passt. So sah ich vor einiger Zeit in einer Meditation eine dunkle Gestalt vor mir sitzen. Diese Figur gibt sich als Selbstanklage zu erkennen. 
Selbstanklage tritt auf, wenn ich einen Fehler mache oder Schuld empfinde. Sie bewirkt, dass ich mich schwäche, indem ich mir Vorhaltungen mache oder mich entwerte. Dies kann bis zur Selbstgeißelung führen. Häufig werden im Umgang mit Selbstanklage und Fehlverhalten destruktive Reaktionen gewählt, die keine Änderung bringen und keinen Erkenntniswert haben.
In dieser Meditation wurde mir die Erlösung aus der Selbstanklage gezeigt. Und zwar passiert diese dann, wenn ich entdecke, was ich durch diesen Fehler gelernt habe. Ich habe nun die Möglichkeit, wenn ich vor ähnlichen Situationen stehe, anders zu reagieren. 
Der Kreislauf der Wiederholung, nämlich den gleichen Fehler immer wieder zu machen und mich danach zu geißeln wird damit beendet.

Herzlichst
August

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27.04.2016

Wahrhaftigkeit als Unterstützung bei Depressionen

Seit Jahrzehnten beschäftige ich mich mit mir und dem Leben. Dabei ist mir die Meditation eine wertvolle Hilfe. Die innere Stimme als Ausdrucksform meiner Seele hat mir schon viele Fragen beantwortet und eine Unzahl an Erkenntnissen gebracht. 
Auch die Frage: „Was ist Leben?“ spielt für mich in der Reflexion immer wieder eine zentrale Rolle.
Eine der vielen Antworten, die ich bekommen habe, war, dass Wahrhaftigkeit ein wichtiger Schlüssel zum Leben ist.
Am Beispiel der Depression heißt dies, dass ich mein Leben nicht lebe und es stattdessen in mir unterdrücke und niederdrücke. Das bedeutet, ich mache mir und den anderen aus den unterschiedlichsten Gründen etwas vor, versuche einem selbst geschaffenen Bild zu entsprechen. Dabei überwiegt das Gefühl, so wie ich bin, bin ich nicht richtig, habe keinen Wert. 
Dieses Unterdrücken und Niederdrücken meiner Lebensimpulse bewirkt eine starke Einengung und führt immer mehr und mehr in die Starre. Dieser Stillstand erzeugt Sinnlosigkeit und produziert das Gefühl von seelischer Lähmung – das Bild einer Depression zeigt sich. 
Spüre ich depressive Tendenzen in mir, so ist es klug, sich mit der Frage zu beschäftigen: Wo bin ich nicht wahrhaftig zu mir? Die Herausforderung ist, immer ehrlicher mit mir selbst umzugehen, mir nichts mehr über mich selber vorzumachen – nichts zu beschönigen, aber auch nicht in die Negativfalle zu kippen. Gelingt dies, so ist der nächste Schritt, auch den anderen gegenüber wahrhaftig zu sein. 
Schaffe ich es, mich dem Leben zu öffnen, so bin ich auf einem guten Weg zur Heilung der Depression.

Herzlichst
August

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20.04.2016

Liebe

Früher dachte ich, dass es notwendig und wichtig wäre, an der Größe meiner Liebe zu arbeiten. Dann merkte ich, dass die Nichtliebe (das Gebiet der Seele, wo keine oder wenig Liebe ist) und das Nichtgeliebte gleichermaßen wachsen. Steigere ich die Liebe, steigere ich automatisch auch das Nichtgeliebte. Je mehr ich liebe, umso mehr vermehrt sich auch das Gegenteil davon. 
Da erkannte ich, dass die Aufgabe und die Herausforderung ist, das Weniggeliebte und Nichtgeliebte auch zu lieben. Nur so kann ich in der Liebe wirklich wachsen, indem ich nichts mehr ausklammere!

Herzlichst
August

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13.04.2016

Lehrkörper

Sie kennen sicherlich den Begriff „Lehrkörper“. Auch ich verwendete früher dieses Wort, ohne zu wissen, was es wirklich bedeutet.
Eines Tages war ich zum Coaching der Lehrer in eine Schule eingeladen. Im Zuge dieser Zusammenarbeit erschloss sich mir der Hintergrund dieses Begriffes. 
Ein Lehrkörper existiert dann, wenn sich die Lehrer innerlich eins sind. Dh. wenn die grundsätzliche Ausrichtung, Vorstellung und Umsetzung dessen, was Lehrer sein bedeutet übereinstimmt. Dies beinhaltet auch, dass unterschiedliche Ansichten sein dürfen, kommuniziert werden und Unstimmigkeiten geklärt werden können. Dann kann jeder Lehrer in seine Klasse gehen und hat die stärkende Energie von zwanzig oder mehreren KollegInnen hinter sich. 
Dieses hat nicht nur Auswirkungen auf die Freude an der Arbeit bei den Lehrern, sondern hat auch einen wohltuenden Einfluss auf die Schüler.
Die gleiche Gesetzmäßigkeit, nämlich die Energie eines einheitlichen Körpers, entdeckte ich auch bei der Angelobungsfeier der Bundesheersoldaten. 
Nach Ablegung des Eides der Jungmänner marschierten die Soldaten im Gleichschritt vom Platz, wo die Feier stattgefunden hatte. In diesem Moment spürte ich energetisch, dass sie ein homogener Block waren. 
Selbst wenn einige nicht mehr dabei sind, schließt sich die Lücke und es geht kraftvoll weiter.
Das Phänomen eines „homogenen Körpers“ ist eine starke Kraftquelle, kann aber, wie die Geschichte zeigt auch missbräuchlich eingesetzt werden.

Herzlichst
August

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06.04.2016

Glück

Es gibt viele Formen des Glücklich-Seins. 
Zwei Arten des Glücks sind mir aber immer wieder besonders bewusst.
Da ist zum einen das äußere Glück. Es ist wie ein Vogerl, es kommt wann es möchte und fliegt genauso wieder weg. Also manchmal ist es mir hold und manchmal ist es abwesend. Ich kann es auch nicht beeinflussen. Es ist die laute Form des Glücks und daher gut sichtbar und erkennbar auch in äußeren Dingen. 
Das innere Glück ist in meinem Herzen. Es macht mich innerlich ruhig und ausgeglichen. Es ist ein stilles Glück und es ist stabil. Solange ich meine Berufung lebe, verlässt es mich nicht. Und je mehr ich mich dem Willen Gottes überlasse, umso größer und stärker wird es.

Herzlichst
August

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30.03.2016

Seele eines Bauern und einer Gärtnerin

Seit vielen Jahren begleite ich ein Ehepaar. Er ist Biobauer und sie betreibt eine große Gärtnerei. Von außen betrachtet, sieht es so aus, als ob diese beiden Berufsseelen ziemlich gleich sein müssten. Beide arbeiten in ähnlicher Weise mit dem Boden, in der Natur und dem, was uns diese bietet. Durch meine innere Schau erkannte ich aber, dass dieses der falsche Schluss war.
Die Seele eines Bauern beinhaltet eine gewisse Schwere. Dies kommt daher, dass der Bauer der Natur über viele Jahre und Jahrhunderte die Früchte abringen musste.
Fragt man in der Bevölkerung nach dem Bild, welches sie von einem Bauern haben, dann tauchen Bilder von Feld, Pferd und Pflug auf, also völlig veraltete Vorstellungen. Diese entsprechen keinesfalls dem aktuellen Bild. Dieses zeitgemäße Bild ist so unattraktiv, dass es niemand sehen will. Die Entwicklung hin zur Agrarindustrie nimmt rasant zu, dagegen wird in den Medien gelegentlich ein romantisiertes Bild vom Biobauern oder Bergbauern gestellt. 
Die Seele einer Gärtnerin ist hingegen leicht und luftig. Blumen haben keine Schwere. Sie erfreuen die Menschen, machen sie froh und verschönern das Lebensumfeld. 
Der Trend zum selber gärtnern ist derzeit ein starker. Für viele wird diese Arbeit als Ausgleich für ihren anstrengenden Berufsalltag und die vielfältigen Anforderungen des Lebens gesehen. Die Beschäftigung mit und in der Natur bringt Klarheit, Einfachheit, Überschaubarkeit und erfreut und stärkt die Seele.

Herzlichst
August

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23.03.2016

Seele eines Hauses

Ein Freund lud mich ein, mir sein Haus anzusehen. Obwohl es sich um eine sehr ansehnliche Wohnstätte handelt, fehlte das Gefühl von Geborgenheit und Wärme. Mein Freund vermutete, dass irgendetwas mit der Seele des Hauses nicht stimmte.
Ich sah mir das Haus an und ließ seine Energie auf mich wirken. Dabei nahm ich wahr, dass der Teil des Hauses, der beruflichen Zwecken dient, durchaus beseelt war, jedoch der Wohnbereich eine Leere ausstrahlte. Für den Firmenteil war mein Freund zuständig, das Privathaus sollte seine Frau beseelen. 
Intuitiv wusste ich, dass sie in diesem Haus keine Wurzeln geschlagen hatte. Auf meine diesbezügliche Frage, warum das so ist, brach sie in Tränen aus. Sie erzählte, dass sie in jungen Jahren aus ihrer Heimat vertrieben wurde. 
Bildlich stellte sich diese Tatsache mir so dar, als hätte man einen Baum samt Wurzel ausgerissen, ihn auf einen Lastwagen verladen und fährt seither mit ihm in der Gegend herum. Die Angst eingepflanzt zu werden, sich zu verwurzeln und dann wieder ausgerissen zu werden, war riesengroß. 
Die Frau wollte sich auf keinen bestimmten Ort einlassen, Beheimatung fand sie in der Liebe zu ihrem Mann, sie lebte daher dort, wo er war.
In diesem Fall war ein Ritual, welches ich mit dem Ehepaar durchführte sehr unterstützend. Ich stellte sie einander gegenüber und bat sie, sich in die Augen zu sehen. Ich fragte die Frau, ob sie ihrem Mann folgenden Satz sagen könnte: „Aus Liebe zu dir schlage ich hier Wurzeln!“. Sie sprach diesen Satz aus tiefster Überzeugung und aus ganzem Herzen und beide weinten. Es war ein sehr berührender Moment. In diesem Augenblick konnte ich beobachten, wie sie dort Wurzeln schlug, wo sie wohnte!

Herzlichst
August

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16.03.2016

Bitter und süß

Ich war vor einiger Zeit beim Biersommelierweltmeister zu Gast und kostete einige exzellente Biere. Besonders neugierig war ich aber auf das angeblich weltbeste Bier.
Es heißt „Westvleteren“, wird in einem Kloster in Südbelgien gebraut und ist nicht im Handel erhältlich. Nun wollte ich genau wissen, was das Besondere an diesem Bier ist. Bei der Verkostung wurde mir bewusst, dass es deswegen so einzigartig ist, weil die Süßstoffe und die Bitterstoffe in absoluter Harmonie sind. Keine der beiden Geschmacksrichtungen tut sich hervor, beide sind völlig ausgewogen. Das führt zu einem außergewöhnlichen sensorischen Erlebnis. 
Übertragen auf das Leben bedeutet dies für mich, dass jede Harmonie zwischen zwei Gegensätzen etwas Mystisches und gleichzeitig Göttliches innehat. 
Die britische Sängerin Adele besingt dieses in ihrem Lied „someone like you“ ganz wunderbar. Sie beschreibt darin, wie „bittersweet“ die Liebe sein kann. Dieses bitter-süß ist für mich eine sehr schöne Metapher dafür, was das Leben für uns bereithält, wenn es uns gelingt, dies zu erkennen.

Herzlichst
August

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09.03.2016

Schattenliebe

Schattenliebe ist die Liebe zu all jenen Teilen in und an mir, die ich am besten verstecke oder gerne verstecken würde. Ich springe über meinen Schatten, wenn ich mich mit meinen Schatten beschäftige.
Die persona oder Maske ist jener Teil, den wir uns zulegen, um zu gefallen oder eine Rollenerwartung zu erfüllen. Dahinter stehen die Schatten, das sind Dinge und Eigenschaften, die wir verdrängen, die wir ins Unbewusste verschieben. So wollen wir nicht sein! (z. B. Lügner, Betrüger, hinterhältig, heimtückisch, lieblos u. ä.)
Eigenheiten die verdrängt sind werden auf andere Menschen und Situationen übertragen, bzw. projiziert und dort auch bekämpft. Dies birgt ein hohes Potential für Konflikte, Streitigkeiten, Ablehnung und Antipathien. Erst wenn ein Schatten reflektiert ist, wird sich daran etwas ändern.
Versuche ich jedoch einen Schatten auszumerzen oder ihn nicht zuzulassen, so wird er mächtig und stark. Es kostet viel Kraft und Energie, ihn nieder zu halten. Das Verdrängen der Schatten verursacht auch permanent Ängste und dieses unterminiert die Liebe. 
Beginne ich damit, mir meine weniger angenehmen Eigenschaften einzugestehen und nehme die negative Wertung weg, so werden sie sich zeigen. Schatten, die nicht mehr verdrängt, nicht mehr projiziert und hinreichend akzeptiert sind, werden zur Kraft. Dadurch werde ich lebendiger.
Wichtig ist auch zu wissen, dass durchaus auch Positives im Schatten liegen kann, bei mir war es z. B. die Lebensfreude. Es können aber auch Eigenschaften wie Sensibilität, Empfindsamkeit, Schüchternheit, Vitalität u. ä. sein. Gerade bei Negativ-Denkern kann der Schatten auch durchaus etwas Lichtes sein.
Wichtig ist es, die Schatten zu entdecken, die man früher brauchte, um zu überleben, sich durchzuschlagen, usw., die aber in der aktuellen Lebensphase nicht mehr benötigt werden. Solange sie nicht erkannt und integriert sind, wirken sie weiter.
Sind also meine Schatten nicht mehr abgespaltet, sondern in meinem Bewusstsein, so gilt es mit ihnen umzugehen. Als bester Umgang damit hat sich für mich erwiesen, wenn ich beide Seiten einer Sache erwähne. Idealerweise vereinigen sich auch beide Seiten, z. B. wird die tiefste Spiritualität in meinem Menschsein erkennbar. Oder Nähe, sie kann sowohl nähren, aber auch zehren. Meine Kleinheit und Nichtigkeit ist ein Schatten, den ich anerkenne. Nur wenn ich klein und nichtig bin, kann ich auch groß und mächtig sein.
Gelingt es mir also meine Schatten zuzulassen, zu ihnen zu stehen und sie zu integrieren, ist der nächste Schritt, sie auch zu lieben nicht mehr unvorstellbar. Ihre Energie und Kraft stehen mir dann zur Verfügung und stärken mich!

Herzlichst
August

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02.03.2016

Komplett

Zum Abschluss des Lehrganges für geistliche Begleiter übergab uns der Seminarleiter Pater Pausch das Bild eines Torsos. 
Auf die Frage, was dieses Bild aussagen soll, gab er zur Antwort: „Für mich ist es das Bild der Vollkommenheit.“ 
Im allgemeinen Gedankengut erscheint uns nur etwas als vollkommen, wenn es der Vorstellung von schön, vollständig, ja perfekt entspricht. Dieser unvollständige Rumpf, dem Arme und Beine fehlten, war also vollkommen.
Da sah ich erst die wahre Vollkommenheit: es ist etwas erst dann vollkommen, wenn es auch das Unvollkommene in sich beinhaltet.
Ich habe dafür einen eigenen Begriff gefunden, den ich für diesen Zustand verwende: es ist dann für mich komplett = Vollkommenes und Unvollkommenes.

Herzlichst
August

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24.02.2016

Im Leben angekommen sein

Bei meinem Lehrgang „Den eigenen Weg gehen“ beschäftigen wir uns im 1. Modul mit dem Thema "Ankommen", da dies ein ganz essentieller Bestandteil unseres Lebens ist. 
Jede menschliche Begegnung besteht aus drei Schritten: Ankommen, verweilen, Abschied nehmen – dieses ist auch unser Lebenszyklus. 
Die ersten Schwierigkeiten tauchen jedoch schon beim Ankommen auf. Ankommen braucht die Bewusstheit im Hier und Jetzt zu sein. Meist sind wir mit unseren Gedanken irgendwo, häufig schon beim nächsten oder übernächsten Schritt, in der Zukunft oder auch in der Vergangenheit. 
Einmal schickte ich eine Seminargruppe wieder aus dem Ort und ließ sie zu Fuß noch einmal im Stift Schlägl ankommen. Das war eine sehr erhellende Erfahrung, weil die Teilnehmer merkten, wie wenig sie beim ersten Ankommen mit dem Auto mitbekommen hatten. 
Ankommen und Dasein benötigt auch immer wieder Zeiten der Stille und der Ruhe, da unsere Seele langsamer ist, als unser Lebenstempo. Um bewusst zu leben ist es erforderlich, immer wieder den Einklang mit der Seele herzustellen. 
Der wichtigste Aspekt des Ankommens ist das Ankommen im Leben. Da stellt sich die Frage: Bin ich im Leben angekommen?

Herzlichst
August

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17.02.2016

Auf dem Weg zur Selbstliebe

Selbstliebe bedeutet also, mich selbst mit allem was ich bin zu lieben. Die Sonnen- und Schattenseiten, das Gute und Böse in mir, den Feind in mir, alle meine angenehmen und unangenehmen Gefühle und zuletzt auch meine Ängste.
Wie gelange ich dahin?
Auf meinem Weg zur Selbstliebe tauchte zuerst der Radikalinski, dann der Egoist auf, erst als sich die Gottesliebe und die Nächstenliebe dazu gesellten, begann die Selbstliebe zu wachsen. 
Radikalinski bedeutet, dass man zuerst versucht, die Meinung aller an einer Sache beteiligten Personen auf einen Nenner zu bringen. Gelingt dieses nicht, drückt man seine Meinung durch, ohne Rücksicht auf Verluste. 
Egoismus zeigt mir, dass ich mich besser um mich kümmern muss. Entsteht nämlich das Gefühl zu kurz zu kommen, werden irgendwann die eigenen Bedürfnisse, ohne Rücksichtnahme auf andere durchgesetzt. Ich verharre in meiner Ichbezogenheit, bin mit meiner Selbstschau beschäftigt und kreise vorwiegend um mich. 
Ebenso steht der Minderwert der Selbstliebe im Wege. Wobei der Minderwert auch eine Seite des Egoismuses darstellen kann, wenn das Gefühl, keinen Wert zu haben, nicht losgelassen wird. Der Minderwert zeigt sich auch durch eine grobe Lieblosigkeit sich selbst gegenüber und ist gelegentlich auch geprägt von einem eigenen Idealbild, dem niemand entsprechen kann. 
In erster Linie ist es wichtig an seiner Lieblosigkeit zu arbeiten. Ziel ist es, die Lieblosigkeit zu lieben, da auch diese einen Teil der Selbstliebe darstellt. 
Wie kann ich liebevoll zu mir selber sein?
Ich beginne zu beobachten, was mir gut tut und was nicht. Als nächstes setze ich allem (auch und vor allem was von anderen Menschen kommt) eine Grenze, was mir nicht gut tut. 
Ich vertreibe Ängste anderer Menschen (Eltern, Partner, usf.), die ich unbewusst übernommen habe aus mir, indem ich versuche sie zu verstehen, bzw. die Zusammenhänge oder die Entstehung reflektiere. 
Ich versuche Vater und Mutter zu lieben und lasse mich von ihnen lieben. Ich bin eine Symbiose von beiden und wenn ich sie bekämpfe, bekämpfe ich auch Teile in mir. 
Ich nehme auch die Liebe meiner Mitmenschen, die sie mir entgegenbringen, ohne sie abzuschwächen oder abzuwehren. 
Zuletzt war für mich noch wichtig, mir der Liebe Gottes bewusst zu werden und mich von Gott lieben zu lassen. 
Sehr hilfreich ist es auch, sich selbst immer wieder Zustimmung bei all seinem Tun zu geben und dies sogar mehrmals täglich. 
Das große Ziel ist, dass Selbstliebe, Nächstenliebe und Gottesliebe ident werden.

Herzlichst
August

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10.02.2016

Selbstliebe

Was ist Selbstliebe? Ich gebe hier eine Zustandsbeschreibung, was Selbstliebe beinhaltet, ich spreche hier von keinem Ideal, dennoch ist es oft ein weiter Weg um diesen Zustand zu erreichen.
Selbstliebe ist eine freie und positive Art, sich selbst zu sehen, zu fühlen und wahrzunehmen. Es macht Freude sich selbst wohlwollend zu beschreiben und positiv über sich selbst zu denken. Es ist ein Gefühl der Liebe für mich selbst, so wie ich es für den mir liebsten Menschen empfinden kann.
Selbstliebe bedingt ein positives Selbstbewusstsein – ich bin mir meiner Ausstrahlung, meines Könnens, meines Wissens, usf. bewusst. Dazu gehört sogar, von sich selbst begeistert zu sein.
Ich achte und schätze mich, ohne mich dabei schuldig zu fühlen oder Scham zu empfinden. 
Das mit der Selbstliebe verbundene Selbstvertrauen hilft mir, an mich und alles was durch mich kommt, zu glauben.
Voraussetzung für die Selbstliebe ist das Loslassen von allem, das mich schädigen will, um das Wirken Gottes zu ermöglichen. Dazu muss ich zu 100 % die Verantwortung für mich, für alles was ich tue und alles was mir begegnet, übernehmen. 
Selbstliebe ist eine Quelle der unendlichen Freiheit. Ich liebe mich so wie ich bin und natürlich auch meinen Körper. Darin steckt auch die Freude an meinen großen und kleinen Unzulänglichkeiten. Gerade diese sind es, die liebenswert machen. 
Wenn man keine Selbstliebe hat, dann braucht man die Liebe der Menschen.
Die größten Feinde der Selbstliebe sind:
Die Selbstvernichtung/Selbstzerstörung
Die Selbstschädigung
Die Selbstlimitierung/Selbstbeschränkung
Die Selbstverleugnung

Herzlichst
August

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03.02.2016

Angst und Liebe

Eine Kollegin erzählte mir einmal, dass sie in einer Meditation folgendes Bild bekam:
Sie sah sich als kleines Mädchen vertrauensselig an der Hand einer erwachsenen Person einen Weg entlang gehen, ganz vergnügt und völlig arglos. Sie wollte nun sehen, um welche Person es sich handelt. Als sie nach oben blickte, erkannte sie, dass sie von der Angst geführt wurde. 
Dieses Bild gab exakt den Stand ihrer damaligen seelischen Befindlichkeit wieder. Sie hatte gerade begonnen, sich ihren Ängsten zu stellen. Die Angst war ihr die wichtigste Begleiterin von klein an. Da fühlte sie sich sicher, beschützt und geborgen. Sie konnte damals nur die Schutzfunktion der Angst, nicht aber die damit verbundene Einengung und Limitierung ihres Lebensspektrums erkennen.
Anhand dieses Beispiels erkannte ich Folgendes:
Grundsätzlich ist in jedem Menschen die Liebe angelegt, die klare, unverfälschte, bedingungslose Liebe. Dann wird er in eine Familie hineingeboren, wo diese Liebe von Ängsten, Sorgen, Nöten, Unsicherheiten, verschiedensten Lebenszwängen überdeckt ist. In diesem Milieu wächst das Kind heran und erlernt auf die Anforderungen des Lebens hauptsächlich mit Angst und den damit verbundenen Strategien zu reagieren. So hat es eine gute Überlebenschance, weil es auch mit den widrigsten und dürftigsten Lebensumständen zu Rande kommt. 
Meine Kollegin ist ein sehr liebesfähiger Mensch und sie hat diese Qualität mit jeder Angst, die sie bewältigen konnte noch stärker ausgebaut. Dieser Zusammenhang war aber völlig unbewusst. Erst mit der Frage, wie sie, obwohl sie keine Liebe und Geborgenheit in ihrer Familie erlebt hatte, ein liebesfähiger Mensch werden konnte zeigte sich das Offensichtliche. 
Jeder Mensch ist voller Liebe, nur legen sich viele andere Gefühle, vor allem Ängste über diese Anlage. Erst der Wunsch nach einem möglichst angstfreien und von Gott getragenen Leben eröffnete die Möglichkeit zur Veränderung. Persönlichkeitsentwicklung und Arbeit an den Ängsten haben dieses lebensbejahende, dem Leben zugewandte Ergebnis gebracht.

