Über michEinzelcoachingBegleitungLehrgängeWebshopBLOGFührungscoachingVorträgeSeminareKontakt

August Höglinger »
Blog Einsichten

In diesem Blog findest du Geschichten aus und vom Leben. Aus einer sichtbaren und unsichtbaren Welt. Ich möchte dich teilhaben lassen an meinen Erkenntnissen, Denkanstößen, Inspirationen, Erfahrungen, Ideen und neuen Plänen.
Dieser Blog ist vor allem für Absolventinnen und Absolventen meiner Seminare und Lehrgänge eingerichtet, denn mit Ihnen verbindet mich eine tiefe Herzensbeziehung und ein Stück gemeinsamen Weges.

Natürlich sind alle Besucherinnen und Besucher herzlich willkommen.
In diesem Sinne freue ich mich und wünsche allen tiefe Einsichten.

Herzlichst
August

Archiveinträge




26.08.2015

Ältere Menschen und ihr Horizont


Als meine Mutter weit über 70 Jahre alt war, begleitete ich sie zu einem Arzt in die nächstgelegene größere Stadt. Auf dem Weg vom Arzt zurück, etwa einen Kilometer vor ihrem Haus seufzte sie erleichtert: Jetzt bin ich wieder zu Hause!
Diese Reaktion weckte meine Neugierde und ich machte eine interessante Entdeckung. Mit meiner inneren Schau sah ich, dass ihr Lebensradius nur mehr einen Kilometer um ihr Haus betrug. Alles darüber hinaus wurde ihr fremd und versetzte sie in Unsicherheit, bzw. Ängstlichkeit und machte ihr Stress. Es fühlte sich wie Ausland an.
Es wurde mir bewusst, dass sich mit zunehmendem Alter, unabhängig von der körperlichen und geistigen Verfassung, der Radius in dem sich der Mensch wohl und geschützt fühlt, kontinuierlich verkleinert. Gegen Ende eines Lebens umfasst er nur mehr Haus und Garten, reduziert sich dann auf das Haus. Zuletzt bleibt noch das eigene Zimmer und im nächsten Stadium das eigene Bett.
Der vollkommene Rückzug zeigt sich, wenn nur mehr der eigene Körper wahrgenommen wird und darauf folgt das Ende – der Mensch stirbt. 
Mit diesem Wissen fällt es mir seither sehr bewusst auf, wenn ältere Menschen die Grenze ihrer „Sicherheitszone“ verlassen und ich kann besser auf die damit verbundenen Verhaltensweisen Rücksicht nehmen.

Herzlichst
August

Trennlinie

19.08.2015

Läuterung

So bezeichne ich den Vorgang der Reinigung der Seele. Reinigung auf Seelenebene bedeutet, dass ich alles weggebe, was ich nicht mehr bin oder was ich nicht mehr an mir liebe.
Seelische Prozesse haben genauso wie körperliche einen Verdauungsvorgang. Das heißt, es werden Gefühle und gefühlte Erfahrungen aufgenommen, jedoch wird ein Teil davon wieder ausgeschieden, weil er für die Seele (genau wie beim Körper) nicht nahrhaft, bzw. nicht verwertbar ist.
Geschieht ein seelischer Läuterungsprozess, so findet meist auch gleichzeitig ein körperlicher Reinigungsprozess statt. Meist reinigen sich der Körper und die Seele von den Nebenwirkungen von Ängsten, welche in unserem Körper abgelagert sind z. B. in verspannten Muskeln. Es können aber auch alte Muster, Familienregeln, Überlebensstrategien, usw. sein. 
Die Läuterung ist in erster Linie auf der körperlichen Ebene spürbar. Sie kann die unterschiedlichsten Erscheinungsbilder haben. So erlebte ich einmal eine monatelange Kraftlosigkeit, sehr häufig tritt sie auch in Form einer Krankheit oder in heftigen Träumen in Erscheinung. Manchmal sagt man, die Krankheit hat sein Wesen geläutert, dh. von Schwächen und Fehlern befreit.
Bei mir treten die heftigsten Läuterungsprozesse auf, wenn ein mir naher Mensch aus meiner Familie stirbt. Da entgiftet der Körper und die Seele reinigt sich. Dies geschah beim Tod meiner Mutter und später dann, beim Tod eines Onkels, einer Tante und eines guten Freundes.
Mein Neffe bekam während einer Meditation ein Bild davon, was sich bei einer Läuterung in der Seele abspielt. Es ist als würde ein Wirbelsturm durch die Seele fegen und alles mitnehmen, was nicht mehr dazu gehört. 
Läuterungsprozesse haben eine sehr tiefe reinigende Wirkung und sind für unsere Seele notwendig, ja manchmal wirklich die Not wendend.
Es gibt wohl kaum einen Menschen, der nicht zumindest einmal in seinem Leben die Erfahrung von Läuterung geschenkt bekommt. Ich kann mir allerdings eine Läuterung nicht wünschen oder selber organisieren, dies passiert einfach. Viele Menschen nehmen diesen Prozess nicht bewusst wahr, sie machen jedoch die angenehme Erfahrung (wenn alles vorbei ist), dass etwas Gutes und Notwendiges geschehen ist.  