Herzlichst
August

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27.01.2016

Richtung

Bei der Beschäftigung mit dem eigenen Weg ergibt sich auch die Frage nach der Richtung. Wer zeigt mir die Richtung, ist also wegweisend für mich?
Orientierung erhalte ich durch das Erkennen der Wirklichkeit. Wie es gerade um mich herum aussieht. 
Richtung geben mir die Ängste und der Schmerz. Sie sind sehr wichtige Wegweiser, da führt der Weg entlang. Die Richtung geht durch die Angst, durch den Schmerz hin zum Leben!
Richtung zeigt mir aber auch mein Herz und als spiritueller Mensch vor allem Gott. Auf die Richtung Gottes achten heißt: ALLES als gut zu erkennen. Nichts was ist kritisieren, sondern aufzeigen, wie es besser sein könnte. Die Weiterentwicklung aufzeigen. 
Als Begleiter von Menschen stellt sich auch für mich die Frage, welche Richtung weise ich? Diese Frage ist auch für Menschen wichtig, die andere führen, egal ob in einem großen Konzern, in der Schule oder Eltern.
Bei mir weiß ich, die Direktion kommt aus meinem Herzen. Ich bin richtungsweisend auf Gott hin. Ich weise in meinem Herzen und durch mein Herz auf Gott hin!

Herzlichst
August

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20.01.2016

Wegweiser im Innen und Außen

Bin ich in guter Verbindung mit meiner inneren Führung, fällt es leichter auch die inneren und äußeren Wegweiser zu erkennen. Egal auf welcher Etappe seines Lebensweges man sich gerade befindet sind Wegweiser sehr hilfreich und nicht wertend im Sinne von gut oder schlecht. Wer sich mit dem tiefgreifenden Thema der Wegweiser zu beschäftigen beginnt und sich darauf einlässt, gräbt neue Furchen in sein Leben. So geben beispielsweise Leuchttürme Orientierung auf rauer See. Dies ist auch eine wunderbare Metapher die sich auch auf unser Leben übertragen lässt, auch wir geraten immer wieder einmal in „raue See“. 
Das Herz, dh. die Gefühle sind unsere wichtigsten Wegweiser. Wenn wir sie zulassen und darauf hören sind wir gut geführt. Auch der Körper, wird erst einmal eine Sensibilität dafür entwickelt, zeigt uns wo es lang geht. Familienangehörige, Freunde, Menschen aus dem beruflichen Umfeld können ebenfalls zu Wegweisern in der einen oder anderen Sache werden. 
So wie wir Orientierung für unsere Kinder sind, sind sie es gelegentlich auch für uns (z. B. ist die kindliche Unbeschwertheit meines Enkels ein Wegweiser für mich).
Ich verfüge über ein „GPS“, das mir hilft, immer wieder Orientierung zu bekommen, auch in unwegsamem Gelände. Für mich ist das Gott. ER führt mich meines Weges und ich lasse mich führen. Schon im Talmud steht: Der Mensch wird des Weges geführt, den ER wählt!
Ebenso ist Dankbarkeit ein sehr zuverlässiger Wegweiser, wenn ich diese verspüre, dann bin ich sicher auf meinem Weg. Das gleiche gilt für die Kraft. Bekomme ich Kraft und Energie bei meinem Tun ist dies ein wichtiger Hinweis. Wegweiser sind Hinweise, sie weisen uns auf etwas hin, dem wir folgen können. 
Eine besondere Bedeutung hat für mich dabei auch das Spüren. Wenn ich mich spüre, werde ich ruhig. Dh. ich habe die Spur wieder. Ich weiß, dass ich auf der richtigen Spur, auf dem richtigen Pfad bin.

Herzlichst
August

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13.01.2016

Orientierung

Wenn ich meinen eigenen Weg gehen möchte, stellt sich die Frage, was mir Orientierung und Hilfestellung gibt? Der Weg beinhaltet auch, immer wieder einmal abzukommen, die Orientierung zu verlieren, da ist es notwendig zu wissen, was mir hilft diese wieder zu finden. Ein weiser Spruch tröstet da: Wer nicht vom Weg abkommt, bleibt auf der Strecke.
In der Auseinandersetzung mit diesem Thema und auf der Suche nach meiner Orientierung wurde mir bewusst, dass es dabei zwei wesentliche Hilfen gibt:
Hilfe von Innen: damit ist gemeint, auf die innere Stimme zu hören.
Unterstützung von Außen: das bedeutet das Erkennen der Wegweiser im Leben.
Auf die innere Stimme hören
Auf die innere Stimme hören setzt voraus, dass ich mir selbst vertraue. Also Selbstvertrauen und die Fähigkeit Zeiten der Ruhe und Stille auszuhalten, um die inneren Impulse wahrzunehmen. Dabei hilft jede Art von Meditation. Auch in Form von Traum und Intuition kann sich unsere innere Stimme mitteilen.
Hinter der Sehnsucht die innere Stimme zu hören liegt der Wunsch, mit unserer Seele in Kontakt zu kommen. Vorher muss aber häufig erst die Angst vor den Antworten und Botschaften dieser Instanz überwunden werden. Da hilft es ein positives Beispiel über die Wirkungsweise der inneren Stimme zu haben.
Ich möchte hier ein Beispiel von mir bringen: Ich habe meine erfolgreiche und gut bezahlte Tätigkeit bei der Wirtschaftskammer beendet. Grund war der Hinweis meiner inneren Stimme, dass dieses Kapitel meines Lebens beendet ist. Gleichzeitig wurde mir der Weg in die Selbständigkeit gezeigt, die für mich ein neues Lernfeld und daher mit Unsicherheiten besetzt war. Das tiefe Vertrauen in das innere Geführt-sein gab mir den Mut diesen Weg zu beschreiten.

Herzlichst
August

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06.01.2016

Den eigenen Weg gehen

Den eigenen ganz persönlichen Weg zu gehen ist ein zentrales Thema, ja die zentrale Aufgabe unseres Lebens. Da erhebt sich die Frage, was ist das Eigene an meinem Weg? Woran erkenne ich, dass ich auf meinem Weg unterwegs bin?
Man geht den eigenen Weg, wenn die gerade anstehenden Lebensaufgaben mit Liebe und Achtsamkeit erledigt werden. Für mich heißt das auch, dass ich ALLES annehme und mich auf ALLES einlasse, was mir begegnet. 
Liebevolle Gefühle zeigen, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Ängstliche Gefühle zeigen, dass ich mein Leben nicht voll lebe. Sorge, Stress, Druck, Unbehagen u. ä. sind Zeichen dafür, dass ich anderen Einflüssen, Ängsten oder gesellschaftlichen Konventionen folge. Eine Hilfe dabei kann sein, das gute Beispiel von anderen Menschen zu kapieren, im Sinne von verstehen und für mich adaptieren, keinesfalls aber soll ich es kopieren oder nachahmen. 
Mit jedem Menschen wird etwas Neues in die Welt gesetzt, was es bisher so noch nicht gegeben hat. Dieses Einzige und Einmalige gilt es auszubilden und Realität werden zu lassen. Was dieses Einzigartige ist, kann sich nur aus mir selbst offenbaren. 
Was in mir „kostbar“ ist, entdecke ich durch mein stärkstes Gefühl, durch den zentralen Wunsch, der mein Innerstes bewegt. Wohin zeigt meine Freude? Was mache ich mit großer Begeisterung? Was gibt mir das Gefühl von Fülle? Wo spüre ich meine Liebe und öffnet sich mein Herz? Was bringt mir Energie, anstatt Kraft zu kosten? All diese Empfindungen sind wichtige Wegweiser für meinen ureigensten Weg.
Das Leben erwartet, dass man sich vorwärts bewegt und bei dieser Bewegung muss man bei jedem Schritt einen Teil des Weges hinter sich lassen. Der Versuch, alles und alle mitnehmen zu wollen, beschwert das Leben ungemein.
Zum eigenen Weg gehört auch der Mut zur Nacktheit. Diese Nacktheit bedeutet zur inneren Wahrheit zu stehen, dh. sich zu zeigen wie man ist, mit sämtlichen Fehlern und Schwächen, aber auch mit all seinen Talenten und all seinem Können.
Den eigenen Weg muss jeder selbst gehen, es ist kein Delegieren möglich, auch kann niemand stellvertretend geschickt werden. Denn der Antritt des Weges beginnt mit dem Einfließen des Göttlichen, mit dem Anerkennen einer höheren Macht und dass wir gewollt sind und damit unser Leben einen Sinn hat. 
Das Geschenk, den eigenen Weg zu gehen liegt darin, der zu werden, der ich bin. Gleichzeitig ist es eine große Aufgabe, da dieses Ich-Sein einem ständigen Wandel unterliegt.

Herzlichst
August

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30.12.2015

Reparaturblick

Lange Jahre konnte ich nicht gut damit leben, dass ich eine Eigenschaft habe, die ich den „Reparaturblick“ nenne. Der Fokus ist dabei nicht auf die Dinge gerichtet, die gut funktionieren, sondern vor allem darauf, was nicht klappt. Der Reparaturblick ist nämlich die Fähigkeit, sich selbst oder jemanden zu betrachten und zielsicher zu erkennen, wo es Reparaturbedarf, bzw. Verbesserungsmöglichkeiten gibt. Damit ist aber nicht gemeint Mängel zu bewerten, vielleicht sogar zu verurteilen und ausmerzen zu wollen, sondern das Verbesserungspotential zu erkennen und zielgenau wahrzunehmen, welcher Problemlösungsansatz gefragt ist, oder zu wissen, wo der nächste Entwicklungsschritt ansteht. 
Im Gegensatz zum Minderwertigkeitsgefühl, bei dem ich nichts Gutes an mir finde und alles zu verbessern wäre, geht es darum, dass es tatsächlich die Möglichkeit gibt nicht so gute Eigenschaften oder Eigenheiten zu wandeln. 
Heute bin ich für diese Eigenschaft dankbar, denn sie machte mich untrüglich auf all die Mängel in mir und an mir aufmerksam. Dadurch eröffnete sich für mich die Chance, viele Unzulänglichkeiten an mir zu erkennen und zu beseitigen.
Das damit verbundene Geschenk war, dass ich eines Tages das Gefühl hatte: Ich bin mit den Reparaturarbeiten fertig, es gibt keinen Reparaturbedarf mehr. Und es eröffnete sich etwas Neues: Jetzt gibt es viel Zeit zum Genießen, zum Fortentwickeln und noch Besseres zu finden.

Herzlichst
August

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23.12.2015

Der innere Feind

Eines Tages besuchte uns unser älterer Sohn und teilte uns ganz stolz seine Erkenntnis mit: Wir Höglingers haben keine natürlichen Feinde.
Diese Aussage machte mich schwer betroffen, weil ich sofort erkannte, dass der wirkliche Feind nicht im Außen, sondern in unserem Inneren sitzt. Ich ging der Frage nach und erkannte, dass der größte Feind (neben vielen anderen) das „ich will“ ist. Wenn mein Wille nicht im Einklang mit Gottes Willen ist, füge ich mir selber bemerkt oder auch unbemerkt Schaden zu.
In einer späteren Meditation nahm ich Kontakt mit meinem inneren Feind auf. Zu meinem großen Erstaunen erkannte ich, dass er traurig war. Er war deshalb traurig, weil auch er das Beste für mich wollte. Solange ich mich vor ihm gefürchtet hatte, konnte ich das nicht wahrnehmen.
Der innere Feind stellt auch das Verdrängte, das nicht Geliebte in mir dar. Nur wenn ich meinen inneren Feind annehme und akzeptiere, geschieht ein weiterer Schritt in mir, nämlich die Versöhnung mit mir selber. Wenn ich mit dem Verdrängten, mit dem Ungeliebten in mir versöhnt bin, sind äußere Feinde chancenlos, weil sie nirgends in mir andocken können.
Der innere Feind will mich in der Auseinandersetzung mit meinen Schattenseiten unterstützen, ja geradezu herausfordern (wobei bei einer Herausforderung auch ein Scheitern möglich ist), damit ich mich mehr und mehr selber lieben lerne und heil werden kann.

 

Herzlichst
August

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16.12.2015

Halt und Sicherheit in Beziehungen

Jeder Mensch braucht für eine gesunde körperliche und emotionale Entwicklung mindestens eine Beziehung, die im Herzen Halt gibt. Haben wir diese nicht, sind wir existentiell bedroht. Ausnahmen gibt es nur bei einer starken Gottesbeziehung und wenn jemand einen festen Halt in sich selbst hat. Dazu braucht es ein offenes Herz.
Was bedeutet es für Menschen haltlos zu sein, wie gehen sie damit um? Folgende Möglichkeiten der Reaktion (wobei jede Reaktion auch andere Ursachen haben kann) gibt es:
Sie bekommen psychische Probleme.
Sie begehen Suizid.
Sie steigen in die Drogenszene ein, wo sie bei Haltlosen Halt finden. 
Sie werden autistisch.
Sie legen sich einen Kontrollzwang (Neurose) zu, also Zwanghaftigkeit.
Der Körper beginnt die Muskeln zu arretieren.
Sie werden früh selbständig.
Was gibt Halt?
Bei Kindern geben zuverlässige Bezugspersonen Halt. Ebenso das Gefühl, willkommen und geliebt zu sein. Auch scheinbar einfache Dinge wie Versprechen einhalten, Vereinbarungen einhalten, Termine oder Zusagen einhalten, geben Sicherheit. 
Menschen, die in ihrer Familie wenig oder keine Sicherheit bekommen haben, gehen oft den inneren Weg. Durch Gott bekommen sie die nötige Sicherheit. 
Bei Gefühlen von Sinnlosigkeit oder großer Angst braucht es jemand, der da ist und Halt gibt. Im Idealfall nicht als Krücke, sondern als innerer Halt, bis ich selbst den Halt in mir oder in Gott gefunden habe. 
Mir persönlich hilft inne halten, um Innen Halt zu bekommen. Das ermöglicht mir Ausschau zu halten, wohin es weiter geht. Ich bekomme damit die Einschau oder Erkenntnis, was Sinn macht oder im Sinne Gottes ist.

Herzlichst
August

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08.12.2015

Macht in Beziehungen

Macht in Beziehungen ist ein sehr komplexes Thema und ich kann nur auszugsweise die Vielfalt ansprechen, um eine Vorstellung davon zu vermitteln.
Der Idealzustand bei erwachsenen Beziehungen ist ein partnerschaftliches Modell, bei der die Macht in etwa ausgewogen ist. Immer wieder kann jedoch eine Schieflage eintreten, dies sollte aber nur ein vorübergehender Zustand sein. 
Die Norm ist eher, dass es immer wieder Machtkämpfe, bzw. Konkurrenzverhalten in Beziehungen gibt, weil der eigene Willen durchgesetzt werden möchte. 
Einer der vielen möglichen Machtkämpfe in der Frau-Mann-Beziehung lautet: Er ist zufrieden wie es ist. Sie will, dass er sich ändert. Dieser Machtkampf verschließt das Herz. Beide wollen sich nicht ändern. Es ist ein Balanceakt, da einen Konsens zu finden, ohne sich alles gefallen zu lassen. 
Macht kann auf unterschiedlichste Art und Weise ausgeübt werden. Um die eigene Form zu erkennen ist es von Vorteil, sich die Frage zu stellen: Wie wurde in meiner Ursprungsfamilie Macht ausgeübt? Wie wurden Konflikte ausgetragen? Diese Muster übernehmen wir unbewusst und ganz besonders, wenn wir unter Druck oder Stress stehen.
Es gibt offene, aber auch sehr hintergründige Formen der Machtausübung. Z. B. beim Tod der Mutter eines Bekannten sehe ich ihre subtile Herrschsucht. Sie wollte alles bestimmen! Man erkennt dies auch an der Frage: Warum tut mein Mann nicht das, was ich ihm sage?
Ändern sich eingespielte Machtverhältnisse innerhalb einer Beziehung, kann dies hohes Konfliktpotential bergen.
Ein Beispiel: In einer Beziehung war die Frau zwei Jahre älter als der Mann und sie dominierte die Partnerschaft. Der Mann besuchte dann einen Lehrgang für Persönlichkeitsentwicklung. Dies führte dazu, dass er langsam die emotionale Führung in der Beziehung übernahm. Durch die Änderung des Machtgefüges knirschte es immer wieder.
Ein zweites Beispiel: In einer gleichgeschlechtlichen Beziehung dominierte anfangs ein Partner. Dieser schlitterte in ein Burnout. Da übernahm der andere Partner die Führung in der Beziehung. Auch das ging nicht problemlos. Neues Konfliktpotential ergab sich durch die Genesung des Partners, als dieser erneut seinen Machtanspruch stellte.
Mein Kernsatz lautet: Beziehungen funktionieren dann gut, wenn die Partner in etwa die gleiche Macht besitzen. 

Herzlichst
August

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02.12.2015

Ebenen von Paarbeziehungen

In einer Ehe bzw. einer Partnerschaft gibt es mehrere Ebenen der Paarbeziehung. Nach meinen Erkenntnissen sind dies folgende:
Die Existenz- und Arbeitsgemeinschaft, dies betrifft das häusliche – familiäre Zusammenleben, das gemeinsame Einkommen, das Großziehen der Kinder, die Arbeitsteilung innerhalb der Familie oder des Betriebes z.B. in der Landwirtschaft.
Die triebhaft-sexuelle Ebene, die ua. auch für die Nachkommenschaft sorgt.
Die sinnlich-erotische Ebene, die eine Erweiterung und Verfeinerung der oben genannten Ebene darstellt.
Die emotionale Ebene beinhaltet Zärtlichkeit, romantische Leidenschaft, den behutsamen Umgang mit dem inneren Kind, mit sich selbst und dem Partner/der Partnerin. 
Die Ebene des Herzens ist gekennzeichnet durch die reine Liebe und die freundschaftliche Verbundenheit. 
Die intellektuelle Ebene bedeutet die geistige Übereinstimmung und die geistige Auseinandersetzung mit verschiedensten Themen des Lebens, aber auch gemeinsame Interessen wie Kunst, Kultur, Sport, Reisen und Hobbys allgemein.
Die spirituelle Ebene zeigt sich im gemeinsamen Streben nach innerem Wachstum, in der gleichen spirituellen Ausrichtung, im Reifen der geistigen und ethischen Werte. 
Die Ebene der Seele ist die tiefe Wesensverwandtschaft, das Wissen um die innere Zusammengehörigkeit. 
Aufgrund dieser Auflistung stellt sich die Frage, auf welchen Ebenen eine Beziehung besteht?
Es ist höchst unwahrscheinlich, dass auf allen Ebenen eine Beziehung besteht. Es ist wichtig zu schauen, wo gibt es diese Gemeinsamkeit und die Vorstellung loszulassen, dass dies auf allen Ebenen möglich ist. Übertriebene Erwartungen loszulassen, trägt wesentlich zur Heilung der Ehe oder Partnerschaft bei. 

Herzlichst
August

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25.11.2015

Erwartungen in Frau-Mann-Beziehungen

In jeder Paarbeziehung gibt es teils bewusste, größtenteils aber unbewusste Erwartungen.
Die wichtigsten Erwartungen des Mannes an die Frau:
1. Bewunderung und Verehrung, dh. sein Sein und sein Tun anzuerkennen, ohne ständigen Korrekturbedarf seitens der Frau.
2. Das Gefühl, das Steuer in der Hand zu haben, dies bedeutet, dass sein Platz als Behüter und Ernährer der Familie respektiert wird.
3. Antwort bekommen auf sein sexuelles Begehren, wobei es um das Ernstnehmen dieses Bedürfnisses geht. Auf diesem Gebiet kann es unterschiedliche Bedürfnisse zwischen den Partnern geben.
Die wichtigsten Erwartungen der Frau an den Mann:
1. Achtung: die Frau möchte in ihrer Persönlichkeit und in ihrer ganz individuellen Art geachtet werden.
2. Schutz: die Frau wünscht sich das Gefühl beschützt zu sein, dies gibt ihr Sicherheit für sich und die Kinder.
3. Einfühlsamkeit: da Männer und Frauen doch in mancher Hinsicht unterschiedlich „ticken“, spricht es für Einfühlsamkeit die besondere Art der Frau wahrzunehmen und wertzuschätzen. 
Eine häufige Erwartung in Beziehungen ist die gegenseitige Rücksichtnahme. Dies ist in vielen Situationen wichtig und beziehungsfördernd. Es gibt aber auch einen meist unbewussten Teil der Rücksichtnahme, der so weit ausarten kann, dass sie in liebevollen Beziehungen zu einer Geißel wird. Sie kann Weiterentwicklung in der Beziehung behindern. Wichtige Gefühle und Dinge werden nicht angesprochen - aus Angst davor den anderen zu verletzen. Im Hintergrund steht auch oft der Wunsch noch liebevoller zu werden. Ziel des Lebens ist aber, dass ich ICH-selbst werde. Gelingt dies, werde ich meinem Partner immer weniger aus falscher Rücksichtnahme vorenthalten. 
Eine Erwartung an sich selbst, die bei Frauen häufig anzutreffen ist, ist die Sorgefunktion für Mann und Kinder. Wenn eine Frau nun in einer Mann-Frau-Beziehung zu viel Sorge für den Mann übernimmt erschlafft sein „Selbstfürsorgemuskel“. Entschließt sich die Frau irgendwann, dem Mann seine Eigenverantwortung zurück zu geben, wirkt dies für den Betreffenden oft sehr hart. Wenn man gewohnt ist, dass der Partner alle Wünsche von den Augen abliest und dies dann nicht mehr tut, entsteht Irritation. Ein Lernprozess beginnt, denn es ist sehr schwer, all seine Wünsche verbal auszudrücken, da dies ungewohnt ist und die Übung dazu fehlt.

Herzlichst
August

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18.11.2015

Mann-Frau-Beziehungen

In meiner Arbeit mit Menschen, in der es auch immer wieder um Beziehungsthemen geht, wurde mir bewusst, wie Paare sich finden.
Früher dachte ich immer, dass Paare sich finden, weil sie sich lieben. Dann entdeckte ich eine Besonderheit. Ich hatte das Gefühl, dass Menschen sich einander zuwenden, weil sie in etwa die gleichen Ängste haben. Dadurch, dass der Partner diese Ängste nicht aktiviert, kann sich das Herz öffnen und die Liebe kann fließen (z. B. ein Paar hat geheiratet, weil keiner von ihnen allein sein wollte).
In diesen Zusammenhang entdeckte ich, dass es drei Phasen einer Beziehung gibt:
Die erste Phase entsteht dadurch, dass im anderen eine Ergänzung gesucht wird. In dieser Anfangszeit sind die Paare oft „unzertrennlich“ und stark aufeinander bezogen. 
In der zweiten Phase sollten sich beide aus dieser Symbiose lösen und auseinander entwickeln, um vollständige Persönlichkeiten zu werden. Es gilt den Weg von der Abhängigkeit vom Anderen hin zur Eigenständigkeit zu gehen.
Die dritte Phase ist der schwierigste Schritt, nämlich die völlige Freigabe des Partners. Dadurch wird beiden die jeweils individuelle Entwicklung ermöglicht und die Tatsache in großer Freiheit gemeinsam zu leben. Somit kann jeder seinen eigenen Weg gehen und einen gemeinsamen mit dem Partner.

Herzlichst
August

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11.11.2015

Bilder in Beziehungen

Ein häufiges Phänomen in Beziehungen sind Standbilder, die die Partner voneinander haben. 
Zur Erläuterung was ich damit meine: Wenn man einen Menschen das erste Mal ansieht, dann sieht man 20-40 % von ihm wirklich. Alles andere ergänzt unser Gehirn aus Bildern bereits gespeicherter Menschen, die ihm ähnlich sind. Beim 2. Mal hinschauen sehen wir nur mehr 10-20 %, alles andere ergänzt unser Gehirn aus dem Gedächtnis. Ab dem 3. Mal sehen wir in der Regel nichts mehr wirklich, dh. wir nehmen die Realität nicht mehr wahr, sondern nur noch das in uns gefestigte Bild. 
Wirklich schauen ist da angesagt. Da hilft der Anfängergeist, der empfiehlt, einen Menschen so anzusehen, als würden wir ihn das erste Mal treffen. 
Ein weiteres Phänomen ist das Idealbild. Viele von uns tragen ein Bild der idealen Beziehung in sich, welches wir verwirklichen möchten. Unbewusst hängt dieses Bild an der Wand und jeder Partner wird unentwegt mit diesem Bild verglichen. 
Wenn ich diese Idealvorstellung nicht loslasse, verstellt sie mir den Blick auf die Realität und auf die Wandlungsmöglichkeiten in der aktuellen Beziehung. Außerdem stellt dieses Bild einen permanenten Pool an Leidensmöglichkeiten dar, weil das Gefühl entsteht, etwas zu versäumen. Erkennen der Realität erleichtert das Leben wesentlich.
So eine Wirklichkeit kann eine sogenannte „Doppelbelichtung“ sein, die schnell und unbewusst passiert. Mein persönliches Beispiel von Doppelbelichtung zur Veranschaulichung: Meine Mutter sah nicht nur mich, sondern in mir auch meinen Vater und meinen Onkel Hans. Das Auflösen dieser Doppelbelichtung bringt einen realistischen Blick auf den Partner und kann diesen von unangebrachten Erwartungen befreien.
Hat ein Mann grundsätzliche Probleme mit Frauen, so ist es hilfreich, auf die eigene Mutter zu schauen, von ihr bezieht er sein erstes und wesentliches Bild von Frausein. Ebenso gilt dies für Frauen nur umgekehrt.

Herzlichst
August

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04.11.2015

Ursprungsfamilie

Die größten Tabuthemen in Beziehungen sind Geld, Macht und Sex. Wobei gerade Geldmangel ein hohes Konfliktpotential birgt, ebenso wie Macht, wenn es ein permanentes Konkurrenzverhalten gibt.
Ein guter erster Zugang zu diesen Themen ist möglich, wenn sich die Partner einmal darüber austauschen, wie die Eltern damit umgegangen sind. Daraus lässt sich schon einiges über die eigene unbewusste Prägung erfahren. 
Die Ursprungsfamilie beeinflusst ganz maßgeblich unser Verständnis von Beziehung. Häufig kommen meist unbewusste Familienregeln zum Tragen, so ist es beispielsweise bei der einen Familie üblich um 12 Uhr gemeinsam das Mittagsmahl einzunehmen, bei der anderen ist es normal, dass jeder isst, wann er kommt. Daraus ergeben sich systemisch genannte Konflikte. Dieses sind keine persönlichen Differenzen zwischen den Partnern, sondern in Wirklichkeit Konflikte der beiden Systeme der Ursprungsfamilien. 
Wird nun eine Regel aus der Ursprungsfamilie aufgehoben oder durch eine neue ersetzt, kann dies dazu führen, dass ein schlechtes Gewissen entsteht, weil die „alte“ Regel missachtet wurde. 
Auch bei der Partnerwahl kommt dieses tiefliegende Beziehungswissen, welches wir in unserer Ursprungsfamilie erlebten zum Einsatz. Zum Beispiel sucht sich ein Kind häufig das Ebenbild oder das Gegenbild des gegengeschlechtlichen Elternteils als Partner aus. 
Beziehungsprägungen sind nur änderbar, wenn sie bewusst werden, daher ist es wichtig, sich damit zu beschäftigen und das Familien- und Beziehungssystem zu studieren. 
Eine wichtige Frage dabei ist auch: Wie habe ich die Liebe der Eltern bekommen? Diese Methode wende ich dann im Beruf und beim Partner an, egal ob sie dort auch wirkungsvoll und angebracht ist.
Beispiele für Prägungen durch das Familiensystem:
So gibt es Wagenburgfamilien – um diese Familie wird ein Schutzwall errichtet. Nur Angehörige dürfen hinein, es wird niemand eingeladen.
Oder Schützengrabenkinder – sie bauen sich einen Unterschlupf, um sich vor dem permanenten Gefecht der Eltern in Sicherheit zu bringen. Diese Menschen ängstigen sich vor Konflikten und scheuen Auseinandersetzungen. 
Zuletzt noch Kinder aus Alkoholikerfamilien  – sie dürfen mit diesem „Familiengeheimnis“ nicht an die Öffentlichkeit gehen. Sie entwickeln oft gute schauspielerische Talente und übernehmen sehr früh Verantwortung innerhalb der Familie.

Herzlichst
August

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28.10.2015

Beziehungskonto

In jeder Beziehung gibt es unbewusst ein emotionales Beziehungskonto, das folgendermaßen funktioniert:
Investiere ich mein Herzblut in die Beziehung, dann habe ich ein gefühltes Guthaben. Investiert mein Partner, dann hat er/sie ein Guthaben. In der Natur der Sache liegt es, dass einmal auf der einen Seite, dann wieder auf der anderen Seite mehr auf dem Konto verbucht ist. Über längere Zeit sollte das Konto jedoch ausgeglichen sein. Rutscht nämlich ein Partner zu sehr ins „Minus“, entstehen Schuldgefühle. Eine Schwierigkeit dabei ist, dass es unterschiedliche Einschätzungen in der Wertigkeit des Gegebenen oder Erhaltenen gibt. Da bewährt sich von Zeit zu Zeit ein Austausch zwischen den Partnern über den Stand des Kontos. Jede Seite könnte das Gefühl haben, wesentlich mehr zum Gelingen der Beziehung beizutragen. 
Kommt es zur Trennung, so ist diese erst dann in einer guten Form möglich, wenn von beiden gefühlt wird, dass das Konto ausgeglichen ist. 
Ausgeglichen werden kann ein Beziehungskonto durch zurückzahlen (ich revanchiere mich für das Erhaltene) oder durch weitergeben an andere (z. B. Kinder). Weitere Möglichkeiten des Ausgleiches sind Dankbarkeit, Wertschätzung, Vergebung im negativen Schuldfall (ich vergebe dem anderen) und Anerkennung als Schicksal (liegt nicht in unserer Macht). 

Herzlichst
August

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21.10.2015

Basis jeder Beziehung

Zur Basis jeder Beziehung gehört – um überhaupt beziehungsfähig zu sein – der liebevolle Umgang mit Nähe, Distanz, Grenzen und Revieren. Dies ist notwendig, um Verletzungen möglichst hintanzuhalten, dh. um weniger zu verletzen oder verletzt zu werden. Klar ist aber, dass keine verletzungsfreie Beziehung möglich ist. Je näher mir ein Mensch steht, umso höher ist das Verletzungspotential. 
Daher ist die Kunst des Grenzensetzens und der Versöhnung gefragt. Kann ein Paar gut mit Grenzen umgehen, dann wird ein weiteres Thema wichtig, nämlich Intimität. Intimität bedeutet sich angstfrei begegnen zu können. Dies setzt voraus, dass Ängste angesprochen und besprochen werden können. 
Ängste bewirken eine Beziehungsblockade. Angst verschließt das Herz und damit wird vertrauensvolle Kommunikation extrem schwierig. Ängste verhindern eine offene Begegnung, Kommunikation von Herz zu Herz ist nicht möglich.
Ein weiteres wichtiges Element, damit Beziehung gelingt, ist das Ansprechen von Konflikten und die damit verbundene Streitkultur. Der Perspektivenwechsel (ich versuche mir den Konflikt aus der Sicht meines Partners anzuschauen) ist dabei ein wichtiges Hilfsmittel. 
Eine weitere Methode um mögliche Konfliktfelder zu erkennen ist die Beziehungsskulptur. Dies ist eine Übung, die sich schon vielfach bewährt hat und die ich jedem Paar wärmstens empfehle. Bei der Beziehungsskulptur stellen beide Partner körperlich auf, wie sie ihre Beziehung als Skulptur darstellen würden. Man sieht bildhaft, wovon der Partner spricht, wenn er Beziehung sagt. Ziel ist es, dass beide sich auf eine gemeinsame Skulptur einigen. Während dieses Prozesses wird offensichtlich, wo es unterschiedliche Vorstellungen, Bilder und Prägungen gibt.

Herzlichst
August

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14.10.2015

Beziehungen

Beziehungen sind für mich eine ganz essenzielle Voraussetzung für ein gelingendes Leben. Beziehung definiere ich als etwas, das jeder Mensch zum Überleben und auch zum Leben braucht. Beziehung wird dadurch begründet, dass ich etwas beziehe. Ohne Beziehung könnten wir als Säugling und Kleinkind weder überleben noch leben.
Dabei gibt es elementare Beziehungen, wie Vater-Kind, Mutter-Kind, Großeltern-Enkel, Geschwister. Diese Beziehungen sind nicht kündbar und nicht auflösbar.
Zum anderen gibt es Beziehungen, die wir freiwillig eingehen und die jederzeit wieder beendet werden können: Mann-Frau, Freundschaften, Kollegen, usw. Dies sind Beziehungen, die vor allem auf ungeschriebenen Verträgen beruhen und meist innerlich und unbewusst abgeschlossen werden. Am Beginn einer Beziehung entstehen die meisten Verträge durch Handeln und durch Vereinbarungen. Jeder übernimmt einen Teil der Zuständigkeit für die Beziehung und Gewohnheiten spielen sich ein. 
Diese Verträge ändern sich im Laufe der Beziehung, z. B. bei der Geburt eines Kindes oder beim Auszug eines Kindes. Dies sind häufig Zeiten großer emotionaler Herausforderungen, da sich das Beziehungsgefüge wandelt und sich die Aufgaben und Zuständigkeiten umverteilen. Erst wenn der neue Status quo eingetreten ist, gibt es wieder Sicherheit.
Bei Trennung von Partnern müssen die alten Verträge bewusst gekündigt werden. Die Beziehung ist sonst nicht aufgelöst und eine neue Partnerschaft kann nur mit dieser Hypothek begründet werden.

Herzlichst
August

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07.10.2015

Wie Gebete wirken

In vielen ländlichen Gemeinden ist es noch üblich, für Verstorbene eine Betstunde abzuhalten. So war es auch beim Tod meines Schwiegervaters. Dabei konnte ich wahrnehmen, wie Gebete wirken. 
Die Betstunde fand in der Pfarrkirche seines Heimatortes statt. Da der Vorbeter des Ortes nicht viel Zeit hatte, wurde gleichzeitig für ihn und eine junge Frau der schmerzhafte Rosenkranz gebetet. Diese Frau hatte sich in ihrer tiefen Verzweiflung vor einen Zug geworfen und hinterließ eine 10jährige Tochter.
Durch das Beten des Rosenkranzes entstand eine ganz besondere Stimmung in der Kirche. Diese Litanei bewirkte bei mir, dass ich in einen meditativen, tranceartigen Zustand fiel. Dabei kam ich auf die Idee, mir die Seele meines Schwiegervaters anzusehen. Ich sah eine ganz große Seele und war zu Tränen gerührt. Zu seinen Lebzeiten war dies nicht erkennbar gewesen, er führte ein sehr bescheidenes Leben. Ich erfuhr auch seine Lernaufgabe für dieses Leben – er wollte Demut lernen, dies hatte meine besondere Berührtheit ausgelöst.
Danach wandte ich mich der Seele der jungen Frau zu, welche Suizid begangen hatte. Ich sah ein zusammengekauertes Wesen. Im Laufe des Betens, es waren etwa 100 Dorfbewohner da, erkannte ich die tiefe Kraft der Gebete. Ich konnte wahrnehmen, wie dieses schwache Wesen immer kräftiger wurde und zum Schluss aufrecht stand. 
Mir kam der Gedanke, was wohl gewesen wäre, wenn die junge Frau diese Unterstützung zu ihren Lebzeiten bekommen hätte!

Herzlichst
August

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30.09.2015

Da sein versus abwesend sein

DA sein, im Hier und Jetzt leben, angekommen sein im Leben sind ganz wichtige Elemente von Spiritualität. Denn wenn ich als Mensch DA bin, dann kann Gott durch mich Da sein und sich durch mein Leben ausdrücken. 
Schon im Alten Testament werden wir auf die Wichtigkeit des DASEINS hingewiesen und zwar in der Moses-Geschichte. Moses fragt Gott, der ihm in der Wüste als brennender Dornbusch erscheint, wie er ihn nennen soll. Die Antwort war, ich bin der ich bin da!
Um DA zu sein, muss ich angekommen sein. Angekommen auf der Welt, angekommen in meiner Familie, meinem Land, in der Gesellschaft und zuletzt das Wichtigste, angekommen bei mir selber. Ein Beispiel dazu: Einmal habe ich die Teilnehmer/innen einer Seminargruppe wieder zurück zum Ortsschild des Seminarortes geschickt. Erst als sie langsam und zu Fuß ankamen, hatten sie das Gefühl, wirklich angekommen zu sein.
Zum Da sein stellen sich einige wichtige Fragen: Was lenkt mich ab? Wovon lasse ich mich ablenken? (Da gibt es eine Unzahl an Möglichkeiten). Suche ich vielleicht sogar Ablenkung? Die Konsequenz daraus ist, dass ich dann nicht da bin, nicht bei mir und nicht im Hier und Jetzt. Dazu gibt es einen wunderbaren Hinweis in einem Sketch von Karl Valentin: „Heute Abend werde ich mich besuchen! Ich hoffe, ich bin zuhause!“ Oft ist es so, dass wir eben nicht bei uns sind, sondern außer uns, wir sind nicht zuhause, dh. wir sind nicht da, wenn jemand vorbeikommt und anklopft.
Dazu stellt sich auch die Frage: Was füllt mich aus? DA bin ich, wenn ich mich selber ausfülle. Es kann aber sein, dass uns die Arbeit, der Besitz, soziales Engagement, familiäre Probleme, usw. ausfüllen. Ein Beispiel: Ein Unternehmer ist voll ausgefüllt von seinem Unternehmen und der damit verbundenen Tätigkeit. Fällt das weg – was durch einen Verkauf drohte – dann ist in ihm eine große Leere. Weil er sich vor der Leere ängstigt, kann er sein Unternehmen nicht veräußern.
DA sein bedeutet letztendlich, die Welt und das Leben so zu akzeptieren, wie es ist.
Ein schönes Beispiel dafür erzählte mir ein Studienfreund. 
Er erlitt einen schweren Motorradunfall und rief aus dem Krankenhaus seine Mutter an. Die stimmte sofort eine Schimpfkanonade über seine Unvorsichtigkeit an. Damit versuchte sie ihre Angst und Hilflosigkeit zu bewältigen.
Mein Freund wollte sich das nicht anhören und legte auf. In seiner Verzweiflung rief er seinen Vater an. Der ließ alles liegen und stehen und fuhr sofort die zweihundert Kilometer zu seinem Sohn. Obwohl das Verhältnis der beiden nicht das Beste war, hatte mein Freund das Gefühl, dass sein Vater für ihn da war. 
Eine Form des nicht Da seins erlebte ich in meiner Arbeit mit einer Gruppe von 18jährigen Bauernburschen zum Thema „Mann sein“.  Als es um die Vaterbeziehung ging, war große Betroffenheit im Raum. Diese jungen Männer erkannten, dass, obwohl sie zum Teil den ganzen Tag mit ihren Vätern am Hof arbeiten, diese nichts von und über ihre Söhne wissen. Man nennt dies die abwesenden Väter. 

Herzlichst
August

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23.09.2015

Erfahrungen – Erlebnisse

Vor nicht allzu langer Zeit stellte ich die Überlegung an, was die Menschen heute brauchen. Anlass dafür war, dass ich in einem inneren Bild viele von ihnen stumpf durch das Leben gehen sah, ohne Esprit und ohne Begeisterung. 
Was fehlt, ist wahre Lebensfreude statt nur Erlebnissen. Es mangelt an tatsächlichen Erfahrungen. Was die Seele wirklich nährt sind Erfahrungen, weil sie immer mit einer Bereicherung, gelegentlich sogar mit Veränderungen einhergehen. 
Erfahrungen sind oft auch schmerzvoll, haben aber immer eine gewaltige Auswirkung auf das Innenleben des Menschen. Ist der Abbau von Ängsten damit verbunden, so erhöht dies die Lebensfreude und die Lebensqualität. Sehr intensive Erfahrungen können in der Meditation und in Aufstellungen gemacht werden. 
Im Vergleich dazu sind Erlebnisse oberflächlich und sie nähren die Seele kaum, dh. ich bin rasch wieder hungrig nach neuen Erlebnissen. Gleichzeitig führen Erlebnisse zu einer Verkürzung der Zeit. Die Zeit wird knapp und ich will immer mehr hineinpacken z. B. kaufen.
Erfahrungen hingegen sorgen für eine Dehnung der Zeit, sie geben das Gefühl mehr Zeit zu haben, weil sie sinnvoll genutzt wird,  z. B. Konsumieren des Gekauften. 
Derzeit ist es so, dass es bei vielen Menschen ein großes Bedürfnis nach Erlebnissen gibt, die kaum mit wirklichen Erfahrungen verbunden sind. 
Möchte ich mein Leben intensivieren und bereichern ist es günstig darauf zu achten, welche Erfahrungen ich in meinem alltäglichen Leben mache – welche Erkenntnisse damit verbunden sind und ob vielleicht eine Steigerung meiner Lebensfreude fühlbar wird. 

Herzlichst
August

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16.09.2015

Herr ich bin dein Eigentum

Zum Abschluss des Lehrganges in geistlicher Begleitung im Europakloster Gut Aich erhielten wir eine Aufgabe. Pater Dr. Johannes Pausch, der Leiter, bat uns den Lehrgang in einem Satz, in einem Spruch oder in einem Bild zusammenzufassen.
Ganz spontan tauchte bei mir ein sakrales Lied auf und zwar folgendes:
Herr ich bin dein Eigentum,
dein ist ja mein Leben, 
mir zum Heil und dir zum Ruhm
hast du mir´s gegeben ...
Erst Jahre später fiel mir dieses Bekenntnis wieder ein und ich fragte Gott, da ich ja sein Eigentum bin, wie er mit seinem Eigentum umgeht. Er antwortete sofort und spontan: So, wie du mit deinem Eigentum umgehst, so gehe ich mit dir um!
Nachdem ich ein praktisch veranlagter Mensch bin, kam ich auf die Idee dies am Umgang mit meinem Auto zu überprüfen. Ich inspizierte mein Auto. Da stellte ich fest, dass ich es pflege und in Ehren halte. Nur die Stoßstangen vorne und hinten hatten Dellen. Mir wurde klar, dass ich anstößig lebe. Das heißt für mich, immer wieder gehe ich mit mir und anderen Menschen so um, dass Dellen bleiben. 
Die Erkenntnis daraus lautete für mich, dass ich liebevoller mit mir und meinem Eigentum umgehen soll. Da dieses Verhalten mit meinem Besitztum mir auch zeigt, wie ich mit mir und meinen Mitmenschen umgehe. 
Schon der Hl. Benedikt sagte: „Du sollst mit deiner Habe so sorgsam umgehen, wie mit heiligem Altargerät.“ Diese Sorgsamkeit im Umgang mit mir und den Menschen zu pflegen ist seither einer meiner Lebensgrundsätze. Die Stoßstangen meines Autos haben seitdem keine Dellen mehr. Auch in vielen anderen Bereichen meines Lebens zeigte es eine positive Wirkung.

Herzlichst
August

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09.09.2015

Hunger

Immer wieder einmal setze ich mich sowohl im beruflichen als auch im privaten Kontext mit gesunder Ernährung auseinander. Damit kommt unweigerlich auch das Thema Hunger in den Fokus. Dazu erklärte mir vor einiger Zeit ein Freund, welcher Ernährungsberater ist, die vier Formen von Hunger, die für ihn im Laufe seiner Tätigkeit erkennbar wurden.
Die erste Form des Hungers:
Hunger tritt ein, wenn der Magen völlig leer ist. Der Körper erkennt die Gefahr des Verhungerns und fährt ein Energiesystem nach dem anderen zurück (es wird einem kalt, man wird müde). Gleichzeitig zieht er alle verwertbare Energie aus dem Darm, auch Gifte und lagert sie in Fettdepots ab, um möglichst lange zu überleben. Man sollte daher darauf achten, dass der Magen nie leer ist.
Die zweite Form des Hungers:
Dem Körper fehlen Vitalstoffe z. B. Jod. Nun signalisiert der Körper Hunger, weil er den Vitalstoff braucht. Dies ist die Ausdrucksweise des Körpers, nach dem er nicht sagen kann „Gib mir Selen.“ reagiert er mit Hunger. Für achtsame Menschen, kann der Gusto ein Hinweis auf das Fehlende sein. Esse ich nun etwas und dies enthält, um beim Beispiel zu bleiben, kein Selen, sagt der Körper sofort wieder – Hunger! Obwohl er eigentlich satt sein müsste, macht dies der Körper so lange, bis er das Benötigte bekommt. (z. B. Gemüse, bzw. Rohkost, die viele Vitalstoffe enthalten).
Die dritte Form des Hungers:
Diese ist eigentlich Durst. Wenn ich zu wenig trinke, dann meldet sich der Körper mit einem Durstgefühl. Wird dies ignoriert, kann sein, dass sich ein Hunger meldet. Es kann also hilfreich sein, bei einem Hungergefühl  zuerst einmal zu trinken. 
Die vierte Form des Hungers:
Dies ist das hungrige Herz. Allgemein bekannt ist das sogenannte Frustessen. Man isst um sich selbst zu belohnen und sich etwas Gutes zu tun. Essen wird auch eingesetzt um Gefühle von Einsamkeit zu mildern oder auch aus purer Langeweile.
Wenn es einen Menschen an Liebe, Selbstliebe, Zuwendung oder Anerkennung mangelt, kann dies unter anderem durch Essen kompensiert werden. 

Herzlichst
August

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02.09.2015

Liebe zu den Kindern

Ich bin auf einem Bauernhof im Mühlviertel aufgewachsen. Durch den frühen Tod meines Vaters, ich war damals 3 ½ Jahre, musste ich zeitig in die Rolle des Mannes auf dem Hof hineinwachsen. Diese Erwartung an mich wurde geringer, als mein Stiefvater ca. 10 Jahre später diese Funktion übernahm. 
In dieser Zeit entwickelte ich eine Menge an handwerklichen Fähigkeiten, weil es immer etwas zu reparieren gab und Instandhaltungsarbeiten notwendig waren. Vieles musste ausgebessert oder erneuert werden, egal ob dies Haus, Hof, Garten, Geräte oder Stall betraf. Zu dieser Zeit war es ganz selbstverständlich soweit als möglich alles selber zu machen, um Kosten zu sparen, da das Geld knapp war. 
Ich habe also ein sehr gutes Grundgerüst an handwerklichen Kenntnissen. Nur ganz wenig vom dem was ich gelernt hatte, gab ich an meine Söhne weiter. Eines Tages stellte ich zu meinem Erstaunen fest, dass sie fast alles können, was auch ich kann, obwohl ich es ihnen nie beigebracht oder vorgezeigt hatte. 
Dies war eine spannende Wahrnehmung und in der Meditation wollte ich diesem Phänomen auf die Spur kommen:
Ich sah, wenn das Herz des Vaters und gleichzeitig die Herzen der Söhne offen sind, können diese über alles verfügen, was der Vater kann und weiter auch noch darüber was die männlichen Vorfahren konnten. 
Ein offenes Herz ist aber nur möglich, wenn Verletzungen angesprochen und aufgearbeitet werden können, bzw. keine Konkurrenzsituation besteht. Zumindest muss es immer wieder Zeiten geben, wo die Liebe zwischen Vater und Sohn fließen kann. 
Ein offenes Herz ist etwas sehr wertvolles und wie in diesem Fall bewirkt es auch Nützliches für das Leben.