Herzlichst
August

Trennlinie

12.08.2015

Wahrhaftigkeit

Wahrhaftigkeit ist einer der wichtigsten Aspekte bei der persönlichen Reifung und Stärkung. Auch ein spiritueller Weg ist unmittelbar mit Wahrhaftigkeit verbunden. Bei der Auseinandersetzung mit diesem Thema erkannte ich mehrere Ebenen des Sprechens der Wahrheit.
Allem voran steht die Grundsatzentscheidung, dass ich anfange die Wahrheit zu sagen, egal ob diese angenehm oder weniger erfreulich ist! Dabei geht es darum, nicht nur zu den eigenen Fähigkeiten, Können, usf. zu stehen, sondern auch die Mängel, Fehler, usf. nicht mehr zu verstecken. 
Nach dieser Grundsatzentscheidung ist der erste Schritt: Ich sage mir selbst die Wahrheit über mich, ganz ungeschönt. Dabei leistet ein Tagebuch wertvolle Hilfe.
Der nächste Schritt auf dem Weg der Wahrhaftigkeit ist, dass ich zumindest einem anderen Menschen meines Vertrauens die Wahrheit über mich sage. Später beginne ich immer mehr Menschen die Wahrheit über mich zu sagen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass sie diese wissen wollen. 
Die nächste Steigerung ist, dass ich mindestens einem anderen Menschen meine Wahrheit über ihn/sie sage, wie bereits erwähnt, nur wenn er/sie sie wissen will. 
Es gilt immer der Kernsatz, niemandem die Wahrheit ungebeten zu sagen. Es wirkt sonst, als würde ich ihm/ihr die Wahrheit wie einen Putzlappen ins Gesicht schlagen. Stattdessen sollte ich sie wie einen Mantel hinhalten, damit er/sie ganz leicht hinein schlüpfen kann.
Das Ziel wäre, dass ICH zu JEDEM die Wahrheit über ALLES sage. Dies ist jedoch ein weiter Weg und bedarf sehr viel Selbstreflexion. 
Die Wirkungen, wenn ich den Weg der Wahrhaftigkeit gehe, sind für mich sehr beeindruckend. Ich machte und mache die Erfahrung, dass sie eine große Unterstützung bei der Entwicklung der Persönlichkeit ist. Wahrhaftigkeit ist auch sehr hilfreich bei der Arbeit an Ängsten und an leichten Depressionen sowie beim Bearbeiten von Scham.
Sich die Wahrheit (vor allem über sich selbst) einzugestehen hat heilsame Wirkung, weil damit auch die Wirklichkeit anerkannt wird. 

Herzlichst
August

Trennlinie

04.08.2015

Seele eines Dorfes/Unternehmens

Wie entsteht die Seele eines Dorfes (Unternehmens) unbewusst?
Vor einigen Jahren besuchte ich das Stift Melk in Niederösterreich. Dabei machte ich auch einen Spaziergang entlang der Klostermauer und hatte einen wunderbaren Ausblick auf die Donau. Dabei fiel mein Blick auch auf die kleinen Dörfer auf der anderen Seite der Donau. Da stellte sich bei mir ein Bild ein: ich sah eine energetische Glocke über einem der Dörfer und ich nahm wahr, wie das Dorf energetisch entstand. 
Zuerst siedelte sich da eine Familie an, die ihre eigenen Familienregeln und Verhaltensvorstellungen entwickelte, um ein intaktes Zusammenleben zu gewährleisten.
Die Kinder dieser Familie bauten sich rund um das Elternhaus ihre Häuser und gründeten Familien. Sie nahmen die Wertvorstellungen und Familiengesetzmäßigkeiten ihres Elternhauses in ihre jetzige Familie mit. 
Die Enkelkinder bauten weitere Häuser und die Basis ihres Familienlebens richtete sich wieder nach den von ihrer Ursprungsfamilie übernommenen Regeln.
Im Laufe der Zeit existierten somit im ganzen Dorf unbewusst die Wertvorstellungen und Verhaltenscodizes der Gründerfamilie. Diese sind energetisch vorhanden, sind allerdings unsichtbar und für kaum jemand wahrnehmbar. Bei allen Bewohnern gibt es ein inneres, unbewusstes Wissen darüber und alle halten sich ebenfalls unbewusst daran. 
Zugezogene Menschen verfügen nicht über dieses innere Wissen und halten sich somit auch nicht an die vorgegebenen Regeln, bleiben daher oft jahrzehntelang Außenseiter. 
Ebenso schwierig ist eine strukturelle Veränderung eines Dorfes. Da es große Widerstände gegen jede Veränderung gibt, kann es oft über Generationen dauern, bis sich Neues etabliert. 
Ähnlich wie bei der Entstehung eines Dorfes verhält es sich bei Familienunternehmen. Dort spielt der Unternehmensgründer der Firma eine wesentliche Rolle. 

Herzlichst
August