Herzlichst
August

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26.08.2015

Ältere Menschen und ihr Horizont

Als meine Mutter weit über 70 Jahre alt war, begleitete ich sie zu einem Arzt in die nächstgelegene größere Stadt. Auf dem Weg vom Arzt zurück, etwa einen Kilometer vor ihrem Haus seufzte sie erleichtert: Jetzt bin ich wieder zu Hause!
Diese Reaktion weckte meine Neugierde und ich machte eine interessante Entdeckung. Mit meiner inneren Schau sah ich, dass ihr Lebensradius nur mehr einen Kilometer um ihr Haus betrug. Alles darüber hinaus wurde ihr fremd und versetzte sie in Unsicherheit, bzw. Ängstlichkeit und machte ihr Stress. Es fühlte sich wie Ausland an.
Es wurde mir bewusst, dass sich mit zunehmendem Alter, unabhängig von der körperlichen und geistigen Verfassung, der Radius in dem sich der Mensch wohl und geschützt fühlt, kontinuierlich verkleinert. 
Gegen Ende eines Lebens umfasst er nur mehr Haus und Garten, reduziert sich dann auf das Haus. Zuletzt bleibt noch das eigene Zimmer und im nächsten Stadium das eigene Bett. 
Der vollkommene Rückzug zeigt sich, wenn nur mehr der eigene Körper wahrgenommen wird und darauf folgt das Ende – der Mensch stirbt. 
Mit diesem Wissen fällt es mir seither sehr bewusst auf, wenn ältere Menschen die Grenze ihrer „Sicherheitszone“ verlassen und ich kann besser auf die damit verbundenen Verhaltensweisen Rücksicht nehmen.

Herzlichst
August

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19.08.2015

Läuterung

So bezeichne ich den Vorgang der Reinigung der Seele. Reinigung auf Seelenebene bedeutet, dass ich alles weggebe, was ich nicht mehr bin oder was ich nicht mehr an mir liebe.
Seelische Prozesse haben genauso wie körperliche einen Verdauungsvorgang. Das heißt, es werden Gefühle und gefühlte Erfahrungen aufgenommen, jedoch wird ein Teil davon wieder ausgeschieden, weil er für die Seele (genau wie beim Körper) nicht nahrhaft, bzw. nicht verwertbar ist.
Geschieht ein seelischer Läuterungsprozess, so findet meist auch gleichzeitig ein körperlicher Reinigungsprozess statt. Meist reinigen sich der Körper und die Seele von den Nebenwirkungen von Ängsten, welche in unserem Körper abgelagert sind z. B. in verspannten Muskeln. Es können aber auch alte Muster, Familienregeln, Überlebensstrategien, usw. sein. 
Die Läuterung ist in erster Linie auf der körperlichen Ebene spürbar. Sie kann die unterschiedlichsten Erscheinungsbilder haben. So erlebte ich einmal eine monatelange Kraftlosigkeit, sehr häufig tritt sie auch in Form einer Krankheit oder in heftigen Träumen in Erscheinung. Manchmal sagt man, die Krankheit hat sein Wesen geläutert, dh. von Schwächen und Fehlern befreit.
Bei mir treten die heftigsten Läuterungsprozesse auf, wenn ein mir naher Mensch aus meiner Familie stirbt. Da entgiftet der Körper und die Seele reinigt sich. Dies geschah beim Tod meiner Mutter und später dann, beim Tod eines Onkels, einer Tante und eines guten Freundes.
Mein Neffe bekam während einer Meditation ein Bild davon, was sich bei einer Läuterung in der Seele abspielt. Es ist als würde ein Wirbelsturm durch die Seele fegen und alles mitnehmen, was nicht mehr dazu gehört. 
Läuterungsprozesse haben eine sehr tiefe reinigende Wirkung und sind für unsere Seele notwendig, ja manchmal wirklich die Not wendend.
Es gibt wohl kaum einen Menschen, der nicht zumindest einmal in seinem Leben die Erfahrung von Läuterung geschenkt bekommt. Ich kann mir allerdings eine Läuterung nicht wünschen oder selber organisieren, dies passiert einfach. Viele Menschen nehmen diesen Prozess nicht bewusst wahr, sie machen jedoch die angenehme Erfahrung (wenn alles vorbei ist), dass etwas Gutes und Notwendiges geschehen ist.  

Herzlichst
August

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12.08.2015

Wahrhaftigkeit

Wahrhaftigkeit ist einer der wichtigsten Aspekte bei der persönlichen Reifung und Stärkung. Auch ein spiritueller Weg ist unmittelbar mit Wahrhaftigkeit verbunden. Bei der Auseinandersetzung mit diesem Thema erkannte ich mehrere Ebenen des Sprechens der Wahrheit.
Allem voran steht die Grundsatzentscheidung, dass ich anfange die Wahrheit zu sagen, egal ob diese angenehm oder weniger erfreulich ist! Dabei geht es darum, nicht nur zu den eigenen Fähigkeiten, Können, usf. zu stehen, sondern auch die Mängel, Fehler, usf. nicht mehr zu verstecken. 
Nach dieser Grundsatzentscheidung ist der erste Schritt: Ich sage mir selbst die Wahrheit über mich, ganz ungeschönt. Dabei leistet ein Tagebuch wertvolle Hilfe.
Der nächste Schritt auf dem Weg der Wahrhaftigkeit ist, dass ich zumindest einem anderen Menschen meines Vertrauens die Wahrheit über mich sage. Später beginne ich immer mehr Menschen die Wahrheit über mich zu sagen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass sie diese wissen wollen. 
Die nächste Steigerung ist, dass ich mindestens einem anderen Menschen meine Wahrheit über ihn/sie sage, wie bereits erwähnt, nur wenn er/sie sie wissen will. 
Es gilt immer der Kernsatz, niemandem die Wahrheit ungebeten zu sagen. Es wirkt sonst, als würde ich ihm/ihr die Wahrheit wie einen Putzlappen ins Gesicht schlagen. Stattdessen sollte ich sie wie einen Mantel hinhalten, damit er/sie ganz leicht hinein schlüpfen kann.
Das Ziel wäre, dass ICH zu JEDEM die Wahrheit über ALLES sage. Dies ist jedoch ein weiter Weg und bedarf sehr viel Selbstreflexion. 
Die Wirkungen, wenn ich den Weg der Wahrhaftigkeit gehe, sind für mich sehr beeindruckend. Ich machte und mache die Erfahrung, dass sie eine große Unterstützung bei der Entwicklung der Persönlichkeit ist. Wahrhaftigkeit ist auch sehr hilfreich bei der Arbeit an Ängsten und an leichten Depressionen sowie beim Bearbeiten von Scham.
Sich die Wahrheit (vor allem über sich selbst) einzugestehen hat heilsame Wirkung, weil damit auch die Wirklichkeit anerkannt wird. 

Herzlichst
August

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04.08.2015

Seele eines Dorfes/Unternehmens

Wie entsteht die Seele eines Dorfes (Unternehmens) unbewusst?
Vor einigen Jahren besuchte ich das Stift Melk in Niederösterreich. Dabei machte ich auch einen Spaziergang entlang der Klostermauer und hatte einen wunderbaren Ausblick auf die Donau. Dabei fiel mein Blick auch auf die kleinen Dörfer auf der anderen Seite der Donau. Da stellte sich bei mir ein Bild ein: ich sah eine energetische Glocke über einem der Dörfer und ich nahm wahr, wie das Dorf energetisch entstand. 
Zuerst siedelte sich da eine Familie an, die ihre eigenen Familienregeln und Verhaltensvorstellungen entwickelte, um ein intaktes Zusammenleben zu gewährleisten.
Die Kinder dieser Familie bauten sich rund um das Elternhaus ihre Häuser und gründeten Familien. Sie nahmen die Wertvorstellungen und Familiengesetzmäßigkeiten ihres Elternhauses in ihre jetzige Familie mit. 
Die Enkelkinder bauten weitere Häuser und die Basis ihres Familienlebens richtete sich wieder nach den von ihrer Ursprungsfamilie übernommenen Regeln.
Im Laufe der Zeit existierten somit im ganzen Dorf unbewusst die Wertvorstellungen und Verhaltenscodizes der Gründerfamilie. Diese sind energetisch vorhanden, sind allerdings unsichtbar und für kaum jemand wahrnehmbar. Bei allen Bewohnern gibt es ein inneres, unbewusstes Wissen darüber und alle halten sich ebenfalls unbewusst daran. 
Zugezogene Menschen verfügen nicht über dieses innere Wissen und halten sich somit auch nicht an die vorgegebenen Regeln, bleiben daher oft jahrzehntelang Außenseiter. 
Ebenso schwierig ist eine strukturelle Veränderung eines Dorfes. Da es große Widerstände gegen jede Veränderung gibt, kann es oft über Generationen dauern, bis sich Neues etabliert. 
Ähnlich wie bei der Entstehung eines Dorfes verhält es sich bei Familienunternehmen. Dort spielt der Unternehmensgründer der Firma eine wesentliche Rolle. 

Herzlichst
August

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28.07.2015

Von der Seele

Was ist die Seele, bzw. wie drückt sie sich aus?
Laut Lexikon auch Psyche genannt, ist sie das Lebensprinzip des Menschen, Trägerin der geistigen Erscheinung (Denken, Fühlen u. Wollen). Sie wird als selbständige geistige oder als stoffliche Substanz aufgefasst, als Inbegriff der „geistigen“ Tätigkeiten.
Soweit so gut, eine rationale Erklärung, die mich nicht wirklich zufriedenstellte. Auch meine literarischen Recherchen brachten für mich kein befriedigendes Ergebnis, für meinen Intellekt vielleicht, nicht aber für mein Herz oder gar meine Seele.
Fündig wurde ich durch Meditation, der Beschäftigung mit mir selbst und in meiner Arbeit, angespornt durch meinen sehr ausgeprägten Forschergeist.
Ich kann jetzt leider keine genaue Definition der Seele präsentieren, jedoch habe ich einige Gesetzmäßigkeiten erkannt, die ich weitergeben möchte.
Meine Forschertätigkeit auf diesem Gebiet ist noch lange nicht abgeschlossen, viel zu komplex sind die Erscheinungsformen und viel zu faszinierend das Wirken der Seele in ihrer Vielfalt.
Um Zugang zu dem Begriff Seele zu bekommen, musste ich meine diesbezüglichen Denkmuster auf den Kopf stellen. Die Seele „tickt“ nicht so, wie unser Verstand sich das vorstellt und schon gar nicht unterliegt sie den Mustern, welche wir im Laufe unseres Lebens erlernt haben.
Tatsächlich ist es so, dass die Seele zu komplizierten Denkmustern keinen Zugang hat. Sie möchte ganz einfach nur wahrgenommen werden, ihr Ausdruck sind die Gefühle. Diese wollen verstanden werden, ohne sie sofort zu analysieren oder gar Lösungsvorschläge für eine Änderung angeboten zu bekommen. Das Verständnis ist bereits die Lösung.
Das bedeutet für mich als einfühlsamer Begleiter, dass ich in erster Linie zuhören kann, zuhören mit dem Herzen und verstehen. Ich nenne es aus dem Herzen sehen, mit dem Kopf verstehen!
Die Seele kennt auch keine Wertungen, dieses Wissen erscheint mir ganz wesentlich. Egal ob ich Freude oder Schmerz verspüre, meine Seele bewertet diese nicht als gut oder schlecht, sie nimmt die Gefühle wahr, so wie sie sind.
Die Seele kann auch alles ertragen, alles, was zu ihr gehört. Zu viel kann es ihr dann werden, wenn sie Fremdes mittragen soll. Dies passiert uns häufig, weil wir dazu neigen, uns nicht nur um unsere eigenen Lebensumstände und den damit verbundenen Gefühlen und Anforderungen zu kümmern, sondern auch um die Nöte uns nahestehender Menschen. Dann ist es möglich, dass es der Seele zu viel wird und Gefühle der Überforderung, Hilflosigkeit, Angst, usw. auftreten.  
Die Seele möchte auch nicht therapiert werden, sie will wahrgenommen werden. Durch das Wahrnehmen eröffnet sich für sie die Möglichkeit, dass ohne Zutun von außen oder durch andere Menschen eine Erkenntnis oder Wandlung passiert.
Sehr herausfordernd war für mich auch die Erkenntnis, dass die Seele keine vorgegebene energetische Größe hat. Sie funktioniert vergleichbar wie unsere Muskulatur. Diese wird trainiert und benötigt danach eine Ruhephase, damit die Muskeln wachsen können. Genauso ist es mit der Seele, sie wächst in der Ruhe. Ständiges Tun und Beschäftigtsein gibt ihr kaum Möglichkeit sich zu entfalten und zu reifen.
Es gibt drei Begriffe, um die sich mein Denken, Tun, Streben und Forschen drehen: Gott, die Seele und das Leben. Diese drei zutiefst emotionalen Erfahrungen sind untrennbar miteinander verwoben und können dennoch getrennt betrachtet werden. Passiert jedoch eine Auseinanderlösung so hat dies Konsequenzen für das seelische Befinden oder das eigene Leben. Die Gefahr nicht sein eigenes Leben zu leben bzw. nicht seinen ureigensten Weg zu gehen ist groß.
Die Seele dient mir! Mit all ihren Gefühlen, Gedanken, Bildern hilft sie mir beim Leben. Damit ist auch klar: Gott dient mir! Nicht nur ich diene ihm, ER dient auch mir.

Herzlichst
August

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21.07.2015

Suizid

Vor einiger Zeit zeichnete sich in meiner Begleitung von Menschen ganz deutlich das Thema Suizid, also Selbstmord ab. Der Sohn eines Freundes beging Suizid vor dem Fenster der Freundin, die ihn verlassen hatte. Eine Kindergärtnerin strangulierte sich im Vorraum des Hauses des Exfreundes. Eine Klientin rief an und teilte mit, dass sie sich jetzt auf die Autobahnbrücke begibt, um sich dann vor die vorbeifahrenden Autos zu werfen. Da ich wusste, dass Ästhetik für sie sehr wichtig ist, griff ich zu einer paradoxen Intervention. Ich sagte spontan: „Das gibt aber eine hässliche Leiche!“ – Das Thema war erledigt.
Hinter jedem verübten und jedem angekündigten Selbstmord steht ein Mensch, der einen Appell sendet. Natürlich gibt es Gesetzmäßigkeiten (also bestimmte für alle zutreffende Voraussetzungen) bei Suiziden, jedoch sollte dies nicht dazu führen, dass der individuelle Mensch in seiner ganz persönlichen Not übersehen wird. Eine Gemeinsamkeit vieler Suizidanden ist der Hilferuf, die Seele ist in Not und sendet Signale. Dies kann soweit führen, dass Menschen immer wieder mit Selbstmord drohen, um die Zuwendung ihrer Nächsten zu bekommen.
Häufig ist es auch eine Aggression, die einem anderen Menschen gilt (siehe Beispiel Kindergärtnerin), die ich jedoch gegen mich selbst richte. Es kann auch ein Moment der puren Verzweiflung sein, der Ausweglosigkeit und das Gefühl völliger Sinnlosigkeit, die zu einer Spontanhandlung führen – die später (im Falle des Überlebens) nicht mehr erklärt werden können. Auch kann eine unheilbare Krankheit oder Behinderung dazu führen, dass das Leben nicht mehr lebenswert erscheint. Wie bei dem Mann, der angesichts von Rollstuhlfahrern sagt: „So möchte ich nicht leben, da bringe ich mich lieber um.“ In der Suche nach gefährlichen Situationen und auch in Süchten (z.B. Drogen) ist ein versteckter Hang zu Suizid erkennbar.
Eine Teilnehmerin eines Vortrages fragte mich, was passiert, wenn sie sich selbst tötet, also ihr Leben nicht „fertig“ lebt. Mit Hilfe meiner inneren Schau sah ich, was auf geistiger Ebene passiert. Sie bleibt als arme Seele zurück, also unerlöst und dem irdischen Leben verhaftet, oder ein Mitglied ihrer Sippe (häufig die Kinder) übernimmt ihren Teil, oder der nicht erlöste Teil ihres Lebens wiederholt sich in einer zukünftigen Generation. – Sie blieb und stellte sich dem Leben!
Die Eltern eines suizidgefährdeten jungen Mannes kamen zum Gespräch. Sie wollten wissen, ob sie einen Beitrag zur Verbesserung der Situation ihres Sohnes leisten könnten. Nach langen Recherchen stellte sich folgendes Bild bei mir ein: Das Leben des Sohnes saß auf dem Schoß der Eltern. Vater und Mutter hatten ihrem Sohn das Leben noch nicht gegeben, weil sie ihm das Leben nicht zutrauten und Sorge hatten, dass er sich das Leben nimmt. Eine fatale Situation, wenn der Sohn sein Leben nicht hat, welchen Sinn sollte es für ihn haben zu leben – damit war er permanent gefährdet! Ich bat die Eltern, ihrem Sohn langsam das Leben und die damit verbundene Verantwortung zu geben, damit könnten sie auch ihre Sorge langsam loslassen und Vertrauen entwickeln. 
Sich das Leben zu nehmen hat also zwei Seiten, in Form der Selbsttötung, weil es nicht möglich ist zu leben, die dunkle unerlöste Seite. Die helle erlöste Form ist, ich nehme mir das Leben und alles was mir das Leben bietet und genieße es in vollen Zügen! Wenn es gelingt, das Eine in das Andere zu wandeln – indem ich mich dem Leben stelle – geschieht Auferstehung!

Herzlichst
August

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15.07.2015

Alltagstauglich

Während eines Seminars erzählte mir eine Teilnehmerin folgende Geschichte:
Sie hatte während ihres Studiums verschiedene Selbsterfahrungs- bzw. gruppendynamische Seminare besucht. Jedoch anstatt etwas zu lernen oder aufzuarbeiten, waren die Ergebnisse unterm Strich gleich null. Diese Erfahrung brachte sie dazu sehr achtsam zu werden, bzw. genau auszuwählen, an welchen Veranstaltungen sie teilnehmen wollte oder auch nicht. Um ein gutes Seminar oder auch einen Vortrag von weniger guten zu unterscheiden hat sie sich eine Prüfinstanz zurechtgelegt. Diese lautet, kann ich von dem Gesagten, Gehörten, Erlebten, Erfahrenen, Erarbeiteten etwas für mein alltägliches Leben brauchen. Bewirkt es etwas bei mir und in meiner Lebensführung, in meiner Lebenseinstellung, macht es Sinn für mein Leben. Sie hatte also begonnen, Seminare auf Alltagstauglichkeit und Lebensrelevanz zu überprüfen, da sie weder Zeit noch Lebensenergie vergeuden wollte.
Dieses Gespräch regte mich an, bei mir selbst Nachschau zu halten und ich machte eine erstaunliche Entdeckung. Ich prüfe bei all meinen Vorhaben, Tätigkeiten, Plänen und Ideen was für mich bzw. für andere Menschen brauchbar dh. alltagstauglich ist. Dieser Prüfmodus zieht sich durch all mein Tun, besonders auch bei meiner Arbeit mit Menschen. Wenn sie von mir weggehen, egal ob nach einem Coaching, Seminar oder Vortrag sollen sie etwas mitnehmen, was für ihr alltägliches Leben brauchbar ist. 
Mir wurde bewusst, dass ich dieses Programm seit meiner Arbeit an der Universität installiert habe. Die Neigung, Probleme und Herausforderungen auf intellektueller Ebene abzuhandeln und ein tolles theoretisches Ergebnis zu erzielen war sehr groß, jedoch für das alltägliche Leben teilweise nicht relevant. Es passierte zwar eine enorme geistige Weiterentwicklung - auf die Ausbildung einer seelischen, emotionalen und spirituellen Kompetenz hatten diese geistigen Abhandlungen jedoch kaum Einfluss. 
Diese Prüfung auf Alltagstauglichkeit und Verständlichkeit zieht sich bei mir durch alle Lebensbereiche, ohne dass ich sie bewusst aktivieren muss, so sehr habe ich dieses Verhalten verinnerlicht.

Herzlichst
August

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08.07.2015

Neues Zeitmanagement

Vor einiger Zeit entdeckte ich, dass ich in meinem Inneren das „alte Zeitmanagement“, das ich viele Jahre lehrte, aber kaum noch praktiziere, nicht loslassen konnte.
Es war mir so wichtig, weil es am Beginn meiner unternehmerischen Zeit mein privates Beziehungsleben und meine berufliche Existenz gesichert hatte. Ich hätte sonst als Unternehmer nicht überlebt und auch ich, als Mensch und mein Privatleben wären schwer beeinträchtigt worden. Aus diesen Gründen hatte ich das Zeitmanagement perfektioniert und war ein Meister darin geworden. Ich durfte über Jahre hinweg auch entsprechende Seminare abhalten. Dies macht verständlich, dass es sehr wichtig für mich gewesen war.
Obwohl es mir nun gelegentlich zur Belastung wurde und ich es auch nicht mehr benötigte, konnte ich es nicht loslassen. Erst als ich das alte Zeitmanagement in eine neue, zeitgemäße Form transformieren konnte, passierte ein Wandel. Dabei half mir folgende Erkenntnis: Wenn ich meinen Lebensweg weiter gehen wollte, dann musste ich den bisher gegangenen Weg hinter mir lassen. Es würde nichts Neues in meinem Leben Platz bekommen, vielmehr würde ich die alten Erfahrungen ständig wiederholen. 
Das neue Zeitmanagement dient jetzt dazu, dass mein Herz möglichst lange offen bleiben kann. Ich beschäftige mich damit, wie ich meine Zeit und mein Leben managen muss, damit mein Gemüt nicht belastet ist, die Liebe im Fluss bleibt und mein Herz immer offen ist. Dazu ist es unter anderem notwendig, nicht überfordert zu sein, denn Überforderung verschließt das Herz. Hilfreich ist es zu wissen, dass nicht die Menge an Arbeit zur Überforderung führt, sondern das Gefühl, es nicht zu schaffen! Entspannung bringt auch, die sich täglich wiederholenden Arbeiten lustvoll zu gestalten.
Zwei Mängel einer effizienten Zeitplanung sind besonders zu beachten: Hektik und Störungen/Unterbrechungen.
Diese neuen Erkenntnisse machten einige Umstellungen in meinem Leben erforderlich. Beispielsweise wollte ich früher immer pünktlich sein. Die Uhr bestimmte meine Zeit von außen und ich geriet gelegentlich unter Druck. Nun habe ich den Begriff „pünktlich“ durch den Begriff „rechtzeitig“ ersetzt. Zur rechten Zeit kann manchmal vor dem Termin sein und manchmal ein wenig später.

Herzlichst
August

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30.06.2015

Leben

„Ich liebe das Leben“, dieser Satz war eines Morgens ganz spontan in mir da. Bis zu diesem Zeitpunkt war ich der Meinung, um das Leben zu lieben müssten einige Faktoren, die scheinbar zu einem guten Leben gehören zusammentreffen. Beispielsweise Erfolg im Beruf, Geborgenheit und Zusammenhalt in der Familie, nette Freunde, finanzielle Sicherheit, Gefühle von Freude und Liebe – also viele kaum erreichbare Vorbedingungen um glücklich zu sein und das Leben zu bejahen. 
An diesem Morgen war die spontane Erkenntnis da, um das Leben zu lieben, muss ich es annehmen mit ALLEM was es mir bietet, mit Allem was auf mich zukommt und Allem, was mir vorenthalten wird. 
Die Dinge, Menschen, Gegebenheiten, Probleme und Herausforderungen so zu nehmen wie sie sind. Erst wenn ich mich nicht mehr gegen das Leben und allen damit verbundenen Ereignissen stelle, werde ich es lieben, dann bin ich im Fluss des Lebens. 
Diese Erkenntnis hatte weitreichende Konsequenzen. Eine erste spürbare war, dass ich mich nicht mehr so anstrengen und viel Kraft aufwenden musste, damit alles so läuft, wie ich es mir vorstellte. Dies klingt einfacher als es ist, es bedarf einiges an Mut um das eigene Wollen, die eigenen Vorstellungen, Ideen, ja vielleicht sogar Wünsche und Visionen loszulassen. Um mich mit ganzem Herzen auf das Leben einzulassen braucht es Vertrauen – Gottvertrauen. 
Das Vertrauen, dass mich Ereignisse, vor allem schwierige, traurige, schmerzhafte herausfordern zu wachsen und zu reifen, dass in jedem Problem die Chance steckt neue Erkenntnisse für mein Leben zu gewinnen. Ich erlaube mir dadurch auch, einen Auftrag von ihm abzulehnen. Das bedeutet, Gott Grenzen zu setzen. 
Durch mein Gottvertrauen ist meine Minderwertigkeit verschwunden. Mit diesem komplexen Thema ist eine sehr schwierige Aufgabe ganz wesentlich verbunden und zwar, den eigenen Willen mit dem Willen Gottes abzustimmen, bzw. den eigenen Willen loszulassen. Um den eigenen Willen loslassen zu können, muss ich ihn zuerst einmal entwickelt haben. Dies passiert meist in jüngeren Jahren, wenn ich beginne mein Leben aufzubauen, eigene Vorstellungen entwickle, meine Pläne verwirkliche, meine Persönlichkeit stärke, indem ich mich durchsetzen lerne. Wer über einen starken eigenen Willen verfügt, ist herausgefordert auf seinem spirituellen Weg diesen loszulassen, damit etwas Größeres wirken kann, ich nenne es die Kraft Gottes. LEBEN ist somit das Wirken der Kraft, die wir Gott nennen. 
Ich liebe das Leben und das Leben liebt mich. Ich muss nicht dankbar sein für das Leben, sondern ich sollte das Leben lieben und mich daran erfreuen. Viele lieben es nicht, sie hängen am Leben.
"Lebenstüchtig" ist ein Gefühl, das wunderbar ist. Ich sage JA zum Leben - dadurch strahle ich Kraft aus. 

Herzlichst
August

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24.06.2015

Heimatliebe

Den Begriff Heimatliebe gebrauche ich mit großem Respekt. Bei einigen Menschen löst dieses Wort Ressentiments aus. Dies hat vermutlich damit zu tun, dass Heimatliebe im Laufe der Geschichte immer wieder von politischen Gruppierungen missbraucht wurde, um Menschen zu manipulieren. 
Für mich ist Heimatliebe ein ganz wichtiger Teil der Liebe. Das wurde mir beim Lesen eines Buches von Erwin Ringel über die Gründe von Suizid bewusst. Der Autor führte als dritthäufigsten Grund für Selbstmord den Verlust der Heimat an. Die ersten beiden Gründe hängen mit dem Verlust von geliebten Menschen zusammen und der vierte Grund war der Verlust des Arbeitsplatzes. Dass das Thema Heimat den dritten Platz einnimmt war eine Überraschung für mich, obwohl in der oberösterreichischen Landeshymne die Heimat als "zweiter Mutterleib" bezeichnet wird.
Ich dachte an die vielen Opfer von Katastrophen, von Kriegen und politischen Verfolgungen und Unterdrückungen, an all die Flüchtlinge, die ihre Heimat verlassen müssen. Diese Menschen verlieren nicht nur ihre Heimat, meist verlieren sie auch noch geliebte Menschen, ihre Familien und zuletzt auch noch ihre Arbeit. Alle Grundpfeiler für ein sicheres Leben sind mit einem Schlag weg – dies bewirkt eine seelische Verwüstung (Traumatisierung), die für uns wohl kaum vorstellbar ist. 
Das einzig tröstliche dabei ist wahrscheinlich der Gedanke, dass man mit seinem Schicksal nicht alleine ist und dass man meist von hilfsbereiten Menschen und Hilfsorganisationen Unterstützung erfährt. 
In diesem Bereich kommt  eine Erkenntnis zum Tragen, die sich auch sonst in der Arbeit mit Menschen immer wieder einmal zeigt und zwar, dass das Gesetz höher gestellt wird als die Menschlichkeit, was natürlich besonders schmerzhaft ist für die Menschen, die es betrifft.

Herzlichst
August

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17.06.2015

Kraftquellen

Zu unserer „natürlichen“ Ausstattung mit Energie gibt es noch verschiedene Möglichkeiten, wie unsere Lebenskraft beeinflusst wird. 
Beispielsweise wurden früher Kirchen auf speziellen Plätzen errichtet, auf denen sich Energielinien der Erde kreuzen und dadurch Erdenergie hoch konzentriert auftritt. Auf diesem Kreuzungspunkt steht der Priester, wenn er die Messe liest. Das ist für die Dauer von 1 - 2 Stunden sehr gut, weil es sehr energetisch geladen ist. Würde man an dieser Stelle schlafen, so wäre man sehr schnell ausgeschlafen und energiegeladen. Es würde aber einen notwendigen längeren Erholungsschlaf behindern. 
Eine interessante Form um Kraft zu bekommen erlebe ich gelegentlich in meiner Arbeit. Es gibt Menschen, die ihre Kraft aus einer Konfrontation beziehen. Da ist es wichtig, aus dem Gegenüber heraus zu treten, um die eigene Energie nicht zu schwächen.
Besondere Lebenskraft kann es auch durch Lebensmittel geben. Ein befreundeter Biobäcker und Biolandwirt hat sich zum Ziel gesetzt, Brot zu backen, welches hochenergetisch ist. Dazu sucht er alte Getreidesorten, die sehr vital sind und auf Bioböden angebaut werden. Er lagert das Korn sehr behutsam. Die meiste Energie verliert das Korn beim Mahlen, da zählt jede Minute. Deshalb wird das frisch gemahlene Mehl sofort verarbeitet und damit gewährleistet, dass ein Maximum an Vitalität im Brot verbleibt.
Aber auch die ganz profanen Dinge des Alltags können auf unseren Energiehaushalt Auswirkungen haben. Ein Freund testete die Energie von Handys. Wird ein Handy am Ladekabel aufgeladen, so sinkt die Energie um Raum um ca. 40 Prozent. Bleibt das Ladekabel angehängt, ohne das Handy zu laden, sinkt die Energie um ca. 10 Prozent. 
Besondere Aufmerksamkeit lege ich darauf, wo meine Kraftquellen sind, bzw. was mir Energie kostet oder entzieht. 
Was kostet mich Kraft?
Auf der körperlichen Ebene, wenn ich zu wenig esse, zu wenig schlafe, nicht auf meine Erholung achte.
Auf der emotionalen Ebene geht viel Energie verloren, wenn Kräfte in mir gegeneinander und unversöhnt wirken. Diese gegeneinander wirkenden Teile meiner Persönlichkeit verschlingen massenhaft Energie, ohne dass sich irgendetwas bewegt. Löst man diese Gegnerschaft in sich selbst auf, wird sehr viel Energie frei. 
Sehr viel Kraft kostet auch, wenn ich die Realitäten des Lebens nicht anerkenne und mit meinem Wollen verändern möchte. Dem eigenen Willen zu folgen kann sehr kräfteraubend sein. 
Was sind meine Kraftquellen?
Die körperlichen Kraftquellen liegen im Außen, in der Natur, der Sonne, dem Wasser, der Nahrung. 
Die geistige Kraft ist die Kraft der Gedanken, für mich ist Klarheit und das Erkennen der Wirklichkeit eine wichtige mentale Energiequelle. 
Die emotionale Kraft ist die Kraft des Herzens, die Liebe. Die Liebe ist die größte Kraft.
Nicht endend wollende Kraft verspüre ich, wenn ich dem Willen Gottes folge. Ich agiere dann nicht aus meiner eigenen Kraft, sondern bin mit der unendlichen Kraft Gottes verbunden. Absichtslosigkeit ist die Voraussetzung für "dein Wille geschehe" und daher die sprudelnde Quelle meiner spirituellen Energie.

Herzlichst
August

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10.06.2015

Energie - Vitalität

Immer wieder einmal beschäftigt mich das Thema Energie des Menschen. Darunter verstehe ich die Vitalität, man könnte es auch die Lebenskraft eines Menschen nennen. Wissenschaftlich ist erwiesen (und dies würde uns auch die Selbstbeobachtung bestätigen), dass die Vitalität im Laufe unseres Lebens beständig abnimmt. Dies beginnt etwa im Alter von 30 Jahren und beträgt ca. 1,5 % pro Jahr. Lange Zeit bemerken wir davon wenig bis nichts, weil wir einen Teil der fehlenden Energie mit Erfahrung kompensieren.
Dazu kommt, dass sich das Tempo der Gesellschaft jährlich ebenfalls um ca. 1,5 % steigert. Die Geschwindigkeit der Lebensabläufe steigt in so geringem Masse, dass dies kaum wahrgenommen wird und sich daher auch niemand aufregt und kaum jemand aussteigt. 
Ein Experiment mit Fröschen erklärt dieses Phänomen. Man setzte einen Frosch in ein 25 Grad kaltes Wasser. Er fühlte sich wohl und blieb. Dann setzte man ihn in ein Wasser, dessen Temperatur 50 Grad betrug. Der Frosch hüpfte sofort heraus, weil es ihm zu heiß war. Im dritten Teil des Experiments gab man ihn wieder in einen Topf mit 25 Grad kaltem Wasser. Das Gefäß wurde auf die Herdplatte gestellt und die Temperatur ganz langsam aber kontinuierlich erhöht. Der Frosch bemerkte dies nicht und verbrutzelte.  
Die Beschleunigung unseres Lebensrhythmus hat Auswirkungen auf unser geistiges, seelisches und körperliches Wohlbefinden. Um damit bewusst umgehen zu können ist es von Vorteil, immer wieder einmal den Fokus auf diese Tatsache zu richten.
Was die Lebenskraft des einzelnen Menschen betrifft, gibt es von Mensch zu Mensch wahrnehmbare Unterschiede. Sie ist auch keine konstante Größe, die jeweiligen Lebensumstände haben ebenfalls Einfluss darauf.  
Zwei Beispiele:
Ein befreundeter Arzt schickte eine Patientin zu mir, weil er befürchtete, dass sie bald in ein Burnout schlittern könnte. Sie schlief regelmäßig nur vier Stunden pro Nacht und arbeitete sehr viel. Mit meiner inneren Schau konnte ich sehen, dass sie zu diesem Zeitpunkt tatsächlich Energie für zwanzig Stunden am Tag hatte. 
Bei einem Unternehmerpaar, welches ca. 17 – 18 Stunden Energie pro Tag hatte, löste es große Irritation aus, dass ihre Tochter bereits zu Mittag erschöpft und müde war. Sie hatte aber tatsächlich nur für vier Stunden am Tag Energie, danach benötigte sie Erholung. 
Unterschiede gibt es auch bei eher extrovertierten und eher introvertierten Menschen. Bei ersteren drückt sich die Energie dadurch aus, dass sie ständig in Aktion und am Tun sind, bei Introvertierten in Form von Ausdauer und konzentrierter Arbeit. Passt die Arbeit nicht zu dem Typus kann sich dies auf den Energielevel auswirken.
Ebenso gibt es deutliche Auswirkungen auf die Vitalität bei Krankheit oder Operationen. Ich bemerkte nach meiner Hernien-OP, dass in den ersten drei Tagen (die Dauer ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich) meine gesamte Energie in den Heilungsprozess floss. Dann waren es nur mehr 80% und so reduzierte sich der Anteil langsam, bis der Hauptteil der Heilung abgeschlossen war. Dann dachte ich, es stünde mir wieder die volle Kraft zur Verfügung. Dem war aber nicht so. Einige Wochen dauerte es dann noch, weil ein Teil meiner Energie dazu verwendet wurde, um meine Reservedepots wieder zu füllen, die teilweise durch die OP und die vierstündige Narkose geleert waren. Erst dann konnte ich wieder über mein volles Potential verfügen. 
Gegen Lebensende nimmt die Lebenskraft am stärksten ab, dies konnte ich beim Sterbeprozess meiner Mutter beobachten. Ein Jahr vor ihrem Tod hatte sie noch Energie für zwei Stunden am Tag. In der Zeit war sie völlig präsent. Den Rest des Tages war sie erschöpft und schlief meist. Später reichte die Energie noch für 30 Minuten und in den Tagen vor ihrem Tod schrumpfte sie auf 10 und dann auf 5 Minuten. Dann erlosch ihr Licht. Dieser Vorgang entspricht einem natürlichen, altersbedingten oder durch schwere Krankheit bedingten Sterbeprozess.

Herzlichst
August

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03.06.2015

Beziehung zum Kind

Immer wieder erlebe ich in meiner Arbeit Frauen, die oft seit Jahrzehnten unter Schuldgefühlen leiden, betreffend die frühkindliche Beziehung zu ihren Neugeborenen oder Kleinkindern. Die allgemeine Erwartung, dass sich mit Schwangerschaft, spätestens mit Geburt eines Kindes liebevolle mütterliche Gefühle einstellen, trifft nicht immer zu. Dieser Bereich ist hoch emotional besetzt und mit vielen Klischees behaftet. Die Gründe, warum es manchmal nicht sofort eine innige Beziehung zwischen Mutter und Kind gibt, sind sehr unterschiedlich und haben häufig mit Überforderung zu tun. Wenn es jedoch gelingt, den wirklichen Grund für die emotionale Distanz zu erkennen, beginnt Heilung auf beiden Seiten.
Dazu ein Beispiel:
Eine Mutter kam zu mir und erzählte mir folgende Geschichte.
Sie bekam ihr erstes Kind und alles war in Ordnung und lief gut. Sie wurde ein zweites Mal schwanger und freute sich sehr auf das Kind. Dieses entschied sich aber, schon vor der Geburt zu gehen. Diese Erfahrung war sehr schmerzhaft und traurig für die Frau. Dann wurde die Mutter ein drittes Mal schwanger. Wiederum freute sie sich sehr auf das nächste Kind. Dieses entschied sich abermals vor der Geburt zu gehen. Als die Frau das nächste Mal schwanger wurde, dachte sie: Jetzt freue ich mich erst, wenn das Kind tatsächlich geboren ist!
Sie baute keine emotionale Beziehung zu diesem Kind auf. Zusätzlich war diese Schwangerschaft mit der Angst behaftet, auch dieses Kind zu verlieren. Als das Kind geboren wurde, ließ dieses keine Beziehung zur Mutter zu. Erst als sich die Mutter innerlich bei ihrem Kind entschuldigte, konnte ganz langsam eine Beziehung Mutter-Kind aufgebaut werden.

Herzlichst
August

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27.05.2015

Vergebung – Versöhnung

Unversöhnlichkeit bedeutet, dass ich den Schmerz, der mir zugefügt wurde, nicht zulasse. Stattdessen äußere ich Wut, Anklagen oder greife an. Versöhnen heißt, den Schmerz zulassen.
Wenn ich verstehe, warum mir der Schmerz zugefügt wurde, dann kann ich unmittelbar vergeben. Verstehen hilft zusätzlich, dass es nicht noch einmal passiert. Versöhnung bedeutet die vorbehaltlose Anerkennung der Wirklichkeit.
Versöhnung kommt von Sühne. Sühne beinhaltet vieles, ich kann das was passiert ist betrauern und vergeben, ich kann dankbar dafür sein, ich habe die Möglichkeit zu nehmen und zu geben. Es steht mir offen zu vergessen oder es wieder gut zu machen, es kann aber auch sein, dass ich mich räche und Vergeltung übe. Am Ende sollte jedoch das Annehmen, das Amen – so ist es – stehen. 
Wie lehrt man die Kunst der Vergebung?
Indem man selber versöhnt ist! Mein Enkelsohn sagte in einer Meditation zu mir: “Danke, dass du mir die Kunst der Versöhnung lehrst, indem du mir zeigst, dass du versöhnt bist.“ 
Unversöhntheit wird nämlich über Generationen weiter gegeben und kann somit zu einer schweren, (meist auch noch unbewussten) Lebensbelastung werden. Es gibt auch kein kollektives Bewusstsein für Versöhnung.
Um vergeben zu können, muss die Urwunde erkannt, freigelegt und gereinigt werden, damit sie heilen kann. Kann eine Verletzung nicht vergeben werden, lebt die Seele in ständiger Alarmbereitschaft. 
Vergebung benötigt:
Die Einsicht, dass ich Fehler mache.
Die Erkenntnis, dass wenn ich jemand Schmerz zufüge, auch mir selber Schmerz zufüge. (In einer Meditation beschwerte sich mein Herz, dass ich ihm weh tue, wenn ich jemand anderem weh tue)
Ich möchte bewusst vergeben, weil es auch mir gut tut und mich entlastet. 
Die emotionale Arbeit des Loslassens, ist eine ganz wesentliche auf dem Weg zur Versöhnung.
Aktives Vergeben bedeutet, dass ich etwas nicht mehr tue, was verletzt hat. 

Herzlichst
August

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20.05.2015

Versöhnung und Demut


Versöhnung ist ein Grundthema des Lebens. Ich beschäftige mich schon sehr lange damit, weil für mich ein gelingendes, ein glückliches Leben nur möglich ist, wenn ich mit mir, meiner Vergangenheit und den Menschen um mich ausgesöhnt bin. 
In einem Traum wurde mir ein Königsweg (ich spreche hier von einem Weg, der Jahre, ja sogar Jahrzehnte dauern kann) der Versöhnung gezeigt. Er beginnt bei der Versöhnung mit dem gleichgeschlechtlichen Elternteil. Ist dies gelungen wird die Versöhnungsarbeit mit dem gegengeschlechtlichen Elternteil fortgesetzt. Denn in meiner Seele existiert der Vater und die Mutter zu 100%. Liege ich im Zwiespalt mit einem von ihnen oder mit beiden spiegelt sich dieser in meiner Seele, meinen Gefühlen, meinem Denken und Tun wider.
Ist diese Versöhnung gelungen, steht als nächstes auf dem Plan, dass ich mich damit aussöhne, wie meine Eltern ihre Beziehung gelebt haben, bzw. leben. 
Kann dieser gesamte Prozess in gelingender Weise abgeschlossen werden, dann bin ich mit all meinen Vorfahren bis hin zum Ursprung des Lebens ausgesöhnt. Dieses drückt sich im Wort re-ligio aus, welches rückverbunden bedeutet.
Ich mache damit mir und meinen Nachfahren ein großes Geschenk, weil das Unerledigte im Familiensystem und in der Sippe nicht weitergereicht wird an die Nachkommen. Es ist dann auch möglich, ein neues Geschlecht zu begründen, dh. es gibt keine Verstrickungen mehr mit den Vorfahren und der Vergangenheit und eine neue Familienlinie kann mit mir als Stammvater/-mutter beginnen.
Ist mir diese umfangreiche, sehr tiefgehende Versöhnungsarbeit gelungen, kann ich mich in Dankbarkeit vor meinem bisherigen Leben verneigen und es annehmen, wie es war. 
Das ist die erste Stufe der Demut, denn Demut heißt für mich: Es war, wie es war!
Die zweite Stufe der Demut lautet: Es ist, wie es ist!
Und die dritte Stufe: Es kommt, wie es kommt! Dies ist aber nicht als Fatalismus gemeint, vielmehr gilt es zu erkennen, dass die Zukunft auch Dinge bringen wird, von denen ich noch nichts weiß und die es anzunehmen und in mein Leben zu integrieren gilt. 
Die vierte Stufe der Demut bedeutet, ich stehe zu dem, was und wer ich bin, mit allen Licht- und Schattenseiten. Dazu muss ich die Realität sehen und sie als Wirklichkeit anerkennen. 
Versöhnung bedeutet auch die vorbehaltlose Anerkennung der Wirklichkeit! Erst dann bin ich frei, den nächsten Schritt auf meinem eigenen Weg zu gehen!

Herzlichst
August

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13.05.2015

Schicksal und Schuld

Vor kurzem wurde mir klar, dass es einen wesentlichen Unterschied gibt zwischen Schicksal und Schuld und dass dieses Wissen eine sehr heilsame Wirkung hat.
In einem Gespräch mit einem Freund entdeckten wir, dass ich schon ziemlich im Hier und Jetzt lebe. Da ich keine Zukunftsängste habe, denke ich kaum an die Zukunft. In der Gegenwart schaffe ich die Voraussetzungen für eine gute Zukunft. Dann vertraue ich darauf, dass kommt, was gut ist.
Mir wurde bewusst, dass ich zwar keine Angst vor der Zukunft habe, dass jedoch noch Schuldgefühle aus der Vergangenheit existieren. Bei der innerlichen Betrachtung meiner Schuldgefühle, erkannte ich einen spannenden Zusammenhang. Bei all den Themen, bei denen ich bisher noch Schuldgefühle empfand, handelte es sich um schicksalhaftes Geschehen. Mein Schicksal ist es zum Beispiel, dass mein Vater früh verstorben ist und meine Mutter in einem Nazihaushalt aufgewachsen ist. Das hatte schwere schicksalhafte Auswirkungen auf mein Leben, jedoch keine schuldhaften. 
Das Schicksal unseres älteren Sohnes Marco ist es, dass er sehr junge Eltern hatte, die der Verantwortung noch nicht voll gewachsen waren, die die Erziehung eines Kindes mit sich bringt. 
Diese Unterscheidung in Schuld und Schicksal befreite mich von falschen Schuldgefühlen. Wenn etwas nicht von mir verschuldet wurde, bzw. ohne Absicht gemacht wurde, dann ist es befreiend zu sagen: „Mein Schicksal ist …“.
Schicksal ist unabwendbar. Wenn sich jemand durch sein Schicksal als Opfer fühlt, dann verändert er sich nicht. Er verzichtet darauf, sein Leben selbst zu gestalten und verharrt in seiner Opferrolle.
Schuld hingegen entsteht durch das eigene Wollen, niemals durch das Wollen Gottes.
Wer sich rechtfertigt, nimmt die Schuld nicht auf sich. Er/sie trägt sie nicht, sondern schiebt sie auf die Umstände. Stattdessen wäre es wirkungsvoll zu sagen: “Es tut mir leid!“. Damit anerkenne ich meine Schuld und erbitte Vergebung. 
Wurde durch mein schuldhaftes Verhalten eine Gegenreaktion ausgelöst, dh. ein anderer lädt aufgrund von Rachegedanken ebenfalls Schuld auf sich, so müssen Schuld und Gegenschuld einzeln anerkannt werden, unabhängig voneinander. Gegenverrechnung funktioniert nicht. 
Entschuldung gibt es nur durch Verzeihung. Wer allerdings Verzeihung nicht weiter gibt, entzieht sie sich selbst, dh. wer dem anderen nicht vergeben kann, kommt auch mit sich in diesem Punkt nicht ins Reine. Bzw. auch umgekehrt, wenn der andere mir nicht vergibt, fällt es mir auch schwer, mir selbst zu vergeben.
Reflektiertes schuldhaftes Verhalten kann zur Quelle von Erkenntnissen werden. Anstatt zu fragen: "Was ist geschehen?", stelle ich die Frage: "Was lerne ich daraus?" Dies ist die Frage nach dem Sinn: Welche Erfahrungen habe ich gemacht, über die ich in Zukunft verfügen kann?
Manche Schuld wiegt so schwer, dass sie nur gemeinsam mit Gott getragen werden kann. Wenn man aus einer intakten Verbindung zu Gott handelt, dann gelten die karmischen Gesetze von Ursache und Wirkung nicht mehr. Auch Schuld gibt es dann nicht mehr. Wenn man Gottes Willen folgt, unterliegt man nicht mehr den karmischen Gesetzen.
Auch die reine Liebe hat die Macht, alle Schuldgefühle auszulöschen. 

Herzlichst
August

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06.05.2015

Freude: Gespräch mit Gott

Seit Jahren spreche ich regelmäßig mit Gott, so wie mit einem Freund – er ist meine innere Instanz. 
Immer wieder einmal frage ich IHN, was sein Wille ist. Eines Tages bekam ich die Antwort: “Ich möchte, dass du dich freust!“ Obwohl dies im ersten Augenblick sehr einfach klingt, merkte ich sofort, dass ich ihm diesen Willen spontan nicht erfüllen konnte.
Mir wurde bewusst, dass ich auch gerne einmal traurig, frustriert, launisch, wütend, aufbrausend, usf. bin. Trotz intensiven Bemühens konnte ich diese scheinbaren Gegensätze nicht vereinbaren. Da ich versuche, dem Willen Gottes vollinhaltlich zu folgen, war dies ein Problem, welches mich immer wieder beschäftigte. So ergab es sich, dass ich bei einem Seminar von diesem meinem Zwiespalt erzählte. 
Ein Teilnehmer meinte ganz spontan: „Das ist doch ganz einfach! Du sollst dich auch über die Trauer, den Frust oder welche Gefühle auch immer sich zeigen, freuen, dann ist es schon gut.“
Seither versuche ich mehr und mehr die Freude bei all meinen Gefühlen zu empfinden, weil ich meist wahrnehme, worauf mich genau dieses spezielle Gefühl hinweisen möchte. 
Meine erste Probe war bei einem Vortrag für Trauernde. Der Veranstalter war ganz verblüfft über meine Freude, mit der ich zur Veranstaltung über Trauerbewältigung kam und vor das Publikum trat. Ich konnte die Trauer spüren und teilen und gleichzeitig war Freude in mir, Menschen auf diesem Weg begleiten zu dürfen, der wohl einer der schwierigsten im Leben ist.

Herzlichst
August

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29.04.2015

Gott erschließt sich

Während eines Urlaubes höre ich im Radio eine Sendung über ein Kloster in der Nähe von Turin. Dort leben Männer und Frauen, Katholiken, Protestanten und orthodoxe Christen zusammen. Um solidarisch das Leben einfacher Menschen zu leben, arbeitet ein Teil von ihnen an den Fließbändern der großen Automobilfabriken Turins.
Enzo Bianchi, der Leiter des Klosters wird interviewt. Unter anderem erzählt er, dass bereits der Hl. Basilius geäußert hat, dass die Bibel nicht das Wort Gottes ist. E. Bianchi beschreibt dann die „lectio divina“ – die göttliche Schriftlesung. Diese besagt, nicht die Bibel ist das Wort Gottes, vielmehr durch das Lesen der Bibel erschließt sich dem Leser, der Leserin das Wort Gottes.
Ich hatte schon etliche Bücher zu diesem Thema gelesen und meist gibt es sehr theologische und hochgeistige Erklärungen zum Inhalt der Bibel und den Zugang zu den Geschichten des alten und neuen Testaments. Umso beglückter war ich über die Schlichtheit und Klarheit dieser Aussage, die mit meiner Erfahrung und meinem Erleben übereinstimmt. Lesen mehrere Menschen eine Schriftstelle, so kommen dabei jedem andere Gedanken und Eingebungen. Dies ist das Wort Gottes – es erschließt sich mir in meiner ganz persönlichen Sprache und in dem Lebenskontext, in dem ich mich zur Zeit befinde. Es bedarf jedoch meiner Offenheit für das Wort Gottes, Gott drängt sich nicht auf.
Wenn ich also Gott suchen möchte, gelingt mir dies am leichtesten, wenn ich mein Leben und seine Zusammenhänge reflektiere. Gott drückt sich am direktesten im Leben aus, er kommt zu mir in der Verkleidung meines Lebens. In dem Ausmaß, wie ich ihm zur Verfügung stehe, steht er auch mir zur Verfügung. Leben ist also, wie schon an anderer Stelle erwähnt, das Wirken der Kraft, die wir Gott nennen.

Herzlichst
August

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22.04.2015

Gott

Was ist Gott? Wie wirkt Gott? Welche Rolle spielt er in meinem Leben? Wie ist meine Verbindung zu Gott? Was bedeutet es Gott zu lieben?
Vor einigen Jahrzehnten wollte es der Zufall, dass ich im Gebetbuch die Stelle aufschlug, in der Jesus gefragt wurde, was das höchste Gebot sei. Seine Antwort: Liebe Gott und liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Mit Selbstliebe und Nächstenliebe hatte ich mich schon auseinander gesetzt, Gottesliebe hatte ich bis dahin völlig übersehen. Mein Forschergeist war wieder einmal geweckt und ich begann mich auf die Reise zu Gott einzulassen. Damit war verbunden mich neuerlich mit mir selbst, mit meinen Mitmenschen, mit dem Leben, mit dem Wirken der Seele zu beschäftigen und diesmal führte kein Weg an Gott vorbei.
Also begann ich mir meine Gottesbilder und die von anderen Menschen näher zu betrachten. Dies brachte ganz spannende und faszinierende Erkenntnisse.
So gibt es Menschen, welche eine Handelsbeziehung mit Gott haben. Ich mache etwas Bestimmtes, dafür bekomme ich von Gott, was ich mir vorstelle. Z. B. Die Tochter einer Klientin hatte bei der Geburt einen Herzfehler, sie gelobte, jeden Sonntag die hl. Messe zu besuchen, wenn ihr Kind gesund werden sollte.
Andere haben eine Eltern-Kind-Beziehung zu Gott: Wie kann Gott nur so grausam sein und beispielsweise Kinder an Krebs sterben lassen. Diese Menschen würden Gott gerne Hinweise geben, wie er sich verhalten soll, was gut oder schlecht ist.
Es gibt auch eine Kind-Eltern-Beziehung: Ich bin das Kind und spreche mit Gott wie mit einem Vater oder einer Mutter, dabei wird Gott als übermächtig erlebt. In seiner Macht liegt es alle meine Wünsche zu erfüllen oder eben auch nicht.
Ein Freund lebte nach dem Kindergebet: „Mein Herz ist klein, darf niemand hinein, als du mein liebes Jesulein.“  Dies führte dazu, dass er zeitlebens niemand in sein Herz ließ, außer Jesus, seinen besten Freund.
Eine Nonne erzählte mir, dass sie in der Meditation das Gottesbild eines alles verschlingenden Monsters hatte.
Ein Bild welches vor allem katholisch erzogene Menschen kennen, ist das des strafenden Gottes, der jedes Vergehen ahndet, traurig ist, oder sogar Schlimmes in unser Leben schickt bis hin zu Naturkatastrophen.
Meine Mutter zog Gott als Disziplinierungsmittel heran, wenn sie mit meinem Verhalten nicht zurecht kam z. B. sagte sie: da wird Gott aber keine Freude mit dir haben, oder da wird Gott sehr zornig auf dich sein.
Es gibt häufig auch ein projiziertes Bild von Gott – ein alter Mann mit Bart, welcher hoffentlich gütig und nachsichtig mit uns ist.
Aber nicht nur eigene, meist aus der Kindheit stammende Gottesbilder wirken. Ich selber machte die Erfahrung, dass auch die Bilder anderer Personen aus meiner Ursprungsfamilie eine Wirkung auf mich hatten. So hatte die Marienverehrung meiner Mutter unbewusst Einfluss auf mich.
Es gibt ein ganz tolles Lied von der 1970 verstorbenen Janis Joplin, welches mich in seiner Direktheit sehr anspricht: „Oh lord won`t you buy me a Mercedes Benz (Color TV), sie beschäftigt sich darin mit einem sehr vereinfachten Gottesbild. Gott der Allmächtige müsste doch in der Lage sein, all unsere Wünsche und Sehnsüchte, auch die ganz alltäglichen zu erfüllen.
Die Liste der Gottesbilder ließe sich wahrscheinlich noch lange fortsetzen. All diese Bilder verhindern, dass wir Gott sehen – es sind nur Projektionen und sie haben mit Gott nichts oder nur wenig zu tun. Vielmehr noch, all diese Bilder stehen zwischen mir und Gott.
Aufgrund dieser Erkenntnisse war ich herausgefordert, alle diese Bilder loszulassen. Was aber ist dann Gott wirklich? Nachdem ich alle Bilder verabschiedet hatte, war da eine große, ja sogar beängstigende Leere.
Dieses Freiwerden von allen Vorstellungen ermöglichte die Erfahrung, dass Gott mir in ALLEM begegnet, in jedem Menschen, jedem Tier, jeder Pflanze in jedem Ding und ganz besonders in mir. Die Schlussfolgerung daraus war, je mehr ich bei mir bin, umso mehr bin ich bei Gott.
Damit begann für mich meine wahre Gottesbeziehung, die mein jetziges Leben, mein Tun, mein Fühlen, mein Denken von Grund auf prägt.

Herzlichst
August

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15.04.2015

Herzensbeziehungen, die Halt geben

Ein Mann, Vater einer erwachsenen Tochter, kam zum Coaching, weil er völlig überraschend erfahren hatte, dass sie schwer drogenabhängig ist. 
Er wollte verstehen, wie es dazu gekommen war. Auf der Suche nach dem Grund zeigte sich folgendes Bild: Die Tochter hatte in ihrer Kindheit eine stabile Herzensbeziehung zu ihrem Vater, die ihr ausreichend emotionalen Halt in ihrem Leben gab. Dann kam es zur Scheidung, in dieser Lebensphase verschloss der Vater vorübergehend sein Herz, auch seiner Tochter gegenüber, weil er gefühlsmäßig überfordert war. Da seine Tochter sonst keine tragfähige emotionale Beziehung hatte, irrte sie wie ein blindes Huhn herum und kannte sich nicht mehr aus in ihrem Leben. Natürlich wusste sie auch nicht, was der Grund für ihre Orientierungslosigkeit war. Sie war haltlos, weil sie den Halt im Herzen ihres Vaters verloren hatte.
Sie landete bei Suchtmittel und schlitterte so in die Drogenszene hinein. Dort fand sie den Halt, den sie so dringend benötigte. Das Paradox, sie fand Halt bei anderen haltlosen Menschen. Es war dies zwar eine lebensfeindliche, ja sogar eine lebensbedrohliche Form, aber sie fühlte sich verstanden und angenommen. Sie kam auch nicht mehr von dieser Szene los, weil sie sonst niemand hatte, der ihr Halt geben konnte oder wollte. Es galt nun daran zu arbeiten, wieder eine vertrauensvolle, aufrichtige Vater-Tochter-Beziehung aufzubauen. Eine ungeheuer schmerzvolle Herausforderung für die Beteiligten. 
Meine Erkenntnis aus diesen und ähnlichen Fällen: 
Jeder Mensch braucht für sein seelisches Wohlbefinden mindestens eine stabile Herzensbeziehung, die verlässlich hält. Gibt es diese Beziehung nicht, so ist man entweder suizidgefährdet, neigt zu Aufenthalten in der Psychiatrie, zu selbstschädigenden Verhaltensweisen oder zeigt Suchtverhalten, bis hin zur Abwanderung in die Drogenszene. 
Es gibt nur eine einzige Ausnahme die Halt gibt und dies ist eine stabile Gottesbeziehung. 

Herzlichst
August

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08.04.2015

Die Wirksamkeit von Bildern

Die inneren Bilder, die wir in uns tragen, haben eine prägende Wirkung auf unsere Entscheidungen und unser Leben!
Bildung kommt von Bild. Je nachdem, welcher gesellschaftlichen Schicht ich angehöre, welchem Milieu ich entstamme, werden mir die dementsprechenden Bilder ab der frühesten Kindheit vermittelt, die für mich Orientierung und Richtlinie sind. Mein sozialer Hintergrund, ob ich beispielsweise aus einer Arbeiter-, Bauern-, Unternehmer- oder Beamtenfamilie stamme, mit katholischem Hintergrund oder konfessionslos (diese Liste ließe sich fortsetzen) beeinflusst die Bilder, die mein Handeln, Denken und Tun leiten. Diese Bilder wirken und prägen mein Leben, solange ich sie nicht bewusst abändere.
Nun kann es sein, dass sich jemand ganz explizit von diesen Bildern abwendet, weil er sie aufgrund seiner unangenehmen Erfahrungen ablehnt oder weil sie ihn für sein derzeitiges Leben nicht mehr angemessen erscheinen. Passiert dieser Prozess ohne permanente und achtsame Reflexion, kann es sein, dass die alten Bilder ihre Wirkungsweise beibehalten, ohne dass dies bewusst wahrgenommen wird. Beispiel: Jemand vertritt aufgrund seiner Lebensgeschichte mit großer Vehemenz die Theorie, dass es Gott nicht gibt, so ist dies ein Hinweis, dass die alten Bilder noch wirken. Es braucht keine Argumente gegen etwas, das es nicht gibt!
Bei Veränderungen, diese passieren regelmäßig mit und ohne unserem Zutun, gilt es die alten Bilder durch neue zu ersetzen. Dazu müssen diese alten Bilder, die stark verinnerlicht und meist unreflektiert sind, erst gefunden werden. Dazu kommt, dass die neuen Bilder attraktiver sein sollten, da sonst keine Notwendigkeit erkannt wird, die alten auszutauschen.
Viele Bilder in den Menschen und in der Bevölkerung entsprechen nicht mehr der Realität. Damit wird von falschen Voraussetzungen ausgegangen und es werden daher Entscheidungen falsch getroffen. Beispiel: Vor Feiertagen kann man beobachten, dass Hamsterkäufe getätigt werden, um nach den Feiertagen die Lebensmittel, die nicht benötigt worden waren, aber durchaus noch in Ordnung wären, tonnenweise wegzuwerfen. (Hamstern entsprach der Situation der Menschen während Not- und Kriegszeiten). Ebenso gibt es eine Diskrepanz bei Brot, das zwar allgemein als wichtig und unverzichtbar gesehen wird, dennoch ist es in der Rangordnung der Lebensmittel in der heutigen Zeit ganz weit unten und wird dadurch ganz bedenkenlos entsorgt.
Für mich heißt das, alle Bilder immer wieder an der Realität zu überprüfen, sie wenn notwendig zu korrigieren, in dem Bewusstsein, dass auch diese neuen Bilder nur einen gewissen Zeitraum lang Gültigkeit haben. 

Herzlichst
August

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01.04.2015

Liebe und Ordnung

Gelegentlich habe ich in meiner Arbeit auch mit jungen Eltern zu tun. Dabei mache ich die Erfahrung, dass sie teilweise in der Kindererziehung sehr verunsichert sind. Gemeinsam ist ihnen allen, dass sie das Beste für ihre Kinder wollen. Sie bemühen sich sehr um eine gelingende Erziehung, entsprechende Förderung, um Wertevermittlung, Talentförderung, usw.  
Bei den Ansichten über gute Erziehung ist die Spannbreite sehr groß, beginnend bei autoritär bis keine Grenzen setzen, um die freie Entfaltung der Kinder nicht zu behindern. Bekanntermaßen sind Extreme nicht wirklich sinnvoll und auch wenn das Bemühen sehr groß ist, fällt es oft schwer, die richtige Form zu finden und Irritationen bei Eltern und Kindern sind vorprogrammiert.
Meiner Erkenntnis nach, braucht es eine gesunde Basis, aufgrund derer sich ein Kind gut entwickeln kann. Dabei spielen zwei Faktoren eine ganz wesentliche Rolle und dies sind Liebe und Ordnung.
Sind Liebe und Ordnung als Grundvoraussetzung gegeben, kann sich ein Kind vertrauensvoll an den Vorgaben der Eltern orientieren. 
Um dieses Prinzip von Liebe und Ordnung zu verdeutlichen, nehme ich gerne ein Glas gefüllt mit Wasser zur Hand. Das Glas steht dabei für die Ordnung, das Wasser im Glas für die Liebe. Hätte ich nur das Glas ohne Wasser, dann würde die Liebe fehlen. Hätte ich nur das Wasser ohne Glas, dann würde es verrinnen. Es braucht also beides: Ordnung und Liebe. 
Ordnung ohne Liebe ist kalt. Liebe ohne Ordnung verflüchtigt sich schnell.

Herzlichst
August

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25.03.2015

Schaffen und beschäftigt sein

Immer wieder erlebe ich tiefe Freude in meiner Arbeit mit Menschen, da ich mit den verschiedensten Themen des Lebens konfrontiert werde. Dank meiner Gabe der inneren Schau entstehen in mir Antworten, die so vorher nicht vorhanden waren und die mir tiefe Erkenntnisse bringen.
Eine Seminarteilnehmerin wollte von mir wissen, was sie falsch mache, sie sei den ganzen Tag beschäftigt, habe jedoch am Ende des Tages keine Form der Zufriedenheit über das Geleistete. Sie fühle sich auch immer sehr müde und habe auch das Empfinden von Antriebslosigkeit. In mir entstand sofort der Gedanke, dass es eine Differenzierung zwischen Schaffen und Beschäftigt sein gibt. Jemand kann den ganzen Tag beschäftigt sein, ohne wirklich etwas zu schaffen.
Dabei geht es aber nicht nur um körperliche Tätigkeiten, sondern auch um geistiges, emotionales beschäftigt sein. Z. B. ich nehme mir vor etwas zu tun und ein innerer Prozess beginnt: ich überlege, was soll das Ergebnis sein, wie mache ich es, was brauche ich dazu, wieviel Zeit wende ich auf, usf. ich lege los und bin auf dem Weg, etwas zu schaffen. Plötzlich machen sich Zweifel breit, kann ich das überhaupt, macht es Sinn, nützt es jemand, usw. – schon bin ich beschäftigt! Oft für eine geraume Zeit, letztendlich ohne Ergebnis, weil ich die Arbeit einfach sein lasse. Ich habe viel Energie investiert, ohne dass etwas entstanden ist – viel beschäftigt, nichts geschafft.
Es gibt viele oft kleinere Tätigkeiten, die im Laufe des Tages erledigt werden(wo nicht hinterfragt wird, ob gerade ich das tun muss), die dann keine Zeit und Energie übriglassen für die Dinge die ich gerne schaffen würde. Wenn ich bei meiner Arbeit Freude habe, ja sogar noch Energie bekomme und am Ende zufrieden bin, dann habe ich etwas geschafft, es war ein sinnvolles Tun. Und das kann jede Tätigkeit sein!
Bewusst wurde mir in diesem Zusammenhang auch, dass das Schaffen und beschäftigt sein, ein gewisses Konfliktpotential zwischen Partnern in sich birgt, was vermutlich geschlechtsspezifische Ursachen hat.
Männer bewerten ihre Arbeit meistens nach dem Schaffensaspekt, ist dieser bei einer Tätigkeit nicht vorhanden, ziehen sie es vor, lieber eine Ruhephase einzulegen, als z. B. den Geschirrspüler auszuräumen.  
Frauen unterliegen, möglicherweise aufgrund ihrer Geschlechterrolle, nicht so sehr dem Schaffensprinzip, sie sind daher mehr beschäftigt, z. B. mit Kindern, Haushalt, usw. Wobei aber auch gerade in diesen Bereichen sehr viel von Frauen geschafft wird. 

Herzlichst
August

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18.03.2015

Nichtstun - die Seele erwacht

In unserer Seele gibt es zwei gegenläufige Bedürfnisse:
Das eine ist das Bedürfnis nach Lebendigkeit, Aktivität, nach Tun, nach Bewegung.
Das zweite Bedürfnis ist jenes nach Ruhe, Rückzug, Erholung, Passivität, nach Muße.
Beide sind lebenswichtig, sie brauchen jedoch getrennte Zeiten. Möchte ich beides gleichzeitig, kommt es zur Stagnation, weil es gegenläufige Bedürfnisse sind – keines der beiden wird dann befriedigt. 
Wobei es in der heutigen Lebensrealität so ist, dass der aktive Teil bei weitem überwiegt. In früheren Zeiten und in frühen Zeiten des Menschen (Kindheit) war Muße der Grundzustand des Lebens, der gelegentlich durch Arbeit unterbrochen wurde. Diese Verschiebung Richtung ständigem Tun, sowohl in der Arbeit, als auch in der Freizeit, hat ihren Preis. Durch den gesellschaftlich wertgeschätzten Überhang an Aktivität und intellektuellen Ansprüchen, kommt es zu einem Verkümmern der seelischen Bedürfnisse. Werden die Bedürfnisse der Seele nicht mehr wahrgenommen, kommt es bestenfalls zu einer Sinnkrise, schlimmstenfalls zu seelischen oder/und körperlichen Erkrankungen. 
Aufgrund dieser Erkenntnisse wurde mir bewusst, dass es auch zu meinen Aufgaben gehört, den Menschen wieder das Nichtstun zu lernen, da dieses für das Seelenleben essentiell ist. Durch das Pause machen, Ruhen, Nichtstun, durch die Muße erwacht die Seele zum Leben. Sowie der Muskel nicht bei Aktivität wächst, sondern in der Ruhe, genauso wächst die Seele in der Ruhe. Es braucht daher immer wieder wechselnd Zeiten der Lebendigkeit und Zeiten der Ruhe. Erst in den Zeiten des Nichtstuns kann sich das Leben in seiner Vielfalt zeigen. 
Das Nichtstun lernen heißt daher: einen wichtigen Teil des Lebens lernen. 

Herzlichst
August

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11.03.2015

Wünsche

Wünsche sind ein sehr breitgefächertes Thema. Mit guten Wünschen, aber auch eigenen Wünschen (Erwartungen) wird eher inflationär umgegangen. Besonders wenn man jemand gerne mag, wünscht man ihm/ihr nur das Beste (Gesundheit, keine Sorgen, Zufriedenheit,…) Diese Wünsche kommen oft aus tiefstem Herzen und werden voll Liebe und Inbrunst weitergegeben mit der Vorstellung, dass man nur Gutes bewirken möchte. 
Für mich war es eine tiefe Erfahrung, als ich in einer Meditation sehen durfte, dass Wünsche energetische Übergriffe sein können, ganz besonders, wenn die andere Person von diesen Wünschen vielleicht gar nichts weiß und sich damit auch nicht dagegen abgrenzen kann. Ich greife damit in das Leben eines anderen Menschen ein, ohne sein Einverständnis einzuholen.
Ich möchte dies am Beispiel meiner Mutter veranschaulichen:
Meine Mutter bat Gott in ihren Gebeten immer wieder um Gesundheit für mich. Als ich dies erfuhr verbat ich mir ihre Wunsch-Gebete. Sie protestierte, da sie ja etwas Gutes für mich tun wollte. Ich ersuchte sie, in Zukunft darum zu bitten, dass das für mich Beste geschehen möge. Das kann natürlich auch eine Krankheit sein. 
Ich gehe mit meinen Wünschen sehr achtsam, ja sogar vorsichtig um, weil ich meist bekomme, was ich mir wünsche. Es gab Zeiten, da hatte ich Angst davor mir etwas zu wünschen, da die Erfüllung unüberschaubare Konsequenzen haben konnte. 
Ein sehr eindringliches Beispiel dafür erlebte ich bei einer Klientin. Die etwa 30-jährige Frau wünschte sich im Alter von 16 Jahren, wie sie mit 30 Jahren sein möchte. Genau diese Vorstellung, die sie als 16-jährige hatte wurde mit 30 Jahren zur Wirklichkeit. Es stellte sich aber heraus, dass dies nicht so toll war, weil es eben dem Bild eines Teenagers entsprach. 
Es gibt auch eine Art von Wünschen, die meist unbewussten Ängsten entspringen. Diese Form erlebe ich immer wieder bei Müttern,  bzw. Eltern, die es besonders gut mit ihren Kindern meinen. Sie wünschen ihren Kindern nur das Beste (damit wird die Sorge der Eltern in Schach gehalten), dies kann aber eigene notwendige Erfahrungen der jungen Menschen behindern oder blockieren. 
Zu bedenken geben möchte ich auch, dass alles was ich wünsche, gleichzeitig das Gegenteil erzeugt! Es ist daher völlig in Ordnung, wenn jemand "Hals- und Beinbruch" wünscht.

Herzlichst
August

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04.03.2015

Beziehungsmuster

In meiner Arbeit mit Menschen habe ich entdeckt, dass die prägendsten Beziehungsmuster aus ihrer Elternbeziehung stammen. Ich habe erkannt, dass jedes Kind auf seine eigene besondere Art und Weise versucht, die Liebe seiner Eltern zu bekommen. 
Manchmal durch brav sein, durch gute Leistungen in der Schule, durch Übernahme von Verantwortung für Geschwister, durch Widerstände, notfalls durch Verhaltensauffälligkeiten, usf.
Mein erstes Muster war brav sein, als ich merkte, dass das nichts einbrachte, versuchte ich es mit Widerstand. Als das auch nicht zum Erhalt von Liebe führte, machte ich was ich wollte. Dies erzeugte zwar wenig Freude bei meinen Betreuungspersonen, trug aber sehr zu meiner Selbständigkeit bei. 
Die oben genannten verschiedensten Muster beherrschen Kinder sehr gut. Sie wenden sie später in ihren Beziehungen und auch im Berufsleben an. Dies ist völlig klar, das können sie am besten. 
Sehr oft funktionieren diese Muster/Verhaltensweisen aber in den Beziehungen und in der Arbeitswelt nicht wirklich, oder nicht auf Dauer.
Da sie aber nie andere Muster gelernt haben, tritt irgendwann eine Form von Hilflosigkeit und Ohnmacht ein (man fühlt sich nicht verstanden, nicht erkannt, nicht wertgeschätzt, usf.).
Da gibt es entweder die Möglichkeit, dass man sich einen Partner oder eine Firma sucht, die nach demselben Beziehungsmuster funktionieren – dann bekommt man die Liebe und Zuwendung, die man ersehnt. 
Oder aber man lernt diverse andere Methoden, um die Liebe von Menschen zu bekommen. Dies ist der weitaus schwierigere Weg, da dies nur durch Persönlichkeitsbildung und Herzensbildung möglich wird.

Herzlichst
August

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25.02.2015

Zugang zum Herzen

Immer wieder machte ich die Erfahrung, sowohl im beruflichen als auch im privaten Kontext, dass eine ausgesprochene Wertschätzung Frauen gegenüber nicht in ihrem Herzen ankam. Die Wertschätzung wurde zwar als Kompliment freundlich entgegen genommen, aber vor der Herzenstür abgestellt. Verblüffend für mich war, dass ich dieses nur bei Frauen beobachten konnte. Männer hingegen reagierten sehr erfreut auf Wertschätzung, bzw. Anerkennung, fühlten sich erkannt und nahmen diese gerne entgegen. 
Diese Erfahrungen veranlassten mich, mir das Thema in der Meditation genauer anzusehen. Da bekam ich folgendes Bild: sowohl Frauen, als auch Männer haben zwei Türen zu ihrem Herzen, eine davon ist immer offen, die andere ist immer verschlossen.
Interessant war für mich die Unterschiedlichkeit zwischen den Geschlechtern. Über der verschlossenen Tür der Frauen steht Wertschätzung, über der offenen Tür Abwertung/Entwertung. Letzteres hat direkten Zugang zum Herzen und wird von den Frauen sofort aufgenommen, Wertschätzung hingegen hat kaum eine Chance durchzudringen. 
Dazu ein Beispiel: Besuch bei meiner Schwiegermutter. Sie serviert einen köstlichen Kuchen, auf meine Reaktion: „Der Kuchen schmeckt ausgezeichnet!“ meint sie: „Das ist ja nur ein ganz einfacher Kuchen“. Die Wertschätzung wurde zurückgewiesen. Nun beschäftigte ich mich damit, wie ich die Hürde der verschlossenen Tür überwinden könnte. Beim nächsten Besuch sagte ich zu ihr: „Obwohl es nur ein ganz einfacher Kuchen ist, schmeckt er hervorragend!“ Darauf wusste sie nichts zu antworten und ihre Freude war offensichtlich.
Und jetzt zu den Männern und der angesprochenen Unterschiedlichkeit. Über ihrer offenen Tür stehen die Worte Bestätigung und Anerkennung, über der verschlossenen Tür steht Kritik. Mit Bestätigung und Anerkennung gelangt man also gut in das Herz eines Mannes, wollen Sie Kritik äußern, so sollten Sie sich vielleicht eines davon als Begleiter wählen.

Herzlichst
August

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18.02.2015

Die Welt retten wollen

Ein junger Mann konnte kaum noch schlafen, war ständig beschäftigt, nahezu hyperaktiv. Er hatte sich völlig verausgabt und war am Ende seiner Kräfte. Es war ganz offensichtlich, dass der junge Mann diesen Zustand nicht mehr lange durchhalten würde.
Ich fragte seine Seele, worunter sie so zu leiden hatte. Die Antwort war so klar, wie erstaunlich: Der junge Mann war schwer krank und seine Krankheit hieß, die Welt retten zu wollen! Ja, er hatte sogar das Gefühl, er müsste dies tun. Bis zu diesem Zeitpunkt war mir nicht bewusst, dass eine idealistische Absicht so etwas Schädliches sein könnte.
Nun überlegte ich, wie ich dem jungen Mann erklären könnte, dass das, was er als das Höchste in seinem Leben einstufte, nämlich die Welt zu retten, eine schwere Krankheit ist.
Da fiel mir ein Vergleich ein: Wenn jede der Millionen Zellen des menschlichen Körpers, an der Stelle wo sie lebt, ihre Funktion erfüllt, dann geht es dem ganzen Organismus gut. Beginnt nun eine dieser Zellen ihre vorgesehene Funktion zu verändern  z.B. durch vermehrtes Wachstum, dann erkrankt der Mensch und es kann lebensbedrohlich werden.
Erfüllt nun jeder Mensch seine Aufgabe an dem Platz, an dem er steht, dann ist die ganze Welt heil. Passiert dies nicht, geben sich viele Menschen mit dieser Anforderung nicht zufrieden, dann krankt die gesamte Welt.
Denke ich nun, ich müsste als Einzelner die Welt retten, so endet dies in einer völligen Überforderung. Verlasse ich den mir zugedachten Platz im System und fülle meine Funktion (Berufung) nicht aus, besteht die Gefahr an Leib und Seele zu erkranken.
Als spiritueller Mensch tauchte in mir auch die Frage auf: Bedarf die Welt überhaupt des Gerettet-Werdens? Stelle ich mich damit nicht über den Willen Gottes, weil ich besser als ER weiß, was für die Welt gut ist?

Herzlichst
August

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11.02.2015

Freude statt Dankbarkeit

Dankbarkeit heißt nach Romano Guardini: Nichts für selbstverständlich zu nehmen!
Das Gefühl von Dankbarkeit begleitet mich schon seit Jahrzehnten und es ist eine sehr innige und intensive Empfindung. Umso erstaunter war ich, als ich eines Tages entdeckte, dass ich kaum noch Dankbarkeit spüre. Ich war traurig darüber, weil ich dieses vertraute und wichtige Gefühl vermisste und auch nicht wusste, wie ich damit umgehen sollte.
In einer Meditation hatte ich das tiefe Bedürfnis mich bei Gott für alles zu bedanken, was er mir schenkt. Da sagte er mir, ich brauche mich nicht zu bedanken, da alles reichlich vorhanden ist, ich brauche es mir nur zu nehmen. Die Verantwortung, ob ich dies tue liegt aber ausschließlich bei mir. Ich kann mich also an der Fülle bedienen oder es auch sein lassen.
Seine Botschaft war, dass mir jederzeit alles kostenlos zur Verfügung steht und ich mich darüber freuen soll, anstatt dankbar zu sein. Ein gutes Beispiel dafür sind kleine Kinder, diese drücken ihre Dankbarkeit für ein Geschenk in oft überschwänglicher Freude aus. Diese Freude beglückt nicht nur den Beschenkten, viel mehr nährt sie auch den Geschenkgeber.
Es gibt aber einen Bereich, für den sehr wohl Dankbarkeit angesagt ist: Das sind die Geschenke, die einem Gott macht. Meine Frau ist ein Geschenk Gottes. Mit ihrem „Reparaturblick“ (dies ist die Fähigkeit zielsicher zu erkennen, wo ein Reparaturbedarf besteht, bzw. eine Veränderung notwendig ist) zeigte sie meine Wunden, Mängel und Unzulänglichkeiten auf. Dies gab mir die Möglichkeit daran zu arbeiten und viele Wunden konnten dadurch heilen. 
Bei einem Klienten sah ich, dass seine Schwiegermutter ein Geschenk Gottes ist. Dies war ein sehr überraschendes Bild, weil er überhaupt nicht mit ihr klar kommt. Sie repräsentiert einige seiner Schattenseiten und konfrontiert ihn unbewusst immer wieder mit seinen Defiziten. Es liegt aber in seinem Ermessen, sich dieser Heraufforderung zu stellen, oder sie weiterhin als Feindbild zu betrachten. 
In meiner Wahrnehmung stellt es sich so dar, dass Gott möchte, dass wir die Fülle erkennen, uns daran erfreuen und uns nach unseren Bedürfnissen bedienen. Ganz wenig ist ein Geschenk von ihm und dies ist oft auch noch schwierig zu erkennen – meist geht es dabei um unser persönliches Wachstum oder um ein seelisches Heil-werden. 
Angesichts dieser Erkenntnisse wurde mir auch klar, dass Bescheidenheit manchmal eine Form von unnötiger Selbstbeschränkung ist.

Herzlichst
August

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05.02.2015

Not

Das Wort Not ist kaum noch gebräuchlich und wenn am ehesten von Hilfsorganisationen im Zusammenhang mit materieller Not. Die seelischen Nöte werden von Ärzten und Therapeuten behandelt und haben Namen, welcher einer medizinischen Diagnose entsprechen, z. B. Burnout, Bipolare Störung, Depression, Borderline, usf.
Ich spreche hier von spiritueller Not, die für mich sehr eng mit den seelischen Nöten der heutigen Zeit verknüpft ist.
Not ist der Ursprung aller Veränderungen. Sie äußert sich in Form von Hilflosigkeit, Ohnmacht, dem tiefen Empfinden, nicht mehr weiter zu wissen, es allein nicht mehr zu schaffen, auf Hilfe angewiesen zu sein. Sie wird von den betroffenen Menschen als absoluter Tiefpunkt erlebt. 
Die meisten Menschen geraten in Not, wenn sie die Not bei jemand anderem erkennen und erleben das gleiche Gefühl des Ausgeliefertseins. 
In der Begleitarbeit ist es ein Geschenk, die Not sehen zu dürfen. Meine Aufgabe liegt darin, die Not bei dem betroffenen Menschen zu belassen, da sie not-wendig ist. Es geht also um eine Wende, ohne die Not würde sich nichts verändern. Man kann die Not teilen, aber nur mit jemand, der diese Not kennt und versteht. Teilen halbiert die Not. 
Um die Not zu wenden braucht es jedoch immer die Bitte. Eine ehrliche, aus dem Herzen kommende Bitte, mit dem Eingeständnis, dass ich die Bedrängnis allein nicht mehr bewältigen kann und Hilfe benötige. Diese Form der Bitte entspringt einer tiefen Demut. 
Der erste Schritt aus der Ohnmacht ist also die Bitte. Dies ist auch der Weg zur Selbsthilfe, es gilt der Spruch: Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott! Gott steht immer in Verbindung mit uns, nur wir Menschen wissen dies oft nicht, oder blockieren diese Leitung zu Gott. 
Ein Beispiel: In der Begleitung eines Unternehmers, der sich beklagte, keinen Zugang zu Gott zu finden, konnte ich innerlich ein ganz deutliches Bild wahrnehmen. Ich sah, dass vor ihm ein Telefon stand, mit einem Kabel nach oben. Möchte er Verbindung aufnehmen, müsste er allerdings abheben und etwas sagen, bzw. eine Bitte äußern. Dieser Apparat steht nur da, wenn er in Not ist. Es kann aber auch sein, dass nichts durch die Leitung fließt. Möglicherweise wird etwas als Not erlebt, was vor Gott aber keine Not ist. 
Ein guter Weg ist es, Gott aus der Not heraus um Hilfe zu bitten, ohne Wünsche damit zu verbinden. Gott erfüllt unsere Bitten nicht nach unseren Vorstellungen, sondern so wie es für unser spirituelles Wachstum erforderlich ist.

Herzlichst
August

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28.01.2015

Bitte

In meiner Auseinandersetzung mit dem Thema Dankbarkeit entdeckte ich, dass es einen Spannungsbogen gibt, der beim Bitten beginnt und beim Danken endet. 
Beim Danke sagen habe ich schon etwas bekommen – ich muss mich mit meiner Bedürftigkeit und den damit verbundenen unangenehmen Gefühlen nicht mehr auseinander setzen. 
Daraus resultierend wollte ich auch ein Meister im Bitten werden, was mir überhaupt nicht leicht fiel. Dazu kam, dass Gott zu mir sagte: Lehre die Menschen das Bitten!
Bitten heißt, ich gestehe Gott, mir und den anderen ein, dass ich hilflos und bedürftig bin. Indem ich meine Bedürftigkeit erkenne, öffne ich mich und setze Grenzen gegenüber Forderungen und Anspruchsdenken. Denn ohne Bitten kann die geistliche Welt nicht aktiv werden: „Bittet und es wird euch gegeben.“  So hat das Bitten als Haltung eine spirituelle Grundbedeutung. Je tiefer (flehentlicher) aus dem Herzen,  je tiefer die Not, umso wertvoller und intensiver ist die Bitte. (Bitten aus Bequemlichkeit werden nicht erfüllt).
Die entscheidende Frage ist: Was ist eine/meine wirkliche Not (Bedrängnis)? Es braucht die Fähigkeit die Not zu erkennen, denn nur dann weiß ich, welche Bitte not-wendig ist. Die Inbrunst der Bitte, das Flehen ist entscheidend, um in Bedrängnis Hilfe zu bekommen. Bitten werden nur dann erfüllt, wenn es eine wirkliche Not gibt. Ohne Bitte gibt es keine Hilfe. 
Gott reagiert auf zwei Bitten: wenn ich aus tiefer Not oder aus tiefer Freude bitte.
Ein Großteil der Not der Menschen hat mit Ängsten zu tun. Ein Beispiel: eine Klientin, die Psychopharmaka nehmen musste, wollte aufgrund der Nebenwirkungen von den Tabletten loskommen. Ihre wirkliche Not war jedoch die Angst vor den Folgen, wenn sie die Medikamente absetzen würde.
Ich habe bereits gebeten, habe flehentliche Bitten geäußert: um Gesundheit, um eine liebevolle Beziehung, um eine sinnvolle Arbeit, um Kinder, um ein langes Leben, um die Liebe Gottes, um Erfüllung und Zufriedenheit,…
Danke dafür, dass dieses Flehen erhört wurde. Das Danken gehört zum Bitten dazu.
Bitte! Ist das einzig wirkliche Gebet.

Herzlichst
August

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21.01.2015

Dankbarkeit

In der Kindheit lernte ich durch meine Mutter dankbar zu sein – ich lernte zu den Erwachsenen Bitte und Danke zu sagen. Damals waren es Floskeln, die ich mir angewöhnt hatte, weder kamen sie vom Herzen, noch wusste ich um die tiefere Bedeutung von Dankbarkeit. Es war Teil unseres Kulturgutes. 
Lieber wäre ich damals meinem inneren Bedürfnis gefolgt und hätte ungebremst meine Freude gezeigt (so wie ich es heute bei meinen Enkelkindern sehe). Diese falsche Form der Demut und das MÜSSEN hatten mir das Dankesagen lange verleidet.
Am Beginn meines geistlichen Weges kam das Thema Dankbarkeit wieder in meinen Fokus. Ich wollte Meister im Dankesagen werden. Ich las damals zu diesem Thema ein Büchlein von David Steindl-Rast, dies schenkte mir einen tiefen Zugang zur Dankbarkeit. Er selber fand durch die Dankbarkeit immer wieder ein Stück Lebensfreude.
Ich begann mit Dankbarkeitsübungen und Dankbarkeitsmeditationen. Ich führte diese mit großer Regelmäßigkeit durch und sie lehrten mich den Wert der Menschen und Dinge für mich klar zu erkennen. 
Viele Jahre lang schrieb ich täglich in mein Tagebuch, worüber ich mich dankbar freue. Diese Übung lehrte mich einen ganz eigenen Blick auf die Wirklichkeit. Sie machte mir nicht nur den Wert von Menschen und Dingen bewusst, sondern auch von Erfahrungen, Erlebnissen, Erkenntnissen, Gefühlen und Begegnungen. 
Auch in meinen Meditationsseminaren gehörte die Dankbarkeitsmeditation zu den Standardübungen, die ich bei jedem Seminar anleitete. Sie half mir und den Menschen beim Loslassen, weil damit Schuldgefühle abgearbeitet werden konnten und ein emotionaler Ausgleich geschaffen wurde. Sie öffnete auch regelmäßig mein Herz und das Herz der Meditierenden. Die Dankbarkeitsübung hatte auch eine heilsame Wirkung, ich reduzierte damit meinen Minderwert und steigerte parallel dazu meinen Selbstwert, weil mir bewusst wurde, wie sehr ich vom Leben beschenkt war. 
Heute frage ich mich regelmäßig, wenn ich dankbar bin, was hinter dieser Dankbarkeit steckt. Es gibt unterschiedliche Beweggründe:
Ist meine Dankbarkeit Ausdruck eines Minderwertes oder Mangeldenkens (ich wurde beschenkt, obwohl ich es nicht wert bin)?
Ist sie Ausgleich für eine Schuld?
Ist sie Ausdruck der Freude oder des Stolzes?
Bin ich dankbar, weil ein Bedürfnis gedeckt wurde (davor stand eine Bitte meinerseits)?  Dabei kann es sein, dass die Liebe der Bitte zuvor kommt, das heißt, jemand nimmt wahr, was der andere im Augenblick benötigt und gibt ihm dies, ohne darum gebeten worden zu sein. 
Hinter Dankbarkeit steckt oft auch Wertschätzung. 
Übertriebene Dankbarkeit könnte auch eine maskierte (also unbewusste) Angst sein.
Vor einigen Jahren sagte Gott zu mir: “Du brauchst nicht dankbar zu sein, es genügt, wenn du dich freust. Denn alles ist sowieso da. Du brauchst es nur zu nehmen. Nur ganz wenig ist ein Geschenk von mir.“
Da entdeckte ich, dass viele Menschen und auch ich für das Falsche dankbar sind und die Geschenke Gottes gar nicht erkannt werden. Seit dieser Erkenntnis versuche ich täglich zu erkennen, was wirklich ein Geschenk Gottes ist. Manchmal ist das Geschenk ein schmerzhafter Lernprozess. Meist ist eine Herausforderung damit verbunden und es kann auch sein, dass ein eingeschlagener Lebensweg korrigiert werden muss. 

Herzlichst
August

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15.01.2015

Kraftlos-antriebslos-sinnlos

Ein 52-jähriger Mann kam zum Coaching. Seine Frau hatte ihn geschickt, weil ihr in letzter Zeit seine Antriebslosigkeit auffiel. Sie hatte ein Problem damit, da er bisher ein eher agiler Mensch war. Im Gespräch mit ihm kam mir die Idee, eine Aufstellung (angelehnt an die Familienaufstellungen) zu machen. Ich stellte ihn und seinen Antrieb auf. Dabei nahm ich wahr, wie während des Gespräches die Energieübertragung zwischen ihm und dem Antrieb ausfiel. Dies war eine erstaunliche Beobachtung. Was war passiert? Der Schlüssel war der Inhalt des Gespräches. Er hatte mir erzählt, dass die Dinge, welche die Firma in der er beschäftigt war, vom ihm verlangte, seinem Empfingen nach sinnlos seien. Da entdeckte ich einen spannenden Zusammenhang. Wenn ich etwas Sinnloses mache, dann schickt mir mein Antrieb keine Energie. Da wurde mir schlagartig bewusst: sinnlos ist kraftlos ist gottlos. Sinnvoll ist etwas dann, wenn es im Sinne Gottes ist.
Es steht mir natürlich frei auch Sinnloses zu tun, aber es wird dafür keine Kraft bereitgestellt. Zu erkennen, ob etwas im Sinne Gottes ist oder es nur mir als sinnvoll erscheint ist schwierig und die eigentliche Herausforderung.
Seit dieser Erkenntnis ist die Kraft für mich einer meiner Lehrmeister geworden. Am Abend frage ich mich: Wieviel Kraft habe ich im Vergleich zum Morgen? Da kann es sein, dass ich am Abend sogar mehr Kraft habe, weil viel Sinnvolles passiert ist. Es gibt aber auch viele Tage, wo ich weniger Kraft habe, dann könnte es sein, dass ich viel Sinnloses getan habe. 
Seit dieser Erkenntnis habe ich auch verstanden, wie wichtig es für Menschen ist, gerade auch in ihrem Beruf, in ihrer Arbeit einen Sinn zu erkennnen. In Zeiten wo mir die Energie ausgeht ist mein erster Impuls zu hinterfragen, ob mein Tun sinnvoll für mich und für andere ist und vor allem, ob es im Sinne Gottes ist. 

Herzlichst
August

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08.01.2015

Energie des Menschen

Vor einigen Jahren sah ich im deutschen Fernsehen eine Sendung über arbeitslose Hartz IV-Empfänger. Es wurde ein etwa 28-jähriger Mann interviewt, der, obwohl er völlig arbeitsfähig wirkte, noch nie Erwerbsarbeit geleistet hatte. Während der junge Mann über seine Situation berichtete, sah ich ganz intuitiv, dass dieser Mensch nur Energie für vier Arbeitsstunden aufbringen konnte. Er hatte nicht die Kraft in sich, mehr als einen halben Tag zu arbeiten (wobei bei langer Arbeitslosigkeit die Belastbarkeit kontinuierlich abnimmt). Bis zu diesem Zeitpunkt war mir nicht bewusst, dass es solche Unterschiede bei Menschen gibt. 
Wenig später begleitete ich eine junge blitzgescheite Frau. Sie arbeitete in einer Anwaltskanzlei und nach etwa neun Monaten war sie ausgebrannt, sodass sie sich einige Wochen in einem Krankenhaus erholen musste. Danach arbeitete sie wieder für ein Dreivierteljahr und das gleiche wiederholte sich. Um diesen fatalen, lebensfeindlichen Rhythmus zu unterbrechen, kam sie zu mir. 
Mit meiner inneren Schau, gelang es mir auch diesmal den Energielevel dieser jungen Frau zu sehen. Sie hatte Energie für etwa 3,5 Stunden, dann war die Tagesration verbraucht. Auf Basis dieser Erkenntnis schlug ich ihr vor, eine Halbtagesarbeit anzunehmen. Damit wollte sie sich aber nicht abfinden, vielmehr wollte sie wissen, ob es nicht Möglichkeiten gibt, zu mehr Energie zu kommen. Ich fragte innerlich nach und bekam die Antwort: Ja, wenn sie die Arbeit mit Freude macht, dann kann sie 1,5 Stunden länger arbeiten. Da ihr das immer noch zu wenig war, fragte ich in meinem Inneren weiter: Ja, wenn sie die Arbeit gut beherrscht und sie ihr gut von der Hand geht, dann gibt es weitere 1,5 Stunden Energie. Weitere Energie bringt, wenn die Beziehung zu den Kolleginnen entspannt und das Arbeitsklima gut ist. Der wichtigste Punkt war allerdings, dass die Arbeit einen Sinn ergibt. Für Sinnfreies oder Sinnloses steht keine Kraft zur Verfügung.
Wenn all die oben genannten Komponenten erfüllt sind, könnte die junge Frau einen Ganztagsjob ausfüllen, ohne sich dabei auszulaugen oder auszubrennen.

Herzlichst
August

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31.12.2014

Weniger ist mehr

Die Generationen nach dem 1. und 2. Weltkrieg hatten „Zuwenig“, das heißt aufgrund der verheerenden Folgen der Kriege konnten sie nicht einmal ihre Grundbedürfnisse decken. Es gab ein zu wenig an Essen, an intakten Wohnräumen, an Heizmaterial, usf. Aus dieser Notlage heraus stellten sie Überlegungen an, wie sie „mehr“ bekommen könnten.

Die Strategien unserer Vorfahren, die sehr erfolgreich waren, haben wir übernommen. Als Einzelne und als Summe der Gemeinschaft. Wir beherrschen sie sehr gut. Wir steigern nach wie vor unsere Lebensqualität, unser Einkommen, unser Vermögen, unsere Ansprüche, unsere Erwartungen, diese Aufzählung könnte beliebig fortgesetzt werden.

In der Jetztzeit leiden wir aber nicht mehr unter dem Mangel des „Zuwenig“, sondern vielmehr unter dem „Zuviel“. Wir haben zu viel Stress, zu viel Gewicht, zu viel Auswahl, zu viele Möglichkeiten, zu viele Belastungen, usf.

Um mit dem „Zuviel“ umgehen zu können, fehlen uns die Strategien. Es hat sich kein Bewusstseinswandel von dem „Zuwenig“ hin zu dem “Zuviel“ vollzogen. Unsere Vorfahren hatten damit noch kein Problem und sie haben uns deshalb dafür auch keine Umgangsmöglichkeiten bereitgestellt.

Diese Veränderung unserer Gesellschaft, die weder für Körper, Geist und Psyche auf Dauer verkraftbar ist, zwingt uns also neue Ideen zu entwickeln. Wir sind herausgefordert uns etwas zu suchen, was im Alltag hilft.

Als ich vor Jahren begann, mich diesem Thema anzunähern, setzte ich als erste Maßnahme das regelmäßige Entrümpeln, bevor ich etwas Neues anfing. Diese Strategie habe ich beibehalten. So gebe ich z. B. ein altes Kleidungsstück weg, wenn ich ein neues kaufe. (Details dazu in meinem Buch oder meiner CD „Das Leben entrümpeln“)

Ich habe es mir zur Gewohnheit gemacht, am Ende eines Jahres eine sogenannte „Jahresreflexion“ zu machen. Dabei stelle ich mir unter anderem zwei Fragen:

Die erste Frage: Was gebe ich auf oder ab? Erst nachdem ich diese Frage schriftlich beantwortet habe, stelle ich die zweite Frage: Was mache ich neu?

Ich lasse also etwas Altes los und mache Platz für etwas Neues. Damit ist, wie von selbst, permanent Veränderung, Entwicklung und Innovation sichergestellt. Die Veränderung wird mir nicht von außen aufgedrängt (natürlich bringt das Leben auch solche mit sich), sondern ich entwickle sie selbstbestimmt aus mir heraus. Damit stelle ich sicher, dass meine Anforderungen an mich selbst, meine Aufgaben und Herausforderungen nicht ins Unermessliche steigen oder wie ein Krebsgeschwür zu wuchern beginnen.

Und jetzt verrate ich das scheinbar Paradoxe: Weniger ist mehr! Das heißt, wenn ich einerseits weniger mache, weniger besitze, wird es auf der anderen Seite mehr – mehr Freizeit, mehr Eigenzeit, mehr Zeit für meine Lieben, mehr Freiraum für Wesentliches.

Irgendwann machte ich dann die erstaunliche Erkenntnis, dass es mir zu viel wird, dass Umgang damit erst wachsen muss. Niemand hatte mich vor der Fülle gewarnt. Je weniger ich mache, umso mehr wird es – das Leben bekommt eine nie geahnte Dichte und Intensität, wenn ich dies zulasse.

Herzlichst
August

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18.12.2014

Spiritualität von unten – Spiritualität von oben

Spiritualität ist ein sehr komplexes Thema, welches mich immer wieder beschäftigt und ich den Versuch wagen möchte es in kurzer und dennoch verständlicher Form weiterzugeben. In der Literatur über Spiritualität gibt es zwei grundsätzliche Strömungen und zwar die Spiritualität von unten (dazu gibt es ein sehr lesenswertes Büchlein von Anselm Grün) und die Spiritualität von oben. Spiritualität von unten ist der Weg der Demut. Dieser Begriff klingt veraltet und wird auch kaum noch gebraucht, vor allem, weil er immer wieder falsch interpretiert wird, mit Demütigung – Entwertung assoziiert wird. Es gibt verschiedene Formen der spirituellen Demut. Die, von der ich hier spreche, besagt: „Es war, wie es war! Es ist, wie es ist! Es kommt, wie es kommt!“ - Die Wirklichkeit als solche zu nehmen, wie sie im gegenwärtigen Moment ist, ohne Wunschdenken, Illusionen oder Selbsttäuschung. Spiritualität von unten meint, dass wir den geistlichen Weg finden, indem wir uns mit uns selbst, mit dem Körper, dem Geist, den Gedanken, den Gefühlen, den Träumen, den Schwächen und den Verletzungen auseinander setzen. 
Indem ich mich und mein Denken und Tun reflektiere, begebe ich mich auf den Weg der Selbsterkenntnis, der dann in der Folge zur Gotteserkenntnis führen kann. Hinauf zu Gott findet man dann, wenn man auch bereit ist, hinabzusteigen in die eigenen Kellerräume, sich mit seinen dunklen Seiten auseinandersetzt (C.G. Jung nennt dies Schatten) bis hin zum kollektiven Unbewussten. Vor allem dort, wo wir am Ende unserer Möglichkeiten angelangt sind, wo unserem Wollen und der damit verbundenen Kraftanstrengungen uns durchzusetzen, eine Grenze gesetzt wird, öffnen wir uns in unserer Hilflosigkeit und Ohnmacht für eine persönliche Beziehung mit Gott. Ich kapituliere vor Gott und ergebe mich! Der Schrei zu Gott kommt meist aus den Tiefen einer persönlichen Not und einer Minderwertigkeit. 
Schafft man es, die Erwartungshaltung, dass Gott alle Wünsche erfüllen soll, loszulassen, dann geht man seinen Weg und darf keine Angst haben, in die Tiefe des eigenen Elends hinabzusteigen. Man kann nicht mehr tiefer fallen. Man hat die Talsohle erreicht, dies ist der Wendepunkt, man kann sich von dort gut abstoßen, wenn man nach oben will. Ein Baum steht dann besonders stabil und mächtig und überlebt die schlimmsten Stürme, wenn seine Wurzeln stark und kräftig sind. Das Ziel der Spiritualität von unten, bzw. der Demut ist die Liebe, die alle Angst vertreibt. (Für die alten Mönche war darüber hinaus das Ziel ihres geistlichen Weges, Gott zu genießen).
Vor vielen Jahren besuchte ich meine Schwester. Sie hatte zur gleichen Zeit Besuch von einer Kollegin ihres Mannes, die, wie sich heraus stellte, an Krebs erkrankt war. Im gemeinsamen Gespräch wurde meine Gabe der Inneren Schau zum Thema. Das führte dazu, dass diese Frau mich fragte, ob ich nachsehen könnte, was die Botschaft des Krebs in ihr ist. Sie war der festen Überzeugung, dass jede Krankheit die Information beinhaltet, dass etwas Lebensschädliches geschieht. Wird die Krankheit geachtet und geehrt, dann verwandelt sie sich in Leben.
Wenn mich jemand fragt und die Seele einverstanden ist, dann stellt sich auch eine Antwort in mir ein. Dieses Mal war die Botschaft des Krebs: "Ich will, dass du zugrunde gehst!" Dieser Satz ist mehrfach zu interpretieren. Einerseits stirbt der Mensch bei vielen Krebsarten. Andererseits hat es auch eine symbolische Bedeutung. Für mich erschloss sich nachfolgende Deutung. Was es "bedeutet" weiß immer nur der oder die Betroffene selbst.
"Ich will, dass du zugrunde gehst" deutet darauf hin, dass dieser Mensch auf den Grund kommen muss, auf den Boden und zwar konkret auf den Boden der Wirklichkeit, auf den Boden der nackten Realität. Sie muss sich von allen Illusionen, Träumen, Phantasien und Vorstellungen lösen und auf das schauen, was IST. 
Ich fragte sie, ob sie bereit wäre, dies zu tun. Sie bejahte aus ganzem Herzen. Zur Intensivierung bat ich sie, sich auf den Boden zu legen, weil dies die körperlich spürbare Variante des Zugrundegehens ist. Sie legte sich auf den Boden und wir begannen ein Gespräch darüber, was die Wirklichkeit in ihrem jetzigen Leben ist. Mich berührte ihre Offenheit und es entstand ein ganz ganz wahrhaftiges Gespräch über ihre aktuelle Lebensrealität. Heute weiß ich, dass nichts heilsamer ist, als der Kontakt mit der Realität, mit dem "es ist, was es ist, es war, wie es war und es kommt, wie es kommt". Dieses Hinschauen auf das was IST braucht Mut. Es wird aber belohnt mit einem einzigartigen Gefühl der Bodenhaftung und Erdhaftigkeit. Von diesem Punkt aus kann man sich auf den Weg in eine neue Qualität von Spiritualität machen.

Spiritualität von oben
Diese Form der Spiritualität ist eher im konfessionellen Bereich anzutreffen. Sie setzt auf die Entwicklung der Tugenden, geistlichen Ideale und allem, wie ein guter Mensch zu sein hat, damit er Gott gerecht wird. Sie setzt auch die Abkehr von Sünden und schlechten Eigenschaften voraus (dies öffnet die Tür für das unüberschaubare Feld von Verdrängungen). Diese Form der Spiritualität entspricht der Haltung immer besser zu werden und immer vollkommener. Folgt man immer mehr seinen oder vorgegebenen Idealen, so kann es passieren, dass man sich immer weiter von der tatsächlichen Realität entfernt. Dies kann zu einer fatalen inneren Spaltung führen zwischen der eigenen Wirklichkeit, wie sie im hier und jetzt ist, und den Idealen. Daraus können Gewissenskonflikte resultieren, die für manche Menschen ein großes Dilemma darstellen und sie in unlösbare seelische Not bringen. Eine Form davon ist, dass Krankheit als selbst verschuldet (in schlimmster Form sogar als Strafe Gottes) empfunden wird, weil sie nicht richtig leben. Für mein Verständnis braucht es in erster Linie den Weg der Demut, dh. den Weg der Menschlichkeit. Habe ich diesen mit all seinen Erkenntnissen und Konsequenzen durchschritten, so steht mir der Weg der Spiritualität von oben offen.

Herzlichst
August

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11.12.2014

Leben oder sterben

Zwei Beispiele, wie die neue Wirklichkeit erkannt und angenommen wird, zeigen folgende Geschichten:
Eine 82jährige Dame kam auf Empfehlung ihres Sohnes zu mir. Ihr Mann war vor kurzem gestorben und jetzt wollte auch sie nicht mehr leben. Ich spürte, dass sie sich innerlich bereits aufgegeben hatte und jeglicher Lebenswille von ihr gewichen war. Daher sagte ich im Gespräch an einer entscheidenden Stelle: „Mich stört, dass sie sich und mich anlügen!“ Ganz erbost reagierte sie: „Ich lüge nie!“  „Doch“, sagte ich „denn sie leben noch, sind aber innerlich bereits gestorben! Würden sie nicht noch gerne leben, bis sie wirklich sterben?“
Nach zwei Wochen meldete sich ihr Sohn und informierte mich, dass sich seine Mutter für das Leben entschieden hatte und noch einmal „durchstartet“.
Zu diesem Thema erzählte mir eine Klientin die Geschichte ihrer Mutter. Diese hatte sich Zeit ihres Lebens vor dem Sterben und dem Tod geängstigt. Im Alter von 82 Jahren verlor sie ihren Mann, mit dem sie 58 Jahre verheiratet war und den sie in den letzten Jahren bis zu seinem Tod betreute. Sie erlebte sein Sterben sehr bewusst und hautnahe, da sie ihn bis zu seinem Tod pflegte. 
Entgegen der Befürchtungen ihrer Familie, dass sie sich nun zurückziehen und ihr Schicksal beklagen würde, stellte sie sich dem Leben. Zum ersten Mal alleine nach Jahrzehnten des Zusammenlebens entwickelte sie eine Selbständigkeit, die ihr niemand zugetraut hätte. 
Trotz ihrer Trauer nimmt sie aktiv am sozialen Leben teil. Erfreut sich an ihrer Agilität und am Leben. Sie ist sich bewusst, dass ihre Lebenszeit schon sehr begrenzt ist und gerade deshalb möchte sie diese genießen, solange ihr dies möglich ist. 
Das Ermutigende an diesen Geschichten ist für mich die Tatsache, dass man sich in jedem Lebensalter bewusst entscheiden kann, das Geschenk des Lebens anzunehmen und die Fülle der Möglichkeiten zu erkennen. 

Herzlichst
August

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01.12.2014

Die neue Wirklichkeit

Durch die intuitiv gefundene Definition von Trauer (wie beschrieben, ist Trauer der Prozess der schmerzhaften Anpassung an eine neue Wirklichkeit), rückte für mich auch die Begrifflichkeit der neuen Wirklichkeit, bzw. der aktuellen Wirklichkeit in den Fokus meiner Betrachtungen.
Was ist im jeweiligen Zusammenhang die neue Wirklichkeit, wie erkenne ich diese, wie kann ich sie erfassen?
In der Auseinandersetzung mit diesem Thema, fiel mir meine Erfahrung mit dem Tod meines Schwiegervaters ein. Ich erbat mir damals die Zeit für eine persönliche Verabschiedung bei seinem zu Hause aufgebahrten Leichnam. Ich saß alleine mit ihm an seinem Bett. Ich sprach mit ihm, obwohl sein physisches Leben schon zu Ende war, denn ich wusste, dass seine Seele alles wahrnehmen konnte. Dabei weinte ich und legte meine Hand auf seine gefalteten kalten Hände.
In diesem Moment verschwand das Gefühl von Trauer und die Tränen versiegten. Ich nahm die Hand wieder weg und sofort waren Trauer und Tränen wieder da. Erneut legte ich meine Hand auf seine kalten Hände und Tränen und Trauer waren wieder wie weggeblasen. In diesem Moment verstand ich den Vorgang nicht, erst später wurde mir bewusst, dass es daran lag, dass ich begriff, im wahrsten Sinn des Wortes mit meinen Händen begriff, dass er tot war.
Manche Dinge müssen wir begreifen, um sie ganz zu erfassen. Dieses körperliche Begreifen, das spürbare Wahrnehmen hilft unserem Verstand und unserer Seele eine Realität als solche zu erkennen.
Bei Ereignissen, die plötzlich und abrupt geschehen, wird mir die neue Wirklichkeit häufig sehr rasch bewusst, außer es handelt sich um ein traumatisches Erlebnis, da schützt mich meine Seele, die ganze Wahrheit zu erkennen und damit vielleicht in einen psychischen Abgrund zu stürzen. Da kann das Zulassen der neuen Wirklichkeit sehr lange dauern – meist bis das Trauma aufgearbeitet ist.
Sehr schwierig ist es, die neue Wirklichkeit innerlich und äußerlich zu erfassen, die sich ganz langsam, Schritt für Schritt ergeben hat.
Zur Veranschaulichung möchte ich dazu ein paar Beispiele anführen:
Ich entdeckte als neue Wirklichkeit unserer Zeit, dass die Frauen in unserem Kulturkreis nicht mehr im Schnitt zwischen 25 und 40 Jahren Mütter werden, sondern jetzt ihre Kinder zwischen 30 und 45 Jahren gebären. Die jungen Väter beteiligen sich an der Erziehungsarbeit und Kinderbetreuung bei weitem mehr, als dies in meiner Generation noch üblich war.
Auch fühlen sich die Menschen erst viel später alt, als dies noch vor einigen Jahrzehnten der Fall war. Diese Erkenntnis ist zumindest seitens der Wirtschaft schon vor einiger Zeit realisiert worden und die damit verbundene Vielfalt an neuen geschäftlichen Möglichkeiten erkannt und umgesetzt.
Eine interessante Erfahrung erzählte mir eine Bekannte. Sie hatte die Beobachtung gemacht, dass ihr Vater und seine Geschwister, die in sehr armen Verhältnissen aufgewachsen waren und es in ihrem Leben zu einem sehr guten Wohlstand gebracht hatten, noch immer so bescheiden lebten wie früher. Die Tatsache, dass sie sich jetzt weitaus mehr als das Lebensnotwendige leisten konnten, wurde einfach nicht wahrgenommen. Die Veränderung war so schleichend über Jahrzehnte passiert, sodass sie nie bewusst erfasst wurde.
Es lohnt sich also immer wieder genau hinzuschauen, was die neue Wirklichkeit ist. Das Erkennen der Wirklichkeit heilt viele psychische Belastungen und schmerzhafte Prozesse. Es bewahrt davor, Altes festzuhalten und damit nicht offen zu sein für Neues. Es hilft mir, nicht sinnlos Kraft und Energie aufzuwenden für Dinge die unabänderlich sind, bzw. schon der Vergangenheit angehören.
Jede Generation schafft auf ihre Weise eine neue Wirklichkeit, die vorhergehenden Generationen realisieren dies oft nicht mehr. Daraus resultieren viele Missverständnisse und Konflikte. Bei der älteren Generation entsteht das Gefühl, dass ihre Arbeit und Lebenserfahrungen nicht wertgeschätzt werden und die jungen Menschen haben den Eindruck, dass ihr Tun und ihre Erkenntnisse nicht ernst genommen werden, bzw. verglichen werden mit Früherem.
In meiner Begleitarbeit von Menschen ist es für mich ein Fixpunkt, die neue Wirklichkeit zu erfassen. Dies alleine ist bereits der Großteil der Klärungsarbeit.
Meine Erfahrung ist, dass mit dem Erkennen der neuen Wirklichkeit viel Kraft, Frustration, Ärger, Enttäuschungen, usw. erspart werden können und diese freiwerdende Energie für ein lebensbejahendes Sein in der jeweiligen Wirklichkeit zur Verfügung steht.

Herzlichst
August

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27.11.2014

Die neue Definition von Trauer

Eines Tages hatte ich unter der Morgendusche eine Eingebung der neuen Definition von Trauer: „Trauer ist der Prozess der schmerzhaften Anpassung an eine neue Wirklichkeit.“
Stelle ich mir nun vor, dass ich einen geliebten Menschen verloren habe, so ist das Zulassen dieser neuen Wirklichkeit äußerst schmerzhaft und wird häufig zu Beginn verweigert. Trauer ist daher ein längerer Prozess und keineswegs eine einmalige, punktuelle Angelegenheit. Trauer braucht ihre Zeit und dauert umso länger, je schmerzhafter die Anpassung (das Zulassen der neuen Wirklichkeit) ist.
Trauer durchzieht unser gesamtes Leben, jedoch nicht nur bei Verlust durch den Tod. Jede Lebensphase beinhaltet diesen Prozess der schmerzhaften Anpassung. Es beginnt mit dem Verlassen des behüteten „Nestes“, wenn ein Kind den Kindergarten besucht, bzw. eingeschult wird, über das Verlassen des Elternhauses, um das eigene Leben zu leben, bis hin zum Alter, wenn man erkennen muss, dass einem viele Möglichkeiten nicht mehr offen stehen, bzw. der körperliche Abbau oder Krankheit Einschränkungen auferlegen.
Das Leben ist also eine permanente Anpassung an eine neue Wirklichkeit. Ich habe nun die Wahl, mich diesem Prozess zu stellen oder ihn auch zu verleugnen.
Je schneller und intensiver ich diese Realität und den damit verbundenen Schmerz zulassen kann, umso rascher ist diese Veränderung abgeschlossen. Ist die neue Wirklichkeit zur Gänze akzeptiert, ist die Trauer beendet. Dabei handelt es sich sowohl um eine äußere, als auch eine innere neue Wirklichkeit, diese müssen übereinstimmen, sonst passiert Verleugnung. Ich bin damit im Hier und Jetzt angekommen und kann das mir geschenkte Leben in vollen Zügen genießen.

Herzlichst
August

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20.11.2014

Loslassen öffnet mein Herz!

Was genau öffnet dabei mein Herz? Es ist der Schmerz, den ich zulasse. Natürlich gibt es Dinge und Tätigkeiten, die ich gerne sein lasse. Etwas wirklich loszulassen bedeutet, dass ich es ganz genommen habe, mit ganzem Herzen. Ich hänge sogar daran, weil es mich „genährt“ hat in Form von Anerkennung, Sicherheit, Wertschätzung, Freundschaft, ja vielleicht bekam ich dafür auch Liebe.
Im Laufe eines Lebens entsteht eine derartige Fülle an materiellen Dingen, aber vor allem auch an Erfahrungen, Lebensmustern, Verhaltensweisen, Orientierungslinien, Bekanntschaften, Freundschaften, Beziehungen, familiäre Bindungen, an bewussten und unbewussten Einflüssen, sodass es kaum noch Platz für Neues gibt. Dieses bewirkt eine Art Stillstand, weil ich durch all diese Gegebenheiten gebunden bin, Freisein ist damit nahezu unmöglich.
Die Erkenntnis daraus war für mich, je mehr ich lasse, wirklich aus ganzem Herzen lasse, umso freier werde ich.
Mein Loslassen beginnt damit, dass ich Dinge meines alltäglichen Lebens (u. a. Bücher, Geschenke) entsorge, auch und ganz besonders, wenn ich sie liebgewonnen habe. Es erfordert auch ständig zu reflektieren, um Verhaltensmuster, Familienregeln, Leitsätze, Prägungen, usf. zu erkennen, zu durchschauen und abzuändern, bzw. loszulassen. Meine Arbeit, meine Tätigkeiten immer wieder zu hinterfragen, ob sie noch zu mir passen und an neue Gegebenheiten, neue Wirklichkeiten anzupassen.  Ja, es kann sogar sein, dass eine Freundschaft beendet werden muss, dass ich liebgewonnene Menschen loslasse, damit diese, so wie ich, ihren eigenen Weg gehen können.
Es waren für mich oft schmerzhafte Prozesse des Loslassens – ich bekam aber dadurch immer mehr Halt in mir bzw. in Gott. Und dies lässt mich weiter mutig sein und weiter loslassen, damit ich noch mehr Halt in mir und in Gott finde.
In der Meditation bekam ich ein Bild dazu: Ich sah einen großen Eislaufplatz vor mir, an meinen Füßen waren Eislaufschuhe und ich hielt mich an der Umzäunung fest. So konnte ich den ganzen Platz umrunden und hatte immer einen sicheren Halt. Jedoch ohne den Mut Loszulassen würde ich nie die ganze Fülle, alle Möglichkeiten, die Freiheiten, die ich vor mir sah auskosten können. Natürlich müsste ich den Schmerz des Hinfallens auf mich nehmen, dennoch eröffnet sich erst dadurch eine unendliche Vielfalt.
Vor kurzem machte ich eine besondere Erfahrung. Ich entdeckte, dass im Moment nichts loszulassen ist. Da war meine Frage, gilt es etwas zu nehmen? Die Antwort: JA! Das Leben in vollen Zügen!

Herzlichst
August

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11.11.2014

Einleitung

Ich möchte mit meinem Tun (Begleitung und Autorenschaft) den Menschen eine Möglichkeit bieten, jenseits aller konfessionellen und dogmatischen Zwänge einen direkten Zugang zum Göttlichen zu finden.

Heilsames für die Seele, mag für Sie vielleicht im ersten Augenblick theologisch, ja vielleicht sogar esoterisch klingen, meine Geschichten entstammen jedoch unmittelbar dem ganz normalen Alltag. Sie offenbaren sich in meiner täglichen Arbeit mit Menschen als einfühlsamer Begleiter und den daraus gewonnenen Erkenntnissen.
Die Seele funktioniert nach ihrer ganz eigenen Gesetzmäßigkeit, die sich unserem Verstand größtenteils entzieht. Wir reagieren aber meist, ob es uns bewusst ist oder nicht, auf dieser Ebene.
Warum ich es wage, Ihnen Geschichten der Seele zu erzählen möchte ich im Folgendem ausführen.
Vor etlichen Jahren entdeckte ich eine besondere Eigenart an mir, ich nenne es die Gabe der Inneren Schau.
Mir wurde nach und nach bewusst, dass ich über diese Fähigkeit seit meiner Kindheit, vielleicht sogar schon länger, verfüge. Es bedurfte jedoch viele Jahre der Persönlichkeitsentwicklung und der Auseinandersetzung mit Spiritualität, um den verantwortungsvollen Umgang damit zu erlernen.
Bei meiner Arbeit, der Begleitung von Menschen egal ob in Seminaren oder bei Einzelgesprächen, erlebe ich nahezu täglich die heilsame Wirkung die von den Bildern, bzw. den Hinweisen der Seele ausgeht.  
Die Gabe der inneren Schau, ist der rote Faden, der die Geschichten in diesem Blog miteinander verbindet.
Mit der inneren Schau meine ich das Schauen hinter die Dinge. Ich sehe die in der Seele vorhandene Wirklichkeit und nur sie, dies hat oft wenig, bis gar nichts mit der vordergründigen Realität zu tun. Dieses Sehen reicht viel weiter, als sämtliche Sinne erfassen können. Es weist auch über den Verstand hinaus, erkennt das Werdende, beinhaltet das Seiende und reicht zurück in das Vergangene.
Ich nenne es manchmal auch energetisches Sehen und jedes Mal erstaunt mich die Klarheit der Bilder und Informationen. Stelle ich innerlich eine Frage entsteht in mir ein Bild, ein Film es kann aber auch ein Wort oder Lied sein. Diese Informationen sind mir aber nur zugänglich, wenn ich das Einverständnis der betreffenden Person habe, oder wenn es im Sinne Gottes ist. Dabei spielt Spiritualität und meine Erfahrung damit eine wesentliche Rolle. Um meinen diesbezüglichen Hintergrund verständlich zu machen, möchte ich Ihnen meine Definition von Spiritualität nahe bringen. Spiritualität ist für mich das Bemühen, alles zu beseitigen, das uns vom echten göttlichen Licht und der echten göttlichen Liebe trennt.
Heilsames von der Seele für die Seele!

Herzlichst
